Die Lerngruppe besteht aus 20 Schülern1, die in zwei Unternehmen, der Thyssen AG und der Grillo-Werke AG ausgebildet werden. Von den 20 Schülern haben 14 die Allgemeine Hochschulreife und fünf den schulischen Teil der Fachhochschulreife erworben. Eine Schülerin besitzt die Fachoberschulreife. Zwei Schüler besuchen die
Fachhochschule für Ökonomie & Management (FOM) in Essen. Die Lerngruppe, die seit dem 20. November wieder im zweiten Berufsschulblock unterrichtet wird, ist mir durch Hospitation und eigenen Ausbildungsunterricht bekannt, der mit der Unterrichtsreihe zur Personalbeschaffung begonnen hat. Bemerkenswert ist, dass insbesondere die Schüler der Thyssen AG an innerbetrieblichen Schulungen teilnehmen. Durch diese innerbetrieblichen Maßnahmen und eines von mir bereits durchgeführten Rollenspiels zum Thema „Bewerbungsgespräche“ innerhalb der Personalbeschaffung ist der gesamten Lerngruppe die Methode des Rollenspiels und die Bedeutung von Kommunikationsregeln bereits bekannt. Die Beteiligung am Unterricht liegt nach den ersten Wochen des Blockunterrichts bei etwa 60%. Das Leistungsvermögen zeigt sich insofern heterogen, als bei etwa einem Drittel der Klasse von einem geringeren Leistungspotential als in den mir sonst bekannten Blockklassen dieses Bildungsganges gesprochen werden kann. Bei diesen Schülern finden sich methodische Defizite bei der Erkennung von Zusammenhängen und der selbständigen Strukturierung von Inhalten. Gewöhnlich sitzen die Schüler in U-Form frontal zum Lehrertisch und zur Tafel, jedoch werden die Tische und Stühle in der ersten Stunde zum Zwecke der Lehrprobe rollenspielgerecht im Klassenraum verteilt.
Inhaltsverzeichnis
1. Besonderheiten der Lerngruppensituation
2. Didaktische Schwerpunkte
2.1 Vorgabe der Richtlinien und Bildungsgangkonferenzen
2.2 Einbettung der Unterrichtsstunde in den unterrichtlichen Kontext
2.3 Aussagen zur didaktischen Transformation
2.4 Ziele der Unterrichtsstunde
3. Verlaufsplanung
4. Literatur
5. Anlagen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtsstunde ist es, den Schülern durch die Methode des Rollenspiels ein praxisnahes Verständnis für die Verhandlungsführung und die Intentionen von Tarifvertragsparteien zu vermitteln sowie ein Bewusstsein für die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen von Tarifabschlüssen zu schaffen.
- Anwendung der Methode Rollenspiel zur Förderung der Sozial- und Methodenkompetenz.
- Analyse von Verhandlungsstrategien in Tarifkonflikten.
- Perspektivwechsel durch die Identifikation mit verschiedenen Akteursrollen.
- Untersuchung gesamtwirtschaftlicher Auswirkungen von Tarifverhandlungen.
- Reflexion über Gesprächsführung und Argumentationsweisen.
Auszug aus dem Buch
2.3 Aussagen zur didaktischen Transformation
Den Schülern ist die Aktualität des Themas Tarifverhandlungen durch die z.Zt. in den Medien dazu erscheinenden Berichterstattungen und Meinungsäußerungen von Politikern, Vorgesetzten, Mitarbeitern und möglicherweise auch dem privaten Umfeld bewusst. Nicht zu letzt aufgrund der Zugehörigkeit der Schüler zu Unternehmen der metallverarbeitenden Branche dient als „Aufhänger“ ein abgeändertes und abgeschwächtes Beispiel aus der derzeitigen Tarifrunde im Metallgewerbe.
