Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der sozialen Stellung des Kindes, sowie mit der Betreuung von Kindern im Mittelalter. Dabei konzentriert sich die Autorin im Großteil auf die Waisen- und Findelkinder.
Zunächst werden die Überlebenschancen eines Kindes im Mittelalter beschrieben und über die Problematik der Kindestötungen in der damaligen Zeit berichtet. Es wird verdeutlicht, was genau unter dem Begriff "Kind" im Mittelalter verstanden wurde, wie alt Kinder wurden und ab wann sie als Erwachsene galten. Dabei werden die Familien und die Umgebung der Kinder genauer betrachtet. Es wird geklärt, wie oft und ob die Kinder in der mittelalterlichen Gesellschaft überhaupt vorkamen und wie mit den Kindern in der Öffentlichkeit umgegangen wurde. Die allgemeine Einstellung der mittelalterlichen Gesellschaft zum Kind in der damaligen Zeit wird analysiert und anhand von Beispielen aus der Literatur über diese Epoche verdeutlicht. Kurz geht die Autorin auch auf die Rechte es Kindes im Mittelalter ein, um den Übergang in das Erwachsenenleben verständlicher zu machen.
Im nächsten Schritt wird die soziale Stellung des Kindes im Mittelalter dargestellt. Die Autorin beschreibt, wie die Kinder großgezogen und erzogen wurden, sowie die Bedeutung des „lernen beim Helfen“. Es wird erläutert, wie unterschiedlich Mädchen und Jungen in der damaligen Epoche aufwuchsen und welche Möglichkeiten sie für die Zukunft hatten. Anschließend geht die Autorin auf die Problematik der Bildung im Mittelalter ein, sowie auf die mögliche Berufswahl im jeweiligen Stand. Im weiteren Verlauf wird ein Bezug zur fürsorgerisches Tätigkeit mit Kindern im Mittelalter hergestellt und die Institutionen dieser Zeit aufgezeigt. Dabei wird geklärt, wer damals als bedürftig angesehen wurde und welche Hilfe von wem geleistet wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE KINDHEIT IM MITTELALTER
2.1. Die Einstellung zum Kind
2.2. Die Häusliche Erziehung
2.3. Die Bildungsvermittlung
3. DIE KINDERFÜRSORGE IM MITTELALTER
3.1. Die bedürftigen Kinder
3.2. Die Waisen- und Findelhäuser
3.3. Das Leben eines Kindes im Waisen- oder Findelhaus
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die soziale Stellung von Kindern sowie deren Betreuungssituation im Mittelalter, wobei der Fokus gezielt auf Waisen- und Findelkindern liegt. Dabei wird analysiert, wie Kinder innerhalb der damaligen gesellschaftlichen Strukturen wahrgenommen wurden, welche Erziehungspraktiken herrschten und wie sich institutionelle Unterstützung gestaltete.
- Gesellschaftliche Wahrnehmung und rechtlicher Status des Kindes
- Häusliche Erziehung und Bildungszugang in verschiedenen sozialen Schichten
- Notlage von Waisenkindern und historische Formen der Kinderfürsorge
- Entwicklung und Funktionen frühzeitlicher Waisen- und Findelhäuser
- Einfluss der Kirche und barmherzige Institutionen auf das Kindeswohl
Auszug aus dem Buch
3.2. Die Waisen- und Findelhäuser
Scherpner (1966, S. 18) schreibt in seinem Buch „Geschichte der Jugendfürsorge“:
„Im Mittelalter bestanden jedoch, zum mindesten in Deutschland, zunächst keine Sonderanstalten für die verlassenen Kinder, sie wurden vielmehr einbezogen in die Gesamtheit aller derer, die nicht für sich selber sorgen konnten und für die kein anderer zu sorgen bereit war.“
Das Hospital war die zentrale Fürsorgeeinrichtung des Mittelalters, die sich zunächst um alle Hilfebedürftigen kümmerte. Allerdings waren es nicht nur die Kinder. Auch die Alten oder die Kranken sowie die Behinderten, also alle, die körperlich nicht in der Lage waren, sich durch Bettel zu ernähren, wurden im Hospital versorgt (vgl. Scherpner 1966, S. 18).
