In dieser Arbeit soll die gegenwärtige Lage des Goldmarktes dargestellt werden. Hierbei wird Gold als Gegenstand einer Betrachtung aus mehreren Blickwinkeln unterzogen, unter Berücksichtigung von Datenmaterial bis überwiegend zum Jahre 2001. Es soll versucht werden, Ursachen- und Wirkungszusammenhänge anhand von statistischen Daten darzustellen und richtig zu interpretieren.
Das ist bei Gold nicht unbedingt ganz einfach – oder besser gesagt eindeutig – durchzuführen, da Gold über einen langen Zeitraum hinweg selbst Zahlungsmittel war und bis heute Bestandteil von Investitions- und Reserveportfolios ist, wenn auch in geringerem Maße als in der Vergangenheit. Dennoch stellt sich häufig die Frage bei Preisschwankungen im Goldmarkt, ob zum Beispiel der Wert des Goldes im Vergleich zum Dollar gestiegen, oder aber ob der Wert des Dollars im Vergleich zum Gold gefallen ist. Diese Fragestellung würde in anderen Märkten klar beantwortet werden können, da die Ware der zu messende Gegenstand und Geld der Maßstab ist. Bei Gold ist dies weniger eindeutig, auch wenn man seit Aufhebung des Goldstandards, dem stetigen Absinken der Goldreserven des öffentlichen Sektors sowie der Darstellung der derzeitigen Nachfragestruktur des Marktes mehr und mehr zur Schlussfolgerung kommen könnte, Gold sei letzten Endes ein Gut wie jedes andere. Der Autor dieser Arbeit vertritt jedenfalls diese Sichtweise, möchte jedoch einschränkend anmerken, dass es gegenüber den üblichen Regeln der Preis-/Absatzfunktion sowie beim Marktverhalten der Marktteilnehmer Besonderheiten im Goldmarkt gibt, auf die in der Arbeit näher eingegangen werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Orank Analyse
2.1. Das Marktobjekt
-Eigenschaften
-Vorkommen
-Anwendung
-Goldgewinnung
-Zusammenfassung
2.2. Die Marktrahmenbedingungen
2.3. Das Marktangebot
-Der Gesamtmarkt
-Situation und Ausblick für den Minensektor
-Die Situation am Sekundärmarkt (Wiederverwertung)
-Goldverkäufe durch Zentralbanken
2.4. Die Marktnachfrage
-Die Goldnachfrage für Produktionszwecke im Detail
-Die Goldnachfrage für Investitionszwecke im Detail
-Einflussfaktoren für die Goldnachfrage der Investoren
2.5. Die Marktkoordination
-Der Preismechanismus im Goldmarkt
-Die Verschwörungstheorie
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die aktuelle Lage des Goldmarktes zu analysieren, indem sie das Marktgeschehen mittels einer strukturierten Marktanalyse (ORANK-Schema) aus verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe nimmt und dabei statistische Daten bis zum Jahr 2001 auf Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge untersucht.
- Systematische Untersuchung des Goldmarktes mittels des ORANK-Schemas (Marktobjekt, Rahmenbedingungen, Angebot, Nachfrage, Koordination).
- Analyse der Angebotsseite inklusive Minenproduktion, Recycling und Zentralbankaktivitäten.
- Untersuchung der Nachfragestruktur unter Differenzierung zwischen industrieller Schmucknachfrage und Investitionsnachfrage.
- Bewertung von Preismechanismen, Einflussfaktoren wie Krisen und Währungsschwankungen sowie kritische Auseinandersetzung mit Marktverschwörungstheorien.
Auszug aus dem Buch
Die Marktnachfrage für Investitionszwecke im Detail
Eine besondere Rolle im Goldmarkt spielt die Nachfrage nach Gold für Investitionszwecke. Obwohl diese zur Zeit lediglich ca. 10% der Gesamtnachfrage ausmacht, hat es den Anschein, dass das Verhalten dieser Gruppe den Goldpreis bestimmt.
