In diesem Essay werden die Ansätze des Neoliberalismus sowohl theoretisch als auch unter Bezugnahme von historischen Praxisbeispielen miteinander verglichen. Dafür werde ich die grundsätzlichen Thesen der neoliberalen Theorien von Alexander Rüstow und Milton Friedman darlegen, sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser präsentieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vergleich der neoliberalen Theorien von Milton Friedman und Alexander Rüstow
2.1 Markt
2.1.1 Marktform und die Stellung des Marktes
2.1.2 Der Umgang mit Monopolen
2.2 Staatseingriffe
2.3 Demokratie
2.4 Historischer Praxisfall
2.4.1 Friedmans monetaristischer Neoliberalismus (Chicago School)
2.4.2 Rüstows Ordoliberalismus (Freiburger Schule)
3 Schluss
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die neoliberalen Theorien von Milton Friedman und Alexander Rüstow theoretisch zu vergleichen, wesentliche Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herauszuarbeiten und diese anhand historischer Praxisbeispiele kritisch zu beleuchten.
- Vergleich der Marktvorstellungen und der Stellung der Wirtschaft in der Gesellschaft
- Analyse des Umgangs mit Monopolen und staatlichen Eingriffen
- Bewertung des Verhältnisses von wirtschaftlicher und politischer Freiheit
- Kritische Betrachtung der Umsetzung in Chile (Friedman) und der Bundesrepublik Deutschland (Rüstow)
- Diskussion zur Rolle der Demokratie im Kontext neoliberaler Theorien
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Marktform und die Stellung des Marktes
Hinsichtlich der Vorstellung eines idealen Marktes und vor allem der Stellung der Wirtschaft im Allgemeinen sind beide Theoretiker recht unterschiedlicher Ansicht. Während Rüstow die Wirtschaft wieder „in die ihr gebührende untergeordnete und dienende Stellung“ (Rüstow, 1950: 141) zurückweisen will, weil er in der Überbewertung der Wirtschaft ein Problem des klassischen Liberalismus sieht, setzt Friedman auf einen Kapitalismus, der weitestgehend den Kriterien von eben diesem Laissez-faire Liberalismus ähnelt. „Das funktionierende Modell einer Gesellschaft, die durch das Mittel des freiwilligen Austausches organisiert wird, ist die freie, auf privatem Unternehmertum basierende Marktwirtschaft – was wir den Wettbewerbs-Kapitalismus genannt haben“ (Friedman, 1962: 34). Diese Form der Wirtschaft würde nach Friedman dazu führen, dass die wirtschaftliche Macht die politische Macht zügele (vgl. Friedman, 1962: 37).
Rüstow vertritt hier also eine Friedman entgegengesetzte Ansicht und sieht in der Überschätzung der Wirtschaft eine Gefahr für die Vitalsituation der Menschen. Er bezeichnet diese Vitalsituation so als einen überwirtschaftlichen Wert innerhalb der Wirtschaft vgl. Rüstow, 1950: 143) und versteht darunter „nicht nur wirtschaftliche Werte, in Ziffern meßbare, in Geldsummen ausdrückbare Werte (…) sondern (...) wie der Mensch sich in dieser Situation fühlt“ (Rüstow, 1960/1963: 82).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Vielfalt neoliberaler Strömungen ein und stellt die Zielsetzung des theoretischen Vergleichs zwischen Friedman und Rüstow sowie dessen historische Kontextualisierung dar.
2 Vergleich der neoliberalen Theorien von Milton Friedman und Alexander Rüstow: Dieser Hauptteil untersucht detailliert die Differenzen und Gemeinsamkeiten beider Denker hinsichtlich Marktverständnis, Staatseingriffen und Demokratietheorie anhand von Theorie und Praxis.
3 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass der Neoliberalismus ein heterogenes Feld ist, und betont die Schwierigkeit der praktischen Umsetzung theoretischer Konzepte.
Schlüsselwörter
Neoliberalismus, Milton Friedman, Alexander Rüstow, Markt, Wettbewerbs-Kapitalismus, Ordoliberalismus, Freiburger Schule, Chicago School, Staatseingriffe, soziale Marktwirtschaft, ökonomische Freiheit, politische Freiheit, Wettbewerbspolitik, Laissez-faire, Chiles Wirtschaftspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Vergleich zwischen den neoliberalen Theorien von Milton Friedman und Alexander Rüstow, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Denken aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Vorstellung vom idealen Markt, die Rolle des Staates, der Umgang mit Monopolen und das Verhältnis von wirtschaftlicher Freiheit zur Demokratie.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die fundierte theoretische Gegenüberstellung sowie die Überprüfung der Theorien an historischen Beispielen wie dem Chile der 1970er Jahre und der Nachkriegszeit in Deutschland.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Methode des theoretischen Vergleichs und der Analyse durch Literaturrecherche sowie den Einbezug historischer Praxisbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Themenkomplexe: Markt, staatliche Eingriffe, Demokratieverständnis sowie historische Praxisfälle beider Theoretiker.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Neoliberalismus, Ordoliberalismus, Wettbewerbs-Kapitalismus, staatliche Marktpolizei, soziale Marktwirtschaft und wirtschaftliche Freiheit.
Wie unterscheidet sich Rüstows Sicht auf die Wirtschaft von Friedmans Position?
Rüstow plädiert für eine Unterordnung der Wirtschaft unter soziale Werte, während Friedman darin eine zentrale Instanz sieht, die politische Freiheit durch ökonomische Freiheit absichern soll.
Was ist das zentrale Ergebnis des historischen Praxisbeispiels Chile?
Die Umsetzung von Friedmans Theorien in Chile führte nicht zu politischer Freiheit, sondern zu Repression und ökonomischem Scheitern, was die Komplexität der Theorieanwendung verdeutlicht.
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- Anonym (Author), 2019, Neoliberalismus. Die Theorien von Milton Friedman und Alexander Rüstow im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1301712