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Philosophische Quellen des nationalsozialistischen Rassismus. Einflussfaktoren und Ursprünge

Titel: Philosophische Quellen des nationalsozialistischen Rassismus. Einflussfaktoren und Ursprünge

Facharbeit (Schule) , 2022 , 29 Seiten , Note: 15 Punkte

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Konglomerat von Einflüssen aus Antike, Aufklärung, Neuzeit wie auch von zeitgenössischen Philosophen prägte die Weltanschauung des Nationalsozialismus, welche im Folgenden genauer erläutert werden soll.

Nach beinahe 80 Jahren ist es immer noch wichtig, dass sich den Einflussfaktoren und Ursprüngen der Philosophie des Nationalsozialismus zugewandt wird. Dementsprechend wird im Verlauf dieser Arbeit der Frage nachgegangen, welche philosophischen Theorien die Rassenpolitik und -ideologie beeinflusst und geformt haben. Die Leitfiguren des Nationalsozialismus versuchten anhand ihrer Idee des antiken Griechenlands, seiner kulturellen und intellektuellen Überlegenheit und den Staatstheorien Platons, eine historische Verbindung zu der antiken Hochkultur Athens aufzubauen.

Rund 2000 Jahre später entstand unter den Repräsentanten der Aufklärung das Bedürfnis, Kategorien und Theorien für die Einteilung verschiedener Bevölkerungsgruppen zu schaffen. Durch die Beschreibung phänotypischer Unterschiede werteten sie andere als evolutionär zurückgeblieben und unterlegen ab, um Unterdrückung, Versklavung und Genozide zu rechtfertigen. „Rassen“ wurden in der Aufklärung ebenfalls anhand von geografischer Grenzsetzung, wie auch kulturellen und religiösen Unterschieden kategorisiert. Indem der „Rasse“-Begriff in dem Diskriminierungsverbot erwähnt wird, werden weiterhin eugenische und rassistische Ideale zu einem bestimmten Grad als legitim dargestellt.

Ein Zeitgenosse Adolf Hitlers und ein zentraler Ideologe der nationalsozialistischen Rassenideologie war Hans F. K. Günther. In seiner Analyse „Platon als Hüter des Lebens“ zieht er Parallelen zwischen den Philosophien Platons und Arthur de Gobineaus, wie auch der Vererbungslehre Gregor Mendels. So werden Zuchtgedanken aus vergangenen Epochen als historische Basis für pseudowissenschaftliche „Experimente“ und Erkenntnisse über die „Ungleichheit der Menschenrassen“ benutzt.
Mit der Veröffentlichung der Evolutionstheorie durch Charles Darwin in Jahre 1858, begann eine Gruppe von Männern diese auf die verschiedenen „Menschenrassen“ anzuwenden. So entstand der Sozialdarwinismus, der in vielen rassistische Weltbilder und Verschwörungstheorien bis heute miteinfließt und sich den gesellschaftlichen Veränderungen anpasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Rückbesinnung auf die Ursprünge der nationalsozialistischen Rassenideologie

2 Definition und Verwendung des Rassebegriffs der Zeit des Nationalsozialismus

3 Philosophische Einflüsse von der griechischen Antike bis 1945 auf die Ideologie und Politik der Nationalsozialisten

3.1 Platons Einflüsse auf die Ideologie und Politik der Nationalsozialisten

3.2 Philosophische Einflüsse auf die Ideologie und Politik des Nationalsozialismus

3.2.1 Legitimierungsversuche einer Rassenhierarchie nach Arthur de Gobineau

3.2.2 Weiterentwicklung der Theorien Arthur de Gobineaus

3.3 An die Evolutionstheorie und Naturwissenschaften angelehnte philosophische Ansätze und deren Einbettung in die Ideologie und Politik der Nationalsozialisten

3.3.1 Der Missbrauch des Darwinismus

3.3.2 Verbreitung des Sozialdarwinismus und der daraus resultierende Überlebenskampf der Menschheit

3.4 Philosophische Einflüsse auf die Ideologie und Politik der Nationalsozialisten zu Lebzeiten Hitlers

3.4.1 Houston S. Chamberlains Einfluss auf Hitler und die Nationalsozialisten

3.4.2 Madison Grants Einfluss auf Hitler und die Nationalsozialisten

3.4.3 Hans F. K. Günthers Einfluss auf Hitler und die Nationalsozialisten

4 Fazit: Die Rassenideologie des Nationalsozialismus als Konglomerat von Ideen aus Antike, Aufklärung und Weimarer Republik

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die ideengeschichtlichen Wurzeln der nationalsozialistischen Rassenideologie, indem sie philosophische und wissenschaftliche Strömungen von der Antike bis zum 20. Jahrhundert analysiert. Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie bereits existierende, vermeintlich wissenschaftliche oder philosophische Konzepte instrumentalisiert wurden, um eine menschenverachtende Politik zu legitimieren und den verbrecherischen Kern des Nationalsozialismus zu stützen.

