Der Strukturalismus ist eine Forschungs-Methode der Geisteswissenschaft, besonders der Linguistik, der Literaturwissenschaft, der Psychologie und der Anthropologie. (Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie) Der Strukturalismus ist ein grober, undifferenzierter Begriff für mannigfaltige Konzeptionen. Zum klassischen Strukturalismus gehören drei große Schulen: 1. die Prager funktionale Linguistik 2. die Kopenhagener Glossematik 3. die amerikanischen Deskriptivisten. (Innerhalb dieser Schulen gibt es natürlich weitere Differenzierungen – vor allem in den USA.)
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Die Entstehung des Strukturalismus
3. Grundprinzipien
4. Die Schulen des Strukturalismus
4.1 Die Prager Schule
4.1.1 Die Fonologie Trubetzkoys
4.1.2. Die Theorie der binären Opposition
4.2. Die Schule von Kopenhagen
4.2.1. Der Funktionsbegriff
4.3.1. Bloomfield
4.3.2. Das Meaning-Problem
4.3.3 Der Distributionalismus von Harris
5. Verdienste der strukturellen Linguistik
6. Strukturalistische Methoden
7. Weiterführende Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet einen systematischen Überblick über den linguistischen Strukturalismus, seine historischen Wurzeln bei Ferdinand de Saussure und seine Ausdifferenzierung in verschiedene internationale Schulen. Ziel ist es, die methodischen Grundlagen, das Verständnis von Sprache als Beziehungssystem sowie die spezifischen Analysetools der strukturellen Linguistik darzulegen.
- Historische Herleitung des Strukturalismus aus den Thesen Ferdinand de Saussures
- Differenzierung der drei klassischen Hauptschulen (Prag, Kopenhagen, amerikanischer Deskriptivismus)
- Untersuchung zentraler methodischer Konzepte wie Fonologie, Distribution und unmittelbare Konstituenten
- Bewertung der strukturellen Linguistik hinsichtlich ihrer methodischen Verdienste und Anwendungsgrenzen
Auszug aus dem Buch
3. Grundprinzipien
Der Strukturalismus beruht auf der Grundannahme, dass Phänomene nicht isoliert auftreten, sondern in Verbindung mit anderen Phänomenen stehen. Diese Verbindungen gilt es aufzudecken; genauer gesagt bilden die Phänomene einen strukturierten (strukturierbaren) Zusammenhang. Dabei wird die Struktur jedoch durch den Beobachter in einem Modell konstruiert. Die Struktur existiert also nicht auf der Ebene der Wirklichkeit, sondern nur auf der Ebene des Modells.
Ein Strukturalist geht in der Regel wie folgt vor:
1. Der Bereich des Beobachtbaren wird eingeteilt in strukturell beschreibbare und strukturell nicht beschreibbare Phänomene; nur erstere sind Gegenstand strukturalistischer Analysen.
2. Die beschreibbaren Phänomene werden segmentiert.
3. Zwischen den Segmenten wird ein Zusammenhang (re-) konstruiert. Dabei ist unter Umständen eine den Segmenten zugrunde liegende weitere (abstraktere) Beschreibungsebene anzusetzen, auf der wieder eine Segmentierung ihrer Entitäten möglich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Definition des Strukturalismus als interdisziplinäre Forschungsmethode und Vorstellung der drei bedeutendsten Schulen.
2. Die Entstehung des Strukturalismus: Darstellung des Einflusses von Ferdinand de Saussure und der methodischen Revolution durch die Anwendung naturwissenschaftlicher Prinzipien auf die Sprachwissenschaft.
3. Grundprinzipien: Erläuterung der Annahme, dass Phänomene in Systemen existieren, und Beschreibung des methodischen Vorgehens durch Segmentierung und Modellbildung.
4. Die Schulen des Strukturalismus: Detaillierte Analyse der Prager Schule, der Kopenhagener Glossematik sowie der amerikanischen Deskriptivisten mit ihren jeweiligen Schwerpunkten.
5. Verdienste der strukturellen Linguistik: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Errungenschaften, insbesondere hinsichtlich Exaktheit, Systematik und Formalisierung.
6. Strukturalistische Methoden: Übersicht der spezifischen Werkzeuge wie Formanalyse, Distribution, Immediate Constituents, Substitution und Transformation.
7. Weiterführende Literatur: Auflistung der verwendeten und weiterführenden Quellen für die linguistische Forschung.
Schlüsselwörter
Strukturalismus, Linguistik, Ferdinand de Saussure, Prager Schule, Glossematik, Deskriptivismus, Phonologie, Distribution, Semantik, Syntax, Sprachwissenschaft, Zeichentheorie, Methodenlehre, Modellbildung, Sprachsystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den linguistischen Strukturalismus als eine theoretische und methodische Strömung, die Sprache als ein System von Beziehungen und Strukturen begreift.
Welche Schulen des Strukturalismus werden thematisiert?
Im Fokus stehen die Prager funktionale Linguistik, die Kopenhagener Glossematik und die amerikanischen Deskriptivisten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Darstellung der strukturalistischen Methode sowie die Einordnung ihrer bedeutendsten Vertreter und deren Beitrag zur wissenschaftlichen Sprachbeschreibung.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Erwähnung?
Die Arbeit erläutert unter anderem die Formanalyse, die Distributionsanalyse, die IC-Analyse (unmittelbare Konstituenten), die Substitution und die Transformation.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Grundprinzipien, die spezifische Ausrichtung der drei genannten Schulen sowie eine systematische Zusammenstellung der methodischen Instrumentarien.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Begriffe wie Systemcharakter, Beziehungssystem, Synchronie, Distribution und Fonologie stehen im Zentrum der fachlichen Diskussion.
Wie unterscheidet sich die Prager Schule von der Kopenhagener Schule?
Während die Prager Schule die Sprache als Korrelat zur außersprachlichen Wirklichkeit und funktionalistisch orientiert betrachtet, fokussiert die Kopenhagener Schule stärker auf die formale Glossematik und die Trennung von Inhalts- und Ausdrucksplan.
Welche Rolle spielt das "Meaning-Problem" in der amerikanischen Schule?
Das Problem der Bedeutung war zentral für die amerikanischen Deskriptivisten; es führte zur Spaltung zwischen Ansätzen, die semantische Aspekte integrieren wollten, und solchen, die Bedeutung völlig aus der linguistischen Analyse ausschlossen.
- Arbeit zitieren
- Noémi Wágenhoffer (Autor:in), 2004, Der linguistische Strukturalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133016