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Jürgen Habermas' "Strukturwandel der Öffentlichkeit" im Vergleich mit dem digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit der Moderne

Titel: Jürgen Habermas' "Strukturwandel der Öffentlichkeit" im Vergleich mit dem digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit der Moderne

Examensarbeit , 2023 , 86 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kira-Josephine Sander (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Examensarbeit beleuchtet das zugrundeliegende Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ von Jürgen Habermas aus einer inhaltlichen und begriffserläuternden Perspektive. Anschließend wird die mediale Zeitenwende, welche durch die Digitalisierung rasant vorangetrieben wird, mit dem "Strukturwandel der Öffentlichkeit" (1962) verglichen. Hierzu werden die Herausforderungen in Bezug auf die politische Öffentlichkeit und den deliberativen Diskurs innerhalb einer Demokratie analysiert. Die brisante Aktualität dieser Thematik wird dadurch verdeutlicht, dass kürzlich Jürgen Habermas selbst in einem Essay dazu Stellung bezog. Seine aktuellen Ausführungen (2022) und Appelle bilden den Schluss dieser Ausarbeitung.

In Anbetracht der Tatsache, dass sich seit der Veröffentlichung von Habermas' Habilitationsschrift der Charakter sowie die
Zusammensetzung und Dominanz der Massenmedien stark verändert haben, bedarf es einer aktuellen Analyse des Werkes auf die modernen Gegebenheiten der Medienlandschaft. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Erfindung des Internets und den damit verbundenen Veränderungen für den deliberativen Diskurs und die politische Öffentlichkeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Strukturwandel der Öffentlichkeit - Inhaltsüberblick und Definitionen

2.1 Feudale Ära

2.2 Die Genese der bürgerlichen Öffentlichkeit der Liberalen Ära

2.2.1 Soziale Strukturen der Öffentlichkeit in der Liberalen Ära

2.2.2 Entfaltung der politischen Öffentlichkeit

2.3 Die Ära der Refeudalisierung

2.3.1 Vom kulturräsonierenden zum kulturkonsumierenden Publikum

2.4 Das Vorwort von 1990

3. Der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit

3.1 Die Folgen der Plattformisierung

3.1.1 Datafizierung und Algorithmierung

3.1.2 Plattformlogiken

3.1.3 Die Folgen von Echokammern

3.1.4 Manipulation der öffentlichen Meinung durch Fake News und Social Bots

3.1.5 Computational Propaganda und Hate Speech

3.1.6 „Partikularöffentlichkeiten“ im Bürgerjournalismus

4. Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik

4.1 Der Aufstieg der neuen digitalen Medien führt zum Untergang der Printmedien

4.2 Die Qualität des öffentlichen Diskurses

4.3 Die Fragmentierung der Öffentlichkeit durch den Plattformcharakter

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den theoretischen Rahmen von Jürgen Habermas' Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ und vergleicht diesen mit den aktuellen Veränderungen durch die Digitalisierung. Das zentrale Ziel ist es zu analysieren, ob der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit eine Gefahr oder eine Chance für den deliberativen Diskurs und die künftige demokratische Meinungsbildung darstellt.

  • Evolution des Öffentlichkeitsbegriffs von der feudalen bis zur digitalen Ära
  • Mechanismen der Plattformisierung, Datafizierung und Algorithmierung
  • Auswirkungen von Echokammern und Filterblasen auf das Meinungsbild
  • Phänomene der Manipulation durch Fake News, Social Bots und Hate Speech
  • Rollenwandel vom konsumierenden Rezipienten zum potenziellen Produzenten (Bürgerjournalismus)

