Kooperationen im Krankenhausbereich der Grund- und Regelversorgung


Seminararbeit, 2002
24 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Übersichtsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Problemstellung, Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

2. Grundlagen für die vertiefende Behandlung
2.1 Formen von Unternehmensverbindungen
2.1.1 Nach der Art der Bindungsintensität
2.1.2 Nach der Art der verbundenen Wirtschaftsstufen
2.2 Strukturmerkmale der Krankenhausversorgung
2.2.1 Trägergruppen von Krankenhäusern
2.2.2 Versorgungsstufen der Krankenhäuser

3. Rahmenbedingungen für Kooperationen im Krankenhausbereich
3.1 Gründe für Kooperationen
3.1.1 Externe Einflüsse für Unternehmenszusammenschlüsse
3.1.2 Krankenhausinterne Ziele von Kooperationen
3.2 Voraussetzungen für Kooperationen eines Krankenhauses
3.2.1 Grundlagen des Sozialgesetzbuches V (SGBV)
3.2.2 Interne Voraussetzungen

4. Kooperationsbereiche eines Krankenhauses der Grund- und Regelversorgung
4.1 Überblick über die Kooperationsarten
4.1.1 Horizontale Kooperationsmöglichkeiten
4.1.2 Vertikale Kooperationsmöglichkeiten
4.2 Konkrete Betrachtungen
4.2.1 Kooperation im Einkauf
4.2.2 Integrierte Versorgung
4.2.3 Pharmazeutische Industrie als Kooperationspartner

5. Die wichtigsten Ergebnisse

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Übersichtsverzeichnis

Abbildung 1: Unternehmensverbindungen nach der Bindungsintensität

Anhang 1: Anzahl der Krankenhäuser nach Trägergruppen

Anhang 2: Leistungsausgaben der GKV 2001

Übersicht 1: Mögliche Ziele bei Kooperationen

Übersicht 2: Möglichkeiten für horizontale Kooperationen

Übersicht 3: Möglichkeiten für vertikale Kooperationen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Problemstellung, Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

Hintergrund dieser Arbeit ist die ständige Veränderung der Zahlen innerhalb des Krankenhausmarktes. Die Anzahl der öffentlichen Krankenhäuser sank von insgesamt 1.043 im Jahre 1990 auf nur noch 744 im Jahr 2000, während die Anzahl der privaten Krankenhäuser im gleichen Zeitraum von 321 auf 446 angestiegen ist[1]. Die Krankenhäuser stehen vor großen Herausforderungen durch veränderte finanzielle, wissenschaftliche, technische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) stellen sie mit einem Anteil von ca. 35 Prozent an den Ausgaben für Leistungen den größten Ausgabenblock dar[2]. Die Intensivierung des Wettbewerbs und die Forderung der Krankenkassen nach Rationalisierungen zur Bekämpfung des ständigen Anstieges aller Kosten sorgen für einen erhöhten Druck auf die Träger der Krankenhäuser. Die öffentlichen Krankenhäuser als „potentielle Verlierer“ dieser Situation versuchen der eigenen Aufgabe oder dem Verkauf an Private zu entgehen. Eine Suche nach neuen Formen der Organisation und Finanzierung wird immer erforderlicher[3]. Das Eingehen von Kooperationen als eine Möglichkeit zur Existenzsicherung kann gerade für kleine öffentliche Krankenhäuser somit an Bedeutung gewinnen.

Ziel der Arbeit ist das Aufzeigen der verschiedenen Kooperationsmöglichkeiten eines Krankenhauses mit anderen Leistungssektoren unter derzeit bestehenden Einschränkungen und Voraussetzungen. Das Augenmerk liegt hierbei auf dem allgemeinen Überblick mit einer abschließenden Aussage über den derzeitigen Stand dieser Situation.

Die Arbeit versucht deswegen zuerst die Grundlagen für die vertiefende Behandlung des Problems aufzuzeigen, indem sie die Überschrift des Themas in ihre einzelnen Komponenten zerlegt und diese dann einzeln erläutert. Da die Kooperation als eine Form der Organisation an bestimmte Rahmenbedingungen gebunden ist, sollen danach die Gründe und Ziele für Kooperationen im Krankenhausbereich betrachtet werden. Anschließend erfolgen eine Übersicht und beispielhafte konkrete Betrachtungen über die Kooperationsmöglichkeiten mit einer abschließenden Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse.

