Kulturlandschaftliche Entwicklung von Mecklenburg-Vorpommern bis 1945


Seminararbeit, 2002

21 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Vorwort

2. Raumstrukturen von der Frühzeit bis ins frühe Mittelalter (7000 v. Chr. – 11. Jhd.)

3. Landesausbau im Mittelalter
3.1 Die Ostkolonisation im Hohen Mittelalter (12. – 13. Jhd.)
3.2 Spätes Mittelalter (14. – 15. Jhd.)
3.3 Die Bedeutung der Hanse für Mecklenburg und Vorpommern

4. Vorindustrielle Raumerschließung in der Neuzeit
4.1 Reformation und Dreißigjähriger Krieg (1521-1648)
4.2 Raumentwicklung bis zum Beginn der Industrialisierung (1815)

5. Die Kulturlandschaftliche Entwicklung bis 1918

6. Mecklenburg und Vorpommern in der Zeit von 1918 – 1945

7. Fazit

8. Literatur

1. Vorwort

In der vorliegenden Arbeit wird die Kulturlandschaftliche Entwicklung des Bundeslandes Mecklenburg – Vorpommern von den Anfängen der Besiedlung in der Frühgeschichte bis zum Ende des zweiten Weltkrieges 1945 dargestellt. Dieser geschichtliche Abriß kann aufgrund der räumlichen Begrenztheit der Arbeit natürlich nur eine kurze Abhandlung dieses doch sehr langen Zeitraum wiedergeben.

Es ist weiter zu bemerken, dass dieses Bundesland erst nach 1945 als ein gemeinsames Land entstanden ist. In der Zeit, welche in Folge erläutert werden soll, hat es ein einheitliches Land Mecklenburg – Vorpommern nicht gegeben. Auch in der herangezogenen Literatur wird in Mecklenburg und Vorpommern unterschieden.

Die Arbeit ist in 6 Kapitel gegliedert. Als erstes wird die Raumstruktur von der Vorgeschichte bis ins frühe Mittelalter untersucht. Im zweiten Kapitel sollen anschließend die einschlägigen Veränderungen durch die Ostkolonisation, welche die heutige Siedlungslage bestimmt hat, näher erläutert werden. Eine dritte, für die Raumstruktur der heutigen Zeit wichtige Epoche ist der Zeitraum der vorindustriellen Raumerschließung. Desweiteren wird der Zeitraum bis zur Gründung des deutschen Reiches 1871 beleuchtet. Das letze Kapitel betrachtet die Geschichte des Landes während der Zeit des deutschen Reiches und endet 1945. Abschließend bleibt noch zu erwähnen, das die Literaturlage für die Erstellung dieser Arbeit gut ist und insbesondere sehr viel Literatur seit 1990 erschienen ist.

2. Raumstrukturen von der Frühzeit bis ins frühe Mittelalter

Das Land an der südlichen Ostsee, Mecklenburg-Vorpommern, dessen Geschichte in dieser Arbeit betrachtet werden soll, weist eine Besiedlung seit der Steinzeit auf (10.000 – 6.000 v. Chr.). Diese dauerhafte Besiedlung ist durch Grabfunde und durch die Entdeckung von Siedlungsresten belegt. Voraussetzung für die dauerhafte Besiedlung war das Ende der letzten Inlandvereisung durch weltweite Klimaänderungen.[1]

Die Besiedlung begann zuerst im südwestlichen Mecklenburg und später im nordöstlichen Vorpommern. Erste Siedlungen durch Fischer und Jäger entstanden an Fisch – und Jagtgebieten. Diese waren aber nur vorübergehend. Auch Ackerbau und Viehzucht wurde ab der Jungsteinzeit (5.000 – 3.600 v. Chr) betrieben. Dies führte zu den ersten dauerhaften Siedlungen im Land.[2]

