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Der Einfluss von steigenden Hauspreisen für den Kapitaleinkommensanteil

Titel: Der Einfluss von steigenden Hauspreisen für den Kapitaleinkommensanteil

Bachelorarbeit , 2020 , 36 Seiten , Note: 1.7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

VWL - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Sektor des Wohnungswesens und ökonomischer Ungleichheit.
Dafür werden zunächst stilisierte Fakten zu der langfristigen Entwicklung von Hauspreisen in entwickelten Volkswirtschaften präsentiert.
Anschließend wird ein Multisektor-Modell, in dem der Sektor des Wohnungswesens isoliert betrachtet werden kann, dargestellt. Das Modell wird einem Schock hinsichtlich der Preise von Investitionen in Wohngebäude und einem Schock hinsichtlich der Quantität von Wohngrundstücken ausgesetzt. Zudem wird für beide genannten Variablen ein Alternativpfad modelliert. Die Ergebnisse der Reaktion des Modells auf die Schocks und die Modellierung der Alternativpfade bieten Grundlage für eine These der „Knappheit“: Wenn die Konsumentennachfrage nach Behausungen hinreichend unelastisch ist, kann der Anstieg des Anteils von Wohnkapital im aggregierten Kapitaleinkommen durch steigende Preise für Investitionen in Wohngebäude und eine wachsende Knappheit von Wohngrundstücken erklärt werden.
Im nächsten Schritt wird überprüft, inwiefern die ökonomische Größe des Nettokapitalanteils mit Ungleichheit zusammenhängt.
Abschließend wird der Einfluss des Besitzes von Wohnkapital auf ökonomische Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft diskutiert.
Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und kritisch erörtert.

Die steigende Ungleichheit in entwickelten Ökonomien ist spätestens seit der Veröffentlichung von Thomas Pikettys (2014) Bestseller Das Kapital im 21. Jahrhundert ein sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Fachliteratur (Nolan et al., 2014; Stiglitz 2012) stark diskutiertes Thema. Eine Vielzahl von Autoren (Arundel, 2017; Bonnet et al., 2014; Rognlie, 2015) legen im Zuge der Untersuchung von ökonomischer Ungleichheit ein besonderes Augenmerk auf eine besondere Form von Vermögen: Wohnkapital.
Schon im frühen 19. Jh. setzte sich der Ökonom Ricardo (1817) mit der langfristigen Entwicklung von Miet- und Grundstückspreisen und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Konsequenzen auseinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Globaler Hauspreisindex

2.1 Daten

2.2 Ergebnisse

2.3 Zerlegung der langfristigen Hauspreise

2.3.1 Baukosten

2.3.2 Grundstückspreise

3. Wohnungswesen und Nettokapitalanteil und Ungleichheit

3.1 Nettokapitalanteil

3.2 Entwicklung des Nettokapitalanteils in G7-Staaten

3.3 Multisektor-Modell

3.3.1 Konstruktion des Multisektor-Modells

3.3.2 Reaktion des Nettokapitalanteils auf endogene Schocks

3.4 Nettokapitalanteil und Einkommensungleichheit

3.4.1 Daten und Analyse

3.4.2 Ergebnisse

4. Wohnkapital und Ungleichheit

4.1 Umverteilende Effekte sekundärer Ordnung

4.2 Die wachsende Bedeutung von Wohnkapital

5. Diskussion und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht, inwiefern der Sektor des Wohnungswesens maßgeblich zum Anstieg des Nettokapitalanteils in entwickelten Volkswirtschaften beigetragen hat und wie dieser Prozess mit ökonomischer Ungleichheit korreliert. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Ursachen des Hauspreisanstiegs, die Auswirkungen auf das Kapitaleinkommen sowie die resultierenden Verteilungseffekte innerhalb der Gesellschaft.

  • Langfristige Entwicklung globaler Hauspreisindizes und deren Zerlegung in Bau- und Grundstückspreise
  • Analyse des Nettokapitalanteils in G7-Staaten mittels eines Multisektor-Modells
  • Empirische Untersuchung der Korrelation zwischen Nettokapitalanteil und Einkommensungleichheit
  • Diskussion der sozioökonomischen Folgen durch den erschwerten Zugang zu Wohneigentum

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Konstruktion des Multisektor-Modells

Die Präferenzen der Haushalte zwischen dem Output des Wohnungssektors und allen anderen Sektoren seien homothetisch. Das Haushaltsziel kann daher als monotone Transformation der Aggregatfunktion Z(Yh, Ynh) mit konstanten Skalenerträgen beschrieben werden. Z(Yh, Ynh) beinhaltet Leistungen aus dem Wohnungssektor (Yh) und den übrigen Sektoren (Ynh) als Input und ist sozusagen die „oberste“ Produktionsfunktion der Ökonomie. Für den Nicht-Wohnungssektor Ynh sind verschiedene Formen von Kapital zu berücksichtigen, nämlich Ausstattung, Gebäude und Grundstücke. Eine rationale Annahme für diesen Sektor ist, dass Gebäude und Grundstücke zusammen „Immobiliendienstleistungen“ (orig. „real estate services) liefern, die als Input für die Produktion dienen, während Arbeit und Ausrüstung den Rest der Dienstleistungen erbringen. Konkret sei H(N, Ke) eine Aggregatfunktion mit konstanten Skalenerträgen, die Arbeit N und Ausstattung Ke verbindet, und sei G1(Ks1,L1) eine weitere Aggregatfunktion mit konstanten Skalenerträgen, die Nicht-Wohngebäude Ks1 und Nicht-Wohngrundstücke L1 kombiniert. Der Nicht-Wohnungssektor kann dementsprechend mit folgender Produktionsfunktion F, welche ebenfalls eine Aggregatfunktion mit konstanten Skalenerträgen ist, beschrieben werden.

