Bewegungsverhalten und motorische Entwicklung im Lebensabschnitt Alter


Hausarbeit, 2006
14 Seiten, Note: 13 Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Motorische Entwicklung im Alter
2.1 Grundlagen der Motorischen Entwicklung im Alter
2.2 Kennzeichen der Altersmotorik

3 Bewegung im Alter
3.1 Bedeutung der Bewegung
3.1.1 Instrumentelle Bedeutung
3.1.2 Explorierend – Erkundende (Wahrnehmend – Erfahrende) Bedeutung
3.1.3 Soziale Bedeutung
3.1.4 Personale Bedeutung
3.2 Bewegungsverhalten im Alter

4 Bezug zur Motologie

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Körper ist ein Leben lang und vor allem im Alter permanenten Veränderungen ausgesetzt, die sich deutlich auf das Bewegungsverhalten auswirken können. Dennoch gibt es wesentlich weniger Forschungsberichte für diesen Lebensabschnitt als für die Entwicklung im Kindes- oder Jugendalter. Der Grund dafür liegt in der früheren Annahme, dass die Entwicklung mit der „Vollreife“ (d.h. mit dem 18. Lebensjahr) abgeschlossen sei und somit der Lebensabschnitt Alter in seiner Entwicklung nicht als Forschungsgegenstand galt (vgl. Oerter & Montada 2002). Außerdem spielte die motorische Entwicklung vor allem in ihrer Bedeutung für die Gesamtpersönlichkeit keine herausragende Rolle in der Geriatrie (Wissenschaft der Alternsprozesse) und auch die Bewegung hatte in ihrer Bedeutung für den SeniorInnenbereich kaum Ansehen. Mittlerweise ist die motorische Entwicklung über die gesamte Lebensspanne als integrativer Bestandteil der Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit des Menschen anerkannt, findet aber leider noch nicht genügend Berücksichtigung (vgl. Philippi-Eisenburger 1990).

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Bewegungsverhalten und der Motorischen Entwicklung im Lebensabschnitt Alter sowie der Rolle der Motologie diesbezüglich. Aufgrund des Umfangs der Arbeit können diese Aspekte nur kurz angerissen werden.

2 Motorische Entwicklung im Alter

Der (kalendarisch) alternde Körper ist ständigen Veränderungen unterworfen, die sich wiederum auf das Bewegungsverhalten auswirken. Da die Bewegung in der Motologie nach PHILIPPI-EISENBURGER (1990) die Grundlage der Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit darstellt, bedingen Veränderung in der Motorik möglicherweise auch Veränderungen in der Handlungskompetenz. Somit kann die motorische Entwicklung auch im Alter in Verbindung mit der Persönlichkeitsentwicklung in Zusammenhang gebracht werden (vgl. Philippi-Eisenburger 1990). „Die motorische Entwicklung steht mit der Entwicklung anderer Persönlichkeitsbereiche in engster Wechselwirkung. Sie ist für die affektive Entwicklung bedeutsam und bildet in Verbindung mit der Wahrnehmung die Basis der kognitiven Entwicklung; sie hat grundlegende Bedeutung für die Kommunikation und soziale Integration, sie ist als Bestandteil der Handlung konstituierend für Selbstbild und Identität“ (Philippi-Eisenburger 1990, 46).

2.1 Grundlagen der Motorischen Entwicklung im Alter

„Motorik umfaßt alle Formen der Bewegung und Haltung, des Ausdrucks und der Kommunikation, ist eingebunden in Handlungszusammenhänge und Situationsbezüge. Bewegung und Wahrnehmung sind eine nicht zu trennende Einheit, mit der das Individuum die unlösbare Interaktion mit der Umwelt in dem biologischen System Umwelt-Organismus realisiert“ (Philippi-Eisenburger 1990, 37). Mit zunehmendem Alter verändert sich das motorische Verhalten des Individuums im Sinn und Zweck sowie in der Form und dem Inhalt der Bewegung. Dadurch verändert sich „[...] nicht nur ihre Bedeutung für die Persönlichkeit, sondern auch die Persönlichkeit selbst“ (Philippi-Eisenburger 1990, 37).

Adaptationsprozesse der motorischen Entwicklung die Piaget (1975) zeigte und Schilling (1990)[1] in seiner Arbeit und der Entwicklung des kompetenztheoretischen Ansatzes aufgriff, behalten auch im Alter ihre Gültigkeit. Hierbei geht es dabei weniger um das Erlernen von neuen Wahrnehmungs- und Bewegungsmustern als vielmehr um das Erhalten der vorhandenen Muster durch entsprechende Anreize beispielsweise in Form von Sinnesschulung (vgl. Philippi-Eisenburger 1990).

2.2 Kennzeichen der Altersmotorik

Ausgehend von biologischen und physiologischen Veränderungen, denen ein Mensch im Laufe des Lebens, vor allem im fortgeschrittenen Lebensalter ausgesetzt ist, vollziehen sich neben strukturellen Organveränderungen auch Funktionsveränderungen (vgl. Philippi-Eisenburger 1990). „Diese Veränderungen wirken sich auch auf das Bewegungsverhalten aus und sind von daher auch Kennzeichen der motorischen Entwicklung im Alter“ (Philippi-Eisenburger 1990, 42), wobei diese Kennzeichen weder zwangsläufig, noch in dem Ausmaß und zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten können (vgl. Philippi-Eisenburger 1990). Zu den Merkmalen der Alterungsprozesse des ZNS gehören die Verminderung der Anzahl der Nervenzellen, die verringerte Durchblutung des Gehirns, die Verkalkung (infolge der Einlagerung von Stoffwechselendprodukten) in den Hirnzellen sowie die Abnahme der funktionsfähigen Synapsen und die Einschränkung der Nervenleitgeschwindigkeit und der biochemischen Prozessreaktionen. Außerdem atrophiert das Gehirn in seiner gesamten Größe und die Sauerstoffaufnahme und der Gehirnstoffwechsel verschlechtern sich. Infolgedessen kann es teilweise zu Einschränkungen der kognitiven Funktionen, wie z.B. Erinnerungsvermögen und Merkfähigkeit und der Funktionen der Sinnesorgane kommen. Ebenso können Teilfunktionen der Bewegungssteuerung wie Aufmerksamkeit, Reaktions- und Koordinationsfähigkeit eingeschränkt sein (vgl. Philippi-Eisenburger 1990). „Aber dennoch muß die Leistungsfähigkeit des Gehirns nicht notwendigerweise stark absinken, vorausgesetzt, es findet entsprechende Anreize“ (Philippi-Eisenburger 1990, 43). „So wie bei vielen anderen Organen ist gerade die Leistungsfähigkeit des Gehirns entscheidend vom geistigen Training abhängig“ (Prokob & Bachl 1984, 28 zit. In Philippi-Eisenburger 1990, 43).

„Aus dem Zusammenwirken dieser vielfältigen Prozesse lassen sich einige Kennzeichen der Altersmotorik ableiten:

1. Das maximale Herzleistungsvermögen nimmt ab bei Steigerung der Leistungsanforderung durch erhöhten Blutdruck aufgrund der Veränderung der Gefäßwände. Aber dennoch ist die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems prinzipiell bis ins hohe Alter aufrecht zu erhalten – allerdings nur