Um Ackerbau betreiben zu können, wurden ab 3.000 v. Chr. erste Rodungen durchgeführt und die Großfamilie als Produktionsgemeinschaft etablierte sich. Die Siedlungen bestanden aus einigen Familien in Gehöften, einzeln waren auch Weiler anzutreffen. Zur Herstellung von Bronze und später Eisen, welche zur Herstellung von Waffen und Werkzeuge benötigt wurde, gab es zur Heranschaffung der benötigten Metalle Tauschhandel mit den im Alpenraum ansässigen Völkern. Auch mit den Römern jenseits der Rheingrenze kam es ab der Zeitenwende immer wieder zu einem Tauschhandel, welcher zu Verbesserungen in der Metallherstellung, der Töpferei und Gewebeherstellung führten.[3]

Die Völker, die ab 1.000 v. Chr. in diesem Gebiet lebten, konnten als Germanen oder mit ihnen verwandten Gruppen bezeichnet werden. Sie sind aus dem Gebiet des heutigen Skandinavien gekommen und haben das Land besiedelt. Mit Beginn der Völkerwanderung in den ersten Jahrhunderten sind sie jedoch wieder aus dem Raum der Ostsee abgewandert und hinterließen ein weitgehend menschenleeres Land.[4]

Ab den 6. Jahrhundert kam es durch die Einwanderung slawischer Volksgruppen zu einer erneuten, dauerhaften Besiedlung der Region. Ein bedeutender Stamm waren die Obodriten, sie siedelten zwischen der Wismarer Bucht und dem Schweriner See. Weitere Slawische Stämme waren die Wilzen, die Ranen, Ukranen und die Pomoranen.[5]

Der Mittelpunkt des Siedlungsgebietes bildete eine Burganlage. Hauptsitz der Obodriten war die Michelenburg, gelegen zwischen den heutigen Wismar und Schwerin. Aus ihr ging der Name Mecklenburg hervor, der Name Pommern ist wohl vom Stammesnahmen Pomoranen hergeleitet.[6]

Zu den Nachbarvölkern gab es unterschiedliche Kontakte. Es gab Handel mit Polen, den deutschen Reich und den Wikingern. Diese griffen, vor allem aus Schweden kommend, im 8 – 10 Jahrhundert auch die an der Ostseeküste gelegenen Siedlungen und Ländereien an und plünderten. Jedoch wurde auch Handel mit den ansässigen Slawen getrieben.[7] Zu festen Staatsformen ist es in Mecklenburg und in Vorpommern nicht gekommen. Die ansässigen Slawenstämme wurden von ihren Nachbarn Polen, Deutsches Reich und den Dänen bedrängt, dennoch blieben die Slawenstämme selbständig.[8]

3. Landesausbau im Mittelalter

Im Mittelalter kam es in den hier betrachteten Gebieten zu einem erheblichen Ausbau der Siedlungsstruktur und einem Anstieg der Bevölkerungszahlen. Auch erfolgte in diesem Zeitraum die Herausbildung einer Städtestruktur sowie von Wirtschafts – und Handelsstrukturen durch die Hanse. Dies wird im folgenden Kapitel näher betrachtet.

3.1. Die Ostkolonisation im hohen Mittelalter

Im Mittelalter, insbesondere ab dem 12. Jahrhundert began mit der deutschen Ostkolonisation ein für die Siedlungs – und Bevölkerungsentwicklung in Mecklenburg und Vorpommern bedeutsamer Vorgang. Die Ostkolonisation bedeutete die Besiedlung sowie die wirtschaftliche und kulturelle Erschließung der Gebiete östlich von Elbe, Böhmerwald und Saale. Diese Gebiete waren seit der Völkerwanderung durch Slawen nur dünn besiedelt.[9]

Die Einwanderer kamen zunächst nach Mecklenburg und später erst nach Pommern. Ihre Herkunft war Westfalen, Niedersachsen und das Gebiet der Niederlande. Es waren überwiegend Bauern und Geistliche Missionare, später dann auch Kaufleute und Händler.[10]

