Die Entstehung des (Selbst-) bewusstseins


Hausarbeit, 2008
20 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Selbst und das Bewusstsein
2.1 Das Selbst
2.2 Das Bewusstsein
2.3 Das Selbstbewusstsein

3. Die Entstehung des Selbst in der Kindheit

4. Das Jugendliche und das Erwachsene Selbst

5. Das alternde Selbst

6. Resümee

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die charakteristische Eigenschaft selbstbewusst zu sein, scheint der Schlüssel zu einem ausgeglichenen, positivem Lebensgefühl. Wer Selbstbewusstsein besitzt, setzt seine Meinungen, Rechte und Interessen durch, ohne sich dabei schlecht zu fühlen und hält seine Handlungen für wichtig.[1]

Diese Arbeit soll sich mit der Entstehung des Selbst (-bewusstseins) beschäftigen und Gründe aufzeigen, weshalb das Selbst bei Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist und wo die Wurzel eines positiven oder negativen Selbstbewusstseins liegt.

Dieses Thema schien für mich interessant, weil es umfassend ist und wie schon oben aus MERKLE erwähnt, ein wichtiger, uns beeinflussender Teil unserer Persönlichkeit.

Zuerst werde ich die Grundlegenden Begriffe (Selbst, Bewusstsein und Selbstbewusstsein) erklären. Anschließend werde ich an der Entwicklung des Menschen deutlich machen, wo die Gründe für ein sich gut oder sich schlecht entwickeltes Selbstbewusstsein liegen.

Hierbei habe ich die wichtigsten Aspekte in dieser Arbeit zusammengefasst und in verschiedenen Altersbereichen ( Kindheit, Jugend/Erwachsenenalter und alternder Mensch) untergefasst.

2. Das Selbst und das Bewusstsein

2.1 Das Selbst

Unter „Selbst“ wird eine grundsätzliche Sichtweise vom umfassenden, tiefgründigen Menschenbild, auf theologisch-philosophischer Ebene verstanden.[2]

Das Selbst unterteilt sich in „ich“ und „mich“. Das „Ich“ als subjektives, erlebendes Ich und das „Selbst“ als Gegenstand der Selbstbetrachtung (mich als Objekt).[3]

Selbsterkenntnis kann als Resultat von privaten (Gedanken, Gefühlen) und sozialen Prozessen (z.B. durch Interaktion mit anderen) gesehen werden. Erfahrungen und Erlebnisse in Form von Handlungen, Gedanken, Gefühlen usw. hinterlassen spuren im Menschen. Wenn wir uns mit Erfahrungen beschäftigen, (z.B. darüber nachdenken wie wir fühlen und deren Bedeutung,) vermehren wir das Wissen über uns selbst bzw. unsere Selbsterkenntnis. Einstellungen und Wesenszüge entstehen aus Schlussfolgerungen des eigenen Verhaltens. Die Identität des Menschen ist das Verhältnis zu sich selbst.[4]

„Metaphern des Selbst offenbaren Normen und Wunschvorstellungen davon, wie der Mensch idealerweise sein sollte.“[5]

2.2 Das Bewusstsein

Das Bewusstsein betrifft innere Prozesse, Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle. Es gibt unterschiedliche Bewusstseinstiefen (z.B. Wachheit, Tiefschlaf und Koma).[6]

Wir leiten während des ganzen Lebens aus Reaktionen unserer Mitmenschen ihre Meinungen ab, verinnerlichen diese bewusst oder unbewusst und bilden einen Teil unseres Selbstbildes.[7] Einige Erinnerungen des Körperbewusstseins und seiner Möglichkeiten führt zu Ich-Bewusstsein.[8] Durch Denkprozesse wird das Bewusstsein von sich selbst zum Selbstbewusstsein.[9]

Das Unbewusste umfasst all das, was wir über uns selbst nicht wissen bzw. vergessen haben. Übergänge vom Bewussten zum Unbewussten sind fließend.[10] Hier ist jedoch ein anderes Unbewusst als im Sinn der Freudschen Psychoanalyse gemeint. Denn psychische Zustände wie Wünsche, Überzeugungen sind oft „implizit“ oder nichtbewusst, solange das Subjekt nicht daran denkt. Auf entsprechende Nachfrage kann das Subjekt aber sagen was es denkt. Einsichten in das Unbewusste im Sinn von Freud, können nur gegen innere Widerstände und häufig nur mit fremder Hilfe gewonnen werden.[11]

