Der Außenpolitiker Hermann Müller 1919-20


Examensarbeit, 2009

71 Seiten, Note: 2,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Voraussetzungen der Außenpolitik Hermann Müllers
2.1 Der Sozialdemokrat Hermann Müller
2.2 Die außenpolitischen Grundsätze der SPD vor und während des Krieges
2.3 Deutschland und seine Außenpolitik vom Kriegsende bis Versailles

3 Herausforderungen der deutschen Außenpolitik von 1919 bis 1920
3.1 Hermann Müllers außenpolitisches Programm
3.2 Versailles und seine direkten Folgen
3.2.1 Kriegsschuld- und Auslieferungsfrage
3.2.2 Reparationen und Wiedergutmachung
3.2.3 Abrüstung
3.2.4 Gebietsabtretungen
3.2.5 Der Anschluss Deutsch-Österreichs
3.2.6 Ergebnisse
3.3 Das Baltikum
3.3.1 Die Lage im Baltikum nach dem Weltkrieg
3.3.2 Der Kurswechsel unter Hermann Müller
3.3.3 Ergebnisse
3.4 Methoden und Mittel einer „demokratischen Außenpolitik“
3.4.1 Deutschland und der Völkerbund
3.4.2 Abkehr von der Geheimdiplomatie
3.4.3 Wirtschaftspolitik als Außenpolitik
3.4.4 Ergebnisse

4 Eine kritische Würdigung der Außenpolitik Hermann Müllers
4.1 Erfolge der neuen Außenpolitik
4.2 Hindernisse

5 Fazit

6 Quellen- und Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Als der ehemalige Reichskanzler und -außenminister Hermann Müller 1931 starb, nahm das ganze Land daran regen Anteil. Politiker aller demokratischen Parteien würdigten den Sozialdemokraten und sprachen ihr Beileid aus, auf den Titelseiten der Zeitungen im In- wie Ausland wurde seiner gedacht und Hunderttausende begleiteten Müllers Trauerzug durch das Berliner Stadtzentrum.[1] Heute hingegen scheint der Politiker weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein – selbst in Historikerkreisen. Keine wissenschaftliche Biographie beschäftigt sich mit dem Mann, der als erster parlamentarischer Außenminister in die deutsche Geschichte einging, der als letzter Reichskanzler eine parlamentarische Mehrheit hinter sich wusste und der in Versailles den Friedensvertrag mit den Alliierten unterschrieb, welcher in der kurzen Phase der Weimarer Republik immer mit seinem Namen verbunden bleiben sollte. So wenig sich bislang mit der Person Müllers auseinandergesetzt wurde, so wenig ist auch seine Außenpolitik gewürdigt worden. Gerade deshalb erscheint es lohnend, sich konkret mit Hermann Müllers Tätigkeit als Außenpolitiker auseinanderzusetzen.

Diese Arbeit soll den Versuch unternehmen, Müllers Leistungen zu würdigen, aber auch sein Wirken kritisch zu hinterfragen. Aufgrund des begrenzten Umfangs muss allerdings eine zeitliche Eingrenzung vorgenommen werden. Es werden daher in erster Linie die Jahre 1919 und 1920 behandelt. Der verlorene Erste Weltkrieg machte es einerseits notwendig, einen Neuansatz in den diplomatischen Beziehungen des Deutschen Reiches vorzunehmen, gleichzeitig sah sich die junge Republik einer gewaltigen Anzahl von Problemen gegenüber, die oftmals außenpolitischer Natur waren beziehungsweise die nur mithilfe der Außenpolitik zu lösen waren. Hermann Müller, der am 21. Juni 1919 sein Amt als Außenminister antrat, spielte somit in den Gründungsmonaten Weimars eine zentrale Rolle, die er bis zur Wahl des ersten republikanischen Reichstags am 6. Juni 1920, die seine erste nur dreimonatige Kanzlerschaft beendete, innehaben sollte. Die Außenpolitik Hermann Müllers im dazwischen liegenden Zeitraum ist der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit. Zunächst soll jedoch im zweiten Kapitel ein kurzer Überblick sowohl zum Werdegang Hermann Müllers, als auch zu denjenigen Ereignissen und Grundlagen gegeben werden, die zu seinen außenpolitischen Vorstellungen und Überzeugungen führten. Diese erklärte er in einer großen Programmrede in der Nationalversammlung am 23. Juli 1919, welche im dritten Kapitel näher behandelt werden soll.

Daran anschließend wird die in dieser wichtigen Regierungserklärung von Müller propagierte Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik auf ihre Glaubwürdigkeit hin untersucht werden. Die darin von Müller selbst genannten Aspekte eines programmatischen Wechsels sollen anhand des tatsächlichen Handelns der Folgezeit überprüft werden. Dabei wird auf eine chronologische Darstellung verzichtet, da die vielschichtigen Probleme, mit denen sich Hermann Müller in seiner ersten Regierungszeit in den ereignisreichen Jahren 1919 und 1920 auseinanderzusetzen hatte, zumeist den gesamten hier zu betrachtenden Zeitraum überspannten und somit gleichzeitig politisches Handeln erforderlich machten. Stattdessen sollen aus diesem Grund einzelne Themenkomplexe dargestellt werden. Dabei wird ein besonders großes Augenmerk auf die von Müller eingeforderte Erfüllung des Versailler Vertrages gelegt werden müssen, ebenso jedoch auch auf seine Versuche, bestimmte Punkte im Vertragswerk zu revidieren bzw. die Ausführung möglichst positiv für Deutschland auszugestalten. Daneben wird exemplarisch ein Aspekt der deutschen Außenpolitik näher und umfassend untersucht werden, nämlich die deutsche Politik gegenüber den baltischen Staaten, insbesondere Lettland. Das Baltikum in den Jahren 1919/20 stellt zum einen ein Feld der deutschen auswärtigen Politik dar, das verhältnismäßig gut erforscht ist, zum anderen eignet es sich besonders gut, das Verhältnis von Anspruch und politischer Wirklichkeit bei den Bemühungen Müllers herauszustellen. Zusätzlich sollen in einem weiteren Kapitel die verschiedenen Mittel und Methoden, mit denen die deutschen Außenpolitik unter Müller ihre Ziele umzusetzen versuchte, analysiert werden. Im vierten Teil dieser Arbeit wird abschließend eine Bewertung vorgenommen, welche Erfolge der Außenminister und Kanzler Hermann Müller erreichen konnte, aber auch welche Hindernisse eine Politik in seinem Sinne unmöglich machten.

