Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Maßnahmen, die von Lehrpersonen eingesetzt werden können, um die Leistungsmotivation ihrer Schülerinnen und Schüler zu steigern. Dazu werden die Voraussetzungen der menschlichen Motivation, die Entwicklung von Leistungsmotivation, verschiedene Lerntheorien und didaktische Maßnahmen zur Förderung beleuchtet. Anschließend werden Interviews mit drei Lehrerinnen durchgeführt, zusammengefasst und mit den Maßnahmen, die in der Literatur angeführt werden, verglichen, um einen Einblick in die Praxis der Motivationsförderung im Schulalltag zu geben.
Im Schulalltag spielen Motivation und Leistung eine bedeutende Rolle. Motivation hat vor allem für das Lernen eine große Bedeutung und ist insbesondere für das absichtsvolle und zielgerichtete Lernen, welches in der Schule angestrebt wird, wichtig. Die Leistungsmotivation und die Motivation zum Lernen sind Themen, mit denen sich Lehrerinnen und Lehrer immer wieder auseinandersetzen müssen. Um Kinder in der Grundschule zu motivieren, etwas zu leisten, müssen sie die geforderten Leistungen als ihre eigenen Ziele ansehen. Dies zu erreichen, ist eine große Herausforderung für Lehrerinnen und Lehrer. Diese haben nämlich die Aufgabe, durch richtiges didaktisches Handeln und durch die Gestaltung einer anregenden Lernumgebung, die Kinder zu einer guten schulischen Leistung zu motivieren.
Die Leistung von Schülerinnen und Schülern hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab. Einerseits ist dies das Können des Kindes, also seine Fähigkeit, das Verlangte zu leisten und andererseits ist es die Bereitschaft der Schülerin oder des Schülers, sich anzustrengen, um eine bestimmte Leistung zu erbringen. Dabei setzt sie oder er sich selbst Ziele, die entscheidend für die zu erwartenden Leistungsresultate sind. Die Lern- und Leistungsmotivation ist somit für den Lernerfolg ebenso wichtig wie die Begabung der Kinder. Da diese Ziele aber besonders in der Schule nicht von den Schülerinnen und Schülern selbst bestimmt werden, ist es für Lehrerinnen und Lehrer sehr wichtig, sie den Kindern als ihre eigenen nahezulegen und sie zum Erreichen dieser Ziele zu motivieren.
Inhaltsverzeichnis
1 PROBLEMAUFRISS UND ZIELSTELLUNGEN
2 MOTIVATION – MOTIV
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 Motivation
2.1.2 Motiv
2.1.3 Leistungsmotivation
2.2 Motivation und Emotion
2.2.1 Flow
2.2.2 Selbstwirksamkeitseinschätzung
2.3 Intrinsische/extrinsische Motivation
2.4 Neugier/Interesse
2.5 Bausteine der Motivationsförderung
2.5.1 Altersgemäße Forderung
2.5.2 Selbstständigkeitserziehung
2.5.3 Konstruktive Kritik
2.5.4 Neugierweckung
2.5.5 Tätigkeitsangebot
2.5.6 Lernspiele
2.5.7 Regelmäßiges Nachdenken
2.6 Resümee
3 THEORIEN ZUR ENTWICKLUNG DER LEISTUNGSMOTIVATION
3.1 Einleitung
3.2 Die Anfänge des leistungsmotivierten Verhaltens
3.2.1 Die Erkundung und Bekräftigung des eigenen Selbst
3.2.2 Risiken selbstbewertender Reaktionen
3.3 Entwicklung der Leistungsmotivation
3.3.1 Erwartungs-Wert-Modelle der Leistungsmotivation
3.4 Resümee
4 LEISTUNGSMOTIVATION IM SCHULISCHEN KONTEXT
4.1 Einleitung
4.2 Das Leistungsmotiv
4.3 Wünschbarkeit und Realisierbarkeit
4.4 Auswirkung von subjektiver Realisierbarkeit und Wünschbarkeit im schulischen Leistungshandeln
4.4.1 Anstrengung
4.4.2 Angst und Leistungsangst
4.4.3 Die Entwicklung von Prüfungsangst
4.4.4 Hilflosigkeit