2.3 Das Selbstbewusstsein

Alltagssprachlich bezeichnet ist Selbstbewusstsein eine unterschiedlich ausgeprägte Charaktereigenschaft. Der „selbstbewusste“ Mensch hält sein Handeln und seine Meinung für wichtig und glaubt an sich.[12] Dem Wortlaut nach bedeutet „Selbstbewusstsein“ das Bewusste – sein von sich selbst.[13] Nach JÄGER wird Selbstbewusstsein als das Bewusstsein von Erlebnissen, Zuständen, körperlichen Selbstgefühls, Wünschen, Wahrnehmungen (z.B. eines Stuhls), Empfindungen (z.B. Bauchschmerzen), Überzeugungen über sich selbst, sowie das Wissen über den eigenen geistigen Zustand verstanden.[14]

KOHNSTAMM berichtet in seinem Buch über Menschen, die sich im Erwachsenenalter an den Punkt in ihrem Leben erinnern, an dem sie „sich-bewusst“ wurden, und sich bewusst wurden, dass sie ein Teil dieser Welt sind. Solche „Ich-bin-ich“ Erfahrungen verlaufen meistens nicht vor dem 7.Lebensjahr, oft auch erst in der Adoleszenz. Das Bewusst-werden verläuft oft wortlos und erst in späteren Lebensjahren kann diese Erfahrung in eine bewusste Wahrnehmungsform gebracht, geäußert und reflektiert werden.[15]

Der Mensch wird als soziales Wesen in seiner Selbstbewertung von anderen beeinflusst. Ihn interessiert was andere über ihn denken, ob sie ihm Respekt, Achtung, Anerkennung und Liebe entgegenbringen oder nicht. Wenn er dies nicht erfährt wird er sich schwer tun sich selbst als wertvoll und liebenswert zu sehen.[16]

Bei Depressiven, Suchtkranken und Suizidgefährdeten Menschen findet sich ein extrem niedriger, selbstzerstörerischer Selbstwert mit Ausdruck fehlender Selbstliebe und Selbstakzeptanz.[17] Missbrauch und Gewalttaten können massive Folgen für das Selbstwertgefühl haben, die fast das gesamte Selbst zerstören können.[18]

Selbstwert ist der wohl bekannteste Begriff in der (akademischen) Selbstforschung, die sich bis in die frühen siebziger Jahre fast ausschließlich mit Selbstwertfragen beschäftigt. Mittlerweile sind viele Facetten des Selbst erforscht worden, dennoch ist der Selbstwert der häufigste untersuchte Selbstaspekt geblieben.[19] Begriffe wie Selbstwertgefühl und Selbstkonzept spielen in der Entwicklungspsychologie eine große Rolle und sind Rogers zu verdanken.[20]

[...]


[1] Vgl. MERKLE 1991, S.19.

[2] Vgl. SCHACHINGER 2005, S.24; und ein Hinweis zu meiner Zitierweise: Um den Lesefluss zu erhalten zitiere ich in Fußnoten und in Kurzzitierweise.

[3] Vgl. ebd., S.9 und KOHNSTAMM 2004, S.149.

[4] Vgl. SCHACHINGER 2005, S.104f.

[5] Ebd., S.16.

[6] Vgl. ebd., S.19.

[7] Vgl. ebd., S.105.

[8] Vgl. KOHNSTAMM 2004, S.41.

[9] Vgl. ebd. und S.7; SCHACHINGER 2005, S.9.

[10] Vgl. SCHACHINGER 2005, S.20f.

[11] Vgl. JÄGER 1999, S.56.

[12] Vgl. ebd., S.13.

[13] Vgl. HINDRICHS 2002, S.15f.

[14] Vgl. JÄGER 1999, S.14f, S.33.

[15] Vgl. KOHNSTAMM 2004, S.7, S.52.

[16] Vgl. SCHACHINGER 2005, S.182.

[17] Vgl. ebd., S.113, S.237.

[18] Vgl. ebd., S.124.

[19] Vgl. ebd., S.180f.

[20] Vgl. MIETZEL 2002, S.33.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Entstehung des (Selbst-) bewusstseins
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V133415
ISBN (eBook)
9783640398140
ISBN (Buch)
9783640398218
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entstehung
Arbeit zitieren
Marina Welz (Autor), 2008, Die Entstehung des (Selbst-) bewusstseins, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133415

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