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Max Weber vs. Talcott Parsons

Ein Vergleich zweier soziologischer Theorien

Title: Max Weber vs. Talcott Parsons

Presentation (Elaboration) , 2009 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sören Lindner (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Summary Excerpt Details

„Parsons’ gesamte Ordnungsarchitektonik muß an jedem Punkt von oben nach unten gelesen werden. [...] Den gegenläufigen Prozeß, daß [...] innovative Institutionalisierungsprozesse gleichsam von ‚unten nach oben’ Ordnung konstituieren [...], gemäß Webers Strategie [...], kommt Parsons nicht in den Blick.“(Schwinn, Thomas, S. 94)
Ist das wirklich so? Muss man bei Parsons seine sozialtheoretischen Ansätze von „oben nach unten“ lesen und bei Weber umgekehrt, von „unten nach oben“? Zunächst muss einmal geklärt werden, was überhaupt mit den Richtungen „von unten nach oben“ und von „oben nach unten“ gemeint ist. Wie der Titel dieser Ausarbeitung schon anklingen lässt, geht es hier um soziologische Theorienvergleiche. Es soll untersucht werden, welche sozialtheoretischen Ansätze die Soziologen Talcott Parsons und Max Weber vertreten. Genauer: Welche Auffassungen sie vom Handeln eines einzelnen Akteurs (Ego), vom Handeln zweier Akteure (Ego und Alter) und vom Handeln mehrerer Ego-Alter-Beziehungen (Gesellschaft) haben. Diese Theorienanalyse soll mit besonderer Rücksicht auf die soziale Emergenz betrachtet werden. In Kapitel 2 soll genauer erklärt werden, was darunter zu verstehen ist.
Entscheidend bei der Frage, ob von „unten nach oben“ oder umgekehrt, ist die Herangehensweise der beiden Soziologen. Werden die Handlungsstrukturen von Ego durch einen allgemeingültigen gesellschaftlichen Orientierungsrahmen beeinflusst und damit von „oben nach unten“ erklärt? Oder wird gesellschaftliche Ordnung aus den Handlungen einzelner Individuen abgeleitet und damit „von unten nach oben“ erklärt?
Genau das soll die entscheidende Frage dieser Arbeit sein. Dieser Frage bzw. diesen Fragen soll nachgegangen werden und sie sollen vor dem Hintergrund der sozialen Emergenz untersucht werden. Dabei ist die Arbeit so strukturiert, dass in Kapitel 3 die soziale Emergenz genauer erklärt wird, danach in Kapitel 4 und 5 die beiden Theoretiker einzeln betrachtet werden und sie in Kapitel 6 miteinander verglichen werden. Am Ende der Arbeit erfolgen ein Fazit und ein Rückgriff auf die hier eingangs gestellten Fragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Was ist soziale Emergenz?

4. Theorie nach Max Weber

4.1 Handlungsbegriff (Ego)

4.2 Soziales Handeln, soziale Beziehung, soziale Ordnung als Ego-Alter-Konstellation und soziale Emergenz

5. Theorie nach Parsons

5.1 Handlungstheorie (Ego)

5.2 doppelte Kontingenz, soziale Ordnung als Ego-Alter-Konstellationen und soziale Emergenz

6. Vergleich beider Theorien

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziologischen Theorien von Max Weber und Talcott Parsons im Vergleich, wobei der Fokus insbesondere auf der Fragestellung liegt, ob die jeweilige Argumentation „von oben nach unten“ oder „von unten nach oben“ verläuft und wie sich dies im Kontext sozialer Emergenz darstellt.

  • Analyse und Vergleich der Handlungsbegriffe von Max Weber und Talcott Parsons
  • Untersuchung der Ego-Alter-Konstellationen in beiden Theorien
  • Erarbeitung der jeweiligen Konzeptionen sozialer Ordnung und Emergenz
  • Diskussion der methodischen Herangehensweise hinsichtlich gesellschaftlicher Strukturen

Auszug aus dem Buch

4.2 Soziales Handeln, soziale Beziehung, soziale Ordnung als Ego-Alter-Konstellation und soziale Emergenz

Wie bei Webers Handlungsbegriff kurz angeklungen, spricht man vom sozialen Handeln, wenn ein Handeln auf das Verhalten eines anderen bezogen ist, wobei aber offen bleibt, ob sich ein Handeln wirklich auf das Verhalten oder doch auf das Handeln eines anderen bezieht oder beides.

In einer sozialen Beziehung beziehen sich Ego und Alter (ein Zweiter) aufeinander. Genauer: Sie beziehen sich in ihrem sozialen Handeln wechselseitig aufeinander. So können nach Schneider soziale Beziehungen entstehen, wenn ein Passant einen anderen nach der Uhrzeit fragt. Durch das Fragen bezieht sich Passant #1 auf den Passanten #2 und Passant #2 bezieht sich durch die Angabe der Uhrzeit auf den Passanten #1.

