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Schlichtungsgespräche in der Vergleichsbehörde und in der Schule

Title: Schlichtungsgespräche in der Vergleichsbehörde und in der Schule

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Maida Kreimendahl (Author)

German Studies - Linguistics
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„Schlichtung“ hat sich im Laufe der Jahre von der Möglichkeit der außergerichtlichen Einigung zu einer festen juristischen Instanz im Rechtswesen entwickelt. In Fällen minimaler Streitigkeiten ist das Durchlaufen eines Schlichtungsverfahrens sogar obligatorische Voraussetzung für die Zulassung zu einem Gerichtsverfahren. Um so verwunderlicher scheint angesichts dieser Vorgabe die Tatsache, dass die Leiter der Verfahren, die Schiedsmänner, in der Regel ungeschulte Laien sind, die die Gespräche im Großen und Ganzen nach ihren eigenen Vorstellungen leiten.

Der erste Teil der Arbeit dient der Präsentation und Aufarbeitung der „Schlichtungstheorie“. Darunter fällt die Behandlung des Ablaufs und der Bestandteile des Gesprächs sowie die Vorstellung der beteiligten Personen und ihrer Aufgaben. Ein weiterer Fokus liegt auf der Rolle des Schlichters, da die Verhandlung unter seiner Obhut steht. Die Transkriptauszüge stammen aus Transkripten, die im Rahmen der Lehrveranstaltung ausgeteilt wurden, aus der diese Hausarbeit hervorgegangen ist.

Der zweite Teil der Arbeit besteht aus einer Transkriptanalyse, die einen Einblick in die praktische Schlichtung geben soll. Anhand des Transkripts soll exemplarisch untersucht werden, inwieweit Theorie und Praxis im Schlichtungsgespräch übereinstimmen bzw. wo es Abweichungen gibt. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen dabei die Auswirkungen unprofessionellen Verhaltens auf Seiten des Schlichters und im Weiteren, wie sein mögliches Fehlverhalten den Gesprächsablauf prägt.

Im letzten Teil der Arbeit steht die Schlichtung in der Schule im Mittelpunkt. Dabei soll im Weiteren nicht die populär gewordene „Streitschlichtung“ von und zwischen Schülern behandelt werden, sondern die unterschiedlichen Arten von Schlichtungsgesprächen sind hier Thema, die in den Aufgabenbereich des Schulleiters fallen. Die Unklarheit seiner Rolle wird hier herausgearbeitet, die sich aus den unterschiedlichen Funktionen ergibt, die er im Umfeld der Schule z.B. als Schlichter, Pädagoge und Vorgesetzter einnimmt. Aus dieser multifunktionalen Rolle resultieren unterschiedliche Parteilichkeitserwartungen der Betroffenen, die seine konziliatorische Arbeit erschweren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen zum Thema „Schlichtung“

3. Das außergerichtliche Schiedsverfahren

3.1 Die Beteiligten eines Schlichtungsgesprächs

3.2 Die Rolle des Schlichters

3.3 Aufbau und Ablauf des Schlichtungsverfahrens

3.4 Die Etablierung der Positionen

3.4.1 Die Anschuldigung

3.4.2 Die Stellungnahme zur Anschuldigung

3.4.3 Die Entwicklung kooperativer Handlungsangebote

4. Analyse eines außergerichtlichen Schlichtungsverfahrens

5. Schlichtung in der Schule

5.1 Der Schulleiter als Schlichter

5.2 Unterschiedliche Verhandlungskonstellationen

6. Schlußbemerkung

Zielsetzung und Themenbereiche

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung sowie die Herausforderungen von Schlichtungsgesprächen im juristischen Kontext der Vergleichsbehörden sowie im schulischen Umfeld. Dabei wird insbesondere analysiert, wie professionelles bzw. unprofessionelles Verhalten des Schlichters den Gesprächsverlauf und das Ergebnis beeinflusst.

  • Grundlagen der Schlichtungstheorie
  • Aufgaben und Rollenverständnis von Schlichtern
  • Analyse praktischer Schlichtungssituationen anhand von Transkripten
  • Der Schulleiter als Schlichter im kollegialen Spannungsfeld
  • Einflussfaktoren auf den Erfolg von gütlichen Einigungen

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Rolle des Schlichters

Der Schlichter ist in aller Regel ein nicht geschulter Bürger, der sich der Aufgabe des Schlichtens gewachsen fühlt. Da er nicht in Lehrgängen und Kursen ausgebildet wurde, ist er der fachlichen Definition nach kein professioneller Schlichter. Daher wird das Schiedsverfahren oftmals als „Laien-Schlichtung“ bezeichnet. Dem Schlichter fehlen häufig grundlegende Kenntnisse und Strategien, um die kommunikativen Aufgaben und die zu bewältigenden Probleme professionell anzugehen. Dabei kann auch große Erfahrung fehlende Fachkenntniss nicht ausgleichen.

