Ziel der Arbeit ist es, eine Einschätzung der Auswirkungen auf das Stromnetz im Jahr 2030 zu geben. Weiterführend wird der Fokus auf einer dienlichen Stromnetzintegration der E-Autos liegen. Dabei beschäftigt sich die Arbeit mit der zentralen Forschungsfrage, wie für das Stromnetz im Jahr 2030 eine förderliche Stromnetzintegration der E-Autos erfolgen kann. Hierbei werden Steuerungsmöglichkeiten der Ladevorgänge untersucht und das Potenzial zur Reduzierung der Stromnetzbelastung aufgezeigt. Daraus resultieren weitere Forschungsfragen, die beantwortet werden sollen. Zum einen, welche Möglichkeiten sich anbieten, um eine dienliche Stromnetzintegration zu erreichen. Zum anderen, welche positiven und negativen Auswirkungen eine Stromnetzintegration von E-Autos auf das Stromnetz hat.
Die beschlossene Klimaneutralität bis 2045 erzeugt einen Wandel in Deutschland. Für alle Sektoren hat die Bundesregierung schrittweise Klimaziele definiert, die für zukünftige Maßnahmen als Orientierung gelten. Der Sektor Verkehr ist in Deutschland der drittgrößte Emittent von Emissionen und soll bis 2030 knapp 50 % gegenüber 1990 einsparen. Dabei sind im Straßenverkehr die meisten Emissionen auf den PKW-Bereich zurückzuführen. Als ein Lösungsansatz zur Emissionsreduktion, gilt der Umstieg von einem konventionellen Verbrenner auf ein Elektroauto (E-Auto). Das nächstliegende große Ziel der Bundesregierung für den Sektor Verkehr ist für das Jahr 2030 angesetzt. Insgesamt sollen bis 2030 15 Mio. rein elektrisch betriebene Autos im PKW-Bestand vertreten sein, um die Klimaziele zu erreichen. Ergänzend kommen weitere Hybridfahrzeuge im Millionenbereich hinzu. Eine Studie der Prognos AG schätzt den gesamten E-Auto Bestand für das Jahr 2030 sogar auf 18,2 Mio. Fahrzeuge. Diese 18,2 Mio. E-Autos hätten laut der Studie einen jährlichen Stromverbrauch von 44 TWh. Der benötigte Strom für die Ladevorgänge muss mit Hilfe der Ladeinfrastruktur bereitgestellt werden. Dabei stellt sich die Frage, wie das Stromnetz diesen zusätzlichen Stromverbrauch bewältigen kann. Mögliche Lösungsansätze sind ein verstärkter Stromnetzausbau oder die Einführung von umfangreichen Steuerungsmöglichkeiten, um die Last der E-Autos zu reduzieren oder zu verschieben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen
2.1 Das E-Auto
2.2 Der Ladevorgang von E-Autos
2.3 Das Stromnetz
3 Elektromobilität heute und in Zukunft
3.1 Status Quo
3.2 Elektromobilität im Jahr 2030
4 Möglichkeiten zur Einbindung von Elektromobilität ins Stromnetz
4.1 Elektromobilität im Stromnetz
4.2 Entwicklung der Stromnetzintegration von E-Autos
4.3 Steuerungsmöglichkeiten von E-Autos
5 Analyse der Stromnetzintegration von E-Autos im Jahr 2030
5.1 Datengrundlage, Vorgehensweise und getroffene Annahmen
5.1.1 Durchschnittliche Stromverbräuche
5.1.2 Tägliche Ladekurven an unterschiedlichen Ladestandorten
5.1.3 Stromverbräuche der E-Autos im Jahr 2030
5.1.4 Anwendung eines einfachen Lademanagements
5.2 Ergebnisse der Analyse
5.3 Zusammenfassung und Einordnung der Ergebnisse
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer zunehmenden Anzahl von Elektroautos auf das deutsche Stromnetz bis zum Jahr 2030 und evaluiert, wie durch gezielte Steuerung der Ladevorgänge eine netzdienliche Integration der Fahrzeuge erreicht werden kann.
- Quantifizierung des zusätzlichen Stromverbrauchs durch Elektroautos im Jahr 2030.
- Analyse des Ladeverhaltens und dessen Einfluss auf die Netzbelastung unter Berücksichtigung verschiedener Ladestandorte.
- Untersuchung von Steuerungsoptionen (marktorientiert, netzdienlich und intelligent) zur Lastausgleichung.
- Bewertung von Investitionen in den Netzausbau im Vergleich zu flexiblen Lademanagement-Strategien.
Auszug aus dem Buch
4.3 Steuerungsmöglichkeiten von E-Autos
Für eine bessere Stromnetzintegration der E-Autos können Steuerungsmöglichkeiten herangezogen werden. Diese bieten unterschiedliche Vorteile für den Netzbetreiber eines Stromnetzes oder den Besitzer eines E-Autos. Als erstes wird nochmals die Problematik der Stromnetzintegration ohne Steuerung dargestellt. Daraufhin erfolgt die theoretische und praktische Beschreibung von drei unterschiedlichen Steuerungsoptionen. Diese bilden für die Analyse im folgenden Kapitel 5 die Grundlage für die Anwendung der Steuerung am konkreten Beispiel der 18,2 Mio. E-Autos im Jahr 2030.
