Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Latein

Zum Scheitern verurteilt? Eine Untersuchung der Beziehung zwischen Aeneas und Dido bei Vergil anhand von Ovids Ratschlägen aus der "Ars Amatoria"

Titel: Zum Scheitern verurteilt? Eine Untersuchung der Beziehung zwischen Aeneas und Dido bei Vergil anhand von Ovids Ratschlägen aus der "Ars Amatoria"

Hausarbeit , 2013 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Philipp M. Jauernig-Biener (Autor:in)

Latein
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im vierten Buch der Aeneis von Vergil wird Dido durch die unglückliche Liebe zu Aeneas in den Selbstmord getrieben, nachdem dieser Karthago und sie verlassen hat. War die Liebe zwischen den beiden nicht stark genug, als dass sie ihn dauerhaft an sich binden konnte? Hat Dido bei der Wahl ihrer Mittel, wie sie den Venussohn für sich gewinnen wollte, Fehler gemacht, welche zu diesem Schicksal führten? Oder ist es allein die Schuld von Aeneas vorherbestimmten Schicksal, dass zwischen den beiden keine Beziehung dauerhaft bestehen konnte?
Diese Fragen sollen geklärt werden, indem die aufkeimende Beziehung zwischen Dido und Aeneas mit den Ratschlägen Ovids aus dem dritten Buch der Ars Amatoria verglichen wird. Das dritte Buch, da Dido die aktiv Handelnde in dem Beziehungsverlauf ist und daher die an Frauen gerichteten Ratschläge Ovids von Bedeutung sind. Sollte Dido diesem Leitfaden gefolgt sein und trotzdem keinen Erfolg dabei gehabt haben, so wäre dies ein Indiz dafür, dass eine Liebe zwischen den beiden aus übergeordneten Gründen, wie etwa dem Schicksal des Aeneas, unmöglich ist.
Damit Ovids Ars Amatoria aber als Maßstab für die Einschätzung der Beziehung zwischen Aeneas und Dido herangezogen werden kann, soll geklärt werden, ob Ovid innerhalb seiner eigenen Werke konsequent bei dem bleibt, was er schreibt. Was an einer Stelle als richtig und erfolgsversprechend beschrieben wird, darf an anderer Stelle nicht ohne Grund zum Misserfolg führen oder bestraft werden. Dies gilt auch dann, wenn die verschiedenen Werke nicht direkt zusammenhängen. So sollte es gegeben sein, dass all jene Anweisungen, welche in seiner Ars amatoria als zum Ziel führend beschrieben werden, auch in seinen Metamorphosen den gewünschten Effekt erzielen. Ebenso muss es für jene Handlungsweisen, von denen Ovid dringend abrät, gelten, dass ihre Durchführung gewisse Konsequenzen nach sich zieht. Da das Lehrgedicht aber nicht allein für Ovids eigene Werke gelten soll, sondern als Leitfaden für alle Römer, soll das vierte Buch der Aeneis auch dann mit der Ars Amatoria Verglichen werden, sollte Ovid sich zwischen seinen Werken widersprechen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Apoll und Daphne

Narcissus und Echo

Aeneas und Dido

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Scheitern von Liebesbeziehungen im Werk von Vergil und Ovid, indem sie das Verhalten von Figuren in den Metamorphosen sowie das Verhältnis zwischen Aeneas und Dido in der Aeneis mit den Ratschlägen aus Ovids Lehrgedicht Ars amatoria vergleicht.

  • Analyse der Anwendbarkeit ovidischer Liebesregeln auf mythologische Figuren.
  • Untersuchung der psychologischen Dynamik zwischen Apoll und Daphne.
  • Betrachtung von Echos gescheitertem Werbungsversuch gegenüber Narcissus.
  • Kritische Würdigung der Liebesbeziehung zwischen Aeneas und Dido unter Berücksichtigung ovidischer Warnungen.
  • Prüfung der Konsequenz von Ovids Lehren in seinen verschiedenen literarischen Werken.

Auszug aus dem Buch

Aeneas und Dido

Dido, Königin von Karthago, wird bereits im ersten Buch der Aeneis vorgestellt, ihre aufkeimende Liebe zu Aeneas allerdings erst im vierten Buch. Das Gefühl der Liebe zu ihm ist derart stark, dass es mit einer quälenden Sehnsucht einhergeht. Ähnlich wie Echo aus Ovids Metamorphosen allerdings macht sie den Fehler, einen schönen Mann zu begehren. Dass Aeneas als Sohn der Venus über ein gutes Aussehen verfügt, wird nicht nur objektiv in der Aeneis beschrieben, etwa, wenn er sich seinen Gefährten bei der Jagd anschließt und dort als der Schönste aller benannt wird. Auch Dido bemerkt es subjektiv, während sie vor ihrer Schwester Anna von ihm spricht und dabei auf das Aussehen seiner Haare eingeht. Doch auch speziell davor warnt Ovid, man solle sich nicht von dem Haar täuschen lassen.

