Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History

Urbanus Rhegius - Von Leibeigenschaft und Knechtheit

Title: Urbanus Rhegius - Von Leibeigenschaft und Knechtheit

Seminar Paper , 2008 , 39 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Michael Schuft (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Urbanus Rhegius gehört wohl zu den weniger bekannten Persönlichkeiten der Reformationszeit. Gerhard Uhlhorn1 charakterisiert seine Bedeutung für die Reformation in Deutschland so, daß „er zwar nicht in der eigentlichen Bildung des Dogma, aber in der Ausbildung desselben für die Gemeinden Großes geleistet hat.“2 Martin Luther verweist auf ihn (und die hier behandelte Schrift) in seiner Schrift „Ermahnung zum Frieden auf die zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben“ von 1525 im dritten Artikel auf Rhegius als einen guten Freund3. Grund genug, um sich einmal genauer mit einer Schrift dieses Theologen der frühen Reformationszeit zu befassen, zumal er als Theologe aus der „zweiten Reihe“, die dazu beitrug, daß „[...] die Reformation zu einer breitenwirksamen kirchlichen und gesellschaftlichen Erneuerungsbewegung [...]“4 wurde, seinen Teil in Süd- und Norddeutschland geleistet hat.
Urbanus Rhegius gehört zu jenen Persönlichkeiten der Kirchengeschichte, deren Leben und Wirken hinter den „großen“ Namen wohl eher ein Schattendasein führen. Dabei tritt jenes Phänomen zutage, daß vielleicht so manche Persönlichkeit in der Geschichte getroffen hat. War sie ihren Zeitgenossen eine sehr wohl bekannte und geschätzte Größe, gerät sie im Laufe der Zeit nahezu in Vergessenheit. Dabei war Rhegius in gebildeten Kreisen sehr bekannt und geschätzt.5 Reformatorisch gesinnt, verstand er sich als Vorkämpfer der lutherischen Lehre.6 In der Literatur wird er, mit wenigen Ausnahmen, kaum verhandelt. Zugängliche Darstellungen sind rar. Die meisten stammen aus der Zeit vor 1900. Ein Zugang zu seinen Werken selbst ist mit wenigen Ausnahmen ebenso schwierig.
Diese Arbeit wird sich mit einer Quelle befassen, die sich mit einem damals sehr aktuellen und brisanten Thema beschäftigt. Das Land ist von Unruhe und Veränderung geprägt. Mit der Reformation werden Forderungen laut, die breite Massen der Bevölkerung erreichen. Viele verbinden sie mit eigenen Forderungen, die neben den religiösen Reformen auch politische und soziale Reformen im Reich beinhalten. Freiheit, wie sie im Evangelium beschrieben wird, soll in die persönliche Freiheit und Gleichheit umgesetzt werden. Verbunden mit schwelenden Konflikten zwischen Bauern und Oberen ist die Forderung nach der Abschaffung der Leibeigenschaft, begründet auf das „Göttliche Recht“, die zentrale Forderung, auf die Rhegius reagiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zur Person des Urbanus Rhegius

2. Die historischen Zusammenhänge

2.1. Die Problematik in Augsburg in der Zeit des Bauernkrieges

2.2. Die historische Einordnung der Quelle

Exkurs: Leibeigenschaft und „Göttliches Recht“ - zwei zentrale Begriffe im Bauernkrieg

3. Formale Fragen an die Quelle

3.1. Überblick – Inhaltliche Darstellung und Gliederung

4. Interpretation

4.1. Christliche und weltliche Freiheit

4.2. Rhegii Obrigkeitsverständnis

4.3. Leibeigenschaft und Knechtschaft

4.4. Zwischenbilanz

4.5. An die christlichen Herren

4.6. Beendigung der Leibeigenschaft?

5. Auswertung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die theologische Schrift „Von Leibaygenschaft oder knechthait, wie sich Herren und aygen leut christlich halten sollend, Bericht aus göttlichen Rechten zu Augsburg gepredigt durch Urban Rhegius“ vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Umbrüche während des Bauernkrieges im Jahr 1525. Dabei wird untersucht, wie Rhegius den reformatorischen Freiheitsbegriff theologisch fundiert und in Bezug auf das Verhältnis zwischen den Ständen der Leibeigenen und deren Herren auslegt.

