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Tiersymbolik in der "Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek

Title: Tiersymbolik in der "Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek

Term Paper , 2022 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Evelyn Abigail Isaak (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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Summary Excerpt Details

In der "Klavierspielerin" wird die Tiersymbolik in verschiedenen Textstellen auffällig. Auf Basis der Natur- und Kultur-Definitionen nach Sigmund Freud wird in der Arbeit analysiert, inwiefern die Symbolik der Tiere zur Illustration des inneren Konfliktes der Protagonistin beiträgt. Zudem wird überlegt, welche Bedeutung die Tiere haben könnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundzüge der Psychoanalyse, Kultur und Natur nach Freud

2. 1. Grundlagen der Animal Studies

3. Tiermetaphorik zur Darstellung Erikas Natur-Kultur-Konfliktes

3. 1. Die Kultur als Bedrohung

3. 2. Erikas Natürlichkeit und ihre Triebe

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Konflikt zwischen Natur und Kultur in Elfriede Jelineks Roman „Die Klavierspielerin“. Ziel ist es, mithilfe einer psychoanalytischen Interpretation sowie Ansätzen aus den Human-Animal-Studies aufzuzeigen, wie die Tiermetaphorik dazu dient, die Identität und das psychische Leiden der Protagonistin Erika Kohut zu illustrieren.

  • Psychoanalytische Analyse der Triebstruktur nach Sigmund Freud.
  • Einsatz der Human-Animal-Studies zur Dekonstruktion des Mensch-Tier-Dualismus.
  • Untersuchung der Mutter-Tochter-Beziehung als zentraler Entwicklungsfaktor.
  • Analyse der Tiermetaphorik als Ausdruck des Unbehagens in der Kultur.

Auszug aus dem Buch

3. 1. Die Kultur als Bedrohung

Erika hat nur wenige Schnittpunkte mit den kulturellen Angeboten der Gesellschaft: „Manchmal geht Erika abends in ein Konzert, doch sie tut es immer seltener“ (S. 9). Für sie sind die Menschenmassen fremd und unheimlich; sie umschreibt sie als „[m]iese Menschenmassen” (S. 24), die sie „umdrängen“ (S. 24). Der Kulturkontakt Erikas beschränkt sich weitestgehend auf die Beziehung zu ihrer Mutter. Letztere zwängt ihre Tochter in ein „hausgemachtes Gerüst von Sicherheiten und Gewöhnungen“ (S. 10), gibt ihr also nicht die Möglichkeit, sich frei in der kulturellen Sphäre zu bewegen. Infolge des mangelhaften Kontaktes zu ihrer Mitwelt ist es Erika unmöglich, ein psychisches Gleichgewicht herzustellen: Die Mutter ist das personifizierte, strafende Über-Ich, die „ihr übergeordnete Instanz“ (S. 11), die „[a]m Ausguck sitzt [...], kontrolliert, sucht, [...] straft“ (S. 85). Eine stabile Ich-Identität kann die Klavierlehrerin nicht ausbilden, da ihr „Sozialisationsprozeß [...] ausschließlich von der Mutter, partiell zudem von der Großmutter, die eigentlich nur eine Verdoppelung der Mutter-Instanz ist, determiniert“64 wird, wie auch Wünsch statuiert. Die beiden Frauen nehmen die Fernhaltung Erikas von anderen Kultureinflüssen sehr ernst, sie „werfen sich vor jeden Mann, damit er zu ihrem Kitz nicht eindringen kann. Dem Jungtier sollen nicht Liebe, nicht Lust etwas anhaben können.“ (S. 37). Erika wird als Jungtier animalisiert, als unschuldiges und natürliches Wesen, welches Schutz bedarf. Zurückzuführen ist dies auf die Grundannahme, dass Tiere ohne entsprechenden Schutz von der Gesellschaft,

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Natur-Kultur-Konflikts bei Erika Kohut ein und skizziert die methodische Verbindung von Psychoanalyse und Human-Animal-Studies.

2. Grundzüge der Psychoanalyse, Kultur und Natur nach Freud: Das Kapitel erläutert Freuds Triebtheorie und sein Verständnis von Kultur, um den psychischen Leidensdruck der Protagonistin theoretisch zu fundieren.

