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Das Verhältnis des Propheten Muhammads zu den Juden im Lichte der Sira. Die Begebenheiten der medinensischen Phase mit den drei Judenstämmen

Titel: Das Verhältnis des Propheten Muhammads zu den Juden im Lichte der Sira. Die Begebenheiten der medinensischen Phase mit den drei Judenstämmen

Hausarbeit , 2020 , 13 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Theologie - Islamische Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis des Propheten Muḥammads zu den Juden im Lichte der Sīra, im Hinblick auf die Begebenheiten der medinensischen Phase mit den drei Judenstämmen. Die Geschichte vor, nach oder zwischen diesen Begebenheiten wird nur insofern behandelt, sodass ein gewisses Vorverständnis und eine historische Einordnung geschaffen werden kann.

In der heutigen Zeit scheint das Verhältnis zwischen den Juden und den Muslimen oftmals von Misstrauen, Angst und Feindschaft belastet. Grund dafür sind Bilder von Anschlägen auf jüdischen und muslimischen Gebieten in Israel.
Die Frage ist jedoch, wie das Verhältnis zwischen den Juden und den Muslimen in der Lebzeit des Propheten Muḥammads gewesen ist. Das Leben des Propheten Muḥammad ist organisch mit der koranischen Offenbarung verbunden und der Islam kennt traditionell eine eigene literarische Gattung, die Sīra, durch diese das Verhältnis des Propheten zu den Juden untersucht werden soll.

Das Hauptmaterial der Überlieferungen über die arabischen Juden bilden die Ereignisse mit den Judenstämmen Banū Qaynuqāʿ, Banū an-Naḍīr und Banū Qurayẓa. Hierbei handelt es sich um militärischen Konflikt des Propheten Muḥammad mit den oben genannten medinensischen Judenstämmen. Die genannten Begebenheiten mit den drei Stämmen fallen allesamt in die medinensische Phase, also der Zeit nach dem Auszug Muḥammads aus Mekka nach Medina, bzw. der Hidjra des Propheten.

Das Thema des militärischen Konflikts mit den medinensischen Juden ist ein kontrovers diskutiertes und mehrerlei instrumentalisiertes Themenfeld im gegenwärtigen Diskurs über den Islam, nicht nur in der nichtmuslimischen Öffentlichkeit und Islamwissenschaft, sondern auch innerislamisch. Die gängigste Version der Gegenwart von diesem Konflikt wird im Wesentlichen in der Sīra des Gelehrten Muḥammad ibn Isḥāq (gest. 150 n. H.) in der Redaktion des ʿAbd al-Mālik ibn Ḥišām (gest. ca. 218 n. H.) beschrieben, die unterdessen das älteste als Ganzes überlieferte Werk der Sīra-Gattung ist und das breiteste Material zum Leben des Propheten überliefert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Ausgangslage

3. Quellenlage

4. Das Abkommen mit den Juden von Medina

5. Die Banū Qaynuqāʿ

6. Der jüdische Dichter Kaʿb ibn al-Ašraf

7. Die Vertreibung der Banū an-Naḍīr

8. Die Grabenschlacht und die Banū Qurayẓa

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis des Propheten Muḥammad zu den jüdischen Stämmen während der medinensischen Phase auf Basis der Sīra-Literatur, um die historische Einordnung der Konflikte quellenkritisch zu hinterfragen.

  • Historische und soziologische Einordnung der vorislamischen Zeit.
  • Analyse der Authentizität und Chronologie frühislamischer Berichte.
  • Untersuchung der Verträge und Bündnisse zwischen Muslimen und Juden.
  • Kritische Betrachtung der Konflikte mit den Stämmen Banū Qaynuqāʿ, Banū an-Naḍīr und Banū Qurayẓa.
  • Vergleich konkurrierender Überlieferungstraditionen zur Motiven der Auseinandersetzungen.

Auszug aus dem Buch

4. Das Abkommen mit den Juden von Medina

Der Prophet Muḥammad verhing nach der Auswanderung der Muslime nach Yaṯrib, dem späteren Madīnat an-Nabī (Medina), eine Urkunde, in der einige wichtige Grundfragen zum Verhältnis zwischen den medinensischen und aus Mekka eingewanderten Muslimen und den Juden in Medina geregelt waren, so Ibn Isḥāq. Die Abschnitte zu den Juden könnten jedoch auch aus dem zweiten Jahr nach der Auswanderung stammen, als die aufkommenden inneren und äußeren Auseinandersetzungen eine ausführlichere Regelung mit diesen beanspruchten. Diese Variante kann als Beleg dafür gelten, dass der Prophet Muḥammad keinen anhaltenden Konflikt mit den Juden wollte, auch wenn sie seine Prophetenschaft nicht anerkannt haben. Die Urkunde zählt für viele Autoren als einer der authentischsten Überlieferungen im Werk von Ibn Isḥāq. Die Einleitenden Sätze der Urkunde für das Zusammenleben von Muslimen und Juden in Medina lauten: „Für die Auswanderer und die Helfer schrieb der Prophet eine Urkunde, in der er auch mit den Juden eine vertragliche Einigung traf, diese in ihrer Religion und ihrem Besitz bestätigte und die gegenseitigen Verpflichtungen festlegte.“ Nachdem in diesem Zeilen die Solidarität und Unterstützung der muslimischen Gruppen untereinander bekräftigt wird, geht es folgend weiter: „Die Juden, die uns folgen, genießen die gleiche Hilfe und Unterstützung, solange sie die Gläubigen nicht ungerecht behandeln und andere nicht gegen sie unterstützen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem historischen Verhältnis zwischen dem Propheten Muḥammad und den Juden während der medinensischen Phase basierend auf der Sīra-Gattung dar.