Stromnetzbetreiber sorgen in ihrem jeweiligen Stromnetzgebiet dafür, dass das Stromnetz stets ausgeglichen ist und es zu keinem Stromausfall kommt. Dafür muss die Frequenz von 50 Hertz gehalten werden. Aktuell spielt die Last der E-Autos noch eine untergeordnete Rolle aufgrund der noch geringen Anzahl und der damit verbundenen niedrigeren Gleichzeitigkeit. Mit zunehmender Anzahl der E-Autos wird sich dies allerdings ändern und die Netzbetreiber müssen schon jetzt vorausschauend handeln, da ein Stromnetzausbau langwierig ist. Eine der aktuellen Fragen, die Stromnetzbetreiber im Zusammenhang mit der E-Mobilität beschäftigt, ist, an welchen Stromnetzknoten es Handlungsbedarf wie z.B. einen Netzausbau für höhere Leistungen gibt. In diesem Kontext gibt es bereits unterschiedliche Studien, die Studie vom Fraunhofer-Institut ISI hat die eigenen Ergebnisse mit weiteren verglichen. Alle kommen zu einem ähnlichen Ergebnis. Das Stromnetz ist nicht unbedingt gefährdet durch die zusätzlichen Lasten von E-Autos, jedoch prägen dabei unterschiedliche Voraussetzungen je Studie die Ergebnisse. Eine Studie hat die Option untersucht, den Stromnetzausbau durch ein intelligentes Lastmanagement zu verringern. Dementsprechend wäre damit ein Netzausbau in gewisser Weise vermeidbar und das nur durch die intelligente Steuerung der E-Autos.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Klimaziele der Bundesregierung für 2030 ein und formuliert die Forschungsfrage zur förderlichen Stromnetzintegration von Elektroautos.
2 Grundlagen: Das Kapitel beschreibt technisch fundiert die Komponenten des Elektroautos, die Ladevorgänge sowie die allgemeine Struktur und Funktionsweise des Stromnetzes.
3 Elektromobilität heute und in Zukunft: Es wird der aktuelle Status quo der E-Mobilität analysiert und Prognosen für den Bestand im Jahr 2030 aus verschiedenen Studien verglichen.
4 Möglichkeiten zur Einbindung von Elektromobilität ins Stromnetz: Das Kapitel erörtert das Ladeverhalten, die netztheoretischen Auswirkungen durch E-Autos und stellt theoretische Steuerungskonzepte vor.
5 Analyse der Stromnetzintegration von E-Autos im Jahr 2030: Dieser Hauptteil berechnet anhand von Mobilitäts- und Verbrauchsdaten des Jahres 2019 die Auswirkungen auf das Stromnetz 2030 und simuliert den Effekt eines einfachen Lademanagements.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion des weiteren Forschungsbedarfs hinsichtlich der technischen und regulatorischen Umsetzung.
Schlüsselwörter
Stromnetzintegration, Elektroautos, Lademanagement, Netzbelastung, Gleichzeitigkeit, Netzdienlichkeit, Smart Grid, Lastverschiebung, Klimaziele 2030, bidirektionales Laden, Ladeinfrastruktur, Lastprofil, Stromverbrauch, Energiewende, Lastspitzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Thesis analysiert die Auswirkungen, die eine große Anzahl an Elektroautos auf das deutsche Stromnetz im Jahr 2030 haben wird, und wie diese Herausforderungen bewältigt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Stromnetzintegration, das Ladeverhalten, Strategien für ein intelligentes Lademanagement und die Vermeidung von Netzengpässen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, einzuschätzen, wie im Jahr 2030 eine netzdienliche Integration von Elektroautos technisch erreicht werden kann, um Netzbelastungen zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Studie nutzt eine quantitative Szenarioanalyse, bei der auf Datengrundlagen aus Studien zur E-Mobilität und Lastprofilen von 2019 aufgebaut und diese auf ein 2030-Szenario skaliert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Datengrundlage zur Modellierung des Stromverbrauchs und simuliert die Effekte von ungesteuerten versus gesteuerten Ladevorgängen an verschiedenen Ladepunkten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Stromnetzintegration, intelligentes Laden, Lastspitzen, bidirektionales Laden und Netzdienlichkeit.
Welche Bedeutung hat das bidirektionale Laden in der Analyse?
Das bidirektionale Laden stellt eine Schlüsseltechnologie dar, um Elektroautos aktiv als kurzfristige Energiespeicher zur Stabilisierung des Netzes einzusetzen.
Warum ist das Jahr 2030 der Fokuspunkt der Untersuchung?
Dieses Jahr markiert einen wichtigen Meilenstein der Klimaziele der Bundesregierung, für den ein signifikanter Anstieg des Elektroauto-Bestands prognostiziert wird.
Welche Rolle spielt die "Gleichzeitigkeit" beim Laden?
Die Gleichzeitigkeit beschreibt die kritische Problematik, dass viele Fahrzeuge zur selben Zeit laden, was zu Spitzenlasten führt, die das Stromnetz überlasten können.
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- Luisa Pape Morgado (Author), 2022, Analyse der Stromnetzintegration von Elektroautos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1322477