In der vorliegenden Arbeit soll anhand bisher vorliegender wissenschaftlicher Erkenntnisse herausgefunden werden, ob die SlackNut als ein sensomotorisches Trainingsgerät die neuromuskulären Fähigkeiten eines Menschen verbessern kann. Es sollen mehrere Kernfragen durch diese Untersuchung beantwortet werden.
Die erste Fragestellung lautet: Kann ein funktionelles Krafttraining auf der SlackNut die Maximalkraft des M. quadrizeps femoris effektiver steigern als ein normales Training?
Diese Überlegungen führen zu der Frage, ob ein sensomotorisches Training auf der SlackNut, welches die inter- und intramuskuläre Koordination stimuliert und hiermit zu einer Bewegungsoptimierung führt, auch dazu beiträgt, die maximale Kraftentwicklung der Oberschenkelmuskulatur zu verbessern.
Die zweite Fragestellung lautet: Kann ein funktionelles Krafttraining auf der SlackNut die Schnellkraft des M. quadrizeps femoris effektiver steigern als ein normales Training?
Es gibt viele verschiedene sensomotorische Trainingsgeräte, die für die Prävention und Rehabilitation von Sportverletzungen genutzt werden können. 2013 wurde ein neues Trainingsgerät mit dem Namen SlackNut vorgestellt, welches den FIBO-Innovationsaward in Köln gewonnen hat.
Das Ziel eines sensomotorischen Trainings ist es, die funktionelle Gelenkstabilität und das Gleichgewicht zu verbessern. Besonders in der Rehabilitation und Prävention von Sportverletzungen werden solche Maßnahmen oft verwendet.
Es konnte gezeigt werden, dass sich die Balancefähigkeit, die Maximalkraft und die Explosivkraft nach solch einem Training verbessert. Es gibt Hinweise, dass eine schlechte posturale Kontrolle und ein Kraftdefizit das Risiko für Verletzungen bei Kindern und Erwachsenen erhöhen.
Eine Forschergruppe hat bei Fußballspielern festgestellt, dass diese nach einem solchen Training, weniger Angst vor Verletzungen und auch weniger Rupturen von Kreuzbändern und Supinationstraumen hatten. Wissenschaftler bestätigten, dass die einzelnen Geräte noch zu wenig untersucht und zu geringe Probandenzahlen verwendet wurden. Das Ziel dieser Studie ist es herauszufinden, ob sich ein sensomotorisches Training auf der SlackNut positiv auf die Maximal- und Schnellkraft der Oberschenkelmuskulatur und die Balancefähigkeit von Fußballspielern auswirkt.
Inhaltsverzeichnis
2 Zusammenfassung
2.1 Zusammenfassung
2.2 Abstract
3 Einleitung
3.1 Einleitung
3.2 Fragestellungen
4 Hintergrund
4.1.1 Beschreibung der SlackNut
4.1.2 Grundlagen des sensomotorischen Systems
4.1.3 Anpassung des sensomotorischen Systems
4.1.4 Effekte auf die Maximalkraft
4.1.5 Effekte auf die Schnellkraft
4.1.6 Effekte auf die Balancefähigkeit
4.1.7 Effekte auf die Sprungkraft
4.1.8 Effekte auf die Verletzungsprophylaxe
4.1.9 Sensomotorisches Training im Fußball
5 Methode
5.1 Studiendesign
5.2 Probanden
5.3 Inklusionskriterien/Exklusionskriterien
5.4 Ablauf der Studie
5.4.1 Ablauf der Messungen
5.4.2 Intervention
5.5 Testgeräte und Apparaturen
5.5.1 Biodex 3 Dynamometer
5.5.2 Stabile Posturographie
5.6 Datenanalyse
6 Resultate
6.1 Nullhypothesen und Alternativhypothesen
6.2 Ergebnisse der Kraftmessungen
6.3 Ergebnisse der Schnellkraftmessungen
6.4 Ergebnisse der statischen Posturographie
7 Diskussion
7.1 Zusammenhang der Ergebnisse in Bezug auf die Maximalkraft
7.2 Zusammenhang der Ergebnisse in Bezug auf die Schnellkraft
7.3 Zusammenhang der Ergebnisse in Bezug auf die Balancefähigkeit
7.4 Stärken und Schwächen der Studie
8 Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterthesis untersucht, ob ein spezifisches sensomotorisches Training auf der SlackNut die Maximalkraft, die Schnellkraft sowie die Balancefähigkeit bei Fußballspielern effektiver verbessern kann als ein Standard-Krafttraining ohne dieses Gerät.
- Wissenschaftliche Analyse der Auswirkungen sensomotorischen Trainings auf die neuromuskuläre Leistungsfähigkeit.
- Vergleich zwischen SlackNut-basiertem Training und herkömmlichem Training bei Fußballspielern.
- Evaluierung der Maximalkraft und Schnellkraft mittels isokinetischer Leistungsdiagnostik (Biodex 3).
- Messung der posturalen Kontrolle und Balancefähigkeit durch stabile Posturographie.
- Diskussion der Eignung der SlackNut als Instrument zur Verletzungsprophylaxe und Leistungssteigerung im Sport.
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Beschreibung der SlackNut
Die SlackNut ist ein rehabilitatives und präventives Trainingsgerät zur funktionellen Verbesserung von Kraft, Koordination und Beweglichkeit. Dieses Gerät ist dadurch gekennzeichnet, dass mehrere in ihrer Spannung veränderbare Gurte über ein gebogenes und wippendes Halterungssystem (ähnlich einer Wanne oder Schale) fixiert sind und es mobil und ortsunabhängig eingesetzt werden kann.