2. Historische Ausgangslage: Dieses Kapitel beleuchtet das soziokulturelle Umfeld des Propheten in Mekka und die dortigen religiösen sowie politischen Rahmenbedingungen.

3. Quellenlage: Es wird die quellenkritische Problematik der Sīra-Überlieferungen thematisiert, insbesondere im Hinblick auf mangelnde Chronologie und die nachträgliche Entstehung bestimmter Berichte.

4. Das Abkommen mit den Juden von Medina: Das Kapitel analysiert die „Urkunde von Medina“ als Beleg für ein angestrebtes friedliches Zusammenleben und vertragliche Grundlagen zwischen den Religionsgemeinschaften.

5. Die Banū Qaynuqāʿ: Hier werden die Ereignisse um diesen jüdischen Stamm nach der Schlacht von Badr und die widersprüchlichen Überlieferungen zu deren Vertreibung untersucht.

6. Der jüdische Dichter Kaʿb ibn al-Ašraf: Das Kapitel hinterfragt die Gründe für die Tötung des Dichters, wobei zwischen Schmähdichtungen und militärischer Verschwörung unterschieden wird.

7. Die Vertreibung der Banū an-Naḍīr: Es wird der Konflikt mit diesem Stamm beschrieben, der durch einen angeblichen Mordversuch an dem Propheten ausgelöst wurde.

8. Die Grabenschlacht und die Banū Qurayẓa: Dieses Kapitel behandelt das Bündnis zwischen den Qurayš und den Banū Qurayẓa sowie die verhängnisvolle Konsequenz für Letztere nach der Schlacht.

9. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die frühen Überlieferungen zu Konflikten mit jüdischen Stämmen oft lückenhaft oder widersprüchlich sind und eine quellenkritische Einordnung erfordern.

10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen für die vorliegende Arbeit.

Schlüsselwörter

Sīra, Prophet Muḥammad, Medinensische Phase, Juden von Medina, Banū Qaynuqāʿ, Banū an-Naḍīr, Banū Qurayẓa, Ibn Isḥāq, Urkunde von Medina, Quellenkritik, Überlieferungsketten, Glaubensfreiheit, Umma, Historizität, Grabenschlacht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das historische Verhältnis zwischen dem Propheten Muḥammad und den jüdischen Stämmen in Medina unter Rückgriff auf die klassische Sīra-Literatur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die historische Ausgangslage vorislamischer Zeit, rechtliche Verträge zwischen Muslimen und Juden sowie der quellenkritische Umgang mit militärischen Konflikten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die häufig kontrovers diskutierten Konfliktereignisse der medinensischen Phase auf ihre historische Authentizität zu prüfen und die Sichtweise der Sīra-Tradition zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische, historische Analyse angewandt, die sich auf den Vergleich verschiedener Überlieferungen und deren Datierung konzentriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sukzessive die historischen Ereignisse mit den Stämmen Banū Qaynuqāʿ, Banū an-Naḍīr und Banū Qurayẓa sowie die Rolle des Dichters Kaʿb ibn al-Ašraf analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sīra, quellenkritische Analyse, Medinensische Phase, Vertragsbrüche, Historizität und das gemeinschaftliche Konzept der Umma.

Inwieweit spielt die „Urkunde von Medina“ eine Rolle?

Die Urkunde wird als wesentlicher Beleg dafür angeführt, dass der Prophet ursprünglich ein kooperatives Bündnis und eine neutrale Koexistenz mit den Juden in Medina anstrebte.

Wie bewertet der Autor die Berichte über die Hinrichtung der Banū Qurayẓa?

Der Autor stellt fest, dass diese Berichte trotz quellenkritischer Zweifel fest in der Sīra-Tradition verankert sind und als zentraler Kern der Darstellung zur Bestrafung dienen.

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Details

Titel
Das Verhältnis des Propheten Muhammads zu den Juden im Lichte der Sira. Die Begebenheiten der medinensischen Phase mit den drei Judenstämmen
Hochschule
Universität Münster
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V1325052
ISBN (PDF)
9783346815897
ISBN (Buch)
9783346815903
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verhältnis Muslime Juden Juden Islam Mohammad Prophet
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Das Verhältnis des Propheten Muhammads zu den Juden im Lichte der Sira. Die Begebenheiten der medinensischen Phase mit den drei Judenstämmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1325052
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Leseprobe aus  13  Seiten
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