Im Rahmen dieser Arbeit nicht behandelt werden die Beziehungen des Deutschen Reiches zu Sowjetrussland. Sie finden allerdings im Rahmen der Baltikumpolitik kurz Erwähnung. Eine ergänzende und umfassende Betrachtung zu den deutsch-sowjetischen Beziehungen 1919/20 an anderer Stelle erscheint aber durchaus lohnend, da die deutsche Außenpolitik trotz ihrer Ablehnung des Bolschewismus einen überraschend pragmatischen Ansatz vertrat und Überlegungen, die erst zwei Jahre später in den Vertrag von Rapallo mündeten, bereits unter Müller entwickelt wurden. Eine detaillierte Darstellung in dieser Arbeit, die sich vor allem der Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik unter Müller widmen soll, würde aber in dieser Hinsicht nicht zielführend sein und überdies den Umfang dieser Arbeit sprengen.

In der Literatur erscheint die Weimarer Außenpolitik in Hinblick auf ihre Eigenständigkeit bislang nur unzureichend untersucht worden zu sein – so äußert sich beispielsweise Peter Krüger im Vorwort seines umfassenden Werkes zur auswärtigen Politik der ersten deutschen Republik.[2] Auch nur auf die Jahre 1919/20 bezogen sind die bisherigen Forschungen ebenfalls eher unbefriedigend. Abgesehen von Grupps tiefgehender Betrachtung gibt es keine Gesamtdarstellungen zur Weimarer Außenpolitik in der frühen Nachkriegszeit.[3] Es finden sich lediglich einzelne Kapitel in verschiedenen Überblicksdarstellungen, die für diese Arbeit herangezogen werden können. Einzelne Teilaspekte – wie beispielsweise der bereits erwähnte Baltikumkonflikt oder der Umgang mit dem Völkerbund – sind jedoch vergleichsweise gut erforscht, so dass zu ihnen umfassendere Forschungsarbeiten vorliegen.[4]

Daher ist es notwendig, besonders auf das vorhandene Quellenmaterial einzugehen. Neben den Akten der Reichskanzlei und den Akten zur deutschen auswärtigen Politik, wird deshalb außerdem Aktenmaterial der verschiedenen ausländischen Botschaften im Deutschland jener Zeit und ihrer Außenministerien zu betrachten sein. Neben Deutsch-Österreich und der Schweiz wird Aktenmaterial Großbritanniens und Frankreichs herangezogen. Zusätzlich Eingang finden sollen daneben Presseberichte der ‚Deutschen Allgemeinen Zeitung’ und des ‚Vorwärts’. Erstere ist als „offiziöses Organ der Reichsregierung“[5] bestens geeignet, die im Auswärtigen Amt vorherrschenden Meinungen wiederzugeben, letzterer stellt die Haltung der Partei Müllers, der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), heraus.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Sichtweise auf Hermann Müller, der „heute fast ausschließlich mit dem Scheitern des von ihm geführten Kabinetts der Großen Koalition 1930 identifiziert wird“, zu weiten und seine Rolle als wichtigen Außenpolitiker herauszustellen, der „trotz heute kaum noch vorstellbarer Bedrängnisse, Verunglimpfungen und Bedrohungen“[6] konsequent versuchte, seine politischen Ziele zu verfolgen, die Deutschland und Europa vielleicht in eine sicherere und friedlichere Zukunft hätten führen können.

2 Voraussetzungen der Außenpolitik Hermann Müllers

Bevor die konkreten Handlungen des Außenministers und späteren Reichskanzlers Hermann Müllers von seinem Amtsantritt am 21. Juni 1919 bis zur Wahl des Reichstages am 6. Juni 1920 untersucht werden, erscheint es sinnvoll, einige wesentliche Grundvoraussetzungen der Politik Müllers zu beleuchten.

Zunächst soll der Werdegang Müllers bis zu seinem Amtsantritt als Reichsaußenminister und in der Weimarer Republik zumindest kurz umrissen werden. Des Weiteren müssen die außenpolitischen Grundsätze von Müllers sozialdemokratischer Partei ebenso betrachtet werden wie die Politik der Amtsvorgänger Müllers nach der Novemberrevolution. Diese Grundlagen bestimmen das Programm, welches Müller entwickelt und das er am 23. Juli 1919 in der Verfassungsgebenden Nationalversammlung in seiner Regierungserklärung vorgestellt hat.

