Die Arbeit befasst sich mit einem Ausschnitt des Weltbuchs von Sebastian Franck aus dem Jahr 1534. Er stammt aus einem der ersten Drucke und wurde von Ulrich Morhart in Tübingen gedruckt. Die Arbeit gliedert sich in drei Teile, die je einen Aspekt dieses frühneuhochdeutschen Textes behandeln. Zunächst werden die Besonderheiten des Drucks beleuchtet, dann werden einige Erscheinungen der Graphie beschrieben und abschließend werden einige Facetten der Syntax des Textes untersucht.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Der Druck
1. Unterschiede zwischen Druck und Handschrift
2. Das Druck-Layout
3. Die Rolle des Druckers und die Bedeutung des Druckorts
4. Die Textüberlieferung
5. Zusammenfassung
III. Die Graphie
1. Großschreibung
2. Vokalismus
a. Die Verwendung von <ei> und <ey>
b. Die Verteilung von <j> und <y>
c. Die Distribution von <u> und <v>
d. Der Diphtong <au>
e. Das Graph <eü>
f. Die Graphien <e> und <ae>
g. Das Graph <oe>
h. Längenbezeichnung der Vokale
3. Konsonantismus
a. Doppelkonsonanz
b. Konsonantenhäufung
c. Die Schreibung von s
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht sprachliche und drucktechnische Aspekte eines Auszugs aus dem "Weltbuch" von Sebastian Franck aus dem Jahr 1534. Ziel ist es, die spezifischen Charakteristika des frühen Buchdrucks und die Besonderheiten der frühneuhochdeutschen Graphie in diesem Werk systematisch aufzuarbeiten.
- Analyse der Unterschiede zwischen handschriftlichen Manuskripten und dem frühen Buchdruck.
- Untersuchung des Einflusses von Druckern und Druckorten auf die Textgestaltung.
- Darstellung der frühneuhochdeutschen Vokal- und Konsonantenschreibung am konkreten Textbeispiel.
- Diskussion der Überlieferungsgeschichte des Werkes vor dem Hintergrund der Reformation.
Auszug aus dem Buch
1. Unterschiede zwischen Druck und Handschrift
Das Weltbuch von Sebastian Franck fällt mit seinem Entstehungsdatum von 1534 in die Zeit des frühen Buchdrucks. Mit dem Wissen darum, dass es sich hier um die ersten Gehversuche des revolutionären Verfahrens der Bücherverbreitung handelt, erscheint vieles im Laufe der Arbeit verständlicher und nachvollziehbarer. So ist der frühe Buchdruck in keiner Weise mit den heutigen präzisen Druckverfahren zu vergleichen oder gar gleichzusetzen. Im Gegensatz zu dem für heutige Maßstäbe selbstverständlichen normierten Textbild, zu dem u.a. eine einheitlich angewendete Orthographie und ein einheitliches Seiten-Layout zählen, war in den Anfängen des Buchdrucks die Entscheidung des jeweiligen Druckers maßgebend. Dieser befand über sämtliche Stil- und Layoutfragen und hielt sich meist ebenso wenig an ein durchlaufendes System wie die Verfasser von Handschriften.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in das "Weltbuch" von 1534 ein und umreißt die drei Analysebereiche Druck, Graphie und Syntax.
II. Der Druck: Dieser Abschnitt beleuchtet die Rolle von Druckern bei der Textgestaltung und thematisiert die schwierige Überlieferungsgeschichte des Werks.
III. Die Graphie: In diesem Kapitel werden die Inkonsistenzen der frühneuhochdeutschen Schreibweise in Vokal- und Konsonantensystemen detailliert untersucht.
Schlüsselwörter
Sebastian Franck, Weltbuch, Buchdruck, Frühneuhochdeutsch, Graphie, Orthographie, Typografie, Reformationszeit, Überlieferungsgeschichte, Vokalismus, Konsonantismus, Sprachgeschichte, Drucklayout, Handschrift, Sprachwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert sprachliche und drucktechnische Besonderheiten eines historischen Textzeugnisses, des "Weltbuchs" von Sebastian Franck aus dem Jahr 1534.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung des frühen Buchdrucks, die Auswirkungen der damaligen Druckpraxis auf das Textbild sowie die spezifische Graphie des Frühneuhochdeutschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Eigenheiten des untersuchten Drucks herauszuarbeiten, die Schreibweisen in den vokalischen und konsonantischen Systemen zu klassifizieren und ein Verständnis für die sprachliche Variabilität dieser Epoche zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philologische Untersuchung, die den Primärtext analysiert, mit historischen Vorgaben vergleicht und in den zeitgeschichtlichen Kontext der frühneuhochdeutschen Schriftsprache einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Druckvorgangs (Einfluss von Druckern) und eine eingehende Analyse der Graphie (Vokalismus, Konsonantenhäufung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Frühneuhochdeutsch, Buchdruckgeschichte, Graphie und den Autor Sebastian Franck charakterisiert.
Welchen Stellenwert nimmt der Drucker Ulrich Morhart ein?
Morhart dient als zentrales Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie Drucker durch eigenmächtige Layoutänderungen und Textanpassungen maßgeblichen Einfluss auf die Gestalt eines Werkes nahmen.
Warum ist die Überlieferungsgeschichte des Weltbuchs so lückenhaft?
Die Arbeit führt dies auf das zeitgenössische Hauptaugenmerk der Forschung auf Luther und die Reformation zurück sowie darauf, dass Sebastian Münster ein ähnliches, aber erfolgreicheres Werk veröffentlichte.
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- Maida Kreimendahl (Author), 2009, Das Weltbuch des Sebastian Franck. Druck und Graphie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330157