(4) Ynh = F[H(N, Ke), G1(Ks1, L1)]

Die Herleitung der Produktionsfunktion für den Wohnungssektor folgt einem ähnlichen Muster. Das Aggregat G2(Ks2, L2) beschreibt Wohnungsdienstleistungen, indem es Wohngebäude Ks2 und Wohngrundstücke L2 kombiniert. Die Produktionsfunktion für den Wohnungssektor kann daher folgendermaßen beschrieben werden:

(5) Yh = G2(Ks2, L2).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Problem der steigenden wirtschaftlichen Ungleichheit vor und führt die zentrale Rolle des Wohnkapitals sowie die Forschungsfrage der Arbeit ein.

2. Globaler Hauspreisindex: Präsentiert neue historische Daten zur Hauspreisentwicklung seit 1870 und zeigt, dass der starke Preisanstieg ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts primär durch Grundstückspreise getrieben ist.

3. Wohnungswesen und Nettokapitalanteil und Ungleichheit: Analysiert mittels eines Multisektor-Modells den Einfluss des Wohnungssektors auf den Nettokapitalanteil und belegt die Korrelation zwischen Kapitalanteil und Einkommensungleichheit.

4. Wohnkapital und Ungleichheit: Diskutiert kritisch die sozialen Implikationen, insbesondere den erschwerten Zugang zu Wohneigentum für junge Generationen und die damit verbundene Konzentration von Vermögen.

5. Diskussion und Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, politische Entscheidungsträger für die Risiken der kapitalbasierten Ungleichheit im Wohnsektor zu sensibilisieren.

Schlüsselwörter

Wohnkapital, Nettokapitalanteil, Einkommensungleichheit, G7-Staaten, Hauspreise, Grundstückspreise, Multisektor-Modell, Kapitalrendite, Wohneigentum, Einkommensverteilung, Vermögensbildung, Substitutionselastizität, Wertschöpfung, Finanzsektor, Sozialhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Wohnungssektors, insbesondere den steigenden Hauspreisen, und der Zunahme ökonomischer Ungleichheit in entwickelten Volkswirtschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung globaler Hauspreisindizes, die Zerlegung von Wohnkosten in Bau- und Grundstückspreise sowie die Analyse, wie der Sektor Wohnungswesen den Nettokapitalanteil auf nationaler Ebene beeinflusst.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu ergründen, warum der Nettokapitalanteil in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gestiegen ist und ob dieser Anstieg direkt mit einer wachsenden Einkommensungleichheit korreliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, die Auswertung von historischen Paneldaten für 16 Länder sowie die Konstruktion und Anwendung eines makroökonomischen Multisektor-Modells, um die Auswirkungen exogener Schocks auf den Nettokapitalanteil zu simulieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der langfristigen Hauspreisindizes, die Modellierung von Sektoren zur Isolation des Wohnungsbaus und die empirische Panelregression zur Korrelation von Kapitalanteilen und Spitzeneinkommen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wohnkapital, Nettokapitalanteil, Einkommensungleichheit, Grundstückspreise und Wohneigentum charakterisiert.

Was besagt die „Knappheitsthese“ innerhalb der Arbeit?

Die Knappheitsthese postuliert, dass bei unelastischer Nachfrage nach Wohnraum der Anstieg des Wohnkapitalanteils im Kapitaleinkommen primär durch steigende Preise für Wohnbauten und eine wachsende Knappheit an Wohngrundstücken erklärt werden kann.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettokapitalanteil wichtig?

Die Untersuchung der Nettokomponente ist entscheidend, da sie die Kapitalrendite nach Abzug der Wertminderung betrachtet, was eine genauere Aussage über die tatsächlich konsumierbaren Ressourcen und somit die ökonomische Ungleichheit zulässt.

Welche Rolle spielt der Zugang zu Wohneigentum für die Ungleichheit?

Der erschwerte Zugang, bedingt durch steigende Preise und geänderte Hypothekensysteme, führt laut Autor zu einer Konzentration von Wohnkapital bei wohlhabenden Marktinsidern, was die Ungleichheit in der Gesellschaft verschärft.

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Details

Titel
Der Einfluss von steigenden Hauspreisen für den Kapitaleinkommensanteil
Hochschule
Universität zu Köln  (Center for Macroeconomic Research)
Note
1.7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
36
Katalognummer
V1298351
ISBN (PDF)
9783346759177
ISBN (Buch)
9783346759184
Sprache
Deutsch
Schlagworte
net capital share Wohnkapital Ungleichheit Piketty Rognlie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Der Einfluss von steigenden Hauspreisen für den Kapitaleinkommensanteil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1298351
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Leseprobe aus  36  Seiten
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