2.1 Der Sozialdemokrat Hermann Müller

Hermann Müller wurde 1876 in Mannheim geboren und entstammte einer bürgerlichen Familie. Durch den frühen Tod des Vaters war Müller gezwungen, das Gymnasium vorzeitig zu verlassen und eine Lehre als Handlungsgehilfe in Frankfurt am Main anzutreten.[7] Dort engagierte Müller sich bald gewerkschaftlich und wurde Mitglied der SPD. 1899 wurde er Redakteur des Parteiblattes ‚Görlitzer Volkszeitung’ und blieb fortan bis zu seinem Tod für seine Partei tätig, in deren Vorstand er bereits 1906 auf Vorschlag August Bebels gewählt wurde.[8] Als „Mann des Ausgleichs und der verbindlichen Umgangsformen“[9] war Müller nicht nur für die Parteipresse zuständig, sondern „musste Streitigkeiten schlichten, Schiedsgerichten präsidieren und Beziehungen pflegen.“[10] Müller unterhielt somit bereits früh auch Kontakt zu ausländischen sozialistischen Parteien. 1914 nahm er als Vertreter der Sozialdemokraten an den Parteitagen der französischen Sozialisten und der britischen Labourparty teil.[11] Als Grund für die Delegation Müllers zu solchen außenpolitischen Einsätzen wird oftmals seine Sprachkenntnis angegeben.[12] Da aber diese in Zweifel gezogen werden dürfen,[13] ist vielmehr anzunehmen, dass eher Müllers diplomatisches Geschick ihn für diese Rolle prädestinierte. Noch im Juli 1914 versuchte Müller, eine gemeinsame Ablehnung der Kriegskredite durch die sozialistischen Parlamentsfraktionen in Deutschland und Frankreich zu vermitteln. Seine Mission in Paris scheiterte jedoch.[14]

Im Ersten Weltkrieg gehörte Müller – wie die übergroße Mehrheit der Sozialdemokraten – zu den Unterstützern der Burgfriedenspolitik und stimmte auch, nachdem er 1916 ein Reichstagsmandat erhalten hatte, den Kriegskrediten ebenso wie dem Frieden von Brest-Litowsk zu.[15] Müller, der zunächst eher dem linken SPD-Flügel zuneigte, hatte sich somit in der Kriegszeit dem rechten Mehrheitsflügel der Sozialdemokratie angeschlossen und fungierte erfolgreich als parteiinterner Zensor des rebellischen und den Burgfrieden wiederholt kritisierenden ‚Vorwärts’.[16] Ob dieser Sinneswandel des „Pflichtmenschen“[17] und „erste[n] Diener[s] seiner Partei“[18] tatsächlich durch tiefere Überzeugung oder durch die Parteiräson motiviert war, lässt sich aus den Quellen nicht erschließen. In jedem Fall aber „stemmte sich auch Müller gegen den großbürgerlich-militärischen Annexionismus“[19] und ließ auch bei Sympathisanten dieser Politik innerhalb der eigenen Partei keinen Zweifel an seiner Haltung aufkommen.[20]

Nach der Novemberrevolution wurde Hermann Müller Delegierter der SPD im Zentralrat der Arbeiter- und Soldatenräte und Mitvorsitzender in dessen Vollzugsrat, wo er sich vehement gegen eine Räterepublik und für die Wahl einer verfassungsgebenden Nationalversammlung einsetzte.[21] Als Mitglied der Nationalversammlung führte Müller die SPD-Fraktion und stieg – nachdem das bisherige Führungsduo Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann Regierungsämter übernahm – gemeinsam mit Otto Wels zum Parteivorsitzenden auf. Er wurde nahezu einstimmig gewählt und behielt dieses Amt bis zu seinem Tod.[22]

Nach dem Rücktritt der Regierung Scheidemann 1919 trat Müller, der bereits als neuer Ministerpräsident gehandelt worden war,[23] als Außenminister in das Kabinett Bauer ein und wurde der erste Parlamentarier in diesem wichtigen Staatsamt. In dieser Funktion übernahm er die Verantwortung für die Zustimmung Deutschlands zum Versailler Vertrag, für dessen Unterzeichnung er in Anbetracht der Folgen bei Nichtunterzeichnung auch innerhalb der SPD eingetreten war.[24] Die Unterzeichnung, die Müller als „die schwerste Stunde“[25] seines Lebens bezeichnete, absolvierte er mit „Schlichtheit und Würde.“[26] Seine Arbeit als Außenpolitiker in dem folgenden Jahr wird in den weiteren Kapiteln dieser Arbeit untersucht werden.

Nach dem Kapp-Putsch 1920 wurde Müller, der nach der Reichstagswahl 1920 in den Reichstagsakten den Parlamentsnamen Müller-Franken (zuvor Müller-Breslau) in Anlehnung an seinen Wahlkreis führte, im Zuge der Regierungsumbildung für drei Monate Reichskanzler, ein Amt, das er ein zweites Mal 1928 bis 1930 übernahm. In dieser Funktion war er – wie auch als sozialdemokratischer Fraktionsvorsitzender im Reichstag in den zwanziger Jahren – stets darum bemüht, seine Partei in der Außenpolitik als Stütze der Republik zu positionieren. Trotz der Nichtbeteiligung der SPD an den bürgerlichen Regierungen Weimars, unterstützte sie unter Müllers Ägide vorbehaltlos die Außenpolitik Gustav Stresemanns,[27] zu dem Müller ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen konnte. Die SPD zeigte sich auch als Oppositionspartei zu großem Entgegenkommen bereit.[28]