Aus trainingswissenschaftlicher Sicht ist bekannt, dass Trainingsübungen auf instabilem Untergrund im Vergleich zu konventionellen Übungen auf befestigtem Untergrund zu einer effizienteren Verbesserung des neuromuskulären Systems führen. Das Halterungssystem der SlackNut hat die Form einer Wanne bzw. einer Schale und ermöglicht dadurch eine weitere freie Bewegungsebene, die nach Bedarf durch zusätzliche Stopper fixiert werden kann. Die Übungen werden stehend oder liegend auf den darauf befestigten Gurten absolviert.
Die Eigenschaften der Gurte sind eine geringe Unterstützungsfläche und ähnlich einem Balancierseil seitliche Schwingungsfähigkeit. Die Schwingungseigenschaft und der damit verbundene Schwierigkeitsgrad der Übung können durch ein spezielles Gurtsystem verändert werden.
Diese Eigenschaft der Gurte wird bereits im Freizeitbereich eingesetzt und ist unter dem Namen Slack Line bekannt. Dabei wird in freier Natur ein Band zwischen zwei Bäumen gespannt und vom Benutzer als Balancierstrecke absolviert.
Darüber hinaus gibt es Befestigungssysteme, um das Band auch in Räumlichkeiten „indoor“ zu nutzen.
Im Gegensatz zu diesem Produkt ist die SlackNut handlich und mobil einsetzbar. Sie kann durch eine Person im Raum verstellt werden. Die SlackNut ist daher auch als Hometrainer nutzbar. Neben ihrer ortsunabhängigen Einsatzmöglichkeit bietet die SlackNut aufgrund ihrer wippenden Halterung den weiteren Vorteil, die Trainingsauswahl vielseitiger zu gestalten und vollkommen neue Trainingsreize zu setzen.
Zusammenfassung der Kapitel
2 Zusammenfassung: Dieses Kapitel bietet einen kompakten Überblick über die gesamte Arbeit, von den theoretischen Grundlagen bis hin zu den erzielten Ergebnissen und der abschließenden Konklusion.
3 Einleitung: Hier wird der theoretische Kontext aufbereitet und die spezifischen Forschungsfragen hinsichtlich der SlackNut und ihrer Wirkung auf Fußballspieler definiert.
4 Hintergrund: Dieser Abschnitt beleuchtet die Definition der SlackNut sowie die grundlegenden physiologischen Mechanismen des sensomotorischen Systems und bestehende Erkenntnisse zu Kraft und Balance.
5 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Charakteristika der Probanden, den Ablauf der Intervention und die eingesetzten Messverfahren zur Datenquantifizierung.
6 Resultate: Hier werden die statistisch erhobenen Daten aus den Messungen zu Maximalkraft, Schnellkraft und Posturographie detailliert dargestellt.
7 Diskussion: Dieser Teil ordnet die Ergebnisse in den wissenschaftlichen Diskurs ein, reflektiert die Signifikanz der Daten und kritisiert Stärken sowie Schwächen der durchgeführten Studie.
8 Konklusion: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und leitet eine Empfehlung für den Einsatz der SlackNut im Sport ab.
Schlüsselwörter
SlackNut, sensomotorisches Training, Maximalkraft, Schnellkraft, Balancefähigkeit, Fußball, Posturographie, Biodex, neuromuskuläre Koordination, Verletzungsprophylaxe, Leistungsdiagnostik, sportphysiotherapeutische Rehabilitation, isokinetische Messung, posturale Kontrolle, Trainingseffekte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die wissenschaftliche Arbeit untersucht die Auswirkungen eines sensomotorischen Trainingsprogramms mit dem Gerät "SlackNut" auf spezifische körperliche Leistungsfaktoren bei Fußballspielern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentral sind die Bereiche Leistungssteigerung durch Koordinationstraining, die Wirksamkeit von instabilen Trainingsuntergründen und die allgemeine Verletzungsprävention im (Amateur-)Fußball.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob sich durch das Training auf der SlackNut signifikante Verbesserungen in der Maximalkraft, Schnellkraft und Balance gegenüber einem herkömmlichen Training feststellen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es handelt sich um eine prospektive, randomisierte kontrollierte Studie (RCT), bei der Probanden in eine Interventionsgruppe mit SlackNut und eine Kontrollgruppe eingeteilt wurden, um Leistungsveränderungen objektiv zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Literaturaufarbeitung des sensomotorischen Systems und eine praktische Interventionsphase, in der Messungen der Kraft und Stabilität vor und nach sechswöchigem Training durchgeführt wurden.
Wie lässt sich die Arbeit inhaltlich charakterisieren?
Die Arbeit ist ein sportphysiotherapeutisches Fachdokument, das sowohl theoretische physiologische Grundlagen liefert als auch empirische Daten aus einem konkreten Vereinsumfeld auswertet.
Warum ist das Training auf der SlackNut besonders für Fußballer relevant?
Aufgrund der hohen Belastungen durch plötzliche Richtungswechsel und Stopp-Manöver, die oft zu Band- oder Sehnenverletzungen führen, bietet ein solches Training eine essenzielle Stabilisierung der unteren Extremität.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die SlackNut?
Der Autor schlussfolgert, dass die SlackNut ein valides und effektives Trainingsgerät sowohl für die Rehabilitation nach Verletzungen als auch zur präventiven Leistungssteigerung im Sport darstellt.
- Arbeit zitieren
- Sven Ringel (Autor:in), 2015, Effekte eines sensomotorischen Trainings auf der SlackNut auf die Kraft und Balance bei Fußballspielern. Eine prospektive randomisierte kontrollierte Studie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1349471