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Das Elterngeld - Eine ökonomische und juristische Analyse

Title: Das Elterngeld - Eine ökonomische und juristische Analyse

Thesis (M.A.) , 2008 , 173 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Alexandra Kloß (Author)

Law - Public Law / Constitutional Law / Basic Rights
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Nach Auffassung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist „das Elterngeld ist zentrales Element einer Neuausrichtung der familienpolitischen Leistungen“(BMFSFJ, März 2008 S. 5). Im Rahmen der Magisterarbeit wurde diskutiert, in wie weit verfassungsrechtliche Bedenken gegenüber diesem Gesetz bestehen und welche ökonomischen Auswirkungen mit der Veränderung der Leistung verbunden sind.
Es konnte festgestellt werden, dass gravierende verfassungsrechtliche Bedenken bezüglich der Gesetzgebungskompetenz des Bundes bestehen, da durch das Gesetz zum Elterngeld die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse nicht gefördert, sondern behindert wird.
Weitere Probleme ergeben sich aus der Ungleichbehandlung, die sich aus der Ausgestaltung des Elterngeldes als Lohnersatzleistung ergeben. Hier wäre die Ausgestaltung einer
beitragsfinanzierten Sozialversicherung sinnvoller gewesen. Weitere Bedenken bestehen bezüglich Art. 6 I GG, da der Gesetzgeber mit der Umgestaltung der Leistung konkrete
Verhaltensänderungen bei den Adressaten bewirken will.
Die aus der Befragung von 115 Teilnehmern resultierenden Ergebnisse zeigten, dass junge Akademiker sehr wohl einen Einfluss der Politik in ihre Entscheidung für Kinder erkennen, jedoch sich nicht dazu zwingen lassen, Kinder zu haben, sondern sich von der Politik vor allem mehr Angebote zur Kinderbetreuung wünschen.
Des Weiteren wurde mehr Engagement von Seiten der Unternehmen gefordert. Im
empirischen Teil der Arbeit zeigte sich, dass die jungen
Akademiker ganz ähnlich reagierten, wie der Durchschnitt der restlichen Bevölkerung. An die Ergebnisse der eigenen Umfrage anknüpfend zeigte der letzte Teil der Arbeit Grundlagen der
Theorie zu Fertilitätsentscheidungen auf, welche durch die klassischen Arbeiten von Malthus, Brentano, Leibenstein, Becker, sowie die zeitgenössische von Steinmann repräsentiert
wurden. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es fraglich ist, ob es sich bei dieser Maßnahme um den wesentlichen Schritt zur Neuorientierung der Familienpolitik handelt. Ein deutlicher Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten, sowohl im Bereich Kinderkrippen,und –gärten als auch im Bereich der Ganztagsschulen ist ebenso als wichtiger Schritt zu beachten. Des Weiteren sollten die Unternehmen sich mehr für die Vereinbarkeit von
Familien und Beruf engagieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A. Juristische Analyse

I. Darstellung der Leistung

1. Zielstellung des Elterngeldes

2. Analyse der Steuerungskonzeption

3. Anspruchsberechtigte

4. Leistungshöhe

5. Leistungszeitraum

6. Verhältnis zu anderen staatlichen Leistungen

II. Verfassungsrechtliche Bewertung

1. Gesetzgebungskompetenz

2. Art. 3 GG

a) Art. 3 Abs. 1 GG

b) Art. 3 Abs. 2 GG

3. Art. 6 GG

a) Definition von Ehe und Familie

b) Mehrdimensionale Struktur

c) Grundrechtsverletzung durch das Elterngeld?

