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Antieidgenössische Schmähungen im Schwabenkrieg

Über die Entwicklung eines Zugehörigkeitsgefühls zu den Eidgenossen innerhalb der städtischen, nicht-obrigkeitlichen Bevölkerung Basels im Zuge des Schwabenkriegs von 1499

Titel: Antieidgenössische Schmähungen im Schwabenkrieg

Seminararbeit , 2022 , 20 Seiten , Note: 6.0 (Schweiz - sehr gut)

Autor:in: Basil Kunz (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Jahr 1499 stand die zehnörtige Eidgenossenschaft in einem kriegerischen Konflikt mit dem Hause Habsburg-Österreich – dem Schwabenkrieg –, bei dem es zu häufigen gegenseitigen Schmähungen kam. Diese hatten einen erheblichen Einfluss auf den Selbstvergewisserungs- und Abgrenzungsprozess der Eidgenossen im 15. Jahrhundert. Dabei beschränkte sich deren Einfluss nicht bloss auf die politische Obrigkeit, sondern wirkte sich auch auf private Streitigkeiten innerhalb der spätmittelalterlichen Bevölkerung aus. Die Breitenwirkung solcher Schmähungen ist Thema dieser Arbeit, wobei die städtische Bevölkerung Basels um 1500 im Fokus steht und der Frage nachgegangen wird, ob sich aus Kundschaften eines Nachbarschaftskonflikts, in welchem gegenseitige Schmähungen auf die Konfliktlinien des Schwabenkriegs bezugnehmen, Vorstellungen über ein Zugehörigkeitsgefühl und ein Abgrenzungsbedürfnis innerhalb jener eidgenössischen Gesellschaftsschicht erkennen lassen, die nicht zur politischen bzw. wirtschaftlichen Elite des spätmittelalterlichen Basels gehörten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Schmähungen zur Zeit des Schwabenkriegs und ihre Wirkung auf die Eidgenossen

3 «Daz du gefrolockest hast, da die biderben lút zue Dornach erslagen sind»

4 Schlussbemerkung

5 Bibliografie

5.1 Quelle

5.2 Sekundärliteratur

6 Abstract

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob sich aus Zeugenaussagen (Kundschaften) eines Nachbarschaftskonflikts im Basel des Jahres 1499 Rückschlüsse auf ein Zugehörigkeitsgefühl zur Eidgenossenschaft und ein Abgrenzungsbedürfnis gegenüber Habsburg bei der breiten, nicht-obrigkeitlichen Bevölkerung ziehen lassen.

  • Die Rolle der Schmähungen im Kontext des Schwabenkriegs von 1499.
  • Die Bedeutung von Stigmatisierung und Identitätsbildungsprozessen.
  • Die Auswertung von Kundschaften als Quelle für die Alltagsgeschichte.
  • Die „Verschweizerung“ Basels und die gesellschaftliche Wahrnehmung.
  • Die Parteinahme in privaten Streitigkeiten aufgrund politischer Konfliktlinien.

Auszug aus dem Buch

«Daz du gefrolockest hast, da die biderben lút zue Dornach erslagen sind»

Die politische Obrigkeit Basels bemühte sich aufgrund innerer Gespaltenheit hinsichtlich einer Parteinahme während des ganzen Schwabenkriegs um eine neutrale Haltung gegenüber den Konfliktparteien. Diese Uneinigkeit war sowohl Habsburgern wie Eidgenossen bekannt, was beiderseits mit zahlreichen Versuchen verbunden war, die Stadt am Rhein auf die eigene Seite zu ziehen und die sich in Unterstützungszusicherungen aber auch Drohungen, wie bspw. dem Entzug städtischer Privilegien durch Maximilian I., ausdrückten. In der Basler Landschaft wuchsen indes die Sympathien für die Eidgenossen, die sich u.a. in der tatkräftigen Unterstützung in der Schlacht bei Dornach zeigten und die städtische Regierung weiter unter Druck setzte.

Der Sieg in der Schlacht bei Dornach und die Haltung der ländlichen Bevölkerung beschleunigten den Prozess, der von Sieber-Lehmann als ‘Verschweizerung Basels’ bezeichnet wird. Mit dem Frieden von Basel vom 22. September 1499 – aus dem die Stadt trotz ihres Verhaltens straffrei herausging – begannen für die Stadt erstaunlicherweise erst die Unruhen. Denn nicht nur Basel, sondern alle am Krieg Beteiligten erhielten Amnestie, was paradoxerweise die Zahl nachbarschaftlicher Übergriffe in die Höhe schnellen liess und wenig überraschend die antiösterreichische Stimmung in der Stadt verstärkte, die sich wiederum in einer zunehmenden Adelsfeindschaft ausdrückte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in den Schwabenkrieg ein, definiert die soziale Problematik der Schmähungen und formuliert die Fragestellung zur Untersuchung des Zugehörigkeitsgefühls in der Basler Bevölkerung.