2. Grundlagen für die vertiefende Behandlung des Problems

2.1 Formen von Unternehmensverbindungen

Die internationale Bezeichnung „Mergers and Acquisitions“ steht inhaltlich für Unternehmenszusammenschlüsse. Dazu gehören auch Verbindungen von bisher wirtschaftlich und rechtlich selbständigen Unternehmen mit dem Hauptziel, bevorstehende Aufgaben gemeinsam zu bewältigen. Die wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit kann dabei unterschiedlich beeinflußt werden. Unternehmenszusammenschlüsse lassen sich nach der Bindungsintensität, und nach der Art der verbundenen Wirtschaftsstufen klassifizieren[4].

2.1.1 Nach der Art der Bindungsintensität

Unterscheidet man Unternehmenszusammenschlüsse nach der Art der Bindungsintensität, so betrachtet man damit den Grad der Beeinflussung von wirtschaftlicher und rechtlicher Selbständigkeit der betroffenen Unternehmen. Es lassen sich zwei Arten aufzeigen, nämlich Kooperationen und Konzentrationen, wie in folgender Abbildung dargestellt[5].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Kooperationen stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit und bedürfen somit einer näheren Erläuterung. Sie beinhalten freiwillige Zusammenarbeiten, bei denen die rechtliche Selbständigkeit vollständig erhalten bleibt. Lediglich die wirtschaftliche Selbständigkeit wird in vertraglich bestimmten Bereichen bzw. Unternehmensfunktionen eingeschränkt. Die Aufgabe wirtschaftlicher Selbständigkeit in eben genannten Bereichen hat die Steigerung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit zum Ziel[6]. Die hauptsächlich auftretenden Formen von Kooperationen sind Gelegenheitsgesellschaften, Interessengemeinschaften, Kartelle und Gemeinschaftsunternehmen[7]. In dieser Reihenfolge nimmt auch die Bindungsintensität zu.

Gelegenheitsgesellschaften beziehen sich auf zeitlich befristete und inhaltlich abgegrenzte Projekte, meist von Unternehmen des gleichen Wirtschaftszweiges. Sie werden hauptsächlich in Form von Arbeitsgemeinschaften oder Konsortien gebildet. Der angestrebte Vorteil liegt in der Erhöhung der nutzbaren Kapazitäten und in der Verteilung des Risikos[8].

Bei Interessengemeinschaften handelt es sich um längerfristige Zusammenarbeiten in einzelnen betrieblichen Funktionsbereichen. Das Oberziel der langfristigen Gewinnmaximierung wird hier meist über kostensenkende Rationalisierungen verfolgt[9].

Entsteht als Resultat einer Unternehmensverbindung eine wettbewerbsbeschränkende Marktbeherrschung - beabsichtigt oder unbeabsichtigt - so spricht man von einem Kartell. Voraussetzung für eine solch gute Position im Konkurrenzkampf ist die Zusammenfassung eines bedeutenden Teils von Angebot oder Nachfrage. Deswegen muss bei der Bildung von Kartellen das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung (GWB) beachtet werden. Die einzelnen Kartellarten richten sich nach dem jeweiligen Gegenstand der Absprachen[10].

Bei der Bildung von Gemeinschaftsunternehmen gründen oder erwerben die beteiligten Gesellschaften gemeinsam ein rechtlich selbständiges Unternehmen, welches dann im Interesse aller Beteiligten Aufgaben wahrnimmt. Eine gemeinsame Leitung ist der Regelfall, oder wird zumindest angestrebt[11].

Als zweite Art der Unternehmensverbindungen sind zu Beginn dieses Unterabschnittes bereits die Konzentrationen erwähnt worden. Bei ihnen wird die wirtschaftliche Selbständigkeit vollständig aufgegeben, indem alle Funktionen der verbundenen Unternehmen gemeinsam erfüllt werden[12]. Die Konzentrationsformen[13] sind aus Abbildung 1 ersichtlich. Da sie nicht Schwerpunkt dieser Arbeit sind, wird auf eine nähere Erläuterung verzichtet.

