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Queere Schule. Herausforderungen und Chancen von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt für die Schulsozialarbeit

Titel: Queere Schule. Herausforderungen und Chancen von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt für die Schulsozialarbeit

Bachelorarbeit , 2022 , 74 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Johanna Rempfer (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Frage, welchen Beitrag die Profession der Sozialen Arbeit innerhalb des Schulkontextes leisten kann, um präventiv wie aktiv die Lebensrealität von queeren Schüler:innen zu verbessern. Dazu werden zunächst für diese Bachelorarbeit relevante Begrifflichkeiten definiert, bevor untersucht wird, inwiefern Jugendliche mit der Bewältigung von alterstypischen Entwicklungsaufgaben beschäftigt sind. Anschließend wird versucht, mithilfe unterschiedlicher Studien Daten zu gewinnen, inwiefern queere Menschen von Diskriminierung, Mobbing, Gewalt und psychischen Problemen betroffen sind. Im Anschluss erörtert diese Bachelorarbeit, wie die Institution Schule, Lehrerende und Schüler:innen mit queeren Themen umgehen. Danach schwenkt die Bachelorarbeit zur Sozialen Arbeit um und beschäftigt sich mit den Herausforderungen und Chancen von Schulsozialarbeit, bezogen auf queere Schüler:innen. Abschließend werden bereits existierende Projekte für einen toleranteren Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt an Schulen vorgestellt. Im Fazit werden sowohl die in der Bachelorarbeit gewonnenen Erkenntnisse dargestellt als auch die aufgestellten Forschungsfragen noch einmal eingehend beantwortet.

Jugendliche unterliegen bereits wegen ihres Alters in einer prägenden Zeit, in welcher Identitätsfragen und Zukunftswünsche und -ziele verfestigt werden, sowie Wertevorstellungen und Charakterfragen ausgebildet werden. In dieser Zeit, die viele Jugendliche als Zeit voller Unsicherheiten wahrnehmen, bemerken viele queere Menschen, dass sie eine andere Sexualität oder Geschlechtsidentität angehörig sind, als von einem heteronormativen Umfeld als Normalität dargestellt wird. Reagieren Familie, Peer-Groups oder Freund:innen auf ein Outing negativ, können die Folgen prekär sein. Als wichtiger Bestandteil der Jugendhilfe ist Soziale Arbeit mit gelungenen wie misslungenen Outings von Schüler:innen und dessen Folgen konfrontiert.

Aus unterschiedlichen Perspektiven wird hier aufgezeigt, welche Herausforderungen sowie Chancen dies für Schulsozialarbeit bietet. Damit wird die Bandbreite an spärlich vorhandener Literatur zur Thematik Queer in Schulen erweitert. Besonderheit erfährt diese Bachelorarbeit dadurch, sich nicht nur mit dem Aspekt unterschiedlicher Sexualitäten zu befassen, sondern auch unterschiedliche Geschlechtsidentitäten einzubringen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Persönliche Motivation und Herleitung des Themas