Jedoch spielt auch die Dauer der sozialen Beziehungen laut Webers Definition („ein Mindestmaß von Beziehung des beiderseitigen Handelns aufeinander soll also Begriffsmerkmal sein.“12) eine wichtige Rolle. In dem gerade genannten Beispiel ist die Dauer nur kurz. Damit man aber von einer dauerhaften sozialen Beziehung sprechen kann, muss der wechselseitige Bezug nach Weber sinnhaft wiederkehren. Um diese abstrakte Formulierung verständlicher zu machen, nennt Schneider hier das Beispiel der Ehe. Ungeachtet Webers Formulierung müsste die Ehebeziehung nicht kontinuierlich, sondern unterbrochen stattfinden, denn die Ehepartner beschäftigen sich nicht nur mit Eheangelegenheiten, sondern auch mit Dingen fernab der Ehe. Webers Ergänzung macht die Ehe trotzdem zu einer dauerhaften sozialen Beziehung, weil sich die Ehepartner wieder sinnhaft, im Sinne der Ehe, aufeinander beziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Die Einleitung führt in den Vergleich der sozialtheoretischen Ansätze von Talcott Parsons und Max Weber ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Richtung der Ordnungsbildung im Kontext sozialer Emergenz.

3. Was ist soziale Emergenz?: Dieses Kapitel definiert soziale Emergenz als Phänomen, bei dem gesellschaftliche Eigenschaften nicht auf einzelne Akteure zurückführbar sind, und unterscheidet zwischen starker und schwacher Emergenz.

4. Theorie nach Max Weber: Hier wird Webers Verständnis von sinnhaftem Handeln, sozialen Beziehungen und der daraus abgeleiteten legitimen Herrschaft als Gesellschaftsmodell detailliert betrachtet.

5. Theorie nach Parsons: Dieses Kapitel erläutert Parsons' voluntaristische Handlungstheorie, sein AGIL-Schema sowie das Problem der doppelten Kontingenz und deren Lösung durch normative Standards.

6. Vergleich beider Theorien: Die Theorien werden hinsichtlich ihrer methodischen Ansätze, ihrer Erklärungen für soziale Ordnung und ihrer jeweiligen Emergenzkonstellationen gegenübergestellt.

8. Fazit: Das Fazit beantwortet die eingangs gestellte Frage: Webers Ansätze lesen sich von unten nach oben (vom Akteur zur Gesellschaft), während Parsons' Theorie von oben nach unten (durch normative Standards geprägt) zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Max Weber, Talcott Parsons, soziale Emergenz, Handlungstheorie, soziale Ordnung, Ego-Alter-Konstellation, methodologischer Individualismus, AGIL-Schema, doppelte Kontingenz, normative Standards, sinnhaftes Handeln, Herrschaft, Soziologie, Theorievergleich, Systemtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die sozialtheoretischen Ansätze von Max Weber und Talcott Parsons, um deren unterschiedliche Perspektiven auf die Entstehung sozialer Ordnung zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Handlungsbegriff, sozialen Beziehungen, der Bedeutung von Emergenz sowie der Frage nach der Richtung der Ordnungsbildung in den Modellen beider Soziologen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu untersuchen, ob die Theorien von Weber und Parsons eine Herangehensweise „von oben nach unten“ oder „von unten nach oben“ vertreten und wie sich dies vor dem Hintergrund sozialer Emergenz einordnen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und einen Vergleich soziologischer Theorien auf Grundlage relevanter Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich zunächst der Definition sozialer Emergenz, analysiert anschließend die Theorien von Weber und Parsons getrennt und vergleicht diese im letzten Schritt direkt miteinander.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Handlungstheorie, soziale Emergenz, normative Standards, Herrschaft, AGIL-Schema und die Unterscheidung von Handeln und Verhalten.

Warum ordnet Weber soziale Ordnung dem sozialen Handeln unter?

Weber betrachtet das soziale Handeln als Basiseinheit, aus der sich soziale Beziehungen und schließlich Strukturen wie Herrschaft legitim und sinnhaft ableiten lassen.

Inwiefern unterscheidet sich Parsons' "AGIL-Schema" von Webers Ansatz?

Parsons nutzt das AGIL-Schema, um die Stabilität einer gesamten Gesellschaft strukturell durch funktionale Anforderungen zu erklären, wobei normative Standards als Voraussetzung für das Handeln der Akteure dienen, während Weber die Ordnung primär aus dem Handeln selbst entwickelt.

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Details

Title
Max Weber vs. Talcott Parsons
Subtitle
Ein Vergleich zweier soziologischer Theorien
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Einführung in die soziologische Theorie
Grade
2,0
Author
Sören Lindner (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V131230
ISBN (eBook)
9783640372935
ISBN (Book)
9783640372997
Language
German
Tags
Max Weber Talcott Parsons vs. Emergenz soziale soziologisch Theorien Handlungsbergriff Handlungstheorie doppelte Kontingenz Ego Alter Vergleich
Product Safety
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Quote paper
Sören Lindner (Author), 2009, Max Weber vs. Talcott Parsons, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131230
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