4.4.5 Selbstwert
4.5 Attributionen
4.5.1 Externale und internale Attribution
4.6 Hoffen auf Erfolg/ Furcht vor Misserfolg
4.7 Resümee
5 LERNEN
5.1 Einleitung
5.2 Zentrale Lerntheorien
5.2.1 Nicht-assoziatives Lernen
5.2.2 Assoziatives Lernen
5.2.3 Kognitives Lernen
5.2.4 Humanistische Ansätze
5.3 Resümee
6 DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
6.1 Anlass der Untersuchung
6.2 Untersuchungsdesign
6.2.1 Bildung der Cluster
6.2.2 Experteninterview
6.2.3 Auswahl der Interviewpartner
6.2.4 Kurze Beschreibung der Lehrpersonen
Lehrperson 1
Lehrperson 2
Lehrperson 3
6.2.5 Durchführung der Befragung
6.2.6 Transkription der Befragungen
6.2.7 Darstellung der Ergebnisse
6.3 Ergebnisse der empirischen Untersuchung
6.4 Resümee
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, welche didaktischen Maßnahmen Lehrpersonen in der Grundschule einsetzen können, um die Leistungsmotivation ihrer Schülerinnen und Schüler zu fördern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die praktische Anwendung theoretisch fundierter Motivationsmodelle im Schulalltag.
- Psychologische Grundlagen der Leistungsmotivation und Emotionen
- Theorien zur Genese und Entwicklung von Lernmotivation
- Didaktische Instrumente zur Motivationssteigerung (z.B. Freiarbeit, Lernspiele)
- Empirische Analyse von Unterrichtspraktiken durch Experteninterviews
- Vergleichende Betrachtung von Unterrichtsmethoden und aktueller Fachliteratur
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Flow
Laut WINKEL, PETERMANN und PETERMANN bezeichnet der Begriff ‚Flow‘ einen besonderen emotionalen und kognitiven Zustand des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit. Das Konzept ‚Flow‘ wurde erstmals von CSIKSZENTMIHALYI beschrieben. Der Flow-Zustand wird dann erreicht, wenn eine Person sich aktiv und ungestört mit einer Aufgabe beschäftigt und deren Anforderungsniveau mit dem Fähigkeitsniveau übereinstimmt. Sind Kinder in diesem Flow-Zustand weder über-, noch unterfordert und wissen sie genau, was sie zu tun haben, können sie sich vollkommen auf ihre Tätigkeit einlassen. Menschen beschreiben immer wieder, dass die Zeit in diesem Zustand schneller zu vergehen scheint, dass sie hoch konzentriert sind und ablenkende Reize wie zum Beispiel Hunger oder Lärm kaum wahrnehmen.
Da sich der Flow-Zustand positiv auf die Leistungsfähigkeit einer Person auswirkt, sollten Leistungs- und Lernprozesse wenn möglich so gestaltet werden, dass die Schülerinnen und Schüler häufig vom Flow-Erleben profitieren können.
CSIKSZENTMIHALYI stellte fest, als er längere Zeit das Verhalten von Künstlern beobachtete, dass einige Maler mit großem Ehrgeiz an der Fertigstellung eines Bildes arbeiteten und sich für nichts anderes interessierten. War ein Bild jedoch fertig, wurde es nicht mehr beachtet und ein neues Projekt in Angriff genommen. Der Anreiz liegt hier ganz klar in der Ausführung der Tätigkeit. Am Verhalten des Malers kann man sehen, dass das Schaffen und die Tätigkeit des Malens das war, was er gesucht hat. In einer großen Interviewstudie versuchte CSIKSZENTMIHALYI herauszufinden, was eine Tätigkeit so anziehend macht, dass man sie immer wieder ausführen möchte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 PROBLEMAUFRISS UND ZIELSTELLUNGEN: Einführung in die Bedeutung der Lern- und Leistungsmotivation in der Schule sowie Darstellung der Forschungsfrage.
