Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der zirkulären Geschäftsmodellierung und Businessplanerstellung innerhalb der Bekleidungsindustrie. Behandelt wird die Frage, wie kreislaufwirtschaftliche Prinzipien auf die Bekleidungsindustrie angewendet und in den Kontext eines tragfähigen Businessplans gestellt werden können.
Dazu werden zunächst die später angewandten unternehmenskonzeptionellen Modelle vorgestellt und anschließend Bezug auf die Kreislaufwirtschaft genommen. Darauf aufbauend, werden mögliche Lösungsansätze entlang des textilen Wertschöpfungskreislaufs beschrieben. Anschließend wird der Use-Case eines Bekleidungsunternehmens der Circular Economy, unter Anwendung des Circular-Business-Model-Canvas, im Rahmen eines Businessplans ausgearbeitet.
Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist neben der Identifizierung kreislaufwirtschaftlicher Geschäftsmodellansätze insbesondere die Betrachtung der Prinzipien im Kontext der Bekleidungsindustrie sowie die praktische Anwendung innerhalb einer Unternehmensmodellierung. Dementsprechend werden einerseits übergeordnete Zusammenhänge dargestellt sowie andererseits potenzielle Lösungsmodelle abgebildet, welche bestimmte Problematiken und Ziele der EU-Politik adressieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Methodisches Vorgehen
2 Unternehmenskonzeption einer textilen Kreislaufwirtschaft
2.2 Einordnung der unternehmenskonzeptionellen Modelle
2.2.1 Theoretische Anforderungen an einen Businessplan
2.2.2 Definitionen und Konzeption von Geschäftsmodellen
2.2.3 Das Business Model Canvas nach Osterwalder und Pigneur (2010)
2.3 Geschäftsmodelle der Kreislaufwirtschaft
2.3.1 Definition und Konzeption der Kreislaufwirtschaft
2.3.2 Das Circular Business Model Canvas
2.4 Der textile Wertschöpfungskreislauf
2.4.1 Ressourceneffizienz
2.4.2 Designstrategien
2.4.3 Verlängerung der Produktlebensdauer
2.4.4 End-of-Life Lösungen
3 Businessplan
3.2 Qualitative Unternehmensplanung
3.2.1 Geschäftsidee
3.2.2 Vertrieb und Wettbewerb
3.2.3 Team und Partner
3.2.4 Unternehmen
3.3 Quantitative Unternehmensplanung (Finanzplanungsrechnung)
3.3.1 Umsatz
3.3.2 Kosten
3.3.3 Kapitalplanung
3.3.4 Liquidität
3.3.5 Rentabilität
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Prinzipien der Kreislaufwirtschaft auf die Bekleidungsindustrie übertragen und in einem tragfähigen Businessplan abgebildet werden können, um die wirtschaftliche Realisierbarkeit eines entsprechenden Unternehmensmodells zu prüfen.
- Grundlagen der zirkulären Geschäftsmodellierung
- Analyse des textilen Wertschöpfungskreislaufs
- Businessplan-Erstellung unter Anwendung des Circular Business Model Canvas
- Prüfung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit durch Finanzplanung
Auszug aus dem Buch
2.4 Der textile Wertschöpfungskreislauf
Um einen Überblick über die derzeitigen Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft in der Textil- und Bekleidungsindustrie im Hinblick auf den Ausgangspunkt der Forschungsfrage zu geben, behandelt dieses Kapitel die entsprechenden Schlüsselstrategien.
Die produktbezogene physische Komponente des in Kapitel 3 dargestellten Use Case bildet die Verwendung von Textilabfällen, wofür die Recherche in Bezug auf das mengenmäßige Abfallaufkommen jedoch keine eindeutigen Ergebnisse lieferte. Grund dafür sind unter anderem die fragmentierte Produktion sowie die bislang fehlende erweiterte Herstellerverantwortung in dieser Branche (Global Fashion Agenda 2022; Europäische Kommission 2022a). Damit stellt die Datenerfassung des Abfallvolumens der jeweiligen Teilströme nach wie vor ein komplexes Thema dar, da diese an den verschiedensten Stellen der Wertschöpfungskette anfallen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, der Problemstellung innerhalb der Bekleidungsindustrie, der Zielsetzung der Arbeit sowie des methodischen Aufbaus.