2. 1. Grundlagen der Animal Studies: Es werden die zentralen Ansätze der Human-Animal-Studies dargestellt, die das Tier nicht als bloßes Symbol, sondern als eigenständiges Wesen begreifen, um den Mensch-Tier-Dualismus kritisch zu beleuchten.

3. Tiermetaphorik zur Darstellung Erikas Natur-Kultur-Konfliktes: Hier erfolgt die Anwendung der theoretischen Ansätze auf den Roman, um Erikas zerrissene Innenwelt durch ihre Interaktion mit ihrer Umwelt zu analysieren.

3. 1. Die Kultur als Bedrohung: Dieser Abschnitt beleuchtet die mütterliche Unterdrückung und Erikas Angst vor der sozialen Sphäre, welche sich in einer belasteten Tiermetaphorik niederschlägt.

3. 2. Erikas Natürlichkeit und ihre Triebe: Das Kapitel behandelt das Scheitern von Erikas psychischer Entwicklung und die Versuche, ihre verdrängten Triebe durch Ersatzhandlungen zu kompensieren.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Befund, dass die Tiermetaphorik als Mittel dient, die Pathologisierung und den gescheiterten Sozialisationsprozess der Protagonistin nachdrücklich zu betonen.

Schlüsselwörter

Erika Kohut, Elfriede Jelinek, Klavierspielerin, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Tiermetaphorik, Human-Animal-Studies, Natur-Kultur-Konflikt, Mutter-Tochter-Beziehung, Triebtheorie, Identität, Sozialisation, Sublimierung, Mensch-Tier-Dualismus, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es inhaltlich in dieser Seminararbeit?

Die Arbeit untersucht den Roman „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek unter dem Fokus, wie Erika Kohut den Konflikt zwischen ihren natürlichen Trieben und dem gesellschaftlich-kulturellen Zwang erlebt.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Zentrale Themen sind die Psychoanalyse nach Freud, die Rolle der Mutter-Tochter-Beziehung, die Bedeutung der Tiermetaphorik und die gesellschaftlichen Strukturen, die zu Erikas Isolation beitragen.

Was ist die Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern die Identität Erikas durch den Konflikt zwischen menschlichen Trieben und dem kulturellen Rahmen geprägt ist und wie dabei die verwendete Tiersymbolik als Spiegel ihrer Innenwelt fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird primär die psychoanalytische Methodik nach Sigmund Freud genutzt, ergänzt durch theoretische Konzepte der Human-Animal-Studies.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Freuds Psychoanalyse und die Animal Studies sowie eine konkrete Analyse der Romanfiguren und der für Erika bedrohlichen kulturellen Umgebung anhand von Tiermetaphern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind das Unbehagen in der Kultur, der Mensch-Tier-Dualismus, Triebunterdrückung, Sozialisation sowie pathologische Körperkonzeptionen.

Warum wird Erika im Roman oft mit Tieren verglichen?

Der Vergleich dient als Schutzmechanismus und Ausdruck der Entfremdung; er soll Erikas gescheiterten Sozialisationsprozess unterstreichen und die Wahrnehmung eines instinktgetriebenen, aber in der Kultur isolierten Wesens betonen.

Welche Rolle nimmt die Mutter in der Analyse ein?

Die Mutter wird als Instanz des strafenden „Über-Ichs“ analysiert, die durch strikte Überwachung und künstliche Konstruktionen eine normale Autonomie-Entwicklung Erikas nachhaltig verhindert.

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Details

Title
Tiersymbolik in der "Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek
Grade
1,3
Author
Evelyn Abigail Isaak (Author)
Publication Year
2022
Pages
19
Catalog Number
V1309498
ISBN (PDF)
9783346783592
ISBN (Book)
9783346783608
Language
German
Tags
tiersymbolik klavierspielerin elfriede jelinek
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Evelyn Abigail Isaak (Author), 2022, Tiersymbolik in der "Klavierspielerin" von Elfriede Jelinek, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1309498
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