In der Hausarbeit werden drei Grammatiken am Beispiel des grammatischen Phänomens der trennbaren und untrennbaren Verben verglichen. Dabei handelt es sich um zwei linguistische Grammatiken (Duden und Helbig/Buscha) und eine didaktische Grammatik (Die Gelbe aktuell). Die Analyse der Grammatiken erfolgt teilweise mithilfe des Kriterienkatalogs von M. Hennig. Die trennbaren/untrennbaren Verben werden zunächst linguistisch eingeordnet. Dann wird es auf die möglichen Probleme bei der Didaktisierung und auf die potenziellen Schwierigkeiten bei den Deutschlernenden eingegangen. In den letzten Kapiteln werden die Grammatiken verglichen, z.B. in Bezug auf die verwendeten Termini, angeführten Beispiele oder ob der Fokus der jeweiligen Grammatik auf den Regeln oder Ausnahmen liegt sowie die formalen Sachen, wie z.B. Übersichtlichkeit usw.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Trennbare und untrennbare Verben in linguistischer und didaktischer Hinsicht
2.1. Linguistische Einordnung und Charakterisierung der trennbaren und untrennbaren Verben
2.2. Lernschwierigkeiten und potenzielle Probleme bei der Didaktisierung
3. Darstellung des Phänomens in den Grammatiken
3.1. Deutsche Grammatik: Ein Handbuch für den Ausländerunterricht von Helbig/Buscha
3.2. Duden: Die Grammatik
3.3. Lehr- und Übungsbuch der deutschen Grammatik: Die Gelbe aktuell
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Darstellung von trennbaren und untrennbaren Verben in drei renommierten deutschen Grammatiken zu analysieren und kritisch miteinander zu vergleichen. Hierbei wird untersucht, wie das komplexe grammatische Phänomen sowohl aus linguistischer Perspektive definiert als auch didaktisch für Lernende aufbereitet wird, um potenzielle Herausforderungen im Spracherwerb transparenter zu machen.
- Linguistische Charakterisierung trennbarer und untrennbarer Verben
- Didaktische Herausforderungen und Lernschwierigkeiten für DaF-Lernende
- Vergleichende Analyse der Darstellung in den Grammatiken Helbig/Buscha, Duden und „Die Gelbe aktuell“
- Bewertung der terminologischen und methodischen Ansätze zur Vermittlung des Phänomens
Auszug aus dem Buch
2. Trennbare und untrennbare Verben in linguistischer und didaktischer Hinsicht
Das grammatische Phänomen der trennbaren und untrennbaren Verben gehört zu dem Bereich der Wortbildung. Genauer gesagt handelt es sich um die linkserweiternde verbale Wortbildungsart. Die zentralen Wortbildungsarten der Verben, die sich in der Forschung durchgesetzt haben, werden als Präfigierung und Partikelverbildung bezeichnet. Die Präfigierung erfolgt mit den unselbstständigen Präfixen, die keinen Wortakzent tragen und untrennbar sind. Bei der Partikelverbildung wird der trennbare Teil wiederum initial betont und die trennbaren Verben bestehen in der Regel aus prototypisch homonymen freien Formen und können im Satz als Adverbien oder Präpositionen auftreten (Fleischer & Barz, 2012, S. 373; Mesch, 2015, S. 291).