2 Unternehmenskonzeption einer textilen Kreislaufwirtschaft: Theoretische Herleitung von Geschäftsmodell-Konzepten, der Kreislaufwirtschaft und spezifischen Strategien innerhalb der textilen Wertschöpfungskette.
3 Businessplan: Praktische Ausarbeitung eines Geschäftsmodells für den Use Case, unterteilt in eine qualitative Unternehmensplanung sowie eine quantitative Finanzplanungsrechnung.
4 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse, kritische Reflexion der finanziellen Realisierbarkeit und Herausforderungen der textilen Kreislaufwirtschaft.
Schlüsselwörter
Kreislaufwirtschaft, Bekleidungsindustrie, Businessplan, Circular Business Model Canvas, Modeproduktion, Textilabfälle, Wertschöpfungskreislauf, Nachhaltigkeit, Finanzplanung, Unternehmengründung, Geschäftsmodell, Ressourceneffizienz, Modedesign
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines tragfähigen Businessplans für ein Bekleidungsunternehmen, das auf Prinzipien der Kreislaufwirtschaft basiert und primär Textilabfälle als Rohstoffquelle nutzt.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die zentralen Schwerpunkte liegen in der theoretischen Fundierung zirkulärer Geschäftsmodelle, den Herausforderungen und Lösungsansätzen entlang der textilen Wertschöpfungskette sowie der betriebswirtschaftlichen Konkretisierung durch einen Businessplan.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie kreislaufwirtschaftliche Prinzipien konkret in die Bekleidungsbranche integriert und in einem wirtschaftlich tragfähigen Businessplan umgesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die methodische Grundlage bildet die Literaturrecherche und die Modellierung eines "Use Case", welcher mithilfe des "Circular Business Model Canvas" entwickelt und durch eine detaillierte Finanzplanung hinsichtlich der Tragfähigkeit geprüft wird.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Unternehmenskonzeption inklusive der Kreislauf-Modelle sowie eine praxisorientierte Businessplan-Ausarbeitung, die qualitative Aspekte (Geschäftsidee, Vertrieb) und quantitative Finanzdaten (Umsatz, Kosten, Liquidität) analysiert.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Circular Economy, Textile Wertschöpfung, Ressourceneffizienz, Geschäftsmodellierung, finanzielle Rentabilität und Nachhaltigkeitsstrategien in der Modeindustrie.
Wie geht die Autorin mit dem Mangel an Daten zur wirtschaftlichen Rentabilität um?
Da keine exakten Branchen-Finanzdaten vorlagen, basiert die Finanzplanung auf einer Modellierung, Orientierung an Wettbewerber-Webseiten und Gesprächen mit spezialisierten Partnern, wobei alle Zahlen als Annahmen deklariert sind.
Welche Rolle spielen "Textilabfälle" im Geschäftsmodell?
Sie dienen als Kernrohstoff der Geschäftsidee. Das Unternehmen fokussiert sich auf industrielle Stoffabfälle aus der Zeit vor der Konfektion, um den Ressourcenverbrauch zu minimieren.
Welche Vertriebskanäle werden für den Use Case modelliert?
Das Modell arbeitet mit einem "Online-Pure-Player"-Ansatz (Onlineshop), ergänzt durch ein mietbasiertes Abomodell und eine Wiederverkaufsplattform (Resell-Plattform) für gebrauchte Artikel.
Wie bewertet die Autorin die Zukunftschancen der kreislaufwirtschaftlichen Mode?
Sie identifiziert es als wachsendes Marktsegment, betont jedoch, dass für eine breite Implementierung neben Innovationsfähigkeit und Netzwerkmanagement auch staatliche Unterstützung und Regulierungen erforderlich sind.
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- Victoria Brañas Friedmann (Author), 2022, Modeproduktion mit Textilabfällen als Geschäftsmodell. Erstellung eines Businessplans unter Anwendung des Circular Business Model Canvas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1336871