Daher setzt sich diese Hausarbeit mit der Frage auseinander, welche präventiven Primärmaßnahmen die Schulen für Schüler*innen ab der sechsten Klasse gegen Essstörungen einsetzen können. Aufgrund des eingeschränkten Umfangs wird
hierbei ausschließlich auf die Essstörungen Anorexia und Bulimia Nervosa sowie die Binge-Eating-Disorder Bezug genommen.
Der Beginn dieser Arbeit beinhaltet eine Übersicht der eben genannten Arten von Essstörungen in Bezug auf ihre Definition, Symptome, die Häufigkeit einer Erkrankung, sowie mögliche Folgen und Entstehungen weiterer psychischen
Krankheiten im späteren Lebensverlauf. Daraufhin werden der mögliche Aufbau der Präventionsmaßnahmen, sowie deren
zugrunde liegenden Ziele geschildert. Im Anschluss daran folgt eine Übersicht der an Schulen angebotenen
Präventionsprogramme, wobei zunächst die von Dr. Uwe Berger entwickelten Programme "PriMa" und "Torera" erläutert werden und anschließend auf zwei weitere Programme Bezug genommen wird.
Abschließend werden die Ergebnisse dieser Arbeit kritisch zusammengefasst und ein Ausblick gegeben, was in Zukunft noch verbessert werden kann, damit Schulen möglichst effektiv zur Prävention von Essstörungen beitragen können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Übersicht der Essstörungen
2.1 Anorexia Nervosa
2.2 Bulimia Nervosa
2.3 Binge-Eating-Disorder
3 Präventionsmaßnahmen
3.1 Aufbau
3.2 Ziele
3.3 Wirksamkeit
4 Schulprogramme
4.1 Dr. Uwe Berger
4.1.1 PriMa
4.1.2 Torera
4.2 MaiStep
4.3 POPS-Programm
5 Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht primäre Präventionsmaßnahmen an Schulen, die darauf abzielen, die Entstehung von Essstörungen bei Jugendlichen ab der sechsten Klasse zu verhindern oder zu verzögern. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse verschiedener Programme hinsichtlich ihres Aufbaus, ihrer Ziele und bisher nachgewiesener Wirksamkeit, um Empfehlungen für eine effektive schulische Gesundheitsförderung abzuleiten.
- Grundlagen und Symptomatik von Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa und Binge-Eating-Disorder.
- Kriterien für den strukturellen Aufbau und die zielorientierte Gestaltung von Präventionsprogrammen.
- Analyse der Programme "PriMa" und "Torera" von Dr. Uwe Berger.
- Evaluation des "MaiStep"-Schultrainings sowie des "POPS-Programms".
- Kritische Reflexion über die Wirksamkeit pädagogischer Ansätze in der Prävention von Essstörungen.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 PriMa
2004 wurde das Programm „Primärprävention Magersucht bei Mädchen ab der sechsten. Klasse“ in Kooperation mit dem Thüringer Kultusministerium entwickelt und kann seitdem an Schulen aller Bundesländer eingesetzt werden.
Das Hauptziel von „PriMa“ ist, eine wissenschaftlich fundierte Intervention zur Verringerung von Risikofaktoren in Bezug auf die Magersucht zu entwickeln (Berger, Bormann et al., 2008, S.160).
Das Programm setzt sich aus neun Lektionen zusammen, wovon jeweils drei zum einen den medizinischen Normalbereich, zum anderen den subklinischen, sowie den klinischen Bereich des Verlaufs einer Essstörung behandeln. Zu Beginn wird über Schönheitsideale, Rebellion gegenüber den Eltern oder anderen Autoritäten und Macht geredet. Im subklinischen Bereich werden darauf Themen wie Kontrollverlust in Bezug auf Lebensmittel, Körperbildstörungen und Suizidgedanken eingegangen. Abschließend werden im klinischen Bereich der Umgang mit gestörtem Essverhalten, Gewichtsphobien und auch Depressionen als Themen aufgearbeitet (Hilbert, 2009, S. 235).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung benennt die Schule als zentralen Lebensraum von Jugendlichen und verdeutlicht die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen aufgrund der hohen Prävalenz von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen.
2 Übersicht der Essstörungen: Dieses Kapitel stellt die Merkmale, Symptome und Folgen von Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa und Binge-Eating-Disorder dar.
3 Präventionsmaßnahmen: Hier werden die theoretischen Grundprinzipien, Ziele und der allgemeine Aufbau erfolgreicher Interventionsprogramme für den Schulkontext erläutert.
4 Schulprogramme: Dieser Abschnitt bietet einen detaillierten Überblick über spezifische Präventionsprojekte wie "PriMa", "Torera", "MaiStep" und das "POPS-Programm".
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die Studienlage und weist auf zukünftige Verbesserungspotenziale für die schulische Präventionsarbeit hin.
Schlüsselwörter
Essstörungen, Primärprävention, Schule, Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa, Binge-Eating-Disorder, PriMa, Torera, MaiStep, POPS-Programm, Gesundheitsförderung, Jugendalter, Psychoedukation, Interventionsprogramme, Körperbild.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Hausarbeit?
Die Arbeit analysiert, welche primären Präventionsmaßnahmen Schulen effektiv gegen die Entstehung von Essstörungen bei Jugendlichen ab der sechsten Klasse einsetzen können.
Welche Essstörungen werden in der Arbeit betrachtet?
Die Autorin fokussiert sich auf Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa sowie das Binge-Eating-Disorder.
Welches übergeordnete Ziel verfolgen die Präventionsprogramme?
Die Ziele sind vielfältig: Information und Aufklärung, Förderung eines gesunden Umgangs mit Essen, Stärkung des Selbstbewusstseins und des Körpergefühls sowie die Prävention von Folgestörungen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt den Programmen zugrunde?
Viele der vorgestellten Programme, wie etwa „PriMa“, basieren auf wissenschaftlich fundierten Interventionen, die durch Lektionen, Poster-Diskussionen und aktives Üben einen erlebnisorientierten Lernansatz verfolgen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Übersicht der Störungsbilder, eine Darstellung der Anforderungen an Präventionsmaßnahmen sowie eine detaillierte Vorstellung und kritische Einordnung konkreter Schulprogramme.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Primärprävention, Essstörungen, schulische Gesundheitsförderung, Interventionsprogramme und Körperbewusstsein.
Warum wird das "PriMa"-Programm als besonders intensiv betrachtet?
„PriMa“ umfasst neun Lektionen, die in verschiedene klinische und subklinische Bereiche unterteilt sind und spezielle Diskussionsmaterialien (Poster von Barbie-Puppen) nutzen, um eine hohe Identifikation der Zielgruppe zu erreichen.
Welchen kritischen Blick richtet die Autorin auf die Programme?
Die Autorin bemängelt, dass manche Programme keine aktuellen Evaluierungsstudien aufweisen und die Wirksamkeit hinsichtlich nachhaltiger Verhaltensänderungen kritisch hinterfragt werden muss.
- Arbeit zitieren
- Rabea Tremmel (Autor:in), 2022, Primärpräventionen gegen Essstörungen an Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1307481