Hermann Müller erlebte den Zusammenbruch des Weimarer Systems, an dessen Aufbau und Gestaltung er maßgeblichen Anteil hatte, nicht mehr: Am 20. März 1931 verstarb er im Alter von nur 54 Jahren nach schwerer Krankheit, einem Gallenleiden, das er aufgrund seiner stets den Vorrang gegebenen Verantwortung für seine Partei- und Staatsämter verschleppt hatte. Hunderttausende nahmen von Müller Abschied, der parteiübergreifend als „makellose[r] ehrenhafte[r] Charakter, gewissenhaft und zuverlässig“[29] beschrieben wurde und zeugten kurz vor dem Untergang Weimars nicht nur für die Wertschätzung Müllers bei den Anhängern der Republik, sondern gleichermaßen für eine letzte „gewaltige Demonstration republikanischer Gesinnung über die Grenzen der sozialdemokratischen Wählerschaft hinaus.“[30]

2.2 Die außenpolitischen Grundsätze der SPD vor und während des Krieges

Um Hermann Müllers außenpolitischen Vorstellungen richtig einordnen und bewerten zu können, ist es unerlässlich, die außenpolitischen Grundsätze der sozialdemokratischen Partei vor und während des Ersten Weltkrieges kurz zu umreißen, die Ausgangspunkt für Müllers eigene Programmatik als Außenminister waren. Dabei ist zu beachten, dass die SPD über kein konkretes und ausformuliertes außenpolitisches Programm verfügte.[31] Als Oppositionspartei im Kaiserreich hatte sie sich fast ausschließlich mit innenpolitischen Fragen beschäftigt.[32] Dennoch hatte sich auch die SPD bereits im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts mit der drohenden Kriegsgefahr befasst und eine eigene Vorstellung einer vernunftgeleiteten und friedfertigen Außenpolitik entwickelt.[33] Diese Programmatik entstand in gemeinschaftlicher Abstimmung mit den internationalen sozialistischen Bruderparteien. Diese fasste Hugo Haase, damals noch SPD-Delegierter, auf dem Internationalen Sozialistenkongress in Wien im August 1914 unmittelbar vor Kriegsausbruch in seinem Referat zusammen.[34] Darin wurden Kapitalismus und Imperialismus als vornehmliche Ursache von kriegerischen Auseinandersetzungen ausgemacht. In Konsequenz dieser Erkenntnis forderten die SPD wie auch die Internationale die Einrichtung von Schiedsgerichten, die Abschaffung von Geheimdiplomatie und -verträgen, sowie internationale Beschränkungen der Rüstung.[35]

Mit Ausbruch des Krieges setzte sich jedoch auch bei den Sozialdemokraten ein nationalerer Standpunkt durch, wenngleich sie sich im Unterschied zu den anderen Parteien mit der Unterstützung des Kriegspolitik schwerer tat. 1916 führte dies zum Austritt einer Minderheit und 1917 mit der Gründung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) zur endgültigen Spaltung der deutschen Sozialdemokratie. Unabhängige und Mehrheitssozialdemokraten einte aber nach wie vor der Wunsch nach einem „Verständigungsfrieden“ und die Ablehnung einer Annexions- und Eroberungspolitik.[36] Die Kriegsziele der Sozialdemokraten müssen gerade auch in Hinblick auf die Äußerungen der politischen Parteien im bürgerlichen Lager als „gemäßigt gelten, zumal sie in Vorschläge eingebettet waren, die auf eine zukünftige Politik friedlichen Ausgleichs abzielten.“[37] Insofern fiel es der SPD auch leichter als anderen Parteien die 14 Punkte des US-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson als Grundlage der internationalen Beziehungen anzuerkennen – obwohl der rechte Flügel der Partei diese aufgrund der drohenden Gebietsverluste anfangs auch scharf zurückwies.[38] Übereinstimmungen zwischen den SPD-Überzeugungen und Wilsons Punkten fanden sich in verschiedenen Bereichen. Sie knüpften insbesondere an die außenpolitischen Vorstellungen der SPD vor dem Weltkrieg an.[39] Dennoch galt das Hauptinteresse der meisten Sozialdemokraten auch weiterhin der Innenpolitik. Noch auf dem ersten Nachkriegsparteitag in Weimar am 10. Juni 1919 behandelten nur fünf von 276 Anträgen außenpolitische Themen, welche überdies von nur zwei Antragstellern eingebracht wurden.[40] Dies mag zu der Annahme verleiten, die SPD habe überhaupt kein schlüssiges außenpolitisches Konzept aufweisen können, als sie in die Regierungsverantwortung eintrat,[41] was allerdings nur bedingt richtig ist. Die Sozialdemokratie hatte durchaus Vorstellungen entwickelt, wie eine friedliche Außenpolitik zu ermöglichen sei, wenngleich sich diese in „ideologisch geprägten Leitsätzen“[42] erschöpften. Sie boten aber immerhin eine Orientierungshilfe, anhand derer politisches Handeln konkretisiert werden konnte.

2.3 Deutschland und seine Außenpolitik vom Kriegsende bis Versailles

Verfügte die Sozialdemokratie zwar über gewisse außenpolitische Grundsätze, so fehlte ihr doch, als sie 1918 vom Eintritt in die Regierung überrascht wurde – wie im vorangehenden Kapitel angerissen – ein stringentes Programm, das über bloße Leitlinien hinausging. Ebenso mangelte es an einem in der Partei verankerten Bewusstsein für die Bedeutung außenpolitischer Fragen. Das größte Defizit jedoch waren die fehlenden Persönlichkeiten in der SPD, die eine neue sozialdemokratische Außenpolitik hätten umsetzen können. Die SPD verfügte nur über wenige Köpfe, die ein außenpolitisches Interesse entwickelten und sich in der Republik als Außenpolitiker hervortaten. Diese waren fast ausnahmslos gleichfalls „die wichtigsten Partei- und Fraktionsführer.“[43] Angesichts dieser Verflechtung und der begrenzten personellen Möglichkeiten, zogen es die Sozialdemokraten auch nach der Novemberrevolution vor, auf bewährte Diplomaten im Auswärtigen Amt zurückzugreifen, zumal „der Rat der Volksbeauftragten an diesen kaiserlichen Beamten ihres Fachwissens wegen festhalten zu können glaubte.“[44] Kontrolle sollte über einen Beigeordneten, den Unabhängigen Sozialdemokraten Karl Kautsky, gesichert werden. Es fiel dem Staatssekretär des strukturkonservativen Auswärtigen Amtes Wilhelm Solf ebenso wie seinem Nachfolger Ulrich Graf Brockdorff-Rantzau jedoch leicht, diese Instanz auszuschalten.[45] Genauso wenig erlangte der Mehrheitssozialdemokrat Eduard David als Unterstaatssekretär Einfluss im Amt.[46] Wenn es darum ging, den Sozialdemokraten im Außenamt Einflussmöglichkeiten zu verwehren, so konnten sich beide Ressortchefs immer auf die Loyalität des Beamtenapparates verlassen.[47]

Die Chance eines kompletten Neu- und Umdenkens wurde so schon personell vergeben. Die Verantwortlichen im Auswärtigen Amt verkannten die mit der Niederlage einhergehende neue Situation. Sie versteiften sich – eher durch die ungünstige Lage widerwillig getrieben denn aus tatsächlicher Überzeugung – auf die Forderung eines Friedens auf Grundlage der 14 Punkte Wilsons. Deutschlands Großmachtstellung sollte so bewahrt werden.[48] Aber eine eigene Konzeption für eine Nachkriegs-Friedensordnung wurde nicht entwickelt.[49] Letztlich blieb aber auch das Bekenntnis zum ‚Wilson-Frieden’ nur eine „inhaltsleere Deklamation.“[50] Eine Außenpolitik auf dieser Grundlage zu gestalten, wurde nicht ernsthaft erwogen, was auch den Alliierten nicht verborgen blieb. Stattdessen versuchte das Auswärtige Amt, mit dem permanenten Verweis auf die 14 Punkte, einen Keil zwischen die Alliierten zu treiben.[51] Dieser Versuch musste nicht zuletzt dadurch scheitern, dass jenseits der bei den Friedensverhandlungen gepflogenen Rhetorik eine tatsächliche Änderung der deutschen Politik auf Nebenschauplätzen nicht erkennbar wurde,[52] was letztlich die Haltung der deutschen Außenpolitik entlarvte.

Dass eine andere, „weniger in Wunschdenken und Illusionen befangene“[53], Politik einen grundlegend anderen Frieden als den von Versailles bewirkt hätte, darf jedoch trotzdem angezweifelt werden. Frankreich und auch England waren zu sehr darauf bedacht, ihre eigenen Interessen im Versailler Vertrag durchzusetzen. Die vollständige Niederlage Deutschlands wäre trotz der 14 Punkte nicht in einen Verständigungsfrieden umzuwandeln gewesen.[54]

Katastrophal und für die deutsche Außenpolitik wie auch für die Akzeptanz der neuen Republik bei der eigenen Bevölkerung langfristig schädlich wirkte sich aber vor allem die Tatsache aus, dass öffentlich niemals in Erwägung gezogen wurde, dass ein „Friedensdiktat“[55] nicht nur möglich, sondern vielmehr wahrscheinlich war. Diese utopische Erwartungshaltung wurde von der Presse nur allzu gerne aufgenommen, so dass beispielsweise Erich Kuttner im ‚Vorwärts’ noch nach Bekanntgabe der Friedenbedingungen Mitte Mai die Chance auf Verhandlungen sah, die ein besseres Ergebnis für Deutschland hätten erreichen können.[56] Umso größer musste der Schock ausfallen, der angesichts dieses „im Grunde nicht ganz unerwarteten Misserfolg[s] bei den Friedensverhandlungen“[57] das ganze Land erfasste.

Nur wenige realistische Politiker hatten nicht an die Illusionen, die das Auswärtige Amt verbreitete und die nur zu gern von den Deutschen gehört wurden, geglaubt. Zu ihnen ist Hermann Müller zu rechnen, der schon im Februar 1919 in der Nationalversammlung „ernste Zweifel“[58] anmeldete. Seine Forderung „in allen unseren Äußerungen und allen unseren Taten nach außen [zu] zeigen“[59], dass ein glaubwürdiges neues Deutschland auch eine neue Außenpolitik vertreten müsse, zeugt davon, dass Müller die Zeichen der Zeit erkannt hatte und bereits vor seinem Amtsantritt als Außenminister die Notwendigkeit eines Neuansatzes der deutschen auswärtigen Beziehungen verfocht. Er gehörte mit dieser realistischen Betrachtungsweise allerdings zu einer kaum wahrnehmbaren Minderheit. Auch darf nicht darüber hinweggesehen werden, dass selbst Müller bei allem von ihm selbst angemahnten Realismus für seine Partei, die dazu, wie er formulierte, „mehr als die anderen“[60] berechtigt sei, die Forderung nach einem Frieden auf der Grundlage der 14 Punkte wiederholte. Auch er begründete die populäre Hoffnung mit dem neuen demokratischen Staatwesens, dem die Alliierten Erleichterungen zugestehen müssten. Damit schürte auch er trotz seiner zuvor geäußerten Skepsis Hoffnungen, die sich als unbegründet herausstellen sollten. Es darf angesichts seines nur wenige Augenblicke zuvor anklingenden Realitätssinns angenommen werden, dass sich Müller hier wider besseres Wissen aus politischen Gründen dieser populären Forderung bediente.