2.1.2 Nach der Art der verbundenen Wirtschaftsstufen

Bei dieser Form der Betrachtung steht die Richtung des Zusammenschlusses im Vordergrund. Es lassen sich horizontale, vertikale und anorganische Verbindungen unterscheiden[14].

Bei horizontalen Verbindungen handelt es sich um Vereinigungen von Unternehmen der gleichen Produktions- und Handelsstufe. Als Ziele gelten die Verbesserung jeglicher Markt-Positionen und die gemeinsame Durchführung bestimmter betrieblicher Funktionen[15]. Als Beispiel für unsere Betrachtungen kann der Zusammenschluss von Krankenhäusern zu einem Zweckverbund aufgeführt werden.

Beziehen sich die Vereinigungen auf aufeinander folgende Produktions- und Handelsstufen, so liegen vertikale Verbindungen (Integrationen) vor. Dies ist sowohl rückwärts als auch vorwärts möglich. Vorwärtsintegration steht für die Verbindung mit einer nachgelagerten Stufe[16], z.B. Zusammenarbeit eines Krankenhauses mit einer nachgelagerten Rehabilitationseinrichtung. Rückwärtsintegration ist die gegenteilige Verbindung mit einer vorgelagerten Stufe[17], z.B. Verbindung eines Krankenhauses mit niedergelassenen Ärzten[18].

Die anorganischen Verbindungen werden auch als konglomerate Verbindungen bezeichnet. Hierbei sind Branchen und/oder Produktions- und Handelsstufen unterschiedlich.

Grundlage können finanzierungspolitische Überlegungen oder eine bessere Risikoverteilung sein[19]. Beispiele für solche Kooperationen wären die Zusammenarbeit eines Krankenhauses mit einem Hersteller von medizinischen Produkten oder mit der Pharmaindustrie[20].

2.2 Strukturmerkmale des betrachteten Bereiches

Will man den betrachteten Bereich dieser Arbeit von der Struktur her eingrenzen, so sind die Begriffe „kommunaler Krankenhausbereich“ und „Grund- und Regelversorgung“ ausschlaggebend. Hier sind zum einen eine bestimmte Trägerschaft und zum anderen bestimmte Versorgungsstufen angesprochen. Darauf soll in den nächsten beiden Unterabschnitten eingegangen werden.

2.2.1 Trägergruppen von Krankenhäusern

Gemäß der pluralistischen Struktur im deutschen Krankenhauswesen gibt es die Möglichkeiten der öffentlichen, freigemeinnützigen und privaten Trägerschaft von Krankenhäusern. Der kommunale Krankenhausbereich steht für die öffentliche Trägerschaft[21]. Somit muss diese Trägergruppe im Folgenden näher beschrieben werden. Die beiden anderen werden zur besseren Abgrenzung nur kurz dargestellt.

Träger der kommunalen Krankenhäuser sind Sozialversicherungsträger sowie Gebietskörperschaften wie Bund, Länder und Gemeinden oder deren Zusammenschlüsse zu Arbeitsgemeinschaften oder Zweckverbänden[22]. Grundlage für ihre Einrichtung ist das Sozialstaatsprinzip[23] bzw. die Verpflichtung des Staates zur Daseinsvorsorge. Sie verpflichten den Staat, überall dort wo eine freigemeinnützige oder private stationäre Krankenhausversorgung fehlt, selbst Krankenhäuser einzurichten[24]. Die gesetzte Zielrichtung ist gemeinwirtschaftlicher Natur, d.h. man versucht Leistungen zu Gunsten der Allgemeinheit zu erbringen. Zudem richtet sich das Angebot nicht vorrangig nach der Rentabilität oder dem Gewinn, sondern nach den tatsächlichen Bedürfnissen der Allgemeinheit. Somit ist die Bedarfsdeckung der Zielinhalt[25].