  • Die theologische Begründung der christlichen Freiheit nach Urban Rhegius.
  • Die Auseinandersetzung mit der Forderung nach Aufhebung der Leibeigenschaft im Bauernkrieg.
  • Das Obrigkeitsverständnis von Rhegius und seine Haltung zum Aufruhr.
  • Die Abgrenzung der christlichen Freiheit von sozialen und politischen Forderungen.
  • Das Spannungsfeld zwischen geistlicher Freiheit und irdischer Knechtschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1. Überblick – Inhaltliche Darstellung und Gliederung

Die Schrift ist folgendermaßen gegliedert: nach einem einleitenden Teil, in dem Rhegius seine Grundthese darlegt (242, Z. 3-243, Z. 26), folgt der Hauptteil. Zunächst legt er dar, wie die Leibeigenschaft in der Schrift begründet liegt (243, Z. 27-245, Z. 41). Danach handelt er über die Leibeigenschaft und Knechtschaft und wendet sich dabei an die Betroffenen (246, Z. 1-250, Z. 14). In einem zweiten Schritt wendet er sich an die Leibherren(250, Z. 15-259, Z. 22). Im Schlussabschnitt warnt er nochmals eindringlich vor Aufruhr und schildert, wie sich ein Christ, der das Kreuz trägt, verhalten sollte (259, Z. 23-260, Z. 29).

Einleitung: Ausgehend von der Gleichheit in der fleischlichen Abstammung und Erwählung durch Gott wird der Unterschied zwischen Leben im Reich Gottes und in der Welt aufgezeigt und das christliche Freiheit darum eine andere als die weltliche ist und Leibeigenschaft den Christen darum nicht einschränkt. Der Christ ist ein freier Mensch und jedermann Untertan. Die Freiheit besteht im Geist und dient nicht als Vorwand für das Fleisch und die Bosheit. Christliche Freiheit kann deswegen neben irdischer Knechtschaft bestehen, ohne jene einzuschränken. Dies soll mit Altem und Neuem Testament bewiesen werden.

Hauptteil I, Über die Leibeigenschaft und ihre Begründung der Heiligen Schrift: Leibeigenschaft ist keine aktuelle Neuerung, sondern, wie Altes und Neues Testament zeigen schon alt und sogar darin begründet. Die Heilige Schrift zeigt, dass es dem christlichen Geist auf frevelhafte Weise widerspricht, wenn man versucht, sich durch Aufruhr davon zu befreien. Vielmehr erträgt der Christ sie in Demut, Sanftmut usw. und gibt in seinem Stand ein gutes Beispiel für einen Christen. Gleichwohl gesteht Rhegius ein, dass Leibeigenschaft eine schwere Bürde sein kann, der Christ erträgt sie, um den Frieden zu wahren und kein Ärgernis zu geben. Die Begründung liegt in der Taufe, hat sich doch der Christ in ihr verpflichtet, das Kreuz auf sich zu nehmen, was heißt die Trübsal und Angst anzunehmen und zu ertragen, denn dieses hat Christus mit seinem Blut geheiligt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Person Urbanus Rhegius sowie die Darlegung der Relevanz der untersuchten Quelle im Kontext des Bauernkrieges.

1. Zur Person des Urbanus Rhegius: Kurzbiografie von Rhegius mit besonderem Fokus auf seinen Werdegang bis 1525 und seine reformatorische Entwicklung.

2. Die historischen Zusammenhänge: Erläuterung der politischen und sozialen Lage in Augsburg und dem Umland während der Bauernunruhen von 1525.

2.1. Die Problematik in Augsburg in der Zeit des Bauernkrieges: Untersuchung der spezifischen Situation in Augsburg, die durch Spannungen zwischen den sozialen Schichten und die Wirksamkeit von Predigern geprägt war.

2.2. Die historische Einordnung der Quelle: Zeitliche und thematische Verortung der Schrift von Rhegius als Reaktion auf das soziale Aufbegehren der Bauern.

Exkurs: Leibeigenschaft und „Göttliches Recht“ - zwei zentrale Begriffe im Bauernkrieg: Kurze Erläuterung der für die Arbeit zentralen Begriffe vor dem Hintergrund der damaligen Forderungen der Aufständischen.

3. Formale Fragen an die Quelle: Analyse der äußeren Umstände und der Entstehungsgeschichte der Schrift.

3.1. Überblick – Inhaltliche Darstellung und Gliederung: Zusammenfassung des inhaltlichen Aufbaus der Schrift von Rhegius.