1.2 Vom Thema zur Fragestellung

1.3 Methodik

1.4 Relevanz für die Soziale Arbeit

1.5 Begriffsbestimmungen

1.5.1 Heterosexualität und Cis-Geschlechtlichkeit

1.5.2 LGBTQIA+

1.5.3 Nicht-Binarität und Geschlechtsdysphorie

1.5.4 Coming-out

1.5.5 Homosexualität und Homophobie

1.5.6 Heteronormativität und Heterosexismus

1.5.7 Schulsozialarbeit

2. Jugend und Adoleszenz

2.1 Psychosoziale Krisen nach Erikson

2.2 Entwicklungsaufgaben nach Havighurst

2.3 Vergleich mit heutigen Herausforderungen junger Menschen

2.4 Entwicklung unterschiedlicher Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten

2.5 Zwischenfazit

3. Risikofaktoren von queeren Jugendlichen

3.1 Diskriminierung von LGBTQIA+

3.2 Gewalterlebnisse

3.3 Mobbing

3.4 Psychische Risiken

3.5 Zwischenfazit

4 Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Schule

4.1 LGBTQIA+ im Lehrplan

4.1.1 Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation

4.1.2 Untersuchung des Kerncurriculums

4.1.2.1 Schulfach Werte und Normen

4.1.2.2 Schulfächer der Naturwissenschaften

4.1.2.3 Sachkundeunterricht (Grundschule)

4.2 Lehrende und sexuelle/geschlechtliche Vielfalt

4.2.1 Akzeptanz von LGBTQIA+

4.2.2 Darstellung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Unterricht

4.3 Schüler*innen und LGBTQIA+

4.4 Zwischenfazit

5. Schulsozialarbeit und LGBTQIA+

5.1 Berufsverständnis der Sozialen Arbeit

5.2 Herausforderungen und Chancen der Schulsozialarbeit

5.3 Zum Umgang sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in der Schulsozialarbeit

5.3.1 Schulsozialarbeit und Lehrende

5.3.2 Schulsozialarbeit und Schüler*innen

5.3.3 Schulsozialarbeit und Eltern

5.4 Projekte an Schulen gegen Homophobie*

5.5 Zwischenfazit

6. Schlussfolgerungen und Erkenntnisse

6.1 Erkenntnisse dieser Bachelorarbeit

6.2 Beantwortung der Thesis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Beitrag, den die Soziale Arbeit im schulischen Kontext leisten kann, um die Lebensrealität queerer Schüler*innen präventiv und aktiv zu verbessern. Dabei wird beleuchtet, wie Schule und Schulsozialarbeit mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt umgehen, mit welchen Diskriminierungsgefahren betroffene Jugendliche konfrontiert sind und wie professionelle Unterstützung durch Schulsozialarbeit zur Akzeptanzförderung beitragen kann.

  • Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz unter heteronormativen Bedingungen
  • Risikofaktoren für queere Jugendliche (Diskriminierung, Gewalt, Mobbing, psychische Belastungen)
  • Repräsentation von LGBTQIA+-Themen in Lehrplänen und Unterricht
  • Haltungen und Kompetenzen von Lehrenden gegenüber sexueller und geschlechtlicher Vielfalt
  • Handlungsmöglichkeiten und Herausforderungen der Schulsozialarbeit

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

„Es ging dann halt soweit, dass dann irgendwann ich durch irgendeinen Gang gelaufen bin irgendwelche wildfremden Schüler mit denen ich nie was zu tun hatte, halt so beim vorbeigehen mich Schwuchtel genannt haben oder mir irgendwie eine Ohrfeige gegeben haben. Und ich hab’s dann halt extrem abgestritten, weil ich dann gemerkt habe, das ist uncool. …. Es war dann für mich irgendwann so schlimm, weil ich gemerkt habe, die Gesellschaft wird mich eh nicht akzeptieren. … Sobald ich aus der Haustür rausgehe, werde ich geschlagen, von irgendwelchen Wildfremden. Ja jedenfalls habe ich dann äh festgestellt, egal was ich mache, ich kann nichts dagegen tun und die einzige Lösung, die ich sehe, ist es halt zu beenden. Und ich hab dann ähm wir haben halt zwei Badezimmer gehabt und im kleinen Badezimmer waren die Medikamente. …. Ich habe dann nach irgendwas gesucht, wat vielleicht et beenden könnte, und ich hab halt Schlaftabletten gefunden. Und ich wusste zu dem Zeitpunkt, wenn man zu viele Schlaftabletten nimmt, dass man vielleicht einfach nicht mehr aufwacht. Ich habe dann die ganze Packung geschluckt. … Also ich hatte Angst davor, aber ich hatte noch mehr Angst zur Schule zu gehen. … Keiner hat was geahnt, ich hab’s auch niemandem gesagt, ich hab halt alles mit mir selber ausgemacht.“ (Behmer & Anonym, 2020, 43:24-51:28)

Diese Worte stammen von Justin Behmer aus dem queeren Podcast „Auf Toast“ und beziehen sich auf seine Lebensrealität, als er in der 7. Klasse war. Justin überlebt, da sich die Schlaftabletten im Nachhinein als Baldriantabletten herausstellen.