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Plattformlogiken

Längst haben die etablierten und traditionellen Medien die Plattformlogiken aufgrund des Anpassungsdrucks übernommen. Plattformlogiken widersprechen in großen Teilen journalistischen Qualitätsstandards, da der inhaltliche Fokus nur sekundär ist. Vor allem soziale Plattformen wie Facebook, Instagram oder TikTok verbreiten gezielt solche Informationen, die besonders starke Reaktionen (positiv wie negativ) hervorrufen. Die Logik die dahinter steckt ist simpel. Je mehr Posts kommentiert oder geteilt werden, desto mehr Geld verdient die Plattform. Bei besonders reißerischen Überschriften, sog. Clickbaits, erhalten die Posts viel mehr Kommentare und Reaktionen. Folglich werden die Inhalte und Überschriften so gewählt, dass sie stark an die von Habermas angesprochene Sensationspresse erinnern. Habermas beschrieb in der Ära der Refeudalisierung die Anfänge der durch Absatzstrategien manipulierten Massenmedien, welche die seriöse Berichterstattung allmählig abzulösen drohte. Auf den sozialen Plattformen finden sich neben den traditionellen Medien auch eine Vielzahl von kleinen Anbietern oder privaten Nutzern, die ungefiltert Nachrichten und Informationen verbreiten. Aufgrund dessen, dass soziale Plattformen als reaktionsschnelle Emotionsmedien gelten und es eine Vielzahl unseriöser Berichterstatter ohne eine Kontrollinstanz gibt, ist eine seriöse Berichterstattung online nur schwer zu finden. „Damit zusammenhängend erhalten populistische Politakteure, die sich besonders stark emotionalisierender, polarisierender oder zuspitzender Rhetorik bedienen, in den sozialen Netzwerken am meisten Aufmerksamkeit und werden stärker mit Nutzerreaktionen belohnt als andere. Doch die emotional-impulsive Funktionslogik sozialer Plattformen hat Folgen für die Qualität des öffentlichen Diskurses“ (Dittrich 2017 zitiert nach Eisenegger 2018: 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Habermas' Habilitationsschrift und Erläuterung der Relevanz für moderne mediale Gegebenheiten.

2. Strukturwandel der Öffentlichkeit - Inhaltsüberblick und Definitionen: Historische Herleitung und begriffliche Definitionen der Öffentlichkeit von Habermas im Kontext liberaler und feudaler Ären.

3. Der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit: Analyse der Transformation durch Plattformisierung, Algorithmen und die Gefahren durch Fake News bis hin zum Bürgerjournalismus.

4. Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik: Habermas' aktuelle Einordnung der digitalen Entwicklungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die deliberative Demokratie.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse und Fazit über die Ambivalenz des digitalen Wandels für demokratische Diskurse.

Schlüsselwörter

Strukturwandel, Öffentlichkeit, Jürgen Habermas, Digitalisierung, Plattformisierung, Deliberativer Diskurs, Echokammern, Fake News, Social Bots, Hassrede, Bürgerjournalismus, Demokratie, Partizipation, Algorithmen, Manipulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Habermas' Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ und vergleicht dessen theoretische Ansätze mit den Auswirkungen der digitalen Medienwelt auf die heutige Öffentlichkeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt Themen wie die historische Entwicklung der Öffentlichkeit, die Macht der Internet-Plattformen, neue Formen der Diskursmanipulation und die Veränderung journalistischer Standards.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es zu ergründen, ob der aktuelle digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit eine Bedrohung für demokratische Prozesse darstellt oder neue Chancen für die gesellschaftliche Teilhabe bietet.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich primär um eine Literatur- und Theorieanalyse sowie einen Vergleich zwischen den von Habermas definierten idealtypischen Strukturen und den gegenwärtigen Beobachtungen in digitalen Medien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Inhaltsübersicht von Habermas' Arbeit sowie eine tiefgehende Analyse der digitalen Folgen, wie etwa die algorithmische Steuerung von Informationen oder die Zunahme von Hate Speech.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Schlagworte wie digitaler Strukturwandel, deliberative Politik, Plattformlogiken, Echokammern und die Ambivalenz der Mediennutzung definieren den inhaltlichen Kern dieser Untersuchung.

Inwiefern beeinflussen soziale Plattformen die Qualität des Diskurses?

Die Arbeit stellt fest, dass Plattformlogiken wie Clickbaits und Emotionsnutzung häufig journalistische Qualitätsstandards untergraben und zu einer Fragmentierung des öffentlichen Diskurses beitragen.

Welche Rolle spielt der Bürgerjournalismus?

Der Bürgerjournalismus ermöglicht zwar eine breitere Teilhabe, zeichnet sich laut der Arbeit jedoch oft durch Quantität statt durch die reflektierte inhaltliche Qualität aus, die Habermas für den deliberativen Diskurs fordert.

Ende der Leseprobe aus 86 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Jürgen Habermas' "Strukturwandel der Öffentlichkeit" im Vergleich mit dem digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit der Moderne
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,0
Autor
Kira-Josephine Sander (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
86
Katalognummer
V1348741
ISBN (PDF)
9783346855688
ISBN (Buch)
9783346855695
Sprache
Deutsch
Schlagworte
jürgen habermas strukturwandel öffentlichkeit vergleich moderne digitaler Strukturwandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kira-Josephine Sander (Autor:in), 2023, Jürgen Habermas' "Strukturwandel der Öffentlichkeit" im Vergleich mit dem digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit der Moderne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1348741
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Leseprobe aus  86  Seiten
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