4. Interpretation: Analyse der theologischen Argumentation von Rhegius in Bezug auf das Leibeigenschaftsverhältnis.

4.1. Christliche und weltliche Freiheit: Untersuchung der Differenzierung von geistlicher Freiheit und irdischen Verhältnissen durch Rhegius.

4.2. Rhegii Obrigkeitsverständnis: Darstellung der Haltung von Rhegius zur gottgegebenen Obrigkeit und zum Verbot des Aufruhrs.

4.3. Leibeigenschaft und Knechtschaft: Analyse der theologischen Rechtfertigung des Standes der Leibeigenschaft durch den Autor.

4.4. Zwischenbilanz: Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse hinsichtlich der theologischen Sichtweise auf soziale Abhängigkeiten.

4.5. An die christlichen Herren: Analyse der Mahnungen und Forderungen, die Rhegius an die Herren der Leibeigenen richtet.

4.6. Beendigung der Leibeigenschaft?: Erörterung der Frage, ob Rhegius eine tatsächliche Aufhebung der Leibeigenschaft befürwortet oder ob er sie als Teil der Weltordnung akzeptiert.

5. Auswertung: Synthese der Forschungsergebnisse und Einordnung der Position von Rhegius in das reformatorische Umfeld.

Schlüsselwörter

Urbanus Rhegius, Bauernkrieg, Leibeigenschaft, Christliche Freiheit, Reformation, Göttliches Recht, Obrigkeitsverständnis, Knechtschaft, Theologie, Reformatorische Predigt, 1525, Augsburg, Evangelium, soziale Ordnung, Gehorsam.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der theologischen Schrift des Reformators Urbanus Rhegius aus dem Jahr 1525, die den Umgang mit Leibeigenschaft im Kontext der sozialen Spannungen des Bauernkrieges thematisiert.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Themen der christlichen Freiheit, des Verhältnisses von Untertanen zu ihrer Obrigkeit, der theologischen Begründung von Ständen und die Position der Reformation zu sozialen Reformforderungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Rhegius’ theologisches Verständnis von Freiheit darzulegen und aufzuzeigen, wie er den Widerspruch zwischen der biblisch begründeten Gleichheit vor Gott und der irdischen sozialen Unfreiheit der Leibeigenschaft auflöst.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theologiegeschichtliche Quellenanalyse, die den Text von Rhegius historisch einordnet, strukturell gliedert und inhaltlich interpretiert, wobei insbesondere die Argumentation des Autors mit biblischen Referenzen im Mittelpunkt steht.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Im Hauptteil werden Rhegius’ Unterscheidung zwischen weltlicher und christlicher Freiheit, sein Verständnis der Obrigkeit als gottgewollte Instanz sowie seine spezifischen Anweisungen an die Herren und die Leibeigenen ausführlich analysiert.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind: Urbanus Rhegius, Leibeigenschaft, Bauernkrieg, christliche Freiheit, Reformationsgeschichte, Obrigkeitsgehorsam und soziale Gerechtigkeit im reformatorischen Verständnis.

Wie unterscheidet Rhegius zwischen der Freiheit eines Christen und der Leibeigenschaft?

Rhegius betont, dass die christliche Freiheit eine rein geistliche Dimension ist, die den Menschen innerlich unabhängig macht, während sie die äußeren, irdischen Verhältnisse, wie die Knechtschaft, unberührt lässt und keine soziale Umwälzung erfordert.

Welche Rolle spielt das „Göttliche Recht“ für die Argumentation des Autors?

Rhegius nutzt das „Göttliche Recht“, um den Aufstand der Bauern als unchristlich abzulehnen, da er der Meinung ist, dass wahre Freiheit im Gehorsam gegenüber Gott und der gottgegebenen Ordnung besteht, statt in der eigenmächtigen Änderung sozialer Zustände.

Excerpt out of 39 pages  - scroll top

Details

Title
Urbanus Rhegius - Von Leibeigenschaft und Knechtheit
College
Humboldt-University of Berlin  (Theologische Fakultät)
Course
Seminar "Luthers Bauernkriegsschriften"
Grade
2,3
Author
Michael Schuft (Author)
Publication Year
2008
Pages
39
Catalog Number
V129798
ISBN (eBook)
9783640359783
ISBN (Book)
9783640359547
Language
German
Tags
Urbanus Rhegius Leibeigenschaft Knechtheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Schuft (Author), 2008, Urbanus Rhegius - Von Leibeigenschaft und Knechtheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129798
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  39  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint