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Ultras und Hooligans im Blickfeld. Gewaltprävention durch die Fansozialarbeit

Title: Ultras und Hooligans im Blickfeld. Gewaltprävention durch die Fansozialarbeit

Bachelor Thesis , 2022 , 56 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Philipp Dechow (Author)

Social Work
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In der vorliegenden Arbeit möchte ich anhand verschiedener Literatur und Studien herausarbeiten, warum Hooligans und gewaltbereite Ultras Gewalt ausüben. Ebenso sollen die Maßnahmen zur Vermeidung von Gewalt und die Prävention der jeweiligen Akteure im Fußball erläutert und bewertet werden. Daraus ergibt sich die folgende Forschungsfrage: Was treibt die Subkulturen der Hooligans und der Ultras zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und wie wird versucht durch verschiedene Akteure ihr entgegenzuwirken?

Diese Fragestellung wird mit folgender Struktur behandelt. Eingangs werden die verschiedenen Klassifizierungen der Stadionbesuchenden dargestellt. Hieran schließt sich die nähere Betrachtung der verschiedenen Subkulturen im Fußball. Ultras, Hooltras und Hooligans werden in ihrer Entwicklung und Definition vorgestellt. Darauffolgend werden im dritten Kapitel, die Gewalttheorien vorgestellt, die im Zusammenhang mit Hooliganismus von Bedeutung sind. Zuerst werden die Erklärungsansätze für die Gewalt des einzelnen Individuums skizziert. Gewalttheoretische Ursachen finden sich sowohl in biologisch-evolutionären, als auch in sozial-psychologischen Begründungen. Hooliganismus findet zwar durch den Einzelnen statt, wird jedoch in der Regel durch Gruppen verübt. Welche gruppenbezogenen Erklärungsansätze Gewalt im Fußball begünstigen, wird anschließend im Kapitel 3.2 dargestellt.

Anhand des Forschungsprojektes „Hooliganismus in Deutschland: Ursachen, Entwicklung, Prävention und Intervention“ von Lösel et al. (2000) und der Studie „Wandlungen des Zuschauerverhaltens im Profifußball“ von Pilz et al. (2006) werden die handelnden Gewalttäter:innen der Subkulturen nach Sozialisation und Motivation näher betrachtet. Im fünften Kapitel wird ein politischer und medialer Exkurs zu beiden Subkulturen umrissen. Aufbauend darauf werden der Berliner Fußballclub Dynamo e.V. und die „HoGeSa“ als Fallbeispiele einer rechtsextremen Hooliganszene vorgestellt. Schließlich wird betrachtet, welche Rolle die Polizei bei der Thematik Hooliganismus einnimmt. Im sechsten Kapitel werden die wichtigsten nationalen Präventionsangebote und Maßnahmen gegen Gewalt im Kontext Fußball dargelegt. Der Fokus liegt hier insbesondere auf der sozialen, sowie polizeilichen Arbeit und deren Handlungsmöglichkeiten. Abschließend werden die Ergebnisse in Bezug auf die Forschungsfrage im Fazit kritisch diskutiert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Fußballfan

2.1 Kategorisierungen von Fußballzuschauer:innen

2.2 Subkultur Fußballfan

3. Gewalt

3.1 Gewalttheorien des Individuums

3.2 Kollektive Gewalttheorien

4. Gewaltakteure im Fußball

4.1 Motivation von Gewalt

5. Ultras, Hooligans und Politik

6. Nationale Präventionsangebote und Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht die Ursachen für gewalttätiges Verhalten von Hooligans und Ultras im Kontext des Fußballsports und bewertet die Wirksamkeit der präventiven Maßnahmen verschiedener Akteure. Das Ziel ist es, durch eine fundierte Literaturanalyse die treibenden Faktoren dieser Subkulturen zu identifizieren und die Rolle der Fansozialarbeit bei der Gewaltprävention kritisch zu reflektieren.

  • Historische Entwicklung und Definition der Subkulturen Ultras, Hooligans und Hooltras.
  • Psychologische, biologische und soziologische Theorien zur Entstehung individueller und kollektiver Gewalt.
  • Analyse der Sozialisationshintergründe und Motivationslagen gewaltbereiter Fußballfans.
  • Untersuchung von Präventionsstrategien durch den DFB und externe Fanprojekte.
  • Die Rolle der Polizei und die politische Dimension von Gewalt im Fußballumfeld.

Auszug aus dem Buch

Hooligans

Ein „Hooligan“ ist eine jüngere, männliche Person, die bei Massenveranstaltungen wie Fußballspielen oder Demonstrationen zu aggressiver, gewalttätiger Randale neigt. Die Wortherkunft leitet sich aus dem englischen ab und bedeutet so viel wie Rowdy (vgl. Dudenredaktion o.J.).

Aggressionen und Gewaltausbrüche in Verbindung mit Sport sind in der Vergangenheit wie in der heutigen Zeit vorzufinden. Historische Untersuchungen zeigen, dass es schon in der Antike zu Gewaltausschreitungen im Umfeld von Sportereignissen kam. Alkoholverbote in Sportarenen wurden ausgesprochen, um die entstandene Gewalt unter den Zuschauer:innen zu verhindern. Im Jahr 1314 wurde in London ein Ballspielverbot ausgesprochen, da es im Zuge dieser Spiele immer wieder zu Ausschreitungen in ganzen Vierteln kam (vgl. Claus 2017 [a], S. 34f.).

