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Welche historischen Vorlagen gibt es zur "Herzog Ernst"-Dichtung und welche Belege lassen sich für diese finden?

Title: Welche historischen Vorlagen gibt es zur "Herzog Ernst"-Dichtung und welche Belege lassen sich für diese finden?

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jonas Wolfsperger (Author)

Literature - Medieval Literature
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Diese Hausarbeit behandelt den historischen Hintergrund des mittelalterlichen Romans "Herzog Ernst" Es werde verschiedene mögliche Vorbilder analysiert und an signifikanten Textstellen erläutert.

Die Dichtung um den bayerischen Herzog Ernst stellt eines der wichtigsten Werke des Hochmittelalters dar. Durch seinen komplexen Aufbau, die vielfältige Symbolik und die historisch relevante Thematik ist es möglich diese Erzählung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und zu erforschen.
Dennoch gibt es mehrere Faktoren, die gerade bei dieser Sage für Analysen und Forschung einige Probleme aufwerfen. So ist bis heute nicht eindeutig geklärt, wer der Verfasser des Werks war und eine eindeutige Einordnung in die Zeitgeschichte nicht möglich. Auch die teilweise nicht vollständig erhaltenen Fassungen und verschiedenen Versionen stellen hier ein Problem dar. Zusätzlich sind die Inspirationsquellen der Handlung bisher in der Forschung nicht abschließend geklärt worden. Die Menge dieser Faktoren kann deshalb maßgeblich als Grund dafür verstanden werden, dass die Dichtung bisher nicht erschöpfend mit Blick auf ihre historischen Vorbilder erforscht wurde. Wobei gerade dieser Forschungsschwerpunkt dazu beitragen kann die Dichtung genauer einzuordnen.

So finden sich im Herzog Ernst vielfach Symbole und Anleihen aus bekannten Konflikten und Kämpfen des Mittelalters. Allein die grundlegende Handlung über den Zwist zwischen einem Stiefvater und seinem Sohn, herrschaftliche Machtkämpfe in Mitteleuropa, fantastische Erzählungen aus dem Orient und die Kreuzzugsthematik sind hierbei Hinweise auf reale Hintergründe, geschichtliche Begebenheiten oder Reiseberichte. Gerade die Vielfalt der enthaltenen Charakteristika der Dichtung machen eine Untersuchung, in Hinblick auf die denkbaren Vorlagen, lohnend.
Dabei ist es vor allem wichtig, dass diese Einordnung sowohl ergebnisoffen als auch vielfältig, was den Einbezug möglicher Vorlagen angeht, vollzogen wird. Denn es ist wahrscheinlich, dass es nicht nur eine Vorlage war, aus der sich bei der Entstehung der Sage bedient wurde. Bei der Betrachtung der verschiedenen Machtkämpfe innerhalb des mittelalterlichen Europas wird deutlich, warum man diesem Ansatz offen gegenüberstehen sollte, denn durch die vielen verwandtschaftlichen Beziehungen und Fehden sind zahlreiche Ergebnisse denkbar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Vorgehensweise

III. Vorstellung möglicher historischer Vorbilder

1. Otto I. und Herzog Liudolf von Schwaben

2. Kaiser Konrad II. und Herzog Ernst von Schwaben

3. Heinrich der Löwe

IV. Referenzen zu eventuellen Vorlagen

1. Baiern und Reich I

2. Im fernen Orient

3. Baiern und Reich II

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, potenzielle historische Vorbilder der "Herzog Ernst"-Dichtung zu identifizieren und den Sagentext kritisch daraufhin zu prüfen, wie weit historische Anspielungen mit narrativen Elementen übereinstimmen. Dabei wird insbesondere untersucht, welche geschichtlichen Ereignisse und Personen – wie Otto I., Liudolf von Schwaben, Konrad II. oder Heinrich der Löwe – als Inspiration für die epische Dichtung gedient haben könnten.

  • Analyse historischer Machtkonflikte des Mittelalters in der Sagendichtung
  • Untersuchung der Reise- und Orientmotive als Anspielung auf reale Wallfahrten
  • Vergleich der literarischen Charakterdarstellungen mit historischen Persönlichkeiten
  • Kontextualisierung der Sagenelemente innerhalb der hochmittelalterlichen Zeitgeschichte
  • Diskussion der Schwierigkeiten bei der eindeutigen Identifizierung von Vorlagen

Auszug aus dem Buch

1. Otto I. und Herzog Liudolf von Schwaben

Das prominenteste und in der Forschung meistbeachtete historische Vorbild der HE-Dichtung stellt der Konflikt zwischen Kaiser Otto I. und Liudolf von Schwaben dar. Bereits Karl Bartsch sieht 1869 diesen Disput als „viel einflussreicher auf die Gestaltung der Sage“ als andere Vergleiche.1 Außerdem stellt Joachim Bumke fest, dass die Namen der Charaktere sowie weitere Details der Handlung aus der Historie des Aufstands entliehen sind.2