Die Gruppenbildung erfolgt im Zufallsprinzip durch das Abzählen von „1“ bis „4“. Dies soll zur Binnendifferenzierung innerhalb der Klasse dienen und ein sogenanntes „Helfersystem“ innerhalb der Lerngruppe ermöglichen. Die Wahl des Rollenspielers in der Gruppe erfolgt autonom.
Im Rahmen der didaktischen Transformation wird ab dem Zeitpunkt des eigentlichen Rollenspiels ein didaktisches Fenster geöffnet.
Die Anwendung der Methode Rollenspiel ist in Situationen sinnvoll, wo ein einfühlendes Lernen angestrebt wird und wo die Thematik die Präsenz in den Vorstellungen erfordert. Das Rollenspiel erweitert die Möglichkeiten zur Vergegenwärtigung und fördert zudem die Ausdrucksfähigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Besonderheiten der Lerngruppensituation: Beschreibung der heterogenen Lerngruppe, ihres Leistungsvermögens und ihrer Vorkenntnisse bezüglich der Methode Rollenspiel.
2. Didaktische Schwerpunkte: Erläuterung der curricularen Einordnung, der Einbettung in den unterrichtlichen Kontext sowie der methodisch-didaktischen Begründung und der Lernziele.
3. Verlaufsplanung: Übersicht über den zeitlichen Ablauf der Unterrichtsstunde mit den Phasen Einstieg, Hinführung, Erarbeitung, Durchführung, Auswertung, Reflexion, Transfer und Hausaufgabe.
4. Literatur: Auflistung der für den Unterrichtsentwurf verwendeten Fachliteratur und Online-Quellen.
5. Anlagen: Zusammenstellung der ergänzenden Materialien wie Presseartikel, Rollenkarten, Beobachtungsbögen und Schaubilder.
Schlüsselwörter
Tarifverhandlungen, Rollenspiel, Industriekaufmann, Geschäftsprozesse, Personalwirtschaft, Tarifvertragsparteien, Verhandlungsführung, Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen, Didaktische Transformation, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz, Fachkompetenz, Arbeitszeit, Tarifrunde, Mitbestimmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Es handelt sich um einen detaillierten Unterrichtsentwurf für das Fach Geschäftsprozesse, der sich mit der Simulation von Tarifverhandlungen mittels Rollenspielen befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Tarifverhandlung, die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie die Analyse ökonomischer Konsequenzen von Tarifabschlüssen.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Schüler sollen durch Perspektivwechsel und aktives Rollenspiel lernen, komplexe Verhandlungssituationen zu analysieren, Strategien zu entwickeln und ökonomische Auswirkungen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die primäre methodische Vorgehensweise ist das Rollenspiel als handlungsorientierte Lehr- und Lernmethode zur Förderung der fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Begründung, die Lernzieldefinitionen und die strukturierte Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Tarifverhandlungen, Rollenspiel, Kompetenzförderung, Personalwirtschaft und gesamtwirtschaftliche Folgen definieren.
Welche Rolle spielt das "Helfersystem" innerhalb der Gruppenarbeit?
Das Helfersystem dient der Binnendifferenzierung, um innerhalb der Lerngruppe die gegenseitige Unterstützung der Schüler bei der Erarbeitung der Verhandlungsstrategien zu fördern.
Warum wird im Anschluss an das Rollenspiel eine Reflexionsphase durchgeführt?
Diese Phase ist essenziell, um das Verhalten der Rollenspieler und Beobachter kritisch zu hinterfragen und einen nachhaltigen Lernerfolg durch den Perspektivwechsel zu sichern.
Wie werden die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen im Unterricht vermittelt?
Dies erfolgt in der Transferphase, in der die Schüler das erzielte Verhandlungsergebnis anhand exemplarischer ökonomischer Kennzahlen bewerten.
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- Frank Eckert (Author), 2003, Verhandlungsführung und Intentionen in Tarifgesprächen. Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen von Tarifabschlüssen gezeigt am Rollenspiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130619