Freigemeinnützige Krankenhäuser können im Gegensatz dazu freiwillig von Kirchen, Stiftungen und Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege eingerichtet werden[26]. Es liegen ebenfalls eine gemeinwirtschaftliche Ausrichtung und eine bedarfswirtschaftliche Zielsetzung vor. Sie verfolgen dabei weltanschauliche oder religiöse Ziele[27]. Private Trägergruppen von Krankenhäusern hingegen haben eine eigenwirtschaftliche bzw. erwerbswirtschaftliche Zielsetzung. Sie sind gewerbliche Unternehmen[28] und erbringen krankenpflegerische Leistungen nur zum Zweck einer maximalen Gewinnerzielung. Eine gesamtwirtschaftliche Bedarfsdeckung kann allerdings ein positiver Nebeneffekt sein[29].

2.2.2 Versorgungsstufen der Krankenhäuser

Die jeweiligen Landesrechte der Bundesländer definieren für ihre Krankenhäuser deren Aufgabenstellungen. Entsprechend dieser Aufgabenstellungen werden den Krankenhäusern im Rahmen der Krankenhausplanung verschiedene Versorgungsstufen[30] zugeordnet. Da die Länder diesbezüglich weitreichende Kompetenzen haben, gibt es keine bundesweit gültige Auslegung des Begriffes. Im Allgemeinen geht man aber von vier Versorgungsstufen zur Beschreibung des Leistungsumfanges der Krankenhäuser aus[31], von denen allerdings nur die ersten beiden Stufen für diese Arbeit von Interesse sind.

[...]


[1] Siehe dazu Anhang 1.

[2] Siehe dazu Anhang 2.

[3] Vgl. Neubauer (2000), S. 382 f.

[4] Vgl. Wöhe (2000), S. 320.

[5] Vgl. ebenda.

[6] Vgl. Wöhe (2000), S. 321.

[7] Siehe nochmals Abbildung 1 auf der vorhergehenden Seite.

[8] Vgl. Wöhe (2000), S. 327 f.

[9] Vgl. ebenda, S. 328-330.

[10] Vgl. ebenda, S. 330 f.

[11] Vgl. ebenda, S. 332.

[12] Vgl. Wöhe (2000), S. 321.

[13] Zur näheren Betrachtung vgl. Wöhe (2000), S. 332-337.

[14] Vgl. Wöhe (2000), S. 321.

[15] Vgl. ebenda, S. 322. Näheres dazu ist unter Punkt 4.1.1.

[16] Vgl. Wöhe (2000), S. 322.

[17] Vgl. ebenda.

[18] Eine nähere Betrachtung erfolgt unter Punkt 4.2.2.

[19] Vgl. Wöhe (2000), S. 322.

[20] Eine nähere Betrachtung erfolgt unter Punkt 4.2.3.

[21] Vgl. Statistisches Bundesamt (2001), S. 6.

[22] Vgl. ebenda.

[23] Vgl. Art. 20 Abs. 1 Grundgesetz (GG) und Art. 28 Abs. 1 GG.

[24] Vgl. Hamann (1999), S. 25.

[25] Man kann zwischen dem erwerbs- oder bedarfswirtschaftlichen Zielinhalt und der eigen- oder gemeinwirtschaftlichen Zielrichtung eines Unternehmens unterscheiden. Vgl. Hamann (1999), S. 32-38.

[26] Vgl. Statistisches Bundesamt (2001), S. 6.

[27] Vgl. Hamann (1999), S. 35 f.

[28] Benötigen als gewerbliches Unternehmen eine Konzession nach § 30 der Gewerbeordnung. Vgl. dazu Statistisches Bundesamt (2001), S. 6.

[29] Vgl. Hamann (1999), S. 33 f.

[30] Vgl. Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (2001), S. 8.

[31] Werden auch als Anforderungs- oder Leistungsstufen bezeichnet, die höhere Leistungsstufe schließt immer die Leistungen der niedrigeren Stufen mit ein. Vgl. dazu auch Hamann (1999), S. 29 f.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Kooperationen im Krankenhausbereich der Grund- und Regelversorgung
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Institut für Volkswirtschaftlehre, insbesondere für Sozial- und Gesundheitsökonomik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
24
Katalognummer
V13164
ISBN (eBook)
9783638188876
ISBN (Buch)
9783638729840
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kooperationen, Krankenhausbereich, Grund-, Regelversorgung
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. Univ. Torsten Jörres (Autor), 2002, Kooperationen im Krankenhausbereich der Grund- und Regelversorgung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13164

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