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Das Spanglische und die eigene Identität. Die Entstehung einer hybriden Kultur

Title: Das Spanglische und die eigene Identität. Die Entstehung einer hybriden Kultur

Academic Paper , 2020 , 12 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Niklas Richter (Author)

Romance Studies - Miscellaneous
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Indem ich zuerst auf Begriffe wie Code-Switching und Sprache eingehe, bereite ich den Leser*Innen dieser Arbeit ein grundlegendes Verständnis für elementare Begriffe, denen das Spanglische unterliegt. Im Hauptteil soll eine Analyse von exemplarischen Sprachäußerungen aus Songtexten zeigen, dass das Spanglische eine linguistische Nische des Bikulturalismus und Bilingualismus darstellt. Es wird gezeigt, inwiefern diese Äußerungen vom spanischen und englischen Standard abweichen, wo es zu Verschmelzungen kommt und inwiefern sich die Wörter ähneln. Als Letztes folgt dann meine Zusammenfassung, in jener ich die Bedeutung des Spanglischen einschätze.

“You can speak Español and then English at the same tiempo, you know?“ (Youtube). In Liedern wie “Livin La Vida Loca“ von Ricky Martin, “1, 2, 3“ von Sofía Reyes oder dem “Despacito Remix“ von Justin Bieber und Luis Fonsi lässt sich trotz der langen zeitlichen Unterschiede ihrer Erstveröffentlichungen eine linguistische Besonderheit erkennen, die sich bis zum heutigen Zeitpunkt immer weiter ausgebildet hat: Das ‚Spanglische‘. Jene Sprachvarietät beschreibt eine hybride Sprechart, die sowohl die Grammatik als auch das Vokabular des Englischen und Spanischen vereint. In einem Zeitungsartikel hieß es, dass das Spanglische nur eine Konsequenz von unzureichendem Wissen beider Sprachen darstelle. In dem im Jahr 1983 von Wayne King veröffentlichen Artikel der New York Times “It’s English, and It’s Spanish, And It’s Officially a Problem“ konnte eine klare Botschaft entnommen werden: Das Spanglish stelle eine eigene Sprache dar, die einen negativen Einfluss auf seine Anwender*Innen ausüben würde. Das gleichzeitige Sprechen von Spanisch und Englisch solle Kinder während ihres Lernprozesses verunsichern und die Weiterbildung ihrer linguistischen Kapazitäten in den jeweiligen Sprachen verlangsamen. In einem Artikel auf der Seite ‘NBC News‘, der von Vanessa Chesnut im Jahr 2018 veröffentlicht wurde, heißt es wiederum, dass das Spanglische eine nützliche Sprachlerntheorie verkörpere und deswegen weiterhin gesprochen werden solle. Ich gehe davon aus, dass das Spanglische keine Mischung zweier Sprachen bezeichnet, die die Kommunikation erschwert, sondern stattdessen den Sprachkontakt erleichtert und ein Beispiel für eine moderne Sprachvarietät darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontext und Theorie

2.1 Erläuterung von Terminologien

2.2 Soziale Hintergründe der Entstehung des Spanglischen

3. Analyse exemplarischer Sprachäußerungen aus Songtexten

3.1 Sofía Reyes – 1, 2, 3 (feat. Jason Derulo & De La Ghetto)

3.2 Black Eyed Peas, Maluma – Feel the Beat

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spanglische als hybride Sprachvarietät, die als linguistische Nische des Bikulturalismus und Bilingualismus fungiert, und analysiert anhand von Songtexten, wie diese Form der Sprachverwendung zur Identitätsstiftung beiträgt.

  • Grundlagen des Code-Switchings und linguistische Begriffsdefinitionen
  • Soziolinguistische Hintergründe der Entstehung des Spanglischen in den USA
  • Analyse von Code-Switching-Mustern in populärkulturellen Liedtexten
  • Die Rolle des Spanglischen bei der Konstruktion binationale Identitäten
  • Bedeutung des Spanglischen als Kommunikationsstrategie und kulturelles Symbol

Auszug aus dem Buch

Soziale Hintergründe der Entstehung des Spanglischen

Generell wird das Spanglische benutzt, um bewusst und unbewusst eine gewisse interkulturelle Dependenz auszudrücken. Die Sprachvarietät selbst entstand durch den Sprachkontakt des Spanischen und des Englischen, der größtenteils durch die Immigration mexikanischer Menschen in den USA erfolgte. Die Kultur und Gemeinschaft jener Menschen verbreitete sich schnell und vollzog somit den Kontakt zweier unabhängig voneinander gesprochenen Sprachen. Heutzutage gibt es viele Personen, die sich fühlen, als würden sie zwischen zwei Welten leben. Mit Sprache und Kultur kommen zugleich Anforderungen und Zwänge, denen sich viele Sprecher*Innen nicht unterwerfen wollen.

