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Die bildliche Darstellung des Teufels im Christentum. Metamorphose vom blauen Engel im 6. Jahrhundert zum angsteinflößenden Teufel im 13. Jahrhundert

Title: Die bildliche Darstellung des Teufels im Christentum. Metamorphose vom blauen Engel im 6. Jahrhundert zum angsteinflößenden Teufel im 13. Jahrhundert

Term Paper , 2021 , 26 Pages , Grade: 2,8

Autor:in: Jacqueline Schoder (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der bildlichen Darstellung der Figur des Teufels im Christentum. Nach einer ersten Annäherung an die Figur Satans, in der die Bibelstellen untersucht werden, in denen dieser vorkommt, werden die Rolle Satans und seine damit korrespondierende äußere Erscheinung herausgearbeitet. Da zu Beginn des Christentums Satan nicht als "echte Person", sondern nur als Motiv genutzt wurde, sind Unterschiede in den Beschreibungen und Abbildungen während der untersuchten Zeitspanne feststellbar. Aufgrund der fehlenden äußerlichen Gestaltsbeschreibungen in der Bibel sind vielfältige Darstellungen bekannt – jeweils abhängig vom vorherrschenden Teufelsbild und den persönlichen Vorstellungen des ausführenden Künstlers.

Zu Beginn des Christentums stand die Vereinnahmung heidnischer Götter im Vordergrund, später entwickelte sich der Teufel zu einer Figur, die mit dem Schwert bekämpft werden musste. Der Kampf gegen den Teufel wurde als körperliche Auseinandersetzung beschrieben – allerdings nicht zwingend verbunden mit Angst. Vermutlich aufgrund der in dieser Zeit verbreiteten Kriegs- und Kampferfahrungen der Menschen gehörte das Böse zum Alltag und wurde entsprechend furchtlos bekämpft. Mit der Urbanisierung schließlich entstand auch der geistig ausgerichtete Kampf gegen den Teufel: Gebet sowie ein tugendhaftes Leben waren nun Möglichkeiten, um Satans Versuchungen zu entgehen. Die christliche Kirche nutzte das Teufelsmotiv in den untersuchten Jahrhunderten auf vielfältige Weise.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung

1.2. Bildliche Darstellungen im Christentum

1.3. Das Böse im Christentum

2. Die Figur des Teufels in der Bibel

2.1. Der Teufel im Alten Testament

2.2. Der Teufel im Neuen Testament

3. Ausprägung, Bedeutung und äußere Gestalt der Teufelsfigur im Christentum

3.1. Der Teufel in der Kirche bis zu Konstantin dem Großen

3.2. Dogmatisierung des Teufels im 4. bis 6. Jahrhundert

3.3. Ausbildung des mittelalterlichen Teufels im 7. bis 12. Jahrhundert

4. Zusammenfassung und Ausblick

5. Verzeichnisse

5.1. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Transformation der bildlichen Darstellung des Teufels im christlichen Kontext vom 6. bis zum 13. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung von einer abstrakten, oft engelgleichen Figur hin zum detaillierten und menschlich-angsterregenden Monstrum liegt. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle der Kirche bei der formalen Ausgestaltung dieser Dämonologie sowie auf die Abhängigkeit dieser Darstellung von zeitgenössischen Ängsten und heidnischen Einflüssen.

  • Evolution der Teufelsdarstellung im Spiegel der kirchlichen Dogmatik
  • Interaktion zwischen biblischer Überlieferung und volkstümlichen Mythen
  • Einfluss heidnischer Dämonenvorstellungen und deren Transformation ins Christliche
  • Die Rolle der Ikonographie als Mittel der religiösen Erziehung und Disziplinierung

Auszug aus dem Buch

Die Figur des Teufels im Alten Testament

Obwohl sich Teile eines alten volkstümlichen Dämonenglaubens, zum Beispiel der Wüstendämon Azazel (Lev. 16, 8.10.26) schon im Buch Henoch finden, kannten die alten Hebräer in der Zeit vor dem Exil noch keinen Teufel. Gott allein bringt seinen göttlichen Zorn oder seine Gnade über die Israeliten. Das Böse gelangte zwar durch den Menschen in die Welt, die Schlange aber zählt zu den von Gott geschaffenen Tieren.

Das meisten Texte im Alten Testament wurden zwischen 586 und 538 vor Christus während bzw. nach dem babylonischen Exil verfasst. Der Schöpfergott Jahwe wird alttestamentarisch als einzige Macht verstanden. Trotzdem treten im Alten Testament Dämonen und böse Geister als Erklärung für die unheimlichen Bereiche der Welt auf. Damit ist es wahrscheinlich, dass zur Entstehungszeit des Alten Testamentes diese Vorstellungen auch im Volksglauben zu finden waren.

