Zwar geht die tatsächliche Herrschaftszeit der karolingischen Dynastie auf ihren Namensgeber Karl Martell zurück, jedoch beginnt die offizielle königliche Regentschaftszeit der Karolinger erst Mitte des achten Jahrhunderts mit Pippin dem Jüngeren, dem Sohn Karl Martells. Als erster karolingischer König über das Frankenreich schaffte er es, dieses in bedeutender Form zu verändern. In dieser Arbeit soll auf die bedeutenden Leistungen Pippins des Jüngeren eingegangen werden, welche auf seine Zusammenarbeit mit dem damaligen Papst Stephan II. zurückzuführen sind. Es sollen hierbei die zentralen Entwicklungen und Ereignisse, die sich aus der eben genannten Allianz ergeben haben, betrachtet werden. Hieraus ergibt sich folgende Fragestellung: „Welche Bedeutung kann man der Allianz zwischen Papst Stephan II. und Pippin dem Jüngeren beimessen?“
Dabei soll es sowohl um die fränkische als auch um die päpstliche Seite gehen. Zentrale Aspekte der besagten Allianz sind zunächst die Königssalbung Pippins des Jüngeren durch Stephan II. sowie die Langobardenkriege und die daraus hervorgehende Pippinische Schenkung. Zudem wird im Rahmen dessen, wenn auch nicht als separater Aspekt, der Vertrag von Quierzy als Mittelpunkt des Ganzen thematisiert. Auch wenn in Bezug auf Pippin seine erste Königssalbung durch Papst Zacharias sicherlich am Rande zum Thema werden wird, würde es den Rahmen dieser Arbeit sprengen, dieses Ereignis an sich zu behandeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Königssalbung Pippins des Jüngeren und seiner Söhne
2.1. Bedeutung der Umstände und der Zeremonie des Ereignisses
2.2. Die Königssalbung aus päpstlicher Perspektive
2.3. Der Zweck der Königssalbung für den Frankenkönig
3. Auseinandersetzung mit den Langobarden
3.1. Die Langobarden als päpstliches Problem
3.2. Die Pippinische Schenkung und ihre Bedeutung
4. Resumé
5. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Bedeutung der Allianz zwischen dem Frankenkönig Pippin dem Jüngeren und Papst Stephan II. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie die daraus resultierenden Ereignisse – insbesondere die Königssalbung und die Pippinische Schenkung – politisch zu bewerten sind und welche Motive die Akteure leiteten.
- Analyse der Königssalbung von 754 als politischer und symbolischer Akt zur Festigung der Herrschaft.
- Untersuchung der diplomatischen Zusammenarbeit zwischen fränkischem Königtum und Papsttum.
- Betrachtung der langobardischen Bedrohung als zentraler Auslöser für das päpstliche Hilfeersuchen.
- Darstellung der Entstehung des Kirchenstaates durch die Pippinische Schenkung.
Auszug aus dem Buch
2.1. Bedeutung der Umstände und der Zeremonie des Ereignisses
Es war im Jahr 7515 als offiziell der drastische Dynastiewechsel im Frankenreich eintrat und die Merowinger dem neuen Herrschergeschlecht der Karolinger wichen. Pippin III. war ab diesem Zeitpunkt der König des Frankenreiches6. Selbstverständlich war es für ihn kein einfaches Unterfangen die Königswürde zu erlangen7; doch genügt es für einen König nicht diesen Titel ausschließlich zu erringen, er muss auch die Fähigkeit besitzen seine Position so weit und gut es geht zu sichern. So geschah es, dass ihm eine Königsweihung nicht genügte8 und er drei Jahre später im Jahr 754, die Möglichkeit9 nutzte von einem anderen Papst eine Königssalbung zu erhalten10. Bei dem besagten Papst handelt es sich um Stephan II., welcher ebenfalls erst im Jahr 752 seine hohe Position erhielt11 und schon zu Beginn seiner Amtszeit mit den Langobarden als Problem zu kämpfen hatte, welches er mit dem Besuch im Frankenreich zu lösen vermochte12. Als der König den Papst an Epiphanias 754 empfing13, begegneten sich damit zwei hohe Persönlichkeiten mit frischen Intentionen im Bezug auf ihre jeweilige Situationen14.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Ausgangslage des karolingischen Dynastiewechsels ein und definiert die zentrale Fragestellung bezüglich der Allianz zwischen Pippin dem Jüngeren und Papst Stephan II.
2. Die Königssalbung Pippins des Jüngeren und seiner Söhne: Es werden die Hintergründe, die Motive sowie der zeremonielle Charakter der Königssalbung als Instrument zur Herrschaftssicherung und als symbolischer Akt analysiert.
3. Auseinandersetzung mit den Langobarden: Dieses Kapitel erläutert die Bedrohung Roms durch die Langobarden als maßgeblichen Grund für das Hilfegesuch des Papstes und untersucht die Pippinische Schenkung als Basis für den Kirchenstaat.
4. Resumé: Hier werden die Ergebnisse der Analyse zusammengeführt und die Allianz als politisch motivierte Zusammenarbeit bewertet, die dennoch ein stabiles, freundschaftliches Verhältnis begründete.
5. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Quellen und Forschungsliteratur auf.
Schlüsselwörter
Pippin der Jüngere, Papst Stephan II., Frankenreich, Karolinger, Königssalbung, Langobarden, Allianz, Kirchenstaat, Pippinische Schenkung, Vertrag von Quierzy, Herrschaftslegitimation, Diplomatie, Schutzversprechen, Mittelalter, Dynastiewechsel.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit behandelt die politische und symbolische Bedeutung der Allianz zwischen dem fränkischen König Pippin dem Jüngeren und Papst Stephan II. in der Mitte des 8. Jahrhunderts.
Welche übergeordneten Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören der karolingische Dynastiewechsel, die Rolle des Papsttums im Kontext der langobardischen Bedrohung sowie das Verhältnis zwischen geistlicher und weltlicher Macht.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Autorin untersucht, welche konkrete Bedeutung der Allianz zwischen Pippin dem Jüngeren und Papst Stephan II. beigemessen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Dokumente wie der Annales regni Francorum und der Liber Pontificalis unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.
Welche Aspekte werden im Hauptteil fokussiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Königssalbung von 754 als Mittel der Herrschaftssicherung und die Analyse der durch die Langobardenkriege initiierten Pippinischen Schenkung.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Königssalbung, Allianz, Pippin III., Stephan II., Langobarden, Kirchenstaat, Legitimation und politische Zusammenarbeit.
Warum war die Königssalbung für Pippin III. im Jahr 754 so wichtig, obwohl er bereits 751 zum König erhoben worden war?
Die erneute Salbung diente der zusätzlichen Legitimation seiner Position sowie der Sicherung der Nachfolge seiner Söhne und sollte so künftige interne Konflikte verhindern.
Inwiefern kann die Pippinische Schenkung als politische Notwendigkeit statt als bloße Großzügigkeit interpretiert werden?
Die Schenkung war die vertraglich vereinbarte Gegenleistung Pippins für die päpstliche Anerkennung seines Königtums und diente dazu, das zuvor durch die Langobarden verloren gegangene Territorium unter die Oberhoheit des Papstes zu stellen.
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- Kristine Bäcker (Author), 2017, Die Bedeutung der Allianz zwischen Pippin dem Jüngeren und Papst Stephan II., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1316659