4. Abschließende Bewertung

B. Ökonomische Analyse

I. Das Erziehungsgeld

1.Darstellung des Konzepts des Erziehungsgeldes

2. Die Höhe des Erziehungsgeldes im Jahr 1986

3. Die Reform des Erziehungsgeldes 2001

4. Reduzierung der Einkommensgrenzen 2004

II. Das Elterngeld

III. Darstellung der Wirkung anhand von möglichen Einzelfällen

1. Beispielfall 1

2. Beispielfall 2

3. Beispielfall 3

C. Empirische Analyse

I. Darstellung der aktuellen Situation

II. Auswertung der eigenen Umfrage

1. Theoretische Grundlagen zur Konstruktion eines Fragebogens

2. Vorgehen zur Auswertung der Daten

3. Auswertung der demographischen Daten der Teilnehmer

4. Inhaltliche Auswertung

a) Kontakt zu Kindern

b) Kinderwunsch

c) Gewünschte Lebensform

d) Das Zeitfenster zur Realisierung von Kinderwünschen

e) Gründe, die gegen Kinder sprechen

f) Bedeutung von Kindern

g) Voraussetzungen, die erfüllt sein sollten bevor man Kinder hat

h) Die Geschlechterrollen

i) Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

j) Politische Maßnahmen zur Förderung von Familien

k) Fazit

D. Theoretische Grundlagen zur Fertilitätsentscheidung

I. Malthus

II. Sozioökonomische Erklärungsmodelle

1. Brentano

2. Leibenstein

3.Becker

4. Steinmann

5. Empirische Analyse der Geburtenentscheidung von Familien des DIW und erwartete Auswirkungen des Elterngeldes auf diese Entscheidung

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das am 1. Januar 2007 in Kraft getretene Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) aus juristischer und ökonomischer Perspektive. Ziel der Untersuchung ist es, die Ausgestaltung und die mit der Leistung verbundenen Ziele zu beleuchten, den verfassungsrechtlichen Rahmen zu prüfen und die Wirkung der finanziellen Förderung auf die Geburtenrate sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu bewerten, ergänzt durch eine empirische Erhebung unter jungen Akademikern.

  • Juristische Analyse der Ausgestaltung und Verfassungsmäßigkeit des BEEG
  • Ökonomischer Vergleich zwischen dem bisherigen Erziehungsgeld und dem Elterngeld
  • Empirische Untersuchung der Einstellungen junger Akademiker zu Familie und Kinderwunsch
  • Theoretische Grundlagen und Erklärungsmodelle für Fertilitätsentscheidungen
  • Analyse politischer Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Auszug aus dem Buch

1. Zielstellung des Elterngeldes

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend äußert sich selbst zu der Zielstellung des Elterngeldes und macht deutlich, dass das Elterngeld vor allem Eltern helfen soll, sich in den ersten Lebensmonaten des Kindes vollständig diesem zu widmen ohne die Lebensgrundlage zu verlieren. In diesem Sinne soll ein „Schonraum“ eröffnet werden, der es der jungen Familie ermöglicht, ohne größere finanzielle Nöte in das Familienleben hineinzufinden (BMFSJ, 2008 S. 7). So sollen Eltern die Möglichkeit bekommen, sich in dem ersten Lebensjahr des Kindes vorrangig dessen Betreuung zu widmen (BMFSFJ, Februar 2007 S. 6). Bezüglich dieser Zielstellung wird angemerkt, dass die „Sicherung der Lebensgrundlage“ und die Vermeidung von „finanziellen Nöten“ durch bedarfsorientierte Lösungen genauer erreicht würden. In der Wirkung ergibt sich aus der Lohnorientierung eher eine Sicherung des Lebensstandards als der Lebensgrundlage. So wird für untere Einkommensgruppen durch die Einschränkung der Bezugsdauer von 24 Monaten auf 12 bzw. 14 Monate die Sicherung der Lebensgrundlage mit dem Elterngeld unwahrscheinlicher als unter der bisherigen Regelung (Beblo, 28.06.2006 S. 1).