Auch an einer anderen Stelle, warum man solchen Männern nicht trauen sollte, kommt Ovid einer Eigenschaft des Aeneas sehr nahe, indem er schreibt, sie würden sich an keinem Ort niederlassen. Bis er Rom gründet, ist dies für Aeneas gegeben, auch wenn nicht festgelegt werden soll, dass seine Irrfahrt in seinem guten Aussehen begründet liegt. Dido aber weiß um diese Eigenschaft des Aeneas, kennt sie doch durch seine eigenen Berichte auch seine Aufgabe. Trotzdem verhindert dies nicht die entstehende Liebe zu ihm. Somit scheint die aufkeimende Beziehung zwischen den beiden bereits zu Beginn durch den ersten aber entscheidenden Fehler Didos, nämlich sich überhaupt auf eine solche Liebe einzulassen, auf unsicherem Grund zu stehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Liebe bei Ovid und Vergil sowie Darstellung der Forschungsfrage hinsichtlich der Anwendbarkeit der Ars amatoria.

Apoll und Daphne: Untersuchung, inwiefern Apoll Ovids Ratschläge befolgt und ob sein Verhalten als erfolgreich oder als scheiternd zu bewerten ist.

Narcissus und Echo: Analyse des Beziehungsverlaufs zwischen Narcissus und Echo und die daraus resultierenden negativen Konsequenzen für Echo.

Aeneas und Dido: Vergleich der Beziehung von Aeneas und Dido mit den Warnungen Ovids vor schönen Männern und der problematischen Dynamik ihrer Verbindung.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Konsequenz Ovids in seinen Werken und die Erkenntnis, dass seine Ratschläge auch außerhalb seines Lehrgedichts eine analytische Berechtigung besitzen.

Schlüsselwörter

Ovid, Vergil, Ars amatoria, Aeneis, Metamorphosen, Liebe, Aeneas, Dido, Apoll, Daphne, Narcissus, Echo, Schicksal, Mythologie, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Scheitern von Liebeserfahrungen in der antiken Literatur, indem sie mythologische und epische Szenen an den Lehren aus Ovids Ars amatoria misst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Liebe und Erotik, das Verhalten in der Partnerschaft, Schicksalsergebenheit vs. Eigenverantwortung sowie die literarische Konsistenz in Ovids Gesamtwerk.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird geklärt, ob Ovid in seinen Metamorphosen konsequent an den Ratschlägen seiner Ars amatoria festhält und ob sich das Scheitern von Figuren wie Dido oder Echo durch eben diese Ratschläge erklären lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung erfolgt durch einen vergleichenden (komparativen) Literaturvergleich, bei dem Textstellen aus Vergil und Ovid direkt den didaktischen Empfehlungen der Ars amatoria gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert drei konkrete Fallbeispiele: Apoll und Daphne, Narcissus und Echo sowie Aeneas und Dido.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Ars amatoria, Aeneis, Metamorphosen, Liebe, Liebesbeziehung und Schicksal.

Warum wird gerade das dritte Buch der Ars amatoria für Dido als Maßstab herangezogen?

Da Dido die aktiv Handelnde in der Beziehungsdynamik ist, bieten die an Frauen gerichteten Ratschläge des dritten Buches die passendste Grundlage für eine Analyse ihres Verhaltens.

Welche Rolle spielt die göttliche Vorherbestimmung bei Dido und Aeneas?

Neben dem menschlichen Fehlverhalten räumt die Autorin ein, dass die göttliche Mission des Aeneas (die Gründung Roms) die Beziehung von Anfang an belastete und ein Scheitern auf einer übergeordneten Ebene unausweichlich machte.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zum Scheitern verurteilt? Eine Untersuchung der Beziehung zwischen Aeneas und Dido bei Vergil anhand von Ovids Ratschlägen aus der "Ars Amatoria"
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,0
Autor
Philipp M. Jauernig-Biener (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V1313131
ISBN (PDF)
9783346789563
ISBN (Buch)
9783346789570
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ars Amatoria Ovid Vergil Aeneis Aeneas Dido
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp M. Jauernig-Biener (Autor:in), 2013, Zum Scheitern verurteilt? Eine Untersuchung der Beziehung zwischen Aeneas und Dido bei Vergil anhand von Ovids Ratschlägen aus der "Ars Amatoria", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1313131
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum