Vietnam - Schlachtfeld der Weltmächte


Essay, 2007

4 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Essay: Vietnam - Schlachtfeld der Weltmächte?

Der lange Vietnamkrieg (1945-75) basiert auf drei verschiedenartigen Konfliktphasen inner-halb seines Verlaufs. Anfangs trug diese militärische Auseinandersetzung den Charakter eines Dekolonisationskrieges, als Frankreich versuchte zwischen 1945 und 1954 seine im Zweiten Weltkrieg verlorenen Gebiete in Indochina zu re-kolonialisieren. Nach dem Scheitern der Bemühungen um die Wiedereinflussnahme in diesem Teil des französischen Kolonialterrito-riums nahmen nun die aus dieser Niederlage der französischen Nation und der darauf folgen-den Genfer Indochinakonferenz (8. Mai–21. Juni 1954) hervorgegangenen Staaten Nord- und Südvietnam bewusst die Hilfe der beiden Weltmächte USA und Sowjetunion in Anspruch, wodurch die Entwicklung zu einem Stellvertreterkrieg ihren Anfang nahm und die Konfronta-tion in Vietnam somit einen typischen ideologischen Kampf der beiden Systeme auf fremden Gebiet im Kontext des Kalten Krieges bildete (1955 bis 1973). In der letzten Phase (1973­1975) kämpfte die südvietnamesische Armee alleine, ohne direkte militärische Unterstützung der Vereinigten Staaten weiter und unterlag schließlich der kommunistischen Gegenpartei.

Doch vorerst muss die Bedeutung des Terminus ‚Stellvertreterkrieg’ definiert werden, da un-terschiedliche Erklärungsmuster existieren und diese auch nur einen Versuch darstellen kön-nen, jene komplexe Problematik in ihrem Wesensgehalt zu erfassen:

Stellvertreterkrieg , vielschichtiger, in seiner Entstehung eng mit dem Ost-West-Konflikt verbundener Begriff, bezeichnet einen Krieg, der über regionale Motive hi-naus den weltpolitischen Gegensatz zwischen den USA und der UdSSR sowie den je-weiligen Bündnissystemen in sich aufnahm und mit austrug.1

Schon ab 1950 besteht die Möglichkeit einer Sichtweise, die den Vietnamkonflikt als Stell-vertreterkrieg ausweist. Frankreich empfing ab diesen Jahr enorme finanzielle Unterstützung seitens der Vereinigten Staaten, um seinen Kolonialkrieg weiterführen zu können. 1949 hatten die Kommunisten im Chinesischen Bürgerkrieg gesiegt, erschrocken über diese Entwicklung in Fernost, intensivierten die Amerikaner ihre Bemühungen eine weitere Expansion des kommunistischen Machtblocks zu verhindern und ihre Glaubwürdigkeit als Garant der au-ßenpolitischen Sicherheit ihrer Verbündeten unter Beweis zu stellen, indem sie bewusst ihr Weltmachtpotential demonstrieren wollten.

[...]


1 Brockhaus. Die Enzyklopädie. F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig/Mannheim, 1998, Bd. XXI, S.84.

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Vietnam - Schlachtfeld der Weltmächte
Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
4
Katalognummer
V133554
ISBN (eBook)
9783640405039
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
USA, Sowjetunion, Vietnamkrieg, Vietnam, Stellvertreterkrieg
Arbeit zitieren
Stefan Rudolf (Autor), 2007, Vietnam - Schlachtfeld der Weltmächte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133554

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