Eine objektive, neutrale Haltung des Schlichters ist die Grundvoraussetzung für einen professionellen Gesprächsverlauf. Ist diese Professionalität gegeben, kann der Schlichter den streitenden Parteien gegenüber verschiedene Rollen einnehmen, indem er sich neutral, unparteiisch, überparteiisch oder überparteilich verhält. Allen Verhaltensmustern ist die Neutralität gemein. Empathie ist eine weitere wichtige Eigenschaft, die einen guten Schlichter auszeichnet. Je besser er sich in die Situationen beider Parteien hineinversetzten kann, desto leichter wird es für ihn, den Konflikt durch die Entwicklung einer dritten, beidseitig anerkannten Perspektive zu lösen. Die bereits erwähnte fehlende Ausbildung des Schlichters ist dem Gespräch in allen Phasen anzumerken, da Laien-Schlichter oftmals „aus dem Bauch heraus“ agieren und die Schlichtungsgespräche nach ihren eigenen Vorstellungen leiten. Schon vor Beginn der eigentlichen Verhandlung können Probleme auftreten, die das Schlichtungsgespräch negativ beeinflussen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Schlichtung als außergerichtliches Verfahren ein und erläutert die Struktur der Arbeit, die von der Theorie über die Transkriptanalyse hin zur schulischen Praxis reicht.

2. Grundlagen zum Thema „Schlichtung“: Hier werden die Definitionen und der gesellschaftliche Stellenwert von Schlichtungsverfahren sowie die Freiwilligkeit der Teilnahme an diesen Gesprächen dargelegt.

3. Das außergerichtliche Schiedsverfahren: Dieses Kapitel behandelt die Akteure, den Ablauf der Schlichtung sowie die entscheidenden Phasen der Anschuldigung und der Lösungsfindung im juristischen Umfeld.

4. Analyse eines außergerichtlichen Schlichtungsverfahrens: Anhand eines konkreten Transkripts wird untersucht, wie eine Schlichtung in der Praxis abläuft und welche Auswirkungen die mangelnde Professionalität eines Schlichters auf den Konfliktverlauf hat.

5. Schlichtung in der Schule: Es wird die besondere Rolle des Schulleiters als Schlichter untersucht, wobei auf die diffusen Anforderungen durch seine multifunktionale Stellung als Vorgesetzter und Pädagoge eingegangen wird.

6. Schlußbemerkung: Die Zusammenfassung unterstreicht die Notwendigkeit einer professionelleren Ausrichtung von Schlichtungsverfahren, da in den untersuchten Fällen häufig keine echte Konfliktlösung, sondern nur eine Verschiebung stattfindet.

Schlüsselwörter

Schlichtung, Schiedsverfahren, Vergleichsbehörde, Konfliktlösung, Schulleitung, Transkriptanalyse, Laien-Schlichtung, Mediation, Streitschlichtung, Gesprächsführung, Neutralität, Konsens, Konfliktbewältigung, Parteilichkeit, Recht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Schlichtungsprozesse in unterschiedlichen Institutionen, um die Qualität und Wirksamkeit dieser Verfahren kritisch zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Schwerpunkte bilden die juristische Laien-Schlichtung, der Ablauf von Schlichtungsgesprächen und die spezifischen Herausforderungen im schulischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis in Schlichtungsgesprächen aufzuzeigen und die Auswirkungen unprofessioneller Gesprächsführung zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die Methode der Transkriptanalyse, um reale Verhandlungssituationen inhaltlich und strukturell auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Schlichtung, eine Fallanalyse eines außergerichtlichen Verfahrens und die Untersuchung von Schlichtungen an Schulen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen unter anderem Schlichtung, Konfliktlösung, Neutralität, Schulleiter, Konsens und Gesprächsführung.

Inwiefern beeinflusst der Schulleiter als Schlichter das Gespräch?

Durch seine Doppelrolle als Vorgesetzter und Schlichter befindet er sich in einer diffusen Position, die eine objektive Neutralität im Vergleich zum juristischen Umfeld massiv erschwert.

Welches Fazit zieht die Arbeit über den Erfolg von Schlichtungen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein formell erfolgreiches Schlichtungsverfahren nicht zwingend eine nachhaltige Konfliktlösung bedeutet, da oft grundlegende Faktoren wie echter Konsens fehlen.

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Details

Title
Schlichtungsgespräche in der Vergleichsbehörde und in der Schule
Grade
1,3
Author
Maida Kreimendahl (Author)
Publication Year
2010
Pages
25
Catalog Number
V1330169
ISBN (PDF)
9783346820976
ISBN (Book)
9783346820983
Language
German
Tags
schlichtungsgespräche vergleichsbehörde schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maida Kreimendahl (Author), 2010, Schlichtungsgespräche in der Vergleichsbehörde und in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1330169
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