Der in Argentinien geborene Julio Cortázar schrieb zu Lebzeiten ein vielschichtiges Werk, das sich aus Romanen, Erzählungen, Drehbüchern Theaterstücken bis hin zur Lyrik zusammensetzt. Seinen Ruhm jedoch verdankt er den beiden literarischen Gattungen Erzählung und Roman, wozu auch der 1963 erschienene Roman Rayuela gehört, der als einer der wichtigsten spanischsprachigen Romane des 20. Jahrhunderts betrachtet werden kann. In der vorliegenden Arbeit soll nun ein Aspekt des Romans Rayuela behandelt werden, genauer gesagt seine postmodernen Merkmale. Ausgangspunkt ist eine Definition des Begriffes postmodern sowie dessen Herkunft. Anschließend wird die Postmoderne im Zusammenhang mit der Literatur betrachtet, was heißen soll, speziell im Kontext mit Lateinamerika und besonders dem lateinamerikanischen Roman. Hierbei wird auch näher auf die Wurzeln des postmodernen Romans eingegangen. Im Folgenden werden Merkmale erläutert, die typisch für den postmodernen Roman sind und die im nächsten Teil direkt auf Cortázars Roman Rayuela angewendet werden sollen. Dabei ist es angesichts der Einschränkung dieser Arbeit nicht möglich, auf alle postmodernen Merkmale einzugehen. Stattdessen werden einige als wichtig empfundene postmoderne Merkmale aufgegriffen und näher betrachtet. Ein letzter Punkt der Arbeit widmet sich dann einer Schlussbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die Postmoderne
II.1 Definition und Herkunft
II.2 Postmoderne Literatur
III. Merkmale des postmodernen Romans
IV. Postmoderne Merkmale in Rayuela
V. Schlussbetrachtung
VI. Literaturverzeichnis
Primärliteratur
Sekundärliteratur
Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ausprägung postmoderner Merkmale in Julio Cortázars Roman Rayuela. Dabei steht die Analyse der narrativen Struktur, der Rolle des Lesers sowie der Einsatz von Spiel und Intertextualität im Vordergrund, um den Roman als experimentellen Metaroman der Postmoderne zu verorten.
- Definition und kulturhistorischer Kontext der Postmoderne.
- Charakteristika des postmodernen Romans, wie Fragmentation und Intertextualität.
- Die aktive Rolle des Lesers und das Konzept der "Leser-Komplizen".
- Spielerische Elemente und Sprachreflexion in Rayuela.
- Einfluss der literarischen Moderne auf den postmodernen Diskurs.
Auszug aus dem Buch
IV. Postmoderne Merkmale in Rayuela
Bevor auf die verschiedenen postmodernen Merkmale in Julio Cortázars Roman Rayuela näher eingegangen werden soll, ist als Voraussetzung für die weitere Analyse festzuhalten, dass der Roman mit dem Erscheinungsjahr 1963 relativ zeitgenössisch ist. Bereits der „Wegweiser“ am Anfang des Buches lässt darauf schließen, dass es sich bei diesem Text nicht um einen Roman im gewöhnlichen Sinne handelt, der vom ersten bis zum letzten Kapitel chronologisch zu lesen ist. Ganz im Gegenteil steht in Rayuela jedes Kapitel für sich, Kapitel sind miteinander austauschbar und verweigern damit eine lineare Erzählweise, was eine typisch postmoderne Struktur aufweist.
Der „Wegweiser“ verdeutlicht, dass es sich nicht nur um ein Buch handelt, sondern um zwei, je nach Entscheidung des Lesers das Buch zu lesen. Somit liegt es am Leser selbst, was er aus dem Buch macht; die Leserrolle wird berücksichtigt und der Leser aktiv in die Lektüre mit eingebunden. Hinsichtlich der Lektüre hat der Leser zwei Optionen: Die erste Möglichkeit besteht darin das Buch in der gewohnten Weise, das heißt, Kapitel nach Kapitel, vom ersten bis zum 56. Kapitel zu lesen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung stellt den Autor Julio Cortázar und dessen Werk vor, benennt den Roman Rayuela als zentrales Studienobjekt und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.
II. Die Postmoderne: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Postmoderne, beleuchtet deren US-amerikanische Herkunft und analysiert die Entwicklung der postmodernen Literatur, insbesondere im lateinamerikanischen Kontext der 1960er Jahre.
III. Merkmale des postmodernen Romans: Hier werden zentrale theoretische Kriterien des postmodernen Romans erarbeitet, darunter die Abkehr von linearer Narration, das Prinzip der Intertextualität und die Aufhebung der Grenze zwischen Hoch- und Populärliteratur.
IV. Postmoderne Merkmale in Rayuela: Dieser Teil wendet die theoretischen Erkenntnisse direkt auf den Roman Rayuela an, indem die Struktur des Werks, das Spielkonzept, die Rolle der Leserschaft und die Bedeutung der Metatexte (Morelliana) detailliert untersucht werden.
V. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, relativiert die Einordnung des Romans als rein postmodern und gibt einen Ausblick auf weiterführende wissenschaftliche Analysen.
VI. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Internetquellen zur Unterstützung der Argumentation.
Schlüsselwörter
Postmoderne, Rayuela, Julio Cortázar, Intertextualität, Metaebene, Romanstruktur, Leser-Komplize, Fragmentation, Literaturtheorie, Lateinamerikanische Literatur, Boom-Literatur, Sprachspiel, Antiroman, Morelli.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert, inwieweit Julio Cortázars Roman Rayuela als Werk der Postmoderne klassifiziert werden kann und welche spezifischen Merkmale diese Einordnung stützen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die Dekonstruktion linearer Erzählstrukturen, die Funktion des "Wegweisers" für den Leser, das Konzept der Intertextualität sowie die spielerische Komponente in Form von Sprach- und Figurenspielen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Rayuela als experimentellen Metaroman zu charakterisieren und aufzuzeigen, wie Cortázar durch seine neuartige Struktur die traditionelle Rolle des Lesers und den klassischen Romandiskurs herausfordert.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die begriffliche Definitionen der Postmoderne mit der textimmanenten Interpretation von Rayuela verknüpft, gestützt durch relevante Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Postmoderne und dem postmodernen Roman sowie eine praktische Anwendung, in der spezifische Aspekte wie die Leserführung, Morellis Poetik und die "Spiele" innerhalb des Romans analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Postmoderne, Intertextualität, Fragmentation, Leser-Komplize und Metaroman beschreiben.
Warum spielt der "Wegweiser" zu Beginn von Rayuela eine so wichtige Rolle?
Er bricht die lineare Lesetradition auf und macht den Leser zum aktiven Mitgestalter, indem er verschiedene Pfade durch den Roman anbietet und damit das postmoderne Prinzip der Textoffenheit unterstreicht.
Welche Rolle spielt die Figur Morelli für die Analyse des Romans?
Morelli fungiert als Alter Ego des Autors und bietet in den sogenannten "Morelliana"-Kapiteln eine literaturtheoretische Vorlage, welche die Poetik von Rayuela reflektiert und die Absicht des Autors verdeutlicht, den Roman als "Antiroman" zu gestalten.
- Quote paper
- Silke Strack (Author), 2008, Postmoderne Merkmale in Julio Cortazars "Rayuela", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129452