Otto der Große war im ausgehenden 10. Jahrhundert Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Als er noch ostfränkischer König war, hatte er 949 seinen Sohn Liudolf als Herzog von Schwaben eingesetzt. Die Mutter Liudolfs, Königin Edgitha, war im Jahr 946 verstorben, wonach Otto seinen Sohn als Nachfolger designierte. Da auch die Herzogtümer zu den Herrschaftsterritorien des Reichs gehörten, war damit auch die Hoheit über Bayern inbegriffen, was zum damaligen Zeitpunkt von Heinrich I. regiert wurde, welcher der Bruder Ottos und somit auch der Onkel Liudolfs war.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der "Herzog Ernst"-Dichtung ein und problematisiert die schwierige Zuordnung zu historischen Vorbildern aufgrund der unklaren Datierung und Identität des Verfassers.

II. Vorgehensweise: Das Kapitel erläutert die methodische Zielsetzung, die Sage auf der Grundlage ausgewählter historischer Vorbilder zu prüfen und die erzählerische Struktur mit chronologischen Bezugspunkten abzugleichen.

III. Vorstellung möglicher historischer Vorbilder: Hier werden die zentralen historischen Persönlichkeiten und ihre Konflikte – insbesondere Otto I. mit Liudolf sowie Konrad II. mit Ernst von Schwaben und die Figur Heinrich des Löwen – als potenzielle Inspirationsquellen vorgestellt.

IV. Referenzen zu eventuellen Vorlagen: Dieser Hauptteil analysiert spezifische Verse und Handlungsteile der Sage im direkten Abgleich mit den zuvor genannten historischen Ereignissen, gegliedert in die Sagenabschnitte "Baiern und Reich I", "Im fernen Orient" und "Baiern und Reich II".

V. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass eine eindeutige historische Fixierung des Sagenstoffs nicht möglich ist, betont jedoch, dass die Verschmelzung verschiedener realer Machtkonflikte und Reiseerfahrungen gerade die literarische Vielseitigkeit des Werkes ausmacht.

Schlüsselwörter

Herzog Ernst, Hochmittelalter, Otto I., Liudolf von Schwaben, Konrad II., Heinrich der Löwe, historische Vorbilder, Orientfahrt, Sagenforschung, Machtkonflikte, Palästina, Literatur des Mittelalters, Herrschaftssymbolik, Geschichtlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der "Herzog Ernst"-Dichtung und der Suche nach ihren historischen Vorbildern innerhalb der deutschen Literatur des Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Vergleich zwischen literarischen Motiven und historischen Machtkämpfen, die Analyse der Kreuzzugsthematik sowie der Bezug zu realen Reiseberichten des 12. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, welche historischen Vorlagen der Dichtung zugrunde liegen und welche Belege dafür im Text der Sage selbst verankert sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, bei der historische Berichte und Chroniken den Ereignissen und Figuren der Dichtung gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der historischen Protagonisten (Otto I., Liudolf, Heinrich der Löwe) und die anschließende Analyse der Sagenabschnitte auf ihre historischen Anleihen hin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Herzog Ernst, historisches Vorbild, Mittelalter, Machtkampf und die Orientreisen der Herrscher.

Inwiefern spielt die Figur Heinrich des Löwen eine Rolle?

Die Wallfahrt Heinrichs des Löwen nach Jerusalem wird als eine der tragenden historischen Inspirationen für den "Orientteil" der Sage diskutiert.

Warum lässt sich die Sage so schwer historisch eindeutig zuordnen?

Aufgrund der Anonymität des Verfassers, der Vielzahl an überlieferten Fassungen und der bewussten Verknüpfung von realen Ereignissen mit fiktiven, fantastischen Elementen bleibt eine eindeutige Zuordnung schwierig.

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Details

Title
Welche historischen Vorlagen gibt es zur "Herzog Ernst"-Dichtung und welche Belege lassen sich für diese finden?
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Institut für Germanistik)
Course
„Herzog Ernst“
Grade
1,0
Author
Jonas Wolfsperger (Author)
Publication Year
2020
Pages
19
Catalog Number
V1329614
ISBN (PDF)
9783346819673
ISBN (Book)
9783346819680
Language
German
Tags
Herzog Ernst Ernst Herzog Historsich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonas Wolfsperger (Author), 2020, Welche historischen Vorlagen gibt es zur "Herzog Ernst"-Dichtung und welche Belege lassen sich für diese finden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1329614
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