  • Analyse antiker Einflüsse, insbesondere der Staatsphilosophie Platons im Kontext elitärer Auslese.
  • Untersuchung des modernen Rassentheoretikers Arthur de Gobineau und dessen Bedeutung für die NS-Rassenhierarchie.
  • Darstellung des Missbrauchs evolutionstheoretischer Ansätze und des Sozialdarwinismus.
  • Einflussanalyse zeitgenössischer Ideologen wie Houston S. Chamberlain, Madison Grant und Hans F. K. Günther auf die Weltanschauung Adolf Hitlers.

Auszug aus dem Buch

3.1 Platons Einflüsse auf die Ideologie und Politik der Nationalsozialisten

Wenn man sich mit der Politik eines gesellschaftlichen Systems beschäftigt, ist eine der grundlegenden, essenziellen Fragen die, um welche Staatsform es sich dabei handelt. Platon nannte in seinem Hauptwerk die Aristokratie, Timokratie, Oligarchie und zuletzt die Demokratie. Wenn auch die Demokratie als schwächste Staatsform verfalle, würde die Tyrannis herrschen.

Für Platon war die Aristokratie, eine sogenannte Herrschaft der Besten, die Idealstaatsform. Die Demokratie hingegen gäbe „Unwürdigen“, die nicht die nötigen Anlagen hätten, eine Stimme. Die „kulturerhaltende“ Ordnung sei unter dieser Staatsform verloren und die Idee des Guten könnte nicht mehr verfolgt werden. Hans F. K. Günther, ein Rassentheoretiker Hitlers, interpretierte Platons Worte wie folgt: „Je demokratischer der Staat, […] desto mehr Volksmassen [sind] Redner und Staatsmänner, desto weniger wortkarge Tauglichkeit und Beherrschung des Arbeitsgebiets.“

Doch auch innerhalb einer Staatsform seien „unterschiedliche Schichten/Rassen“ vorhanden. Um dies besser zu verbildlichen, bediente sich Platon einer Metapher: „[A]ls der Gott [Menschen] formte, hat er denen, die zum Regieren fähig sind, bei ihrer Erschaffung Gold beigemischt, und das macht sie besonders wertvoll, allen Gehilfen aber Silber, und den Bauern und sonstigen Handarbeitern Eisen und Erze. […] doch kommt es auch vor, dass aus Gold ein silberner Nachkomme oder aus Silber ein goldener hervorgeht, und so wechselweise aus allen übrigen Metallen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Rückbesinnung auf die Ursprünge der nationalsozialistischen Rassenideologie: Das Kapitel führt in die Thematik ein und beleuchtet die heutige Debatte um den Begriff „Rasse“ sowie die Notwendigkeit, die historischen philosophischen Ursprünge der NS-Ideologie zu hinterfragen.

2 Definition und Verwendung des Rassebegriffs der Zeit des Nationalsozialismus: Hier wird die historische Fluidität der Rassebegriffe analysiert und dargelegt, dass sich die NS-Ideologie primär aufrassentheoretische Definitionen stützte, die eine hierarchische Ordnung postulierten.

3 Philosophische Einflüsse von der griechischen Antike bis 1945 auf die Ideologie und Politik der Nationalsozialisten: Dieses zentrale Kapitel analysiert die philosophischen Wurzeln der NS-Ideologie, ausgehend von Platons Staatslehre bis hin zu den Theorien des 19. und 20. Jahrhunderts.

3.1 Platons Einflüsse auf die Ideologie und Politik der Nationalsozialisten: Dieser Abschnitt untersucht, wie Platon als historische Legitimationsquelle für eugenische Selektion und eine ständisch-hierarchische Ordnung herangezogen wurde.

3.2 Philosophische Einflüsse auf die Ideologie und Politik des Nationalsozialismus: Dieses Kapitel fokussiert auf die rassistische Geschichtsphilosophie von Arthur de Gobineau und deren direkte Adaption durch die Nationalsozialisten.

3.2.1 Legitimierungsversuche einer Rassenhierarchie nach Arthur de Gobineau: Hier wird erläutert, wie Gobineau mittels einer vermeintlich kausalen Geschichtsauffassung eine Rassenhierarchie schuf, die den Aufstieg der „weißen“ Rasse als göttliches Willensziel deutete.

3.2.2 Weiterentwicklung der Theorien Arthur de Gobineaus: Dieser Teil betrachtet die Rezeption Gobineaus in der Ideologie Hitlers und zeigt auf, dass rassistische Ideale zur Stabilität einer Ständegesellschaft instrumentalisiert wurden.

3.3 An die Evolutionstheorie und Naturwissenschaften angelehnte philosophische Ansätze und deren Einbettung in die Ideologie und Politik der Nationalsozialisten: Kapitel 3.3 analysiert die Verknüpfung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, insbesondere der Evolutionstheorie, mit rassistischen Weltbildern.

3.3.1 Der Missbrauch des Darwinismus: Untersuchung darüber, wie die Evolutionstheorie Darwins zweckentfremdet wurde, um den Kampf ums Überleben der Stärkeren als naturgegebenes Gesetz zu etablieren.

