Welche sozialen, ökonomischen und ökologischen Auswirkungen hat der Filmtourismus auf touristische Destinationen?
Von spannenden Geschichten, fesselnden Handlungen und fiktiven Welten lassen sich Menschen gerne in den Bann ziehen. Sie dienen als Fluchtweg aus dem Alltag, zur Unterhaltung und zur Entspannung. Viele Zuseher identifizieren sich mit den Charakteren und werden zu Fans. Es werden Sehnsüchte geweckt, Teil des Filmgeschehens zu sein und die Originalschauplätze und Drehorte zu erkunden. Aus diesem Bestreben heraus ist der Filmtourismus entstanden. Dass sich Filme und Serien immer größerer Beliebtheit erfreuen, untermauern auch die aktuellen Unternehmenszahlen des Streaming–Giganten Netflix.
Im dritten Quartal des Jahres 2022 wurde ein Umsatz von 7,93 Milliarden US–Dollar erzielt. Das ergibt eine prozentuale Steigerung um sechs Prozent im Vergleich des vorherigen Quartals. Film und Tourismus sind jeweils für sich Massenphänomene, die sich durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten ziehen. Unterhaltung wird in vielen Fällen digital konsumiert. Kombiniert mit dem Wunsch, etwas zu erleben, bietet der Filmtourismus große Chancen für Destinationen und touristische Einrichtungen. Die Möglichkeiten reichen von geführten Drehorttouren, Führungen durch Filmstudios bis hin zu Freizeitparks.
Die Relevanz der Arbeit wird dahingehend deutlich, dass die Filmbranche die unterschiedlichsten Arten von Schauplätzen benötigt. So ergeben sich auch für bisher kaum genutzte touristische Gebiete neue Strategien. Durch visuelle Reize bekommen die Zuseher einen Eindruck einer Destination und oftmals bildet sich dadurch ein Reisemotiv. Durch soziale Medien erlangen gewisse Orte sehr schnell zu enormer Bekanntheit. Daher ist es umso wichtiger, sich mit den Folgen des Filmtourismus auseinanderzusetzen, um Chancen und Risiken abwägen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Methodik und Zielsetzung
2. Filmtourismus
2.1 Definition Filmtourismus
2.2 Historische Entwicklung
3. Auswirkungen auf touristische Destinationen
3.1 Definition Destination
3.2 Soziale Auswirkungen
3.3 Ökonomische Auswirkungen
3.4 Ökologische Auswirkungen
3.5 Zusammenhänge zwischen Filmtourismus und Massentourismus
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen sozialen, ökonomischen und ökologischen Auswirkungen des Filmtourismus auf touristische Destinationen. Ziel ist es, die Diskrepanzen zwischen den Chancen durch neue wirtschaftliche Impulse und den Risiken wie Massentourismus und Umweltbelastungen herauszuarbeiten sowie Strategien für ein nachhaltiges Destinationsmanagement zu beleuchten.
- Grundlagen und Definition des Filmtourismus als Unterkategorie des Kulturtourismus
- Analyse sozialer Auswirkungen, einschließlich lokaler Interessenkonflikte
- Untersuchung ökonomischer Potenziale und Risiken für Destinationen
- Evaluation ökologischer Konsequenzen durch Filmproduktionen und Besuchströme
- Zusammenhang zwischen Filmtourismus und dem Phänomen des Massentourismus
Auszug aus dem Buch
3.2 Soziale Auswirkungen
Die sozialen Auswirkungen des Filmtourismus sind besonders komplex, da es ein verzweigtes Geflecht verschiedener Interessen und Gruppen gibt. Dazu zählen Produktionsfirmen, Tourismusorganisationen, touristische Unternehmen (beispielsweise Beherbergungsbetriebe), Urlauber und vor allem die lokale Bevölkerung. Als wichtigste, gleichzeitig aber oft machtlose Gruppierung werden die Einheimischen genannt. Sie haben kaum Einfluss auf die Geschehnisse in ihrer Region, sind von den Konsequenzen jedoch besonders stark betroffen.
Eine besonders problematische Folge ist ein Besucheransturm. Deutlich wird dies am Beispiel des kleinen Ortes Goathland in North Yorkshire. Die Gemeinde hat 450 Einwohner und zählt Wanderer und Naturliebhaber zur Gästezielgruppe. Nach Ausstrahlung der englischen Serie „Heartbeat“ stiegen die Touristenzahlen von 200.000 auf 1,2 Millionen. Bei der Mehrheit handelte es sich um Tagesausflügler, die für großes Verkehrsaufkommen sorgten. (Steinecke, 2016) Auch Connell (2012) unterstreicht das von Steinecke (2016) genannte Beispiel. Es stellt sich als große Herausforderung und als Ärgernis für die Bewohner dar, da für sie in vielen Fällen unzureichende Parkmöglichkeiten vorhanden sind. Auch die fehlende Privatsphäre sowie die Abnahme der öffentlichen Sicherheit sind den negativen Folgen hinzuzurechnen. Vor allem während der Dreharbeiten werden Diebe angezogen, die es auf teures Filmequipment abgesehen haben. (Connell, 2012)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Filmtourismus ein und skizziert die wissenschaftliche Methodik sowie die Zielsetzung der Analyse.
2. Filmtourismus: Dieses Kapitel definiert den Filmtourismus als Teil des Kulturtourismus und beleuchtet seine historische Entwicklung sowie dessen Abgrenzung.
3. Auswirkungen auf touristische Destinationen: Hier werden die sozialen, ökonomischen und ökologischen Folgen sowie die Korrelation zum Massentourismus detailliert untersucht.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial von Filmtourismus für die strategische Entwicklung von Destinationen.
Schlüsselwörter
Filmtourismus, Kulturtourismus, Destination, Massentourismus, Overtourism, Soziale Auswirkungen, Ökonomische Effekte, Ökologie, Drehort, Standortmarketing, Tourismusmanagement, Nachhaltigkeit, Filmproduktion, Reiseziel, Tourismusentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet das Phänomen des Filmtourismus und dessen weitreichende Konsequenzen für Destinationen, die als Drehorte für Film- und Serienproduktionen dienen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen soziale, ökonomische und ökologische Auswirkungen sowie die Verbindung zwischen filmbezogenem Tourismus und dem Massentourismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Analyse positiver Chancen und negativer Risiken des Filmtourismus, um die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf Destinationen fundiert zu beantworten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine hermeneutische Literaturanalyse, bei der aktuelle Fachliteratur und Datenbanken ausgewertet und verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von der Definition des Begriffs über die soziale, ökonomische und ökologische Auswirkungen bis hin zur Thematik des Overtourism.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Filmtourismus, Overtourism, Destinaton, Standortmarketing, soziale Ungleichheit und ökonomische Wertschöpfung aus.
Welches spezielle Fallbeispiel verdeutlicht die ökologische Problematik?
Der Film "The Beach" dient als Beispiel, wie rücksichtsloses Vorgehen von Filmcrews in einem Naturschutzgebiet in Thailand zu schweren ökologischen Schäden und gesellschaftlichen Spannungen führte.
Wie beeinflussen Filme die Tierwelt?
Am Beispiel der "Free-Willy"-Filme wird aufgezeigt, wie durch Emotionalisierung der Nachfrage nach Tierbeobachtungen massiv ansteigt, was das Ökosystem unter Druck setzt.
Was bedeutet "Runaway Production" im Kontext des Filmtourismus?
Dieser Begriff beschreibt eine Situation, in der ein Film an einem Ort gedreht wird, der nicht mit dem in der Handlung explizit genannten oder dargestellten geografischen Ort übereinstimmt.
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- Stefanie Kalß (Autor), 2022, Die Auswirkungen des Filmtourismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1312984