Die trennbaren Verben sind komplexe Verben, die aus zwei Komponenten bestehen (Verbalkomplex). Sie bilden die Satzklammer, wobei die linke Satzklammer durch ein finites Verb besetzt ist und die rechte durch den trennbaren Erstteil. Die trennbaren Verben haben zwei Arten der Trennung, nämlich die morphologische und syntaktische (Stieber, 2021, S. 65-66). Die syntaktische Trennung ist nur bei den finiten Verbformen möglich. Zum Beispiel in den Aussage-, Frage- und Imperativsätzen sowie in uneingeleiteten Konditionalsätzen. Dabei besetzt das Basisverb die reguläre zweite Position und die trennbare Partikel wird am Ende des Satzes platziert. Keine Trennung erfolgt im Infinitiv, z.B. wenn das finite Verb ein Modalverb ist (Ich will dich anrufen), in eingeleiteten Nebensätzen, wenn das trennbare Verb die Endstellung hat (Ich habe gesagt, dass du mich anrufst). Im Partizip II (Ich habe sie angerufen) und im Infinitiv zu (Ich habe keine Lust, sie anzurufen) findet die morphologische Trennung statt, d.h. [...] eine Trennung der Partikel vom Basisstamm innerhalb einer Form [...] (Eisenberg, 2013, S. 243). Die untrennbaren Verben „sind [dagegen] weder morphologisch noch syntaktisch trennbar“ (Razum & Münzenberg, 2009, S. 690). Meibauer (2015, S. 60) stellt noch eine Erweiterung dar, wobei es außer Präfix- und Partikelverben zwischen Partikelpräfix-Verben und Doppelpartikelverben unterschieden wird (s. Abb. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung etabliert das Thema als eines der schwierigsten in der deutschen Sprache und legt die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der vergleichenden Grammatikanalyse dar.
2. Trennbare und untrennbare Verben in linguistischer und didaktischer Hinsicht: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Grundlage, indem es die Begriffe linguistisch klassifiziert und die spezifischen Lernschwierigkeiten für Deutschlernende aufzeigt.
3. Darstellung des Phänomens in den Grammatiken: Im Hauptteil werden die drei gewählten Grammatiken einzeln untersucht und ihre spezifische Darstellung des Phänomens unter Berücksichtigung von Struktur und Didaktik bewertet.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die Unterschiede in der methodischen Aufbereitung sowie die Eignung der Werke für verschiedene Zielgruppen.
Schlüsselwörter
Trennbare Verben, Untrennbare Verben, Deutsche Grammatik, Partikelverbildung, Präfigierung, DaF-Unterricht, Didaktische Grammatik, Linguistischer Vergleich, Wortbildung, Sprachvermittlung, Morphologie, Syntax, Helbig/Buscha, Duden, Die Gelbe aktuell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem grammatischen Phänomen der trennbaren und untrennbaren Verben im Deutschen und vergleicht, wie drei bedeutende Grammatikwerke diese Thematik aufbereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Der Fokus liegt auf der linguistischen Einordnung der Verbbildung (Präfigierung vs. Partikelverbildung), den damit verbundenen Lernschwierigkeiten für Fremdsprachenlerner sowie der didaktischen Aufarbeitung in den untersuchten Fachbüchern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist ein kritischer Vergleich der Darstellungsweisen in den Grammatiken von Helbig/Buscha, Duden sowie „Die Gelbe aktuell“, um zu prüfen, wie verständlich und vollständig das Phänomen jeweils erklärt wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, bei der die Grammatikbücher anhand eines Kriterienkatalogs strukturell und inhaltlich auf ihre didaktische Eignung hin untersucht werden.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die drei Grammatiken jeweils in eigenen Unterkapiteln analysiert. Dabei wird auf die verwendete Terminologie, die Art der Beispiele (konkret vs. konstruiert) und die Berücksichtigung von Ausnahmefällen eingegangen.
Welche zentralen Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind trennbare/untrennbare Verben, Wortbildung, DaF (Deutsch als Fremdsprache) und eine vergleichende Didaktik der Grammatikvermittlung.
Warum ist das Thema gerade für DaF-Lernende besonders komplex?
Die Komplexität entsteht durch die Kombination aus morphologischer Struktur, variierender Wortbetonung und der Tatsache, dass ein und dasselbe Präfix je nach Bedeutungskontext sowohl trennbar als auch untrennbar sein kann.
Welche spezifische Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Didaktik?
Die Autorin stellt fest, dass eine stärkere didaktische Vereinfachung, wie sie in „Die Gelbe aktuell“ vorgenommen wird, zwar den Lernprozess beim Selbststudium erleichtern kann, jedoch teilweise zulasten der wissenschaftlichen Präzision geht, die im Handbuch von Helbig/Buscha stärker gewahrt bleibt.
- Quote paper
- Anastasiia Zabrodska (Author), 2023, Trennbare und untrennbare Verben in Grammatiken. Vergleich von "Duden", "Deutsche Grammatik" von Helbig/Buscha und "Die Gelbe aktuell", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1340649