3.3.2 Verbreitung des Sozialdarwinismus und der daraus resultierende Überlebenskampf der Menschheit: Beschreibung der pseudowissenschaftlichen Ausweitung darwinistischer Prinzipien auf soziale und rassistische Kategorien innerhalb der NS-Ideologie.

3.4 Philosophische Einflüsse auf die Ideologie und Politik der Nationalsozialisten zu Lebzeiten Hitlers: Dieses Kapitel analysiert die Rolle konkreter Zeitgenossen und Ideologen, die Hitlers Weltanschauung maßgeblich mitprägten.

3.4.1 Houston S. Chamberlains Einfluss auf Hitler und die Nationalsozialisten: Würdigung der Rolle Chamberlains als „Wegbereiter“ des Hitler-Rassismus und dessen Einfluss auf das Modell der „Volksgemeinschaft“.

3.4.2 Madison Grants Einfluss auf Hitler und die Nationalsozialisten: Analyse des Einflusses des amerikanischen Rassentheoretikers Madison Grant, dessen Ideen über den Schutz der „hochwertigen Rasse“ Hitler in seinem Weltbild bestärkten.

3.4.3 Hans F. K. Günthers Einfluss auf Hitler und die Nationalsozialisten: Betrachtung des bedeutendsten Rassentheoretikers des Dritten Reiches, dessen Schriften als Verbindung zwischen wissenschaftlichem Anspruch und nationalsozialistischer Vernichtungspolitik fungierten.

4 Fazit: Die Rassenideologie des Nationalsozialismus als Konglomerat von Ideen aus Antike, Aufklärung und Weimarer Republik: Das Fazit fasst zusammen, dass die NS-Ideologie keine isolierte Theorie war, sondern ein gefährliches Konglomerat aus jahrtausendealten Ideen, die gezielt zu einer Ideologie des Hasses verdichtet wurden.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Rassenideologie, Platon, Arthur de Gobineau, Darwinismus, Sozialdarwinismus, Eugentik, Rassenhygiene, Houston S. Chamberlain, Madison Grant, Hans F. K. Günther, Menschenrassen, Antisemitismus, Lebensraum, Selektion.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den ideengeschichtlichen Wurzeln, die den Nationalsozialismus geformt haben, und untersucht, wie Philosophen und Denker von der Antike bis zum 20. Jahrhundert als Legitimationsgrundlage für rassistische Politik dienten.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Staatsphilosophie der griechischen Antike, die Rassentheorien des 19. Jahrhunderts, die missbräuchliche Anwendung der Evolutionstheorie sowie die Einflüsse spezifischer Vordenker wie Chamberlain, Grant und Günther.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit fragt danach, welche philosophischen Theorien die nationalsozialistische Rassenpolitik und -ideologie beeinflusst und geformt haben und wie diese Ideen als scheinlegitime Basis für eine menschenverachtende Praxis genutzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Publikation verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Ideengeschichtsanalyse, wobei primäre Quellen (Schriften der genannten Theoretiker) und sekundäre historische Forschungsergebnisse kritisch gegenübergestellt werden.

Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische und thematische Analyse: Er beginnt bei Platons Staatsentwurf, führt über Gobineaus Kulturentwicklungsgeschichte bis hin zum Darwin-Missbrauch und den persönlichen Einflüssen von zeitgenössischen Ideologen auf das Weltbild Hitlers.

Welche Schlüsselbegriffe definieren den Kern der Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören „Rassenideologie“, „Sozialdarwinismus“, „Eugenik“, „Rassenhierarchie“ und die „Legitimation durch die Vergangenheit“.

Inwieweit spielt Platon eine Rolle für die nationalsozialistische Ideologie?

Platon wird von den nationalsozialistischen Rassentheoretikern, insbesondere durch Günther, als Vordenker genutzt, der eine ständische Ordnung und eine elitäre Auswahl („Zucht“) als Idealstaatsform propagierte, was zur Rechtfertigung eigener eugenischer Gesetze diente.

Welchen Einfluss hatte der amerikanische Rassentheoretiker Madison Grant auf das NS-Regime?

Obwohl Grant Amerikaner war, beeinflusste sein Werk „Der Untergang der großen Rasse“ maßgeblich deutsche Rassentheoretiker wie Hans F. K. Günther, die Hitlers rassistische und antisemitische Bestrebungen mit Grants pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen zu legitimieren wussten.

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Details

Titel
Philosophische Quellen des nationalsozialistischen Rassismus. Einflussfaktoren und Ursprünge
Note
15 Punkte
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
29
Katalognummer
V1323120
ISBN (PDF)
9783346806475
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie Rassismus Nationalsozialismus Ideologie Platon Madison Grant Charles Darwin Ursprünge Rassenhygiene Hierarchie Holocaust
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Philosophische Quellen des nationalsozialistischen Rassismus. Einflussfaktoren und Ursprünge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1323120
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