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Jesus und die Syrophönizierin. Konstruktionen von Männlichkeit und Weiblichkeit in der neutestamentlichen Umwelt

Eine Genderanalyse

Title: Jesus und die Syrophönizierin. Konstruktionen von Männlichkeit und Weiblichkeit in der neutestamentlichen Umwelt

Term Paper , 2022 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Wiebe (Author)

Theology - Biblical Theology
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Das Ziel dieser Arbeit ist es, herauszuarbeiten, welche Geschlechtermerkmale Jesus und seiner weiblichen Gegenspielerin, der Syrophöniziern, in Mk 7,24-30 zugeordnet werden. Der Grund für die Auswahl der Perikope liegt darin, dass die Perikope eine besondere innerhalb der synoptischen Evangelien darstellt, da sie die einzige ist, in der Jesus einen Disput nicht nur verliert, sondern diesen auch noch gegen eine heidnische Frau verliert. Dafür soll zunächst herausgearbeitet werden, welche Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit in der antiken griechisch-römischen Welt existierten. Im nächsten Schritt wird eine narrative Analyse der Perikope durchgeführt, woraufhin es gilt, das Verhalten von Jesus und der Syrophönizierin anhand der zuvor vorgestellten Männlichkeits- und Weiblichkeitskonzepte zu analysieren.

Biblische Texte stecken voller Geschlechterbilder und -stereotype. Diese in ihrem soziokulturellen Kontext zu erforschen und aufzudecken, hat sich die gender-sensible Exegese im Rahmen der kritischen Männlichkeitsforschung und der feministischen Exegese zur Aufgabe gemacht. Die kritische Männlichkeitsforschung und die feministische Bibelauslegung befassen sich konkret mit der Frage danach, welche Merkmale Männern und Frauen in biblischen Texten zugeordnet werden und welche Konzepte von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ dabei abgerufen und genutzt werden. Ferner geht es auch um die Frage danach, welche Variationen oder Unschärfen diese Konzepte zulassen. So liefern Antworten auf diese Frage Aufschluss über die zu der Entstehungszeit der biblischen Texte herrschenden Vorstellungen von dem, wie Männer und Frauen zu sein haben. Dabei gilt es immer mitzubedenken, dass die biblischen Texte selbst solche Vorstellungen durch ihre aktive lebenspraktische Umsetzung mitgestalten und prägen.

Auch wenn die feministische Bibelforschung seit dem 20. Jahrhundert ihren Platz in der theologischen Wissenschaft gefunden hat und ihre Ursprünge sogar zurück bis in das 19. Jahrhundert gehen, hat die Männlichkeitsforschung (engl. Masculinity Studies) eher weniger Berücksichtigung gefunden. Im Gegensatz zu den feministischen Studien ist die kritische Männlichkeitsforschung in biblischen Texten, speziell im Neuen Testament, noch sehr jung und etablierte sich erst im späten 20. Jahrhundert als Antwort auf die feministische Bibelforschung.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlechterrollen und -zuweisungen in der antiken griechisch-römischen Welt

3. Narrative Analyse von Mk 7,24-30

4. Interpretation von Mk 7,24-30 mit Schwerpunkt auf eine Genderanalyse der Hauptakteur*innen

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel dieser Arbeit ist es, die geschlechtsspezifischen Merkmale herauszuarbeiten, die in der Perikope Mk 7,24-30 den Figuren Jesus und der Syrophönizierin zugeschrieben werden. Dabei wird untersucht, inwiefern beide Akteur*innen den antiken Geschlechternormen entsprechen oder diese durch ihr Verhalten im Streitgespräch durchbrechen.

  • Feministische Exegese und kritische Männlichkeitsforschung
  • Geschlechterkonzepte der griechisch-römischen Antike
  • Narrative Analyse der Begegnung zwischen Jesus und der Syrophönizierin
  • Analyse von Rollendurchbrechungen durch Rhetorik und Handeln
  • Veränderung der Einstellung Jesu gegenüber Heiden

Auszug aus dem Buch

3. Narrative Analyse von Mk 7,24-30

24 Von dort aber aufbrechend, ging er weg in das Gebiet von Tyrus. Und hineingehend in ein Haus, wollte er es niemanden wissen lassen, und er konnte nicht verborgen bleiben. 25 Sondern sogleich hörte eine Frau von ihm, deren Töchterchen einen unreinen Geist hatte, sie kam (und) fiel nieder zu seinen Füßen. 26 Die Frau aber war Griechin, Syrophönizierin nach der Herkunft: und sie bat ihn, dass er den Dämon aus ihrer Tochter austreibe. 27 Und er sagte (zu) ihr: „Lass zuerst die Kinder satt werden, denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern zu nehmen und den Hündlein hinzuwerhen“. 28 Sie aber antwortete und sagt (zu) ihm: „Herr, auch die Hündlein unter dem Tisch essen von den Brotkrumen der Kinder.“ 29 Und er sprach (zu) ihr: „Um dieses Wortes willen geh hin, ausgefahren ist aus deiner Tochter der Dämon.“ 30 Und weggegangen in ihr Haus, fand sie das Kind auf dem Bett liegend und den Dämon ausgefahren.

