In der deutschen Überflussgesellschaft steigt die tägliche Nachfrage nach Kleidung oder Lebensmitteln. Doch dabei weiß man nicht unter welchen Bedingungen diese Produkte hergestellt wurden. Wer ist überhaupt für die Produktion zuständig? Und wie alt sind die Beschäftigten? Auch heute ist extreme Kinderarbeit ein vielschichtiges Problem, denn viele Kinder in Indien müssen unter Bedingungen Arbeit leisten, die eine gesunde Entwicklung verhindern. Dementsprechend liegt der Schwerpunkt dieser wissenschaftlichen Arbeit in der ausbeuterischen Kinderarbeit in Indien.
Zunächst wird der Begriff der Kinderarbeit definiert, woraufhin auf die Definition der ILO und die schlimmsten Formen der Kinderarbeit eingegangen wird. Anschließend werden internationale Regelungen wie die UN-Kinderrechtskonvention und die Problematik des Verbotes betrachtet. In Kapitel 4 werden gesetzliche Regelungen aus der Verfassung Indiens bezüglich Kinderschutzgesetzen näher erläutert, wobei Kapitel 5 auf die wirtschaftlichen Arbeitsbereiche, wie die indische Textilindustrie oder die Natursteinindustrie, aufmerksam macht. Im Anschluss werden die Hauptursachen genannt, die vor allem auf materielle Armut und die mangelnde Schulbildung zurückzuführen sind. Abschließend werden dann in Kapitel 7 Lösungsansätze zur Bekämpfung von Kinderarbeit in Indien dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Definition der Kinderarbeit
2.1. ILO - Definition der Kinderarbeit
2.1.2. Die schlimmsten Formen der Kinderarbeit
3. Internationale Regelungen der Kinderarbeit
3.1. Die UN-Kinderrechtskonvention
3.1.2. Die Problematik des Verbotes und die Auswirkungen
4. Die Rechtslage in Indien zu Kinderschutzgesetzen
5. Kinderarbeit in diversen Wirtschaftszweigen
5.1. Textil- und Bekleidungsindustrie
5.2. Teppichindustrie
5.3. Private Haushalte
5.4. Natursteinindustrie
5.5. Sklaverei und Kinderprostitution
6. Die zentralen Ursachen und Gründe
6.1. Materielle Armut
6.2. Mangelnde Schulbildung und Bildungsangebote
6.3. Kauf- und Konsumverhalten der Industrieländer
6.4. Profit der Arbeitgeber
7. Lösungsansätze zur Bekämpfung der Kinderarbeit in Indien
7.1. Schulbildung ermöglichen
7.2. Fairtrade - Siegel
7.3. Bewusstes Verbraucherverhalten
7.4. Unternehmenspflichten
7.5. Kinderrechtsorganisation - UNICEF
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Verbreitung, den tieferliegenden Ursachen und den möglichen Bekämpfungsstrategien von ausbeuterischer Kinderarbeit in Indien auseinander, um die Lebensumstände betroffener Kinder zu verstehen.
- Erfassung der Definition und Erscheinungsformen der Kinderarbeit nach internationalen Standards.
- Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und Kinderschutzgesetze in Indien.
- Untersuchung ökonomischer Sektoren, in denen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten.
- Identifikation soziökonomischer Ursachen wie Armut und Bildungsdefizite.
- Bewertung potenzieller Lösungsansätze durch Handel, staatliche Maßnahmen und zivilgesellschaftliche Organisationen.
Auszug aus dem Buch
5.4. Natursteinindustrie
150.000 Kinder arbeiten in den indischen Steinbrüchen, wo sie alle zusammen bei Temperaturen von über 50 Grad Celsius „etwa 45 Kilo schwere Presslufthammer festhalten und Löcher ins Gestein bohren“ 17 und das ohne jeglichen Mund- und Ohrenschutz. Über 90% der in Deutschland verlegten Pflastersteine stammen aus Indien. So wurde z. B. der Bremer Flughafen oder der Heumarkt in Köln mit indischem Naturstein verlegt. Die Lebenserwartung von den Kindern, die bereits von Geburt aus von den Eltern auf die indischen Steinbrüche mitgenommen werden, liegt bei 30 Jahren. Damit die Mütter ungestört arbeiten können, verabreicht man den Babys das Schmerzmittel „Opium“, sodass das Schreien und Weinen die Mütter nicht von der Arbeit ablenken. Bereits im Alter von vier bis fünf Jahren lernen die Kleinen mit einem Hammer das Zerkleinern von Steinen und nehmen das als eine Art von Spiel wahr. Besonders ist der Steinstaub gefährlich, der zur Lungenerkrankung führt, weshalb die beschäftigten Kinder oft an einer „Steinstaublunge“, auch Silikose genannt, leiden. Viele Kinder werden taub, da sie hohem Lärm ausgesetzt sind und mit Schlagbohrmaschinen arbeiten. Der Kinderarbeitsexperte Benjamin Pütter berichtet, dass er häufig mit Kindern auf indischen Steinbrüchen begegnet ist, die durch die schweren Verletzungen wegen mangelnder Schutzkleidung ein bis zwei Finger verloren haben und somit körperlich eingeschränkt waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz der Thematik vor dem Hintergrund der globalen Nachfrage nach Billigprodukten und definiert den inhaltlichen Fokus auf die ausbeuterische Kinderarbeit in Indien.