Die ersten Hooligans resultierten aus rivalisierenden Jugendbanden des 19./20. Jahrhunderts in Großbritannien. Woher der Begriff "Hooligans" stammt ist unklar. Eine Theorie besagt, dass sich der Begriff aus einem irischen Familiennamen ableitet "O´Hoolihan". Diese Familie soll berühmt für ihre Gewalttätigkeit gewesen sein (vgl. Claus 2017 [a], S. 34f.). Das moderne Verständnis über den Begriff Hooligan, findet sich in den 1960er Jahren des britischen Fußballs wieder. Durch voranschreitende Professionalisierung und Kommerzialisierung des dortigen Fußballsports, entstanden erste Hooligangruppen, sogenannte "Firms". Ihre Mitglieder kamen aus Familien der Arbeiterschicht und nutzen den Fußball und ihre Gewalt als öffentlichen Prostest. Dadurch entstanden mit Beginn der 1970er Jahre Hooligans als dominante Jugendkultur in England. Neben dem Hauptmerkmal der Gewaltausübung, identifizierten sich die Hooligans mit ihrer Herkunft und suchten die Abgrenzung zu ihren Gegnern. Auch optisch setzte man eigene Modetrends in England, insbesondere in Form von hochpreisiger Sportbekleidung. Mit dieser Kleidung wollte man sich von dem klassischen Fan abheben und sich der Polizei nicht so leicht als Fußballfan erkennbar machen (vgl. Claus 2017 [a], S. 36f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Gewalt im Fußball ein, skizziert die Aktualität des Problems durch Beispiele und definiert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.

2. Der Fußballfan: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Typen von Fußballzuschauer:innen und erläutert die Subkulturen Ultras, Hooligans und Hooltras in ihrer historischen und strukturellen Entwicklung.

3. Gewalt: Hier werden theoretische Erklärungsansätze für individuelle und kollektive Gewalt dargelegt, um das Phänomen der Gewaltbereitschaft im Stadionkontext wissenschaftlich zu untermauern.

4. Gewaltakteure im Fußball: Dieses Kapitel untersucht die demografischen Hintergründe und Motivationslagen der Personen in den gewaltbereiten Subkulturen.

5. Ultras, Hooligans und Politik: Diese Analyse beleuchtet die politischen Einstellungen innerhalb der Szenen und die Einflussnahme extremistischer Gruppierungen.

6. Nationale Präventionsangebote und Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball: Hier werden die verschiedenen Institutionen, wie DFB und Fanprojekte, sowie deren Ansätze zur Gewaltprävention und Stadionordnung detailliert vorgestellt.

7. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert kritisch die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen sowie die Rolle der Gesellschaft bei der Entstehung des Gewaltproblems.

Schlüsselwörter

Hooliganismus, Ultras, Fansozialarbeit, Fußball, Gewaltprävention, Subkultur, Gruppendynamik, Stadionverbot, Gewalttheorie, Identitätsstiftung, Fußballfan, Fanprojekte, Rechtsextremismus, Ausschreitungen, Soziale Arbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit hauptsächlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen Hooliganismus im deutschen Fußball und die Möglichkeiten der Fansozialarbeit, Gewalt sowie Konflikte durch präventive Maßnahmen zu mindern oder zu verhindern.

Welche zentralen Subkulturen werden untersucht?

Der Fokus liegt auf den Subkulturen der Ultras und Hooligans, wobei auch die neuartige Schnittmenge zwischen beiden Gruppen, die sogenannten "Hooltras", betrachtet wird.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll untersucht werden, welche Faktoren Mitglieder der Subkulturen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen treiben und durch welche Ansätze staatlicher Akteure und Fanprojekte diesen Ausschreitungen im Stadionumfeld wirksam begegnet wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung vorhandener Fachliteratur, aktueller Studien sowie soziologischer und psychologischer Gewalttheorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Gewalt, die Identifizierung der Akteure, die Analyse des politischen Einflusses auf die Szenen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit nationalen Präventionsmaßnahmen.

Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit zentral?

Zentrale Begriffe sind neben den Subkulturen vor allem Gewaltprävention, Identität, Gruppenmechanismen, Stadionverbote und die Rolle der Fansozialarbeit.

Welche Rolle spielt die Polizei im Kontext der Fußballgewalt?

Die Polizei fungiert als Exekutive, die präventive Sicherheitsmaßnahmen koordiniert, Daten in der Datei "Gewalttäter Sport" sammelt und Stadionverbote durch Kontrollen überwacht, was teilweise zu starken Spannungen und gegenseitigem Misstrauen führt.

Wie unterscheidet sich die Gewalt von Hooligans und Ultras?

Während Ultras Gewalt häufig spontan und protestorientiert nutzen, um sich gegen Kommerzialisierung abzugrenzen, ist das Vorgehen von Hooligans meist physisch gezielter, wettkampfbetont und im Vorfeld präzise geplant.

Inwiefern beeinflusst der Begriff "Hooltra" die heutige Fanszene?

Der Begriff beschreibt eine Vermischung zwischen Ultra- und Hooliganszene, bei der sich Teile der Ultragruppen von der ursprünglichen Ausrichtung abspalten und zunehmend Gewalt als aktives Ausdrucksmittel suchen.

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Details

Title
Ultras und Hooligans im Blickfeld. Gewaltprävention durch die Fansozialarbeit
College
Protestant University of Applied Sciences Berlin
Grade
1,7
Author
Philipp Dechow (Author)
Publication Year
2022
Pages
56
Catalog Number
V1319453
ISBN (PDF)
9783346798107
ISBN (Book)
9783346798114
Language
German
Tags
Hooligans Gewalt Ultras Gewaltentstehung Fansozialarbeit Fußball Soziale Arbeit Sport Sport Fans
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Dechow (Author), 2022, Ultras und Hooligans im Blickfeld. Gewaltprävention durch die Fansozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1319453
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