2 Schmähungen zur Zeit des Schwabenkriegs und ihre Wirkung auf die Eidgenossen: Dieses Kapitel analysiert das soziologische Konzept der Stigmatisierung und untersucht, wie Feindbilder sowie die „Verschweizerung“ das Identitätsbewusstsein beeinflussten.

3 «Daz du gefrolockest hast, da die biderben lút zue Dornach erslagen sind»: Hier erfolgt die konkrete Quellenanalyse eines Nachbarschaftsstreits in Basel unter Berücksichtigung der politischen Rahmenbedingungen des Jahres 1499.

4 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass sich politische Identitätsvorstellungen auch in der nicht-obrigkeitlichen Bevölkerung nachweisen lassen.

5 Bibliografie: Auflistung der verwendeten Quellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

6 Abstract: Zusammenfassung der zentralen Thesen und Ergebnisse der Arbeit.

Schlüsselwörter

Schwabenkrieg, Eidgenossenschaft, Basel, Stigmatisierung, Identität, Zugehörigkeitsgefühl, Kundschaft, Schultheissengericht, 1499, Schlacht bei Dornach, Alltagsgeschichte, Ehrhandel, Adelsfeindschaft, Sozialgeschichte, Privates Streitwesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Wirkung von Schmähungen und die Entwicklung eines Zugehörigkeitsgefühls zur Eidgenossenschaft innerhalb der Basler Stadtbevölkerung während des Schwabenkriegs im Jahr 1499.

Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?

Der Fokus liegt auf der sozialen Breitenwirkung politischer Ereignisse, dem Konzept der Stigmatisierung im Mittelalter und der Bedeutung von Zeugenaussagen für die Geschichtsschreibung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu belegen, dass auch Bevölkerungsschichten unterhalb der politischen Elite ein bewusstes Zugehörigkeitsgefühl zu den Eidgenossen entwickelten und politische Konfliktthemen in ihren Alltag integrierten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse von Gerichtsprotokollen, sogenannten Kundschaften, um die Mentalität und das Identitätsbewusstsein der damaligen Akteure zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Situation Basels um 1500, die Funktion des Schultheissengerichts sowie die detaillierte Auswertung eines konkreten, überlieferten Nachbarschaftsstreits unter dem Aspekt der politischen Parteinahme.

Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Schwabenkrieg, Stigmatisierung, Identitätsbildung, Basler Lokalgeschichte und das soziale Prozessschriftgut des ausgehenden 15. Jahrhunderts.

Welchen Stellenwert nimmt die „Schlacht bei Dornach“ in den Aussagen ein?

Sie fungiert in den untersuchten Zeugenberichten als zentraler Referenzpunkt, anhand dessen die Streitenden ihre politische Parteinahme legitimieren und ihre Abgrenzung gegenüber der gegnerischen Seite begründen.

Wie gehen die Beteiligten mit der Bezeichnung „Schweizer“ um?

Die Arbeit zeigt, dass die ursprünglich als Schimpfwort oder Stigma verwendete Bezeichnung durch die Eidgenossen aktiv übernommen und positiv umgedeutet wurde, um sich nach außen abzugrenzen.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Antieidgenössische Schmähungen im Schwabenkrieg
Untertitel
Über die Entwicklung eines Zugehörigkeitsgefühls zu den Eidgenossen innerhalb der städtischen, nicht-obrigkeitlichen Bevölkerung Basels im Zuge des Schwabenkriegs von 1499
Note
6.0 (Schweiz - sehr gut)
Autor
Basil Kunz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
20
Katalognummer
V1322471
ISBN (PDF)
9783346805379
ISBN (Buch)
9783346805386
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schmähungen Schwabenkrieg Eidgenossenschaft Schwaben Heiliges Römisches Reich 1499 Basel Zugehörigkeitsgefühl Abgrenzung Bevölkerung Wirkung Dornach Schweizerkrieg Grenze Mittelalter Alte Eidgenossenschaft Habsburg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Basil Kunz (Autor:in), 2022, Antieidgenössische Schmähungen im Schwabenkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1322471
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Leseprobe aus  20  Seiten
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