In Hinblick auf die Fragestellung sollen in dieser Hausarbeit zunächst die allgemeinen Auswirkungen, der in den Quellen dargestellten Klimaanomalien, mittels des Modells nach Kates skizziert werden. Danach werden die beiden Schriftstücke jeweils einzeln daraufhin untersucht, welche Ursachen für das veränderte Klima benannt werden und wie mit den neuen Umständen umgegangen wird. Hierbei soll der Schwerpunkt bewusst nicht auf dem wirtschaftlichen Aspekt liegen, sondern viel mehr die Implikationen auf das Leben in der Gesellschaft herangezogen werden.
Aufbauend auf die Einzelanalysen erfolgt ein Vergleich der beiden Texte, aus dem hervorgehen soll, inwiefern die sich zeitlich relativ nahen Quellen unterscheiden bzw. ähneln. Im Schluss werden letztlich die Untersuchungsergebnisse zusammengetragen und eine Antwort auf die Fragestellung der Hausarbeit formuliert. Da sehr nah an den vorliegenden Quellen gearbeitet wird und das Augenmerk auf der subjektiven Darstellung der Quellenschreiber liegen soll, trägt Forschungsliteratur zu dem entsprechenden Themenbereich eine nachgeordnete Rolle und wird lediglich stellenweise als Ergänzung oder zur Erläuterung herangeholt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die „Kleine Eiszeit“ und Vorstellung der Arbeit
2. Quellenanalyse und –vergleich
2.1 Wie wirkt sich der Klimawandel aus?
2.1.1 „Die Teuerung zu Augsburg“
2.1.2 „Wahrhafftige und glaubwirdige Zeyttung“
2.2 Womit wird der Klimawandel begründet und wie geht man damit um?
2.2.1 „Die Teuerung zu Augsburg“
2.2.2 „Wahrhafftige und glaubwirdige Zeyttung“
2.3 Quellenvergleich und -interpretation
3. Beantwortung der Ausgangsfragestellung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand eines Vergleichs zweier Schriftquellen aus den Jahren 1570/71 und 1583, wie klimatische Veränderungen der „Kleinen Eiszeit“ sowie deren gesellschaftliche Folgen in der Frühen Neuzeit wahrgenommen, begründet und bewältigt wurden.
- Historische Einordnung der „Kleinen Eiszeit“
- Methodische Anwendung des „Ordered Impact Model“ nach Kates
- Analyse der religiösen und sozialen Deutungsmuster von Klimaanomalien
- Vergleich der Reaktionsweisen in den zeitgenössischen Quellen
Auszug aus dem Buch
2.1.1 „Die Teuerung zu Augsburg“
Liest man das Gedicht „Die Teuerung zu Augsburg“, so fällt zunächst auf, dass die Klimaanomalien konkret gar nicht erläutert werden. Stattdessen führt der unbekannte Autor direkt in die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen der Klimaveränderungen ein. Demnach kann der erste Schritt des Kates-Modells nicht näher auf die vorliegende Quelle bezogen werden. Zu dem zweiten Schritt kann anhand der Schriftquelle festgemacht werden, dass offensichtlich die ganze Bevölkerung von dem Klimawandel und dessen Folgen betroffen sei. Der Autor benennt Bauern, Kinder sowie ihre Eltern als Opfer und führt die konkreten Implikationen aus. Das Gedicht geht des Weiteren auf die wirtschaftlichen Konsequenzen ein, denn wie der Titel „Die Teuerung zu Augsburg“ schon verrät, bringt der Klimawandel eine Preissteigerung von Nahrungsmitteln mit sich. Das Gewerbe und der Handel werden somit vom Klima zu dieser Zeit negativ beeinflusst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die „Kleine Eiszeit“ und Vorstellung der Arbeit: Einführung in den Forschungsbegriff der „Kleinen Eiszeit“ und Darlegung der Zielsetzung, zwei spezifische historische Quellen auf ihre Schilderung von Klimafolgen hin zu untersuchen.
2. Quellenanalyse und –vergleich: Untersuchung der beiden Texte mittels des „Ordered Impact Model“ zur Identifikation von Auswirkungen, Begründungszusammenhängen und Bewältigungsstrategien gegenüber den Klimaanomalien.
3. Beantwortung der Ausgangsfragestellung und Ausblick: Synthese der Einzelergebnisse zum Vergleich der religiösen Deutungen und der unterschiedlichen sozialen Konsequenzen in den beiden untersuchten Schriftstücken.
Schlüsselwörter
Kleine Eiszeit, Frühe Neuzeit, Quellenanalyse, Klimawandel, Teuerung zu Augsburg, Wahrhafftige und glaubwirdige Zeyttung, Kates-Modell, Hungerkrise, Hexenverfolgung, Gott, Religion, Sozialgeschichte, Klimaanomalien, Historische Konsequenzen, Augsburg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert historische Schriftquellen aus dem späten 16. Jahrhundert, um aufzuzeigen, wie Zeitgenossen klimatische Veränderungen der „Kleinen Eiszeit“ interpretierten und welche Auswirkungen diese auf ihr tägliches Leben hatten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Wahrnehmung von Klimaschwankungen, die ökonomischen Krisen (insbesondere Teuerungen), der religiöse Umgang mit Leid sowie die soziokulturelle Suche nach Schuldigen, wie etwa Hexen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein vergleichender Blick auf zwei Texte, um zu klären, ob und wie die Autoren Klimaveränderungen begründen und welche unterschiedlichen Bewältigungsmechanismen sie vorschlagen oder dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt zur Strukturierung der Analyse das „Ordered Impact Model“ nach Kates, um die Auswirkungen von Klimaanomalien systematisch in verschiedene Eskalationsstufen einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einzelanalyse der beiden Quellen „Die Teuerung zu Augsburg“ und die „Wahrhafftige und glaubwirdige Zeyttung“ sowie deren direkten Vergleich hinsichtlich ihrer religiösen und sozialen Aussagen.
Welche Keywords charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Schlagworte sind Kleine Eiszeit, Hexenverfolgung, Klimaanomalien, soziale Krisen und der religiöse Umgang mit Naturereignissen in der Frühen Neuzeit.
Wie wird in der „Teuerung zu Augsburg“ mit der Klimakrise umgegangen?
Der Autor interpretiert die Krise als göttliche Prüfung und fordert das Volk auf, sich dem Schicksal und dem Willen Gottes zu unterwerfen, anstatt nach aktiven weltlichen Lösungen zu suchen.
Worin unterscheidet sich die „Wahrhafftige und glaubwirdige Zeyttung“ in ihrer Argumentation?
Im Gegensatz zur „Teuerung zu Augsburg“ macht diese Quelle explizit Hexen für das schlechte Wetter und die Ernteausfälle verantwortlich, was zu der Forderung nach aktiver Verfolgung und Bestrafung (Hexenverbrennungen) führt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Schilderung klimatischer Veränderungen und ihre Folgen. Vergleich zweier Schriftquellen aus dem 16. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1321825