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Was leistet die Literatur unter dem Blickpunkt der Kulturtheorie?

Titel: Was leistet die Literatur unter dem Blickpunkt der Kulturtheorie?

Essay , 2008 , 6 Seiten , Note: 1.7

Autor:in: Daniel Loch (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Interpretieren und Analysieren mittelalterlicher Literatur stellt den modernen Rezipienten nicht selten vor große Herausforderungen. Die Literatur des Mittelalters ist behaftet mit einer „Andersartigkeit“, die befremdlich auf den Leser wirkt und Kohärenzen nur scheinbar bruch-stückhaft freigibt. Ein Grund hierfür sind nicht allzu oft die divergierenden kulturellen Kon-texte, indem die mittelalterlichen Texte verfasst wurden und die sich vor einem postmodernes Leseverständnis verschließen.
Als mögliche Abhilfe können literarische Texte mittels der Kulturtheorie gedeutet werden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass jeder Text in einem kulturellen Zusammenhang einge-bettet ist und das Begreifen der textinhärenten Kultur zu einem Verstehen des Werkes führt.
Demnach sollen folglich einige Kulturtheorien vorgestellt und deren Nutzen für die Litera-turwissenschaft bewertet werden. Zunächst ist aber eine engere Betrachtung des Begriffs „Kultur“ notwendig, um eine Annäherung an die multiperspektivische Kulturtheorie zu be-werkstelligen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kulturbegriff und Kulturtheorie

3. Anthropologische Kulturtheorie

4. Strukturalistische Kulturtheorie

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial kulturtheoretischer Ansätze zur Analyse und Interpretation mittelalterlicher Literatur, um dem modernen Rezipienten den Zugang zu kulturell fremden Texten zu erleichtern und neue Verstehenshorizonte außerhalb hermeneutischer Traditionen zu erschließen.

  • Grundlagen des Kulturbegriffs und dessen Vielschichtigkeit.
  • Darstellung der Anthropologischen Kulturtheorie nach Hans Blumenberg.
  • Einführung in die Strukturalistische Kulturtheorie durch Lévi-Strauss und Saussure.
  • Anwendung kulturtheoretischer Analysemethoden auf literarische Texte.
  • Bedeutung der Kulturepoche für das Verständnis von Kohärenzen in Texten.

Auszug aus dem Buch

Die Anthropologische Kulturtheorie

Die Anthropologische Kulturtheorie ist im Kern philosophisch-historisch ausgerichtet und befasst sich mit der Frage: Was ist der Mensch? Hans Blumenberg erkennt in dem Menschen ein Sonderwesen, der sich auf die Alternative eines reichen oder armen Wesens reduzieren lässt. „Daß der Mensch biologisch nicht mehr auf eine bestimmte Umwelt fixiert ist, kann als fundamentaler Mangel einer ordentlichen Ausstattung unserer Selbsterhaltung oder als Offenheit für die Fülle einer nicht mehr vital akzentuierten Welt verstanden werden.“ Denn nach der Philosophie Blumenbergs besitzt der Mensch gar keine Daseinsberechtigung, sondern schafft sich eine eigene Welt und blendet damit seine Nichtigkeit aus. Diesen Zustand der Wirklichkeit, der den Menschen dezentralisiert nennt der Philosoph 'Absolutismus der Wirklichkeit'. Um seine Thesen zu untermauern und den Menschen als „das von der Natur im Stich gelassene Mängelwesen“ zu denunzieren, nennt Blumenberg drei große Ent-Täuschungen der Menschheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Schwierigkeit des modernen Lesers bei der Interpretation mittelalterlicher Texte und führt die Kulturtheorie als methodisches Hilfsmittel ein.

2. Kulturbegriff und Kulturtheorie: Dieses Kapitel erläutert die Vielschichtigkeit des Kulturbegriffs und dessen Abgrenzung durch Oppositionsverhältnisse wie Natur versus Kultur.

3. Anthropologische Kulturtheorie: Hier wird der Mensch als Mängelwesen betrachtet und anhand philosophischer Ent-Täuschungen sowie des Leib-Seele-Dualismus analysiert.

4. Strukturalistische Kulturtheorie: Dieses Kapitel beschreibt Sprache als Zeichensystem und überträgt strukturalistische Prinzipien auf kulturelle Gegenstände und soziale Ordnungen.

5. Fazit: Das Fazit resümiert den Mehrwert kulturtheoretischer Methoden für die Literaturwissenschaft und betont die Notwendigkeit, Texte aus ihrem epochenspezifischen Kulturkontext zu verstehen.

Schlüsselwörter

Kulturtheorie, Literaturwissenschaft, Anthropologie, Strukturalismus, Mittelalterliche Literatur, Hermeneutik, Zeichensystem, Menschenbild, Hans Blumenberg, Claude Lévi-Strauss, Natur-Kultur-Dichotomie, Diskurs, Zeichenanalyse, Kulturgeschichte, Mentalitätsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie kulturtheoretische Ansätze genutzt werden können, um mittelalterliche Literatur für moderne Leser verständlich und interpretierbar zu machen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Kulturbegriff, die anthropologische Perspektive auf den Menschen sowie die strukturalistische Analyse von Zeichen und kulturellen Ordnungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Literaturwissenschaft durch Kulturtheorien einen erweiterten Verstehenshorizont gewinnt, der über klassische hermeneutische Verfahren hinausgeht.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die hermeneutische Ansätze mit struktural-narratologischen und kulturhistorischen Theorien verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Anthropologischen Kulturtheorie und der Strukturalistischen Kulturtheorie inklusive deren Anwendungsmöglichkeiten auf literarische Werke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kulturtheorie, Strukturalismus, Anthropologie, Zeichenanalyse und literarische Hermeneutik charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die anthropologische von der strukturalistischen Sichtweise?

Die anthropologische Sicht fokussiert auf das Wesen des Menschen und dessen Umgang mit seiner Wirklichkeit, während die strukturalistische Sicht auf die Zeichensysteme und deren soziale sowie textuelle Ordnungen blickt.

Warum wird das Inzestverbot als Beispiel genannt?

Das Inzestverbot dient als Beispiel für eine strukturalistische Regel, die als Übergang von Natur zu Kultur und als soziale Überlebensstrategie gedeutet werden kann.

Welchen Vorteil bietet die Kulturtheorie für mittelalterliche Texte?

Sie ermöglicht es, befremdliche mittelalterliche Texte durch das Zusatzwissen über die jeweilige Kulturepoche kohärent zu interpretieren.

Was besagt die „Morphologie des Märchens“ in diesem Kontext?

Wladimir Propp zeigt damit exemplarisch, wie mittels einer strukturalen Analyse eine unveränderliche Tiefenstruktur in einer großen Anzahl von Erzählungen nachgewiesen werden kann.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Was leistet die Literatur unter dem Blickpunkt der Kulturtheorie?
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1.7
Autor
Daniel Loch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
6
Katalognummer
V130362
ISBN (eBook)
9783640406586
ISBN (Buch)
9783640406838
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literatur Blickpunkt Kulturtheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Loch (Autor:in), 2008, Was leistet die Literatur unter dem Blickpunkt der Kulturtheorie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130362
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  6  Seiten
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