Ziel dieser Arbeit ist es, die Funktionen des SELLMO (Selbst-Beurteilungsverfahren) zu betrachten.
Der SELLMO ist ein praktisches Instrument zur genaueren Beleuchtung der Lern- und Leistungsmotivation von Schülern und Studierenden. Der Test besteht aus einem Manual, 10 Fragebögen SELLMO-S, 10 Fragebögen SELLMO-ST, Schablone, 10 Auswertungsbögen SELLMO-S, 10 Auswertungsbogen SELLMO-ST und einer Mappe.
Der SELLMO misst die Lern- und Leistungsmotivation durch die Erfassung von 4 verschiedenen Zielorientierungen, welche für einen entscheidenden Einfluss sorgen. Insgesamt messen 31 Items die Zielarten Lernziele, Annäherungs-Leistungsziele, Vermeidungs-Leistungsziele sowie die Arbeitsvermeidung.
Inhaltsverzeichnis
1. Überblicksartige Beschreibung
2. Testgrundlage
2.1 Theoretische Grundlage (Konstrukte)
2.2 Überblick über die Skalen
3. Testdurchführung im Einzelfall (Klient*innensicht)
4. Testverwertung (Ergebnis psychometrischer Prüfungen)
4.1 Objektivität
4.2 Reliabilität
4.3 Validität
4.4 Normierung
4.5 Bandbreite und Informationsausschöpfung, Vergleichbarkeit
4.6 Ökonomie und Fairness
4.7 Änderungssensitivität
5. Psychometrische Bewertung des Verfahrens
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit dient der kritischen Testrezension des Verfahrens SELLMO (Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation). Ziel ist es, die wissenschaftliche Güte des Tests, insbesondere im Hinblick auf Objektivität, Reliabilität und Validität, anhand aktueller Befunde zu bewerten und die Eignung für den praktischen Einsatz sowie Forschungskontexte zu prüfen.
- Theoretische Fundierung und Konstruktvalidität der Messskalen
- Psychometrische Güteprüfung (Objektivität, Reliabilität, Validität)
- Anwendungsgebiete in der empirischen Bildungsforschung
- Vergleich der Versionen SELLMO-S (Schüler) und SELLMO-ST (Studierende)
- Diskussion von Normierung und Änderungssensitivität
Auszug aus dem Buch
4.2 Reliabilität
Interne Konsistenzen: Der SELLMO-S weist bei der internen Konsistenz (Cronbachs alpha) bei den Skalen Lernziele (.75) und Annäherungs-Leistungsziele (.76) insgesamt befriedigende Ergebnisse (Spinath et al., 2012). Bei den Skalen Vermeidungs-Leistungsziele (.80) und Arbeitsvermeidung (.82) wird eine gute interne Konsistenz erreicht (Spinath et al., 2012). Wolgast et al. (2014) erreichten in ihrer psychometrischen Untersuchung des SELLMO sogar höhere interne Konsistenzen, Lernziele (.84), Annäherungs-Leistungsziele (.81), Vermeidungs-Leistungsziele (.90) und Arbeitsvermeidung (.91) Wilbert et al. (2011) fanden Werte im Cronbachs Alpha zwischen .69 und .76. Aufgeteilt nach Geschlecht, Klassenstufe und Schulform zeigen sich geringe Unterschiede, jedoch bei der Skala Lernziele in der 5.Klasse (.58) und Orientierungs-/ Förderstufe (.62) die insgesamt niedrigste interne Konsistenz, mit dennoch ausreichenden Ergebnissen (Wilbert et al. 2011). Es ergibt sich eine Range von .58 bis .84 der Unterstichproben (Spinath et al., 2012). Zetsche (2020) gibt befriedigende bis gute interne Konsistenz mit einer Range von .78 bis .86 an. Schöler et al. (2004) fanden Cronbachs Alpha Werte von .65 bis .81 bei Drittklässlern heraus.
Der SELLMO-ST erreicht bei den Skalen Annäherungs-Leistungsziele (.81), Leistungsziele (.89) und Arbeitsvermeidung (.84) gute Ergebnisse. Bei der Skala Lernziele (.76) werden befriedigende Konsistenzen erzielt (Spinath et al., 2012). Truta et al. (2016) fanden unter 2 Gruppen von Studenten, die eine mit Jobs und die andere ohne, der Skala Lernziele gute interne Konsistenzen (.84 / .83). Die Skala Vermeidungsziele erreichte eine fragliche interne Konsistenz von .51 / .60 (Truta et al., 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überblicksartige Beschreibung: Das Kapitel führt in das Testverfahren SELLMO ein, erläutert die Historie, die Zusammensetzung des Materials sowie die theoretische Verankerung der 31 Items.
2. Testgrundlage: Hier werden die theoretischen Zielorientierungen (Lernziele, Leistungsziele, Arbeitsvermeidung) definiert und der Aufbau der Skalen für Schüler und Studierende beschrieben.
3. Testdurchführung im Einzelfall (Klient*innensicht): Dieser Abschnitt bewertet die Durchführungsbedingungen wie Verständlichkeit, Bearbeitungsdauer und Zumutbarkeit für die Testperson.
4. Testverwertung (Ergebnis psychometrischer Prüfungen): Dies ist das Hauptkapitel, in dem die Gütekriterien Objektivität, Reliabilität, Validität, Normierung, Fairness und Veränderungssensitivität detailliert analysiert werden.
5. Psychometrische Bewertung des Verfahrens: Das Fazit fasst die Stärken und Schwächen des Tests zusammen und bewertet ihn als insgesamt solides Instrument, weist jedoch auf die fehlende Normierung der Studierenden-Version hin.
Schlüsselwörter
SELLMO, Lernmotivation, Leistungsmotivation, Zielorientierung, psychometrische Testrezension, Reliabilität, Validität, Schüler, Studierende, Arbeitsvermeidung, Leistungstests, Selbstbeurteilungsverfahren, Schulleistung, Cronbachs Alpha, Testgütekriterien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet eine umfassende wissenschaftliche Rezension des Testverfahrens SELLMO, das zur psychologischen Erfassung von Lern- und Leistungsmotivation eingesetzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretische Fundierung des Motivationskonzepts sowie die Überprüfung der psychometrischen Gütekriterien.
Was ist das Ziel der Rezension?
Ziel ist die kritische Evaluation der Reliabilität und Validität von SELLMO-S und SELLMO-ST, um deren Eignung für Schule und Forschung zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und psychometrische Auswertung empirischer Studien zur Teststatistik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert Objektivität, Reliabilität (interne Konsistenz/Test-Retest), Validität (Konstrukt-/Kriteriumsvalidität) sowie Normierungsaspekte.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lernmotivation, Zielorientierung, psychometrische Gütekriterien, Leistungsmotivation und die spezifischen Testformen SELLMO-S und SELLMO-ST.
Wie unterscheidet sich die Studierenden-Version?
Die Studierenden-Version (SELLMO-ST) weist im Gegensatz zur Schüler-Version (SELLMO-S) keine ausreichenden Normtabellen auf, was eine normhafte Interpretation erschwert.
Wie wird die Vorhersagekraft bezüglich Schulleistungen eingeschätzt?
Die Arbeit identifiziert eine Kriteriumsvalidität, bei der Lernziele positiv und Arbeitsvermeidung negativ mit den erzielten Noten korrelieren.
- Arbeit zitieren
- Alexander Meyer (Autor:in), 2023, Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation. Funktion des SELLMO, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335572