2 MOTIVATION – MOTIV: Definition der Grundbegriffe rund um Motivation, Emotionen und die verschiedenen Bausteine zur Motivationsförderung im Unterricht.
3 THEORIEN ZUR ENTWICKLUNG DER LEISTUNGSMOTIVATION: Beleuchtung der kindlichen Entwicklung und die Rolle von Wirksamkeitsstreben sowie Selbstbewertung für die Motivationsentwicklung.
4 LEISTUNGSMOTIVATION IM SCHULISCHEN KONTEXT: Diskussion von Leistungsmotiven, Realisierbarkeit und Wünschbarkeit sowie der Einfluss von Angst und Attribution auf das schulische Handeln.
5 LERNEN: Übersicht zentraler Lerntheorien von Konditionierung bis zu humanistischen Ansätzen in Bezug auf deren Relevanz für den Unterricht.
6 DIE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Vorstellung und Auswertung von Experteninterviews mit drei Lehrpersonen zur Erfassung ihrer praktischen Strategien der Motivationsförderung.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Ergebnissen zur praktischen Umsetzung didaktischer Motivationsmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Leistungsmotivation, Grundschule, Motivation, Flow-Zustand, Selbstwirksamkeit, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Freiarbeit, konstruktive Kritik, Attribution, Experteninterview, Lernspiele, didaktische Methoden, Neugierweckung, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit widmet sich der Identifikation und Analyse didaktischer Maßnahmen, die von Lehrkräften genutzt werden, um die Leistungsmotivation von Grundschulkindern im Unterricht zu steigern.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Die Themen umfassen die psychologischen Grundlagen der Motivation, Theorien der Lernentwicklung, sowie die konkrete Untersuchung der Unterrichtspraxis hinsichtlich Methoden wie Freiarbeit, Feedback und Reflexion.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Ziel ist es, eine empirisch gestützte Antwort auf die Forschungsfrage zu finden, welche didaktischen Maßnahmen im Grundschulalltag tatsächlich zur Förderung und Initialisierung von Leistungsmotivation beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin kombiniert eine Literaturrecherche zu entwicklungspsychologischen und pädagogischen Theorien mit einem qualitativen Forschungsdesign, bestehend aus drei Experteninterviews mit praktizierenden Grundschullehrkräften.
Welche Aspekte werden im Hauptteil beleuchtet?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Motivation, Lernen) und den empirischen Teil, in dem die befragten Lehrpersonen zu den Bereichen Neugierweckung, Tätigkeitsangebot sowie konstruktiver Kritik befragt wurden.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Leistungsmotivation, intrinsische/extrinsische Motivation, Selbstwirksamkeit, Flow, Attribution und didaktische Unterrichtsformen.
Wie bewerten die befragten Lehrpersonen die Bedeutung von Lob?
Die befragten Lehrpersonen in der Studie betonen einhellig die hohe motivationalen Wirkung von positivem Feedback und Lob, wobei sie jedoch darauf achten, dies sinnvoll mit konstruktiver Kritik und weiteren Unterrichtsformen zu kombinieren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen internaler und externaler Attribution wichtig?
Sie ist zentral, da die Art der Ursachenzuschreibung bestimmt, ob Kinder bei Misserfolgen motiviert bleiben oder in Hoffnungslosigkeit verfallen; eine internale, variable Attribution (z.B. Anstrengung) ist hierbei förderlicher für die Leistungsmotivation als eine stabile, externale Verschiebung.
Welchen Raum nimmt die "Freiarbeit" in den vorgestellten Unterrichtskonzepten ein?
Die Freiarbeit stellt ein zentrales Instrument der befragten Lehrkräfte dar, um Selbstständigkeit zu fördern und Schülern die Möglichkeit zu geben, in individuellem Tempo und mit ansprechenden Materialien zu lernen.
- Citar trabajo
- Petra Mahr (Autor), 2014, Leistungsmotivation in der Grundschule. Didaktische Maßnahmen zur Förderung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1331601