3 Herausforderungen der deutschen Außenpolitik von 1919 bis 1920

Das vorangehend darzustellende umfangreiche Programm Hermann Müllers stellt sich als eine zukunftsweisende und dem Frieden und der internationalen Verständigung verpflichtete Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik dar. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass Müller als Außenminister eines im Weltkrieg vollkommen unterlegenen und unter den Folgen des Krieges massiv leidenden Deutschen Reiches nur wohlfeile Ankündigungen machte, um darüber bei den Alliierten erste Revisionserfolge zu erreichen. Es bedarf also der Prüfung, ob der Reichsminister des Auswärtigen sein Programm zur Ausführung bringen konnte beziehungsweise ob er wenigstens tatsächlich darum bemüht war. Hierzu soll in den nachfolgenden Kapiteln exemplarisch (insbesondere anhand der Bestimmungen des Versailler Vertrages und der Baltikumpolitik) der Versuch unternommen werden, um Rückschlüsse über die Aufrichtigkeit der Müller’schen Außenpolitik ziehen zu können.

3.1 Hermann Müllers außenpolitisches Programm

Das Kabinett Scheidemann mit seinem Außenminister Graf Brockdorff-Rantzau sah sich nicht in der Lage, den Vertrag von Versailles zu unterzeichnen,[61] der letztlich auch teilweise ein Produkt der eigenen gescheiterten Außenpolitik war. Nach der immerfort reflexartig vorgebrachten Forderung eines „Rechtsfriedens“ hätte sich die Regierung Philipp Scheidemanns damit vollkommen diskreditiert. Gleichwohl war den Mehrheitsparteien – zumindest SPD und Zentrum – klar, dass eine Annahme des Friedens unausweichlich war, wollte man nicht die gesamte Existenz des Reiches aufs Spiel setzen.[62] Müller war dabei eine der treibenden Kräfte innerhalb der Sozialdemokratischen Fraktion, die zur Unterzeichnung drängten. Es gelang ihm, die SPD – trotz einiger Abweichler[63] – auf seine Linie einzuschwören.

In dieser schwierigen Situation wurde die Regierung umgebildet und ein neues Kabinett unter Reichsministerpräsident Gustav Bauer übernahm die Geschäfte. Hermann Müller übernahm darin das undankbare Außenressort und brachte „das schwere Opfer“[64], als erste Amtshandlung den Vertrag gemeinsam mit dem Zentrumsminister Johannes Bell unterschreiben zu müssen.

Nach der Unterzeichnung sah sich Müller gezwungen, auf Grundlage der wenigen außenpolitischen Aussagen seiner Partei und der verfahrenen Lage Deutschlands ein Regierungsprogramm zu entwickeln, das der neuen Situation gerecht werden konnte. Bereits bei der Ratifizierung des Vertragswerkes in der Nationalversammlung am 9. Juli 1919 hatte der neue Reichsaußenminister die Devise dieser neuartigen Außenpolitik ausgegeben: Zwar erneuerte er in seiner Rede den parteiübergreifenden Protest gegen „diese vertraggewordene Vergewaltigung“, kündigte aber gleichzeitig eine „Vertragserfüllung bis zum Äußersten“[65] an. In seiner großen Programmrede am 23. Juli 1919 ließ Müller ebenfalls keinen Zweifel daran, dass er gewillt war, den Versuch zu unternehmen, den Versailler Vertrag „loyal zur Ausführung zu bringen.“[66] Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass durch diese entgegenkommende Politik Teile des Vertrages einer Revision zu unterziehen seien, „deren Erfüllbarkeit an der harten Macht der Tatsachen scheitert.“[67] Bereits unmittelbar nach der Unterzeichnung äußerte er in einer persönlichen Erklärung die Hoffnung, dass die Sieger des Krieges im eigenen Interesse eine solche Politik unterstützen würden.[68]

Müller nahm also in soweit keine Sonderstellung in der politischen Landschaft ein, als dass nicht auch er den Versailler Vertrag mittel- und langfristig zu überwinden trachtete. Er verknüpfte den Revisionsgedanken aber mit einer friedlichen Außenpolitik, die dafür Sorge tragen sollte, dass Deutschland seinen Platz in einer europäischen Friedensordnung einnehmen könnte, in der „Streitigkeiten unter den Völkern nicht mehr mit Pulver und Blei ausgefochten werden dürfen.“[69] Militärische Mittel zur Durchsetzung nationaler Interessen schloss Hermann Müller kategorisch für die Zukunft aus,[70] eine Maxime, die zum außenpolitischen Konsens der staatstragenden Parteien Weimars werden sollte.[71] Eine Verbesserung der deutschen Lage wollte der Minister mittels „moralischer Eroberungen in der Welt“[72] erreichen. Das Deutsche Reich müsse den Siegern beweisen, dass es zukünftig zu Frieden und Verständigung bereit sei und sich dem neuen demokratischen Staatswesen verpflichtet fühle.[73]