Im Alten Testament spielt der Teufel (griechisch διάβολος, diabolos) keine entscheidende Rolle – er wird genau dreimal erwähnt: Hi 1f; Sach 3,1-7; I Chr 21. in dem nachexilischen Buch Hiob tritt Satan zum ersten Mal auf: „Es begab sich aber eines Tages, da die Gottessöhne kamen und vor den Herrn traten, kam auch der Satan mit ihnen.“

In Hiob 1,6; 2,1 wird er als einer der Gottessöhne (hebräisch בְּנֵי הָאֱלֹהִים bĕnê ha’älohîm) bezeichnet. Vermutlich sind die Gottessöhne himmlische Helfer, die, wie bei altorientalischen Königen üblich, Gott halfen, seine Untertanen zu überwachen. Satan hilft Gott, die Loyalität der Menschen zu überprüfen und ist damit Hiob gegenüber nicht die Versuchung selbst, sondern wird von Gott als Versucher eingesetzt. Seine Aufgabe ist es, auf der Erde umherzustreifen und Vergehen wider Gott zur Anklage zu bringen.

Auch in Sacharja 3 wird Satan so beschrieben: Satan sitzt zur rechten Seite Gottes und „spielt den Ankläger Josuas“: „…und der Satan stand zu seiner Rechten, um ihn anzuklagen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der bildlichen Teufelsdarstellung ein und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Zielsetzung der Hausarbeit.

2. Die Figur des Teufels in der Bibel: Das Kapitel analysiert die spärlichen Erwähnungen Satans im Alten und Neuen Testament, die den Grundstein für spätere, komplexere Vorstellungen legten.

3. Ausprägung, Bedeutung und äußere Gestalt der Teufelsfigur im Christentum: Dieses Hauptkapitel erörtert die historische Entwicklung, angefangen bei den ersten Jahrhunderten bis hin zum 12. Jahrhundert, inklusive der Übernahme heidnischer Einflüsse und der Etablierung des Teufels im kirchlichen Dogma.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Beliebigkeit der äußeren Merkmale zusammen und ordnet das resultierende mittelalterliche Teufelsbild in den historischen Kontext ein.

5. Verzeichnisse: Dieser Abschnitt enthält das vollständige Literatur- und Quellenverzeichnis der Arbeit.

Schlüsselwörter

Teufel, Satan, Christentum, Dämonologie, Ikonographie, Mittelalter, Dogmengeschichte, Bildkultur, Teufelsdarstellung, Sündenfall, Monotheismus, Volksglaube, Hölle, Exegese, Religionsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der bildlichen Repräsentation des Teufels im christlichen Europa zwischen dem 6. und 13. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die biblischen Grundlagen, das kirchliche Dogma zur Teufelsfigur und der Einfluss heidnischer Motive auf die mittelalterliche Kunst und Glaubenswelt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autorin geht der Frage nach, warum und wie sich die äußere Gestalt des Teufels von einem abstrakten Motiv zu einem furchteinflößenden, menschenähnlichen Wesen in der Kunst entwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturhistorische Analyse unter Einbeziehung von Bibelstellen, kirchengeschichtlichen Texten sowie der bildenden Kunst (Ikonographie) des Mittelalters.

Was ist der Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung biblischer Texte und eine chronologische Aufarbeitung der Teufelsfigur in der Kirche, unter Berücksichtigung von Wandel in der Bildsprache.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe umfassen Teufel, Ikonographie, Dogmengeschichte, Mittelalter und christliche Bildkultur.

Warum spielt die Kirche eine tragende Rolle bei der Teufelsdarstellung?

Die Kirche nutzte das Teufelsmotiv zur moralischen Disziplinierung und zur Abgrenzung von heidnischen Konkurrenzreligionen, indem sie theologische Dogmen definierte.

Wie unterscheidet sich die Darstellung des Teufels im 6. Jahrhundert von der im 13. Jahrhundert?

Während der Teufel im 6. Jahrhundert noch als relativ harmlose, oft blaue engelgleiche Figur dargestellt wurde, wandelte er sich bis zum 13. Jahrhundert zu einem furchterregenden, teils tierhibriden Monster.

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Details

Title
Die bildliche Darstellung des Teufels im Christentum. Metamorphose vom blauen Engel im 6. Jahrhundert zum angsteinflößenden Teufel im 13. Jahrhundert
College
University of Hagen  (Geschichte Alteuropa)
Grade
2,8
Author
Jacqueline Schoder (Author)
Publication Year
2021
Pages
26
Catalog Number
V1318897
ISBN (PDF)
9783346801838
ISBN (Book)
9783346801845
Language
German
Tags
Teufel Kirche Satan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jacqueline Schoder (Author), 2021, Die bildliche Darstellung des Teufels im Christentum. Metamorphose vom blauen Engel im 6. Jahrhundert zum angsteinflößenden Teufel im 13. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1318897
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