Allerdings kann das Elterngeld nicht allein stehen, sondern ist Teil eines Dreiklangs familienpolitischer Leistungen. Hier steht an erster Stelle die Verbesserung der Betreuungsangebote, neben einer familienbewussten Arbeitswelt und einer gezielten finanziellen Stärkung von Familien (Bundestag, 20.06.2006 S. 2). Innerhalb dieses Dreiklangs nimmt das Elterngeld verschiedene Funktionen wahr. Neben der bereits erwähnten Eröffnung eines Schonraums soll das Elterngeld auch dazu beitragen, dass beide Elternteile langfristig eine bessere Möglichkeit haben, auf Dauer ihre wirtschaftliche Existenz besser zu sichern. Der Gefahr der dauerhaften Abhängigkeit von staatlichen Fürsorgeleistungen soll vorgebeugt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Juristische Analyse: Untersucht die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Ziele und die verfassungsrechtliche Zulässigkeit des BEEG.

B. Ökonomische Analyse: Vergleicht das Elterngeld mit dem früheren Erziehungsgeld und analysiert die ökonomischen Wirkungen anhand von Beispielfällen.

C. Empirische Analyse: Präsentiert und bewertet die Ergebnisse einer selbst durchgeführten Umfrage unter Studenten und Akademikern zum Kinderwunsch und zu familienpolitischen Maßnahmen.

D. Theoretische Grundlagen zur Fertilitätsentscheidung: Diskutiert klassische und moderne ökonomische Erklärungsmodelle für das generative Verhalten.

Schlüsselwörter

Elterngeld, BEEG, Familienpolitik, Fertilitätsrate, Geburtenrate, Erziehungsgeld, Juristische Analyse, Ökonomische Analyse, Empirische Untersuchung, Akademiker, Kinderwunsch, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Opportunitätskosten, Sozialleistung, Verfassungsrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Elterngeld und die damit verbundene Gesetzgebung in Deutschland aus einer interdisziplinären Sichtweise, die sowohl rechtliche als auch ökonomische Aspekte vereint.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Ausgestaltung des Elterngeldes, seine verfassungsrechtliche Einordnung, ein Vergleich mit dem Erziehungsgeld sowie eine empirische Untersuchung der Einstellungen junger Akademiker.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Arbeit untersucht, welche Ziele das Elterngeld verfolgt, ob diese verfassungsrechtlich haltbar sind und ob finanzielle Anreize tatsächlich einen Effekt auf die Geburtenrate haben können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine juristisch-ökonomische Analyse der Gesetzestexte und Literatur mit einer empirischen Befragung, deren Ergebnisse statistisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine juristische Bewertung, einen ökonomischen Vergleich von Elterngeld und Erziehungsgeld, eine empirische Auswertung eigener Umfragedaten sowie die Diskussion theoretischer Fertilitätsmodelle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Elterngeld, Familienpolitik, Fertilität, ökonomische Anreize, Verfassungsrecht und empirische Sozialforschung.

Wie bewertet die Autorin die Gesetzgebungskompetenz des Bundes für das Elterngeld?

Die Autorin stellt fest, dass die Gesetzgebungskompetenz des Bundes für das Elterngeld äußerst zweifelhaft ist, da es sich schwer als Maßnahme der klassischen öffentlichen Fürsorge legitimieren lässt.

Was sind die zentralen Ergebnisse der empirischen Umfrage unter Akademikern?

Die Umfrage zeigt, dass Akademiker durchaus an Kindern interessiert sind, jedoch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als kritisch empfinden und sich hierfür weniger direkte finanzielle Anreize, sondern primär einen Ausbau der Betreuungsinfrastruktur wünschen.

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Details

Title
Das Elterngeld - Eine ökonomische und juristische Analyse
College
University of Erfurt
Grade
1,3
Author
Alexandra Kloß (Author)
Publication Year
2008
Pages
173
Catalog Number
V133236
ISBN (eBook)
9783640393640
ISBN (Book)
9783640393817
Language
German
Tags
Elterngeld Eine Analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Kloß (Author), 2008, Das Elterngeld - Eine ökonomische und juristische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133236
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