2. Die Definition der Kinderarbeit: Hier wird der Begriff der Kinderarbeit gemäß internationaler Richtlinien präzisiert und die Grenze zwischen leichter Tätigkeit und ausbeuterischer Beschäftigung gezogen.
3. Internationale Regelungen der Kinderarbeit: Dieses Kapitel behandelt die UN-Kinderrechtskonvention und die Herausforderungen, die ein rechtliches Verbot in einem von Armut geprägten Umfeld mit sich bringt.
4. Die Rechtslage in Indien zu Kinderschutzgesetzen: Hier liegt der Fokus auf der indischen Verfassung und den bestehenden gesetzlichen Lücken, die trotz Verboten Kinderarbeit weiterhin begünstigen.
5. Kinderarbeit in diversen Wirtschaftszweigen: Die Sektoren Textil, Teppich, Haushalt, Naturstein und Prostitution werden auf ihre spezifischen Arbeitsbedingungen und Gefahren für Kinder hin analysiert.
6. Die zentralen Ursachen und Gründe: Dieses Kapitel identifiziert Armut, Bildungsdefizite, mangelhafte staatliche Kontrolle und konsumorientierte Strukturen in Industrieländern als Hauptfaktoren der Kinderarbeit.
7. Lösungsansätze zur Bekämpfung der Kinderarbeit in Indien: Hier werden Strategien wie Bildungsoffensiven, Fairtrade-Siegel und die soziale Verantwortung von Unternehmen diskutiert.
8. Fazit: Das Fazit stellt die Notwendigkeit einer systemischen Bekämpfung der Ursachen dar und unterstreicht die Rolle von Bildung und ethischem Konsum bei der Verbesserung der Lebensperspektiven indischer Kinder.
Schlüsselwörter
Kinderarbeit, Indien, Ausbeutung, Kinderrechte, UN-Kinderrechtskonvention, Armut, Rohstoffe, Teppichindustrie, Textilbranche, Bildung, Fairtrade, UNICEF, Menschenrechte, Konsumverhalten, Arbeitsbedingungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die kritische Problematik der ausbeuterischen Kinderarbeit in Indien, ihre Ursachen sowie mögliche Lösungs- und Bekämpfungsstrategien.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten gehören rechtliche Rahmenbedingungen, die Lage in verschiedenen Wirtschaftssektoren wie der Textil- und Natursteinindustrie sowie soziökonomische Faktoren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Ursachen der Kinderarbeit in Indien zu schaffen und aufzuzeigen, wie durch diverse Lösungsansätze eine lebenswerte Zukunft für betroffene Kinder gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine systematische Literatur- und Quellenanalyse, die auf Berichten von Kinderarbeitsexperten, internationalen Konventionen und aktuellen Studien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Kinderarbeit, die Analyse der Situation in spezifischen Industriesektoren sowie die detaillierte Untersuchung der Ursachen und Lösungsansätze.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kinderrechte, ausbeuterische Bedingungen, sozioökonomische Faktoren, Bildungszugang und ethischer Konsum charakterisieren.
Warum ist die Natursteinindustrie besonders relevant?
Die indische Natursteinindustrie stellt ein drastisches Fallbeispiel dar, da hier Kinder unter extrem gefährlichen Bedingungen, ohne Schutzvorkehrungen und mit eingeschränkter Lebenserwartung arbeiten müssen.
Welche Rolle spielt die Bildung bei der Bekämpfung?
Schulbildung wird als eines der wichtigsten Mittel identifiziert, um den Kreislauf aus Armut und Zwangsarbeit zu durchbrechen, sofern der Zugang und die Qualität des Unterrichts sichergestellt sind.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Ausbeuterische Kinderarbeit in Indien. Probleme, Ursachen und Lösungsansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1309130