In der historischen Betrachtung kann man erkennen, dass die Nachfrage der Investoren sich anders entwickelt als die der Produzenten. Es fällt auf, dass die Nachfrage durch Investoren erstens stark schwankt und zweitens im Großen und Ganzen abnimmt. Dies hat eine Reihe von Ursachen, die überwiegend im Gold selber zu suchen sind.
Zunächst ist festzuhalten, dass, wenn auch die Zuwachsrate tendenziell abnimmt, die absolute Menge des von Investoren gehaltenen Goldes trotzdem stetig zunimmt, wenn auch langsamer als die Zunahme im Juwelenmarkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, die aktuelle Lage des Goldmarktes unter Berücksichtigung statistischer Daten bis 2001 zu untersuchen und dabei Besonderheiten des Goldes als Gut zu hinterfragen.
2. Orank Analyse: Dieser Hauptteil stellt das für diese Arbeit entwickelte ORANK-Schema zur systematischen Markt- und Branchenanalyse vor.
2.1. Das Marktobjekt: Dieses Kapitel erläutert die chemisch-physikalischen Eigenschaften, das natürliche Vorkommen, die historische Anwendung sowie die technischen Methoden der Goldgewinnung.
2.2. Die Marktrahmenbedingungen: Hier werden die Transparenz, die Handelsfreiheit sowie die historische Entwicklung des Goldstandards bis hin zur modernen Reservepolitik thematisiert.
2.3. Das Marktangebot: Dieses Kapitel untersucht die Angebotsseite des Goldmarktes, unterteilt in Minenproduktion, Sekundärmarkt und das strategische Verhalten der Zentralbanken.
2.4. Die Marktnachfrage: Hier wird die Nachfrage nach Gold differenziert analysiert, wobei insbesondere die Schmuck- und Juwelenindustrie sowie das Investitionsverhalten im Vordergrund stehen.
2.5. Die Marktkoordination: Dieser Abschnitt behandelt die vielfältigen Formen der Marktkoordination, den Preismechanismus an den Börsen sowie die kontroverse Debatte um die sogenannte Goldverschwörungstheorie.
3. Resümee: Dieses Kapitel fasst die Analyse zusammen, bewertet das Gold als Instrument zur Portfolio-Absicherung und zieht abschließende Schlüsse zur Preisentwicklung.
Schlüsselwörter
Goldmarkt, ORANK-Analyse, Minenproduktion, Zentralbanken, Goldnachfrage, Investitionsverhalten, Goldpreis, Preisbildungsmechanismus, Schmuckindustrie, Krisenmetall, Goldstandard, Marktkoordination, Dehedging, Goldreserven, Goldverschwörungstheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den globalen Goldmarkt und dessen aktuelle Lage anhand von Datenmaterial bis zum Jahr 2001, um Ursachen- und Wirkungszusammenhänge der Preisbildung zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der systematischen Aufteilung des Marktes in Marktobjekt, Rahmenbedingungen, Angebot, Nachfrage und Koordination.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Darstellung des Goldmarktes als weitgehend transparentes, aber durch spezifische Akteure wie Investoren und Zentralbanken beeinflusstes System.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine neu entwickelte Systematisierung, das sogenannte ORANK-Schema, um eine robuste und umfassende Analyse von Markt- und Branchenstudien zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung des Marktobjekts, der rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen, der Angebots- und Nachfragestruktur sowie der Marktkoordination.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Goldmarkt, ORANK-Analyse, Goldpreisbildung, Investitionsnachfrage, Minenproduktion und Marktkoordination.
Welche Rolle spielen Zentralbanken laut dem Autor?
Zentralbanken agieren zwar nur mit einem geringen Marktanteil, verfügen jedoch über genug Macht, um den Goldpreis durch Verkäufe oder das Washingtoner Abkommen gezielt zu beeinflussen.
Wie bewertet der Autor die sogenannte „Goldverschwörungstheorie“?
Der Autor teilt die Theorie nicht, stellt deren Inhalt und die dahinterstehenden Vorwürfe gegen Banken bezüglich einer künstlichen Preisdrückung jedoch zur Verdeutlichung der Marktmechanismen objektiv dar.
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- Diplom-Betriebswirt (FH) Emil Winkler (Author), 2003, Die Lage des Goldmarkts 2001, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13254