Bikulturalismus und Bilingualismus, also das Leben inmitten von zwei Kulturen und zwei Sprachen, ermöglichen es, ab einem frühen Alter einen hohen Anteil an Wissen über Vorkommen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in unserer Gesellschaft zu akkumulieren. Ebenso wird dadurch früh die interkulturelle kommunikative Kompetenz gefördert; es wird für andere Kulturen außer der einen eigenen sensibilisiert und aufgezeigt, dass diese anderen zu achten und zu ehren sind. Trotz dessen eröffnet sich hier ein vitaler Kritikpunkt: Mit der Erlangung einer neuen Sprache geht auch die Erlangung einer neuen Identität einher. Versuche, sowohl die eigenen mexikanischen Traditionen zu ehren, als auch neue amerikanische anzunehmen und gleichzeitig die eigene Identität in einer multikulturellen Gesellschaft zu finden, können darin enden, dass man sich zu beiden Gruppen nicht als zugehörig empfindet. Spanglish stellt hierbei einen Zwischenweg dar; eine Pforte, die es ermöglicht, beide Kulturen, Sprachen, und die damit angenommenen Identitäten in einer Varietät zu bündeln und diese binationale Identität somit auszuleben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Spanglischen ein, skizziert die kontroversen Ansichten dazu und definiert das Ziel der Arbeit, die Sprachvarietät als Ausdruck von Bikulturalismus zu analysieren.

2. Kontext und Theorie: Dieses Kapitel erläutert linguistische Fachbegriffe wie Code-Switching und beleuchtet die sozialen sowie kulturellen Ursprünge des Spanglischen.

3. Analyse exemplarischer Sprachäußerungen aus Songtexten: Hier werden praxisnahe Beispiele aus aktuellen Liedern analysiert, um die verschiedenen Arten des Code-Switchings auf ihre kontextuelle Funktion zu untersuchen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle des Spanglischen als identitätsstiftendes und stolzes Element lateinamerikanischer Kultur.

Schlüsselwörter

Spanglische, Code-Switching, Bikulturalismus, Bilingualismus, Identität, Sprachkontakt, Linguistik, Soziolinguistik, Sprachvarietät, Hybridität, Migration, Kontext, Kommunikation, Diskursstrategie, Kultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Spanglische als eine hybride Sprachvarietät, die durch den Kontakt von Englisch und Spanisch entsteht und insbesondere von bikulturellen Sprechern zur Identitätsstiftung genutzt wird.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die linguistische Analyse von Code-Switching, der Einfluss kultureller Identität auf den Sprachgebrauch und die soziale Bedeutung von Sprachmischungen in den USA.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, dass das Spanglische keine defizitäre Sprachmischung darstellt, sondern eine bewusste sprachliche Strategie innerhalb des Bikulturalismus ist.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus theoretischer Fundierung linguistischer Fachliteratur und einer praktischen Analyse ausgewählter Songtexte, um die Funktionsweise von Code-Switching zu illustrieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung (einschließlich verschiedener Formen des Code-Switchings) und eine daran anschließende Fallanalyse von Liedern bekannter Künstler wie Sofía Reyes und den Black Eyed Peas.

Wie lässt sich die Arbeit durch Schlüsselwörter charakterisieren?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Spanglische, Code-Switching, Bikulturalismus, Identitätsstiftung, Sprachkontakt und Soziolinguistik charakterisiert.

Welche spezifische Rolle spielt das sogenannte „intrasententiale Code-Switching“ in dieser Arbeit?

Es dient als eines der zentralen Analysewerkzeuge, um zu zeigen, wie Sprecher innerhalb eines Satzes zwischen den Sprachen wechseln, um Nuancen, Betonungen oder emotionale Aspekte der Identität auszudrücken.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Akzeptanz des Spanglischen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Spanglische trotz akademischer Vorbehalte als Ausdruck lateinamerikanischer Identität und Stolz anzusehen ist, da es eine Lücke in der kulturellen Zugehörigkeit sinnvoll überbrückt.

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Details

Title
Das Spanglische und die eigene Identität. Die Entstehung einer hybriden Kultur
College
University of Potsdam
Course
Soziolinguistische und kulturelle Aspekte des Spanischen in Amerika
Grade
1.0
Author
Niklas Richter (Author)
Publication Year
2020
Pages
12
Catalog Number
V1323956
ISBN (PDF)
9783346808622
Language
German
Tags
Spanisch Soziolinguistik Spanisch in Amerika Spanglisch Englisch Hybride Sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklas Richter (Author), 2020, Das Spanglische und die eigene Identität. Die Entstehung einer hybriden Kultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1323956
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