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Über die Metaphysik des Raumes in Dieter Läpples gesellschaftlichen Raumkonzeptes

Title: Über die Metaphysik des Raumes in Dieter Läpples gesellschaftlichen Raumkonzeptes

Term Paper , 2008 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Langer (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Seitdem sich in der Antike Aristoteles und Euklid nahezu zeitgleich angeschickt hatten, sich auf theoretischer Ebene mit der begrifflichen Fassung des „Raumes“ auseinander zusetzten, erfuhr der Begriff „Raum“ im Laufe seiner Rezeptionsgeschichte eine schier unendlich vielschichtige Ausdeutung. Während sich die antiken Autoren zunächst nur auf physikalischer und mathematischer Ebene der begrifflichen Bestimmung des Raumes gewidmet hatten, berührt das Konzept „Raum“ heute nahezu alle Bereiche des menschlichen Daseins. „Räume begegnen uns in vielen Zusammenhängen im Alltag [...]“, so gibt es z.B. den Rechtsraum in der Rechtswissenschaft, den geographischen Raum der Geographie, den Raum in der Architektur sowohl als Teil eines Gebäudes, als auch im Zusammenhang mit Landschafts- und Städteplanung, den Bauchraum in der Medizin, den Strafraum im Sport oder den sozialen Raum als Darstellungsmittel sozialer Strukturen in den Gesellschaftswissenschaften, um nur einige Anwendungsgebiete des Konzeptes „Raum“ zu nennen. Die Soziologin Martina Löw erweitert dieses Spektrum noch einmal und spricht sogar von einer großen wissenschaftlichen Aufmerksamkeit für Raumphänomene, indem sie bemerkt, dass auf „allen skalierbaren Ebenen [...] Raumkonstitutionsprozesse beobachtet [werden]: die Veränderungen territorial gebundener Nationalstaaten, die Verdoppelung der Realitätserfahrung durch elektronische Netze sowie die alltäglichen Platzierungskämpfe im Stadtteil, der Wohnung etc.“ Betrachtet man die vielfältige Ausgestaltung des Raumbegriffes als Resultat einer Entwicklung, die in der Antike ihren Anfang genommen hat und bis heute anhält, dann ließe sich ein Pluralismus des Konzeptes „Raum“ konstatieren. Eine solche Entwicklung, festgehalten in der These, der Begriff vom „Raum“ unterliegt einem kontinuierlichen Wandel, der bis heute anhält und durch Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu historischen Konzeptionen, auf der Ebene seiner Bestimmung, nachweisbar ist, gilt es, in dieser Arbeit nach zu zeichnen. Dazu möchte ich die konstatierte aktuelle Vielgestaltigkeit des Raumkonzeptes tatsächlich als Resultat einer Entwicklung ansehen, die im Denken der antiken Autoren Aristoteles und Euklid ihren Anfang genommen hatte. Ziel der Arbeit soll es sein, herauszufinden, inwieweit sich die Elemente historischer Raumkonzepte in den Konzepten der Gegenwart wieder finden lassen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Metaphysische Raumkonzepte

2.1 René Descartes – Raum als Gefäß der Substanz

2.2 Gottfried Wilhelm Leibniz – Ein relationales Raumkonzept

2.3 Immanuel Kant – Raum als Bedingung der Möglichkeit sinnlicher Wahrnehmung

3 Dieter Läpple – Für ein gesellschaftliches Raumkonzept

4 Schlussteil

5 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, Elemente historischer metaphysischer Raumkonzepte – konkret von René Descartes, Gottfried Wilhelm Leibniz und Immanuel Kant – auf ihre Anwendbarkeit und Präsenz in aktuellen Raumvorstellungen hin zu untersuchen. Dabei wird insbesondere das Konzept der "gesellschaftlichen Funktionsräume" von Dieter Läpple als zeitgenössischer Bezugspunkt analysiert, um eine These über die Kontinuität in der Entwicklung des Raumbegriffs argumentativ zu stützen.

  • Historische Herleitung des Raumbegriffs von der Antike bis zur Neuzeit.
  • Vergleichende Analyse der metaphysischen Raumkonzepte von Descartes, Leibniz und Kant.
  • Darstellung und kritische Einordnung des Konzepts der "gesellschaftlichen Funktionsräume" von Dieter Läpple.
  • Untersuchung der theoretischen Kontinuität und Pluralisierung des Raumkonzepts.
  • Diskussion des Verhältnisses zwischen gesellschaftlichen Prozessen und räumlichen Strukturen.

Auszug aus dem Buch

2.1 René Descartes – Raum als Gefäß der Substanz

Die Betrachtung metaphysischer Raumkonzepte soll mit der Erarbeitung des Raumbegriffes des französischen Philosophen René Descartes beginnen. Als literarische Grundlage der Bearbeitung soll der Textauszug der Textzusammenstellung in Dünne/Günzel dienen. Auch bei der Verwendung von Zitaten werde ich mich auf besagte Ausgabe beziehen. Darüber hinaus kann die Textgrundlage im Gesamtwerk René Descartes' eingesehen werden. Ich habe mich nicht nur des einfacheren Zugangs wegen für Dünne/Günzel entschieden, sondern vor allem aus Gründen thematischer Geschlossenheit im Hinblick auf das Thema und den Inhalt der anstehenden Arbeit. Nicht zuletzt sind alle drei neuzeitlichen philosophischen Autoren mit Grundlagentexten, derer ich mich hier bedienen werde, in diesem Werk vertreten.