Das zugrunde liegende Thema von Mk 7,24-30 ist ein Streitgespräch zwischen Jesus und einer syrophönizischen Frau, vor dem Hintergrund einer Heilung bzw. eines Exorzismus. Möchte man Mk 7,24-30 in die Gesamtkomposition des Evangeliums einordnen, befindet die Perikope sich im ersten Teil des Evangeliums (Mk 1,16-8,26), genauer im vierten Abschnitt „Die Abgrenzung vom Pharisäismus und die Zuwendung zu Nichtisraeliten“ (Mk 7,1-8,26).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz der gender-sensiblen Exegese sowie der Männlichkeitsforschung für die Interpretation biblischer Texte und benennt die Forschungsfrage.

2. Geschlechterrollen und -zuweisungen in der antiken griechisch-römischen Welt: Das Kapitel skizziert die antiken moralischen Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit, die durch Gegensatzpaare wie Freiheit vs. Sklaverei sowie Rationalität vs. Emotionalität geprägt waren.

3. Narrative Analyse von Mk 7,24-30: Hier erfolgt neben der textlichen Darstellung eine strukturierte Analyse der Erzählung, die als besonderes Streitgespräch zwischen Jesus und einer heidnischen Frau eingeordnet wird.

4. Interpretation von Mk 7,24-30 mit Schwerpunkt auf eine Genderanalyse der Hauptakteur*innen: Das Kapitel untersucht detailliert, wie Jesus und die Syrophönizierin durch ihr Verhalten das hegemoniale Geschlechtermodell der Antike untergraben.

5. Fazit: Die abschließende Reflexion zeigt auf, dass weder Jesus noch die Syrophönizierin konventionelle Geschlechterrollen erfüllen und Jesus seine Position für die Misson der Heiden öffnet.

Schlüsselwörter

Biblische Exegese, Genderanalyse, Männlichkeitsforschung, Markusevangelium, Syrophönizierin, Streitgespräch, Geschlechterrollen, Antike, Rhetorik, Identität, Heilung, Hegemoniale Männlichkeit, Exorzismus, Feministische Bibelauslegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Erzählung von Jesus und der Syrophönizierin aus einer geschlechtersensiblen, exegetischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die antiken Geschlechterrollen, die Männlichkeitsforschung im Neuen Testament und die narrative Struktur der Perikope.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche Geschlechtermerkmale Jesus und der Syrophönizierin zugeschrieben werden und ob sie diesen entsprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert die historische Analyse antiker Geschlechterkonzepte mit einer narrativen Exegese des biblischen Textes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der antiken Rollenverteilung, eine narrative Analyse des Textes und eine detaillierte genderorientierte Interpretation der beiden Hauptfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Genderanalyse, Männlichkeit, Weiblichkeit, Streitgespräch und das Markusevangelium.

Warum ist das Verhalten Jesu in dieser Erzählung laut der Autorin ungewöhnlich?

Jesus wird als zunächst passiv und schutzsuchend dargestellt und lässt sich zudem auf ein Gespräch mit einer heidnischen Frau ein, das er inhaltlich verliert.

Welche Rolle spielt die Rhetorik der Syrophönizierin?

Die Frau nutzt Schlagfertigkeit, um Jesu Bildwort zu ihren Gunsten umzuformulieren, womit sie ihre rhetorische Überlegenheit und Entschlossenheit beweist.

Wie verändert diese Begegnung das Wirken Jesu?

Indem sich Jesus von der Argumentation der Frau überzeugen lässt, ändert er seine Ausrichtung und weitet seine Mission auf nicht-jüdische Regionen (Heiden) aus.

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Details

Title
Jesus und die Syrophönizierin. Konstruktionen von Männlichkeit und Weiblichkeit in der neutestamentlichen Umwelt
Subtitle
Eine Genderanalyse
College
University of Paderborn  (Katholische Theologie)
Grade
1,3
Author
Daniel Wiebe (Author)
Publication Year
2022
Pages
18
Catalog Number
V1336872
ISBN (PDF)
9783346839206
ISBN (Book)
9783346839213
Language
German
Tags
jesus syrophönizierin konstruktionen männlichkeit weiblichkeit umwelt eine genderanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Wiebe (Author), 2022, Jesus und die Syrophönizierin. Konstruktionen von Männlichkeit und Weiblichkeit in der neutestamentlichen Umwelt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1336872
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