Im Buch „Das alleinstehende Kind und seine Versorgung“ aus dem Jahr 1965 von Lange werden die ersten entstandenen Findelhäuser dargestellt. Lange schreibt dabei, dass zumindest bei der Errichtung selbst nicht an Geld gespart wurde und beschreibt, wie beeindruckend eine Findelanstalt in Florenz war. Was dabei im Inneren eines solchen Hauses geschah, macht fassungslos. Er berichtet von einem römischen Findelhaus, in dem 1000 Kinder in einem großen Saal untergebracht waren und erwähnt einen Aufnahmesaal eines Pariser Findelhauses mit 170 Kindern (vgl. Lange 1965, S. 6). Trotzdem waren die Findelhäuser eine Rettung für viele Kinder damaliger Zeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Forschungsgegenstände, wie die soziale Stellung und Betreuung der Kinder im Mittelalter, mit dem Schwerpunkt auf Waisen- und Findelkindern.
2. DIE KINDHEIT IM MITTELALTER: Dieses Kapitel thematisiert die damalige gesellschaftliche Einstellung zum Kind, die häusliche Erziehungsweise sowie die begrenzten Möglichkeiten der Bildung.
3. DIE KINDERFÜRSORGE IM MITTELALTER: Die Untersuchung befasst sich mit der Situation hilfebedürftiger Kinder, den Anfängen der Institutionen zur Unterbringung und den Lebensbedingungen in den damaligen Waisen- und Findelhäusern.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die schwierige und oft von harter Arbeit geprägte Lebensrealität mittelalterlicher Kinder zusammen und reflektiert die Rolle der institutionellen Fürsorge.
Schlüsselwörter
Mittelalter, Kindheit, Kinderfürsorge, Waisenkinder, Findelkinder, Soziale Stellung, Erziehung, Bildungsgeschichte, Hospital, Geschichte der Jugendfürsorge, Mittelalterliche Gesellschaft, Säuglingssterblichkeit, Kindestötung, Barmherzigkeit, Institutionalisierung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema der Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich grundlegend mit der sozialen Stellung und der Betreuung von Kindern im Mittelalter, insbesondere mit der Situation von Waisen- und Findelkindern.
Welche Aspekte der Kindheit werden beleuchtet?
Zu den zentralen Themen gehören die Einstellung der mittelalterlichen Gesellschaft zur Kindheit, die häusliche Erziehung, der Zugang zu Bildung sowie die gesellschaftliche Verantwortung für bedürftige Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Leben und die rechtliche wie soziale Einordnung des Kindes in einer oft durch schwierige Lebensbedingungen geprägten Epoche zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturstudie, die verschiedene historische Quellen und wissenschaftliche Fachliteratur analysiert, um ein fundiertes Bild der mittelalterlichen Kinderfürsorge zu zeichnen.
Worauf konzentriert sich der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Wahrnehmung von Kindern, die Bildungssituation, die frühe institutionelle Fürsorge durch Kirchen und Hospitäler sowie die konkreten Lebensbedingungen in findelhafter Obhut.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind unter anderem soziale Stellung, Kindheit, Waisenhäuser, Kinderfürsorge und die gesellschaftliche Funktion von Hospitalwesen sowie Bildung.
Welche Rolle spielte die Religion bei der Fürsorge?
Die Kirche fungierte im frühen Mittelalter oft als erste Anlaufstelle für verlassene Kinder und das Werk der Barmherzigkeit bildete eine wichtige Motivation für die Hilfe für Bedürftige.
Wie wurden Kinder in den frühen Anstalten behandelt?
Die Unterbringung war oft massenhaft und hygienisch schwierig; aufgrund hoher Säuglingssterblichkeit setzte man verstärkt auf Ziehmütter, wobei die Kinder oft wieder in die Anstalten zurückkehrten, sobald sie arbeitsfähig wurden.
- Arbeit zitieren
- Sofia Golbeck (Autor:in), 2020, Soziale Stellung des Kindes im Mittelalter. Kindheit und Kinderfürsorge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1342724