„Ey du Schwuchtel!“ „Bist du etwa ´ne Kampflesbe?“ „Verpiss dich, du Transe!“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema, erläutert die Motivation der Autorin und legt die forschungsleitenden Fragestellungen sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.

2. Jugend und Adoleszenz: Dieses Kapitel betrachtet die allgemeinen Entwicklungsaufgaben im Jugendalter mittels entwicklungspsychologischer Modelle und spannt den Bogen zur Lebensrealität heutiger Jugendlicher.

3. Risikofaktoren von queeren Jugendlichen: Hier werden die spezifischen Risiken und Belastungen wie Diskriminierung, Gewalt, Mobbing und psychische Folgen für queere Jugendliche detailliert analysiert.

4 Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Schule: Das Kapitel untersucht die Verankerung queerer Themen in Lehrplänen und beleuchtet die Einstellungen sowie die fachliche Kompetenz von Lehrenden in diesem Bereich.

5. Schulsozialarbeit und LGBTQIA+: Dieser Teil analysiert das Berufsverständnis, die Chancen und Herausforderungen der Schulsozialarbeit im Kontext von LGBTQIA+ und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf.

6. Schlussfolgerungen und Erkenntnisse: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und beantwortet systematisch die zu Beginn aufgestellten Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Schulsozialarbeit, LGBTQIA+, queere Jugendliche, Heteronormativität, Diskriminierung, Coming-out, sexuelle Vielfalt, geschlechtliche Vielfalt, Schule, Homophobie, Adoleszenz, Schulklima, Inklusion, psychosoziale Gesundheit, Bildungsauftrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit setzt sich mit den Herausforderungen und Chancen auseinander, die die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt von Schüler*innen für die Schulsozialarbeit mit sich bringt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die Lebensrealität queerer Jugendlicher, ihre spezifischen Risikofaktoren in Schule und Alltag, sowie die Rolle der Institution Schule und der Schulsozialarbeit als Unterstützungssystem.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es darzulegen, warum ein toleranter Umgang mit Vielfalt sowie umfassende Aufklärung bereits ab dem Jugendalter gesellschaftspolitisch und entwicklungspsychologisch sinnvoll und notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Studienanalyse, die entwicklungspsychologische Theorien und empirische Forschungsdaten zu Diskriminierungserfahrungen und Einstellungen an Schulen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Entwicklungspsychologie der Adoleszenz, Risikofaktoren für queere Jugendliche, die Darstellung queerer Themen in Lehrplänen und durch Lehrkräfte sowie konkrete Ansatzpunkte und Kompetenzen für die Schulsozialarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Diskriminierung, Heteronormativität, queere Identitäten, Adoleszenz, Schulsozialarbeit und Aufklärungsarbeit.

Warum ist die Arbeit speziell für Lehrende und Schulsozialarbeiter*innen relevant?

Sie liefert fundierte Einsichten in die Diskriminierungserfahrungen queerer Schüler*innen und zeigt auf, welche Fachkompetenzen für einen diskriminierungsfreien und unterstützenden Schulalltag unerlässlich sind.

Welche Rolle spielt die Schulsozialarbeit laut der Autorin?

Schulsozialarbeit ist als professioneller, wertefreier Akteur gefordert, der einerseits Einzelfallhilfe leistet und andererseits strukturelle Schulentwicklungsprozesse für mehr Akzeptanz vorantreibt.

Ende der Leseprobe aus 74 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Queere Schule. Herausforderungen und Chancen von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt für die Schulsozialarbeit
Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Note
1,7
Autor
Johanna Rempfer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
74
Katalognummer
V1302479
ISBN (eBook)
9783346770202
ISBN (Buch)
9783346770219
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Queer LGBTQIA+ LGBT LGBTQ Schulsozialarbeit Geschlechtliche Vielfalt Trans Gender Diversity Sexualität Geschlecht Identität Outing
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Rempfer (Autor:in), 2022, Queere Schule. Herausforderungen und Chancen von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt für die Schulsozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302479
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  74  Seiten
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