Müller gab sich dabei nicht der Illusion hin, dass die ehemaligen Kriegsgegner das Reich sehr bald als Partner und nicht als Feind betrachten würden.[74] Er verkannte nicht, dass die vergangene Kriegspolitik, für die die Republik nun in Haftung genommen wurde, ihr „die Sympathie der ganzen Welt geraubt“[75] habe. Als umso wichtiger stellte er daher die Wiedergutmachung und den Wiederaufbau in den zerstörten Gebieten Belgiens und Nordfrankreichs heraus, was ihm heftigen Protest der Rechtsparteien einbrachte.[76] Selbst die liberalen oder politisch links stehenden Zuhörer der Programmrede, wie den Diplomaten Harry Graf Kessler, mochte diese lange Passage der Müller-Rede erstaunen. Kessler wunderte sich über den „warmen Ton“, den Müller gebrauchte, „als er von Frankreich sprach.“[77] Als „merkwürdig“ empfand er diese versöhnlichen Worte in einer Zeit, „da uns Frankreich den Fuß auf den Nacken setzt.“[78] Der Außenminister hatte – als er zur Vertragsunterzeichnung nach Versailles fuhr – vom Zug aus die Zerstörungen mit eigenem Auge sehen können und war zutiefst erschüttert.[79] Dies mag erheblich dazu beigetragen haben, dass er dem Wiederaufbau eine so große Bedeutung beimaß und hoffte, dass dieser „dazu beitragen wird, die beiderseitigen Beziehungen auf einen anderen Fluss zu bringen.“[80]

[...]


[1] Vgl. die Abendausgabe des Vorwärts vom 21.03.1931, in der auf den ersten beiden Seiten die Trauerfeierlichkeiten dargestellt werden: Vorwärts. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Abendausgabe, Nr. 156, Berlin 21.03.1931.

[2] Peter Krüger: Die Außenpolitik der Republik von Weimar, Darmstadt 1993 [Krüger], S. 14.

[3] Peter Grupp: Deutsche Außenpolitik im Schatten von Versailles 1918-1920. Zur Politik des Auswärtigen Amts vom Ende des Ersten Weltkriegs und der Novemberrevolution bis zum Inkrafttreten des Versailler Vertrages, Paderborn 1988 [Grupp].

[4] Zum Baltikum: Stefan Feucht: Die Haltung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zur Außenpolitik während der Weimarer Republik (1918-1933), Frankfurt am Main 1998 [Feucht], S. 143-218; zum Völkerbund: Wintzer, Joachim: Deutschland und der Völkerbund 1918-1926 [Wintzer], Paderborn 2006.

[5] Heinz-Dietrich Fischer: Deutsche Zeitungen des 17. bis 19. Jahrhunderts, Pullach bei München 1972, S. 274.

[6] Gerhard Schröder: Geleitwort, in: Hoffend, Andrea: Mut zur Verantwortung. Hermann Müller, Mannheim 2001, S. 5.

[7] Siehe Martin Vogt: Hermann Müller (1878-1931), in: Sternburg, Wilhelm von (Hrsg.): Die deutschen Kanzler von Bismarck bis Schmidt, Königstein im Taunus 1985, S. 191-206 [Vogt], S. 193.

[8] Siehe Ernst Deuerlein: Deutsche Kanzler von Bismarck bis Hitler, München 1968, S. 270-288 [Deuerlein], S. 273.

[9] Heinrich August Winkler: Der Weg in die Katastrophe. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1930 bis 1933, Berlin/Bonn 1987 [Winkler], S. 295.

[10] Deuerlein, S. 273.

[11] Siehe Vogt, S. 194.

[12] So bspw. bei Kurt Doß: Das deutsche Auswärtige Amt im Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik. Die Schülersche Reform. Düsseldorf 1977, S. 237 oder Martin Vogt: Müller (-Franken), Hermann, in: Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Neue deutsche Biographie, Bd. 18, Berlin 1997 [NDB], S. 411.

[13] Am 16. Januar 1920 schrieb der britische Gesandte in Berlin Lord Kilmarnock an seinen Außenminister Earl Curzon: „He [Müller – Ph.R.] apparently speaks nothing but German“. Letter from Lord Kilmarnock (Berlin) to Earl Curzon, Doc. No. 6, in: Documents on British Foreign Policy 1919-1939. Edited by Rohan Butler and J.P.T. Bury. First Series [DBFP], Vol. IX, London 1960, S. 8.

[14] Siehe Vogt, S. 195.

[15] NDB, S. 411.

[16] Siehe Vogt, S. 195 f.

[17] Der Zentrumsabgeordnete Heinrich Köhler über Müller, zitiert nach: Deuerlein, S.282.

[18] Winkler, S. 295.

[19] Vogt, S. 196.

[20] So äußert der SPD-Reichstagsabgeordnete Eduard David in seinem Tagebuch seinen Unmut über Müller, der aus seiner Sicht nicht offensiv genug für die Interessen Deutschlands einsetzte und sich gegen Annexionen aussprach. S. David, Eduard: Einträge vom 31.03.1915 und 05.08.1916, in: Susanne Miller und Erich Matthias (Hg.): Das Kriegstagebuch des Reichstagsabgeordneten Eduard David 1914 bis 1918 (Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien Reihe 1, Bd. 4) Düsseldorf 1966, S. 117 u. 191.

[21] Siehe ebd., S. 197.

[22] Ebd.

[23] Vgl. Artikel im Vorwärts „Unterzeichnungskabinett Hermann Müller“, Vorwärts, Nr. 311, Abendausgabe vom 20.06.1919, S. 1.

[24] Rainer Behring: Wegbereiter sozialdemokratischer Außenpolitik, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt am Main, Nr. 97 vom 26.04.2006, S. 8 [Behring: Wegbereiter].

[25] Hermann Müller: Unterzeichnung im Spiegelsaal, in: Schiff, Victor: So war es in Versailles, Berlin 1929, S. 135-143 [Müller], S. 142.

[26] Behring: Wegbereiter.

[27] Ebd.