In der Schrift „Über die Prinzipien der materiellen Dinge“ entfaltet Descartes Schritt für Schritt seinen Raumbegriff. Zunächst beginnt er die grundlegende Eigenschaft von Körpern und Materie, welche er gleichsetzt, zu konstatieren. Laut Descartes besteht sie nicht darin, dass „die Materie ein hartes oder schweres oder farbiges oder auf irgendeine sonstige Weise unsere Sinne erregendes Ding ist, sondern allein darin, daß sie ein in Länge, Breite und Tiefe ausgedehntes Ding ist.“ Die Natur der Körper besteht demnach allein in der Ausdehnung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die vielschichtige Rezeptionsgeschichte des Raumbegriffs ein und definiert die Forschungsfrage, inwieweit historische metaphysische Raumkonzepte in modernen Ansätzen, wie denen von Dieter Läpple, fortwirken.

2 Metaphysische Raumkonzepte: Dieses Kapitel arbeitet die Raumvorstellungen von Descartes, Leibniz und Kant anhand zentraler philosophischer Texte heraus, um eine systematische Grundlage für den anschließenden Vergleich zu schaffen.

2.1 René Descartes – Raum als Gefäß der Substanz: Descartes definiert den Raum über die Eigenschaft der Ausdehnung in drei Dimensionen und verknüpft diesen untrennbar mit dem Begriff der Substanz.

2.2 Gottfried Wilhelm Leibniz – Ein relationales Raumkonzept: Leibniz entwirft in der Kontroverse mit Newton den Raum als eine Relation, die sich aus der Ordnung des Nebeneinanderbestehens der Dinge ergibt.

2.3 Immanuel Kant – Raum als Bedingung der Möglichkeit sinnlicher Wahrnehmung: Kant bestimmt den Raum als formale Anschauungsform a priori, die jeder sinnlichen Wahrnehmung zugrunde liegt.

3 Dieter Läpple – Für ein gesellschaftliches Raumkonzept: Läpple entwickelt den Begriff der "gesellschaftlichen Funktionsräume" und plädiert für eine Überwindung "banaler" Raumauffassungen durch die Einbeziehung gesellschaftlicher Produktions- und Aneignungsprozesse.

4 Schlussteil: Das Fazit synthetisiert die Ergebnisse und ordnet Läpples Theorie als Weiterentwicklung des Leibniz'schen relationalen Raumkonzepts in eine genealogische Entwicklungslinie ein.

5 Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Untersuchung auf.

Schlüsselwörter

Raum, Metaphysik, Descartes, Leibniz, Kant, Läpple, Gesellschaftliche Funktionsräume, Raumkonzept, Substanz, Relationaler Raum, Wahrnehmung, Raumtheorie, Raumsoziologie, Kontinuität, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische Entwicklung des Raumbegriffs, indem sie klassische metaphysische Positionen der Neuzeit mit zeitgenössischen soziologischen Ansätzen vergleicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die metaphysische Raumphilosophie (Descartes, Leibniz, Kant) und deren Rezeption sowie Transformation in der modernen Sozialwissenschaft am Beispiel von Dieter Läpple.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, inwieweit historische Elemente der Raumkonstruktion in modernen Konzepten wie den "gesellschaftlichen Funktionsräumen" von Läpple weiterhin erkennbar sind oder fortwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine systematische Textanalyse und einen komparativen Ansatz, bei dem die Konzepte der Philosophen chronologisch herausgearbeitet und in einen Bezug zu Läpples Theorie gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Raumvorstellungen von Descartes (Substanz), Leibniz (Relationen) und Kant (Anschauungsform) detailliert analysiert und anschließend Läpples Modell der "gesellschaftlichen Funktionsräume" entfaltet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Raum, Substanz, Relationalität, gesellschaftliche Funktionsräume, Metaphysik und Theorieentwicklung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Läpples Konzept von Descartes' "Behälter-Raum"?

Während Descartes den Raum als homogenes, absolutes Gefäß für Substanz versteht, lehnt Läpple diese Entkopplung von Raum und Inhalt ab und betont stattdessen die gesellschaftliche Konstitution des Raums.

Inwieweit lässt sich Läpples Ansatz auf Leibniz beziehen?

Die Arbeit ordnet Läpples Theorie als eine Art Weiterentwicklung des Leibniz'schen relationalen Raumkonzepts ein, da beide den Raum nicht als absolut oder unabhängig von den Dingen/Prozessen betrachten.

Warum spielt das Thema der "Raumblindheit" bei Läpple eine Rolle?

Läpple kritisiert mit diesem Begriff, dass Gesellschaftswissenschaften oft unreflektiert physikalische Raumkonzepte übernehmen, statt den Raum aus den spezifischen gesellschaftlichen Funktionen heraus zu begründen.

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Details

Title
Über die Metaphysik des Raumes in Dieter Läpples gesellschaftlichen Raumkonzeptes
College
University of Leipzig  (Institut für Philosophie)
Grade
2,0
Author
Sebastian Langer (Author)
Publication Year
2008
Pages
27
Catalog Number
V131972
ISBN (eBook)
9783640378302
ISBN (Book)
9783640378722
Language
German
Tags
Metaphysik Raumes Dieter Läpples Raumkonzeptes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Langer (Author), 2008, Über die Metaphysik des Raumes in Dieter Läpples gesellschaftlichen Raumkonzeptes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131972
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