Initiatoren dieser Siedlungsbewegung waren die Kirche, Landesherren und Ordensgemeinschaften. Es kamen Siedler aus dem Westen und diese rodeten die Wälder, legten Einzelgehöfte an, schlossen sich an Siedlungen der Slawen oder gründeten neue Siedlungen. Es waren zumeist Straßendörfer, Angerdörfer, Waldhufendörfer oder es wurde die Form des Rundling gewählt. Auf Rügen hingegen blieben Weiler die vorherrschende Dorfform. Die dazugehörigen Flurformen waren zumeist Hufenförmig oder langstreifige Gewannfluren. Sie sind heute jedoch kaum mehr erhalten.[11]

Die Hauptursache dieser Siedlungsbewegung ist in der Bevölkerungszuname seit dem frühen Mittelalter und dem damit verbundenen Landbedarf zu sehen. Durch die Siedlungsbewegung wurde die Landwirtschaft verändert. So führten die deutschen Siedler den Pflug ein und das System der Dreifelderwirtschaft. Auch basierte die Landwirtschaft nun auf große Bauernhöfe und nicht mehr auf die zur Selbstversorgung angelegten kleineren Gehöfte. Dies alles hatte höhere Ernteerträge zur Folge, welche dem Bevölkerungszuwachs zugute kamen.[12]

Auch bildeten sich in dieser Zeit neue Herrschaftsstrukturen heraus. So gab es neben den Landesherrn als Herrschaftsträger den deutschen und slawischen Landadel. Der Landesherr war als Lehnsherr Eigentümer von Land und Boden. Es entwickelten sich feudale Herrschaftsverhältnisse.[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die folgende Karte[14] zeigt die deutsche Ostbewegung im 12. U. 13. Jahrhundert, insbesondere wird der kirchliche Einfluß durch die Darstellung des Verbreitungsgebietes der Zisterzienserklöster dargestellt. Auch sind die Phasen der Ausbreitung des deutschen Siedlungsgebietes nach Osten nachzuvollziehen.

Mit der Ostkolonisation setze auch die Christianisierung des Landes ein. Die Kolonisation verlief im übrigen nicht ganz friedlich. So besiegte Sachsenherzog Heinrich der Löwe 1160 den Obodritenfürst Niklot. Durch die Festigung der Grenze Mecklenburgs und Pommerns gegen Sachsen bildete sich bis Mitte des 13. Jahrhundert eine territorialstaatliche Prägung heraus. Es entstanden die Grafschaften Schwerin, Ratzeburg und Danneberg sowie die Bistümer Schwerin und Ratzeburg.[15]

[...]


[1] Vgl. Weiß, Mecklenburg – Vorpommern, 1996, S. 52.

[2] Ders., S. 52ff.

[3] Vgl. Heitz/Rischer, Geschichte in Daten..., 1995, S. 10 u. 154.

[4] Siehe Anm. 1, S. 20ff.

[5] Ders., S. 21.

[6] Vgl. Weiß, Mecklenburg- Vorpommern, 1996, S. 20.

[7] Vgl. Kinder/Hilgemann, dtv - Atlas Weltgeschichte 1, 1997, S. 130ff.

[8] Siehe Anm. 6, S. 21.

[9] Vgl. Lienau, Die Siedlungen..., 1995, S. 172.

[10] Siehe Anm. 6, S. 22.

[11] Vgl. Weiß, Mecklenburg-Vorpommern, 1996., S. 55ff u. 173.

[12] Vgl. Posan, Beiträge zur deutschen..., 1997, S. 38.

[13] Vgl. Heitz/Rischer, Geschichte in Daten..., 1995, S. 19.

[14] Karte: Siehe Kinder/Hilgemann, dtv-Atlas Weltgeschichte 1, 1997, s. 170

[15] Vgl. Weiß, Mecklenburg-Vorpommern, 1996 , S. 21.

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Details

Titel
Kulturlandschaftliche Entwicklung von Mecklenburg-Vorpommern bis 1945
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Autor
Jahr
2002
Seiten
21
Katalognummer
V13205
ISBN (eBook)
9783638189101
ISBN (Buch)
9783638801737
Dateigröße
770 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kulturlandschaftliche, Entwicklung, Mecklenburg-Vorpommern
Arbeit zitieren
Uwe Daniels (Autor), 2002, Kulturlandschaftliche Entwicklung von Mecklenburg-Vorpommern bis 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13205

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