[28] Winkler, S. 296.

[29] Reichskanzler Heinrich Brüning am 26.03.1931 im Reichstag über Müller, zitiert nach Winkler, S. 296.

[30] Behring: Wegbereiter.

[31] Siehe Ragna Boden: Die Weimarer Nationalversammlung und die deutsche Außenpolitik. Waffenstillstand, Friedensverhandlungen und internationale Beziehungen in den Debatten von Februar bis August 1919, Frankfurt am Main 2000 [Boden], S. 32.

[32] Siehe Grupp, S. 13.

[33] Vgl. Rainer Behring: Demokratische Außenpolitik für Deutschland. Die außenpolitischen Vorstellungen deutscher Sozialdemokraten im Exil 1933-1945 [Behring: Außenpolitik], Düsseldorf 1999, S. 32 f.

[34] Hugo Haase: Imperialismus und Schiedsgericht, in: Internationales sozialistisches Bureau (Hrsg.): Internationaler Sozialistenkongress in Wien, Brüssel 1914.

[35] Ebd., S. 3.

[36] Vgl. Susanne Miller: Die Bürde der Macht. Die deutsche Sozialdemokratie 1918-1920, Düsseldorf 1978 [Miller], S. 188.

[37] Behring: Außenpolitik, S. 34.

[38] Miller, S. 188

[39] Behring: Außenpolitik, S. 37.

[40] Vgl. Miller, S. 300.

[41] Vgl. Grupp, S. 13.

[42] Behring, Außenpolitik, S. 33.

[43] Stefan Feucht: Die Haltung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zur Außenpolitik während der Weimarer Republik (1918-1933), Frankfurt am Main 1998 [Feucht], S. 102.

[44] Grupp, S.17.

[45] Siehe ebd., S. 19 f.

[46] Ebd.

[47] Siehe ebd., S. 36 f.

[48] Siehe Krüger, S. 52.

[49] Ebd.

[50] Grupp, S. 59.

[51] Ebd.

[52] Grupp stellt dies anhand des Beispiels Nordschleswig ausführlich dar. Grupp, S. 61 ff.

[53] Grupp, S. 293.

[54] Ebd., S. 292.

[55] Ebd.

[56] Siehe Vorwärts, Nr. 234, Abendausgabe vom 08.05.1919, S. 1.

[57] Krüger, S. 89.

[58] Hermann Müller in der 10. Sitzung der Nationalversammlung am 18.02.1919, Verhandlungen der verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung, Berlin 1920 [Nationalversammlung], Bd. 326, S. 147.

[59] Ebd.

[60] Ebd.

[61] Vgl. Scheidemanns berühmte Rede am 12.05.1919 vor der Nationalversammlung: „Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legte?“ Nationalversammlung, Bd. 327, S. 1083.

[62] Vgl. Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik, München 2002 [Kolb], S. 34 f.

[63] 15 sozialdemokratische Abgeordnete unterzeichneten eine Erklärung, in der sie sich gegen die Unterzeichnung aussprachen, abgedruckt in der Deutsche Allgemeine Zeitung, Berlin [DAZ], Nr. 292, Morgenausgabe vom 22.06.1919, S. 1.

[64] Reichskanzler Heinrich Brüning am 21.03.1931 im Reichstag, Verhandlungen des Reichstags. V. Wahlperiode 1930, Bd. 445, Berlin 1931, S. 2065.

[65] Reichsminister des Auswärtigen Hermann Müller am 09.07.1919 in der 51. Sitzung der Nationalversammlung, Nationalversammlung Bd. 327, S. 1408.

[66] Reichsminister des Auswärtigen Hermann Müller am 23.07.1919 in der 64. Sitzung der Nationalversammlung, Nationalversammlung, Bd. 328, S. 1857.

[67] Ebd.

[68] Erklärung der deutschen Unterzeichner Hermann Müller und Johannes Bell, in: DAZ, Nr. 306, Morgenausgabe vom 30.06.1919, S. 1.

[69] Hermann Müller in der Nationalversammlung am 23.07.1919, Nationalversammlung, Bd. 328, S. 1852.

[70] Müller führte aus, „dass das deutsche Schwert in Zukunft als das Hilfsmittel diplomatischer Kunst nicht mehr zählt.“ Ebd.

[71] Siehe Krüger, S. 90.

[72] Hermann Müller am 23.07.1919, Nationalversammlung, Bd.328, S. 1852.

[73] Vgl. Behring: Wegbereiter.

[74] Vgl. Feucht, S. 84.

[75] Hermann Müller am 23.07.1919, Nationalversammlung, Bd. 328, S. 1854.

[76] Vgl. Zwischenrufe („Unglaublich!“, „Und Deutschland?“) und Lachen in der Nationalversammlung, ebd.

[77] Harry Graf Kessler: Tagebücher 1918 bis 1937. Herausgegeben von Wolfgang Pfeiffer-Belli, Frankfurt am Main/Leipzig 1996, S. 1854.

[78] Ebd.

[79] Siehe Müller, S. 138.

[80] Hermann Müller am 23.07.1919, Nationalversammlung, Bd. 328, S. 1854.

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten

Details

Titel
Der Außenpolitiker Hermann Müller 1919-20
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Seminar I)
Note
2,8
Autor
Jahr
2009
Seiten
71
Katalognummer
V133885
ISBN (eBook)
9783640415960
ISBN (Buch)
9783640407002
Dateigröße
752 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Außenpolitiker, Hermann, Müller
Arbeit zitieren
Philipp Robens (Autor), 2009, Der Außenpolitiker Hermann Müller 1919-20, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133885

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