Angesichts der Dimension der Bedrohung durch populistische Gruppierungen für etablierte Parteiensysteme erscheint es geboten, einen näheren Blick auf ihr Zusammenwirken mit dem Phänomen der Depolitisierung zu werfen. Dies gilt umso mehr, da in der darzustellenden politikwissenschaftlichen Debatte, bezogen auf die europäische Integration, Thesen eines bewussten Gebrauchs von der Depolitisierung als strategisches Instrument entworfen werden. Aus der dargelegten Problemstellung leiten sich die beiden Forschungsfragen der vorliegenden Untersuchung ab: Wird die europäische Integration bewusst mit dem Ziel depolitisiert, Populismus abzuschwächen? Kann Depolitisierung als eine geeignete Strategie zur Abschwächung von Populismus zur europäischen Integration gelten? Die Zielsetzung dieser Arbeit besteht in der Prüfung der Argumente, die in der wissenschaftlichen Diskussion zum Thema vorgebracht werden, und der Erarbeitung einer hervorgehend fundierten Position. Dazu wird insbesondere die fachwissenschaftliche Debatte seit dem gescheiterten Verfassungsvertrag als Literatur erörtert.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Populismus in der Postmoderne
- „Hinterzimmer-Politik“?
- Relevanz des Themas und Vorgehensweise
- Theoriegeleitete Annäherung an den Untersuchungsgegenstand
- Populismusbegriff
- Populismus in der Europäischen Union
- Politisierung und Depolitisierung
- Postfunktionalismus
- Depolitisierung und politische Strategie
- Depolitisierung und europäische Integration
- Depolitisierung und Populismus
- Conclusio
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel von Populismus und Depolitisierung im Kontext der europäischen Integration. Sie untersucht, ob Depolitisierung bewusst eingesetzt wird, um Populismus in der EU abzuschwächen.
- Bedeutung von Populismus in der Postmoderne und seine Gefahren für demokratische Systeme.
- Analyse des Populismusbegriffs und seiner Auswirkungen auf die EU.
- Beurteilung der These, dass Depolitisierung eine strategische Maßnahme zur Abschwächung von Populismus darstellt.
- Untersuchung der Rolle von Depolitisierung im Kontext der europäischen Integration.
- Zusammenhang zwischen Depolitisierung und dem Auftreten von Populismus in der EU.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einführung beleuchtet den Hintergrund und die Relevanz des Themas. Sie stellt den Populismus in der Postmoderne vor und analysiert dessen Zusammenhang mit der „Hinterzimmer-Politik“. Die Relevanz des Themas wird hervorgehoben und das Vorgehen der Arbeit skizziert.
Kapitel 2 bietet eine theoretische Grundlage für die Analyse. Es definiert den Populismusbegriff, beleuchtet seine Rolle in der EU und untersucht die Konzepte von Politisierung und Depolitisierung. Des Weiteren wird der Postfunktionalismus als theoretisches Framework vorgestellt.
Kapitel 3 und 4 untersuchen die Verbindung zwischen Depolitisierung und politischen Strategien sowie die Rolle der Depolitisierung in der europäischen Integration.
Kapitel 5 widmet sich dem Zusammenhang zwischen Depolitisierung und Populismus und analysiert deren gegenseitige Beeinflussung.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe und Themen der Arbeit umfassen Populismus, Depolitisierung, Europäische Integration, Postmoderne, Postfunktionalismus, Mediendemokratie, politische Strategien, Demokratiedefizit und Systemkrise.
Häufig gestellte Fragen
Welche Forschungsfrage steht im Zentrum dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die europäische Integration bewusst depolitisiert wird, um Populismus abzuschwächen, und ob dies eine geeignete Strategie darstellt.
Was wird unter „Depolitisierung“ im EU-Kontext verstanden?
Es beschreibt die Verlagerung politischer Entscheidungen aus dem öffentlichen Diskurs in administrative oder technokratische Bereiche („Hinterzimmer-Politik“).
Welche theoretischen Frameworks werden herangezogen?
Die Arbeit nutzt Konzepte des Postfunktionalismus sowie Theorien zur Politisierung und Depolitisierung in der Postmoderne.
Warum gilt Populismus als Bedrohung für die EU?
Populistische Gruppierungen fordern etablierte Parteiensysteme heraus und nutzen oft das wahrgenommene Demokratiedefizit der EU für ihre Zwecke.
Welcher Zeitraum der wissenschaftlichen Debatte wird primär betrachtet?
Der Fokus liegt auf der fachwissenschaftlichen Diskussion seit dem gescheiterten EU-Verfassungsvertrag.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Die Prüfung wissenschaftlicher Argumente zum Thema Depolitisierung als Strategie gegen Populismus und die Erarbeitung einer fundierten Position dazu.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2022, Depolitisierung der europäischen Integration als Strategie zur Abschwächung von Populismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302378