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Die getreue Wiedergabe von Wirklichkeit und Sprache

Am Beispiel "Papa Hamlet" von Arno Holz und Johannes Schlaf

Title: Die getreue Wiedergabe von Wirklichkeit und Sprache

Term Paper (Advanced seminar) , 19 Pages

Autor:in: Amelie Wietstock (Author)

Literature - Comparative Literature
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Basierend auf den Merkmalen und Prinzipien des Naturalismus in "Papa Hamlet" von Arno Holz und Johannes Schlaf wird sich mit der Frage nach der Spannung und der Grenze zwischen Wirklichkeit und Sprache in eben diesem Werk beschäftigt. Besonders beachtet wird hierbei das getreue Bestreben nach der Wirklichkeit auf der Ebene der fiktionalisierten Handlung sowie das Textganze im Sinne einer Artifizialität, gar dem Grotesken, betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Naturalismus

2.1 Konsequenter Naturalismus

3. Papa Hamlet

4. Spiel mit der Wirklichkeit – Sprache als Mittel der Kunstdarstellung?

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Naturalismus unter besonderer Berücksichtigung des Werkes „Papa Hamlet“ von Arno Holz und Johannes Schlaf. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Spannungsverhältnis zwischen der getreuen Wiedergabe der Wirklichkeit und dem Einsatz von Sprache als künstlerischem Darstellungsmittel, wobei der „Sekundenstil“ als wesentliches Experimentierfeld analysiert wird.

  • Theoretische Fundierung des Naturalismus und die Definition des „konsequenten Naturalismus“.
  • Analyse des Werkes „Papa Hamlet“ als Schlüsseltext der naturalistischen Moderne.
  • Untersuchung der Sprache als Instrument zur exakten Wirklichkeitsreproduktion.
  • Reflexion über Artifizialität, Groteske und die Rolle des Erzählers in naturalistischen Texten.

Auszug aus dem Buch

Papa Hamlet

Papa Hamlet als hochironische Erzählung oder Verlegenheitswerk gibt vor, die deutsche Übersetzung eines ursprünglich, von Bjarne P. Holmsen geschriebenen norwegischen Textes zu sein.

Vor allem „die speciell norwegischen Wendungen“, die es in der Realität nicht gegeben hat, erhalten eine explizite Erwähnung. Die dabei – gar als literarischer Witz – detailliert präsentierte Biographie „dieser Autor ist Bjarne Peter Holmsen. Am 19. Dezember 1860 als der dritte Sohn eines streng orthodoxen Landpfarrers in Hedemarken geboren […]“, ist zunächst von der Öffentlichkeit geglaubt worden. Der ebenfalls fiktive Übersetzer und Herausgeber Dr. Bruno Franzius – „Die Uebersetzung war […] eine ausnehmend schwierige“ – lobt im Vorwort den „grandiosen Humor“ des vorgegebenen Autors und verweist somit auf den hochironischen Charakter des dreiteiligen Bandes.

In Papa Hamlet wird der Niedergang eines armen, mittel- und arbeitslosen, alternden Schauspielers namens Niels Thienwiebel, der in der Realität keinen Halt findet, in Abfolge schlaglichtartiger Episoden beschrieben. Es wird von Verkommenheit, Verbrechen und schließlich tödlich ausgehenden Wahnsinn eines arbeitslosen Schauspielers berichtet, dessen größte Rolle zufällig die des Hamlet war. Im Affekt erschlägt er seinen Sohn und erfriert letzten Endes alkoholisiert. Der Protagonist selbst schwelgt beständig in Erinnerungen an seine ehemalige Rolle als Hamlet, die kontinuierlich durch Zitate aus Shakespeares Tragödie untermauert werden, die in einem nahezu grotesken Kontrast zu dem kläglichen Milieu stehen, in dem sich die Handlung abspielt: „[…] war der Shakespeare auf den Tisch geflogen, wo er die Gesellschaft einer Spirituskochmaschine, eines braunirdenen Milchtopfs ohne Henkel, eines alten berussten Handtuchs […] vorfand. ‚He! Horatio! Horatio!!... Nicht zu Hause! Nicht zu Hause…‘“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die naturalistische Epoche ein und skizziert die Bedeutung von „Papa Hamlet“ als Ausgangspunkt für die Entwicklung des deutschen naturalistischen Dramas.

Naturalismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe und weltanschaulichen Positionen des Naturalismus, der sich als radikale Version der Moderne gegen klassische Ideale abgrenzt.

Konsequenter Naturalismus: Das Kapitel vertieft die theoretischen Ansätze von Arno Holz, insbesondere sein Basisgesetz der Kunst und die Forderung nach einer lückenlosen Naturwiedergabe.

Papa Hamlet: Hier erfolgt eine inhaltliche Vorstellung der Novelle, die als hochironisches Werk unter dem fiktiven Namen Bjarne P. Holmsen veröffentlicht wurde.

Spiel mit der Wirklichkeit – Sprache als Mittel der Kunstdarstellung?: Dieser Abschnitt analysiert, wie die Sprache in "Papa Hamlet" durch den Sekundenstil als Instrument der Wirklichkeitsabbildung und als Grenze der künstlerischen Darstellung fungiert.

Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz des Werkes zusammen, das einerseits den Anspruch auf reale Wiedergebung erhebt, andererseits aber durch Techniken wie den Sekundenstil eine neue ästhetische Artifizialität schafft.

Schlüsselwörter

Naturalismus, Arno Holz, Johannes Schlaf, Papa Hamlet, Sekundenstil, Wirklichkeitswiedergabe, Literaturtheorie, Bjarne P. Holmsen, Moderne, Artifizialität, Sprachform, Milieuschilderung, Erzählperspektive, Ästhetik, literarischer Realismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Prosastück „Papa Hamlet“ im Kontext des naturalistischen Literaturverständnisses, insbesondere unter dem Aspekt der sprachlichen Darstellung von Wirklichkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der „konsequente Naturalismus“, der sogenannte „Sekundenstil“, das Verhältnis von Kunst und Natur sowie die narrative Struktur in experimentellen Werken des späten 19. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Arno Holz und Johannes Schlaf durch spezifische Techniken das Ziel einer exakten Wirklichkeitsabbildung verfolgten und wo dabei die Grenzen von Sprache und ästhetischer Wahrnehmung liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine werkanalytische Methode angewandt, die den Text „Papa Hamlet“ in den Diskurs der zeitgenössischen Literaturtheorie und -kritik stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Manifeste des Naturalismus diskutiert, die Experimente von Holz und Schlaf analysiert und die Funktionalität der Sprache innerhalb der Erzählung untersucht.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie „Naturgesetz“, „Artifizialität“, „Sekundenstil“ und die „Auflösung des Erzählers“.

Warum spielt das Shakespeare-Zitat in „Papa Hamlet“ eine so bedeutende Rolle?

Die Zitate verdeutlichen den grotesken Kontrast zwischen der glanzvollen Erinnerung des gescheiterten Protagonisten und seinem trostlosen, materiellen Alltag im Milieu des Naturalismus.

Inwiefern lässt sich „Papa Hamlet“ als Satire verstehen?

Das Werk kann als Satire auf den Realismus begriffen werden, da es realistische Details durch Ironie und die bewusste Übersteigerung in das Groteske verzerrt.

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Details

Title
Die getreue Wiedergabe von Wirklichkeit und Sprache
Subtitle
Am Beispiel "Papa Hamlet" von Arno Holz und Johannes Schlaf
Author
Amelie Wietstock (Author)
Pages
19
Catalog Number
V1330076
ISBN (PDF)
9783346819345
ISBN (Book)
9783346819352
Language
German
Tags
wiedergabe wirklichkeit sprache beispiel papa hamlet arnoholz johannesschlaf naturalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Amelie Wietstock (Author), Die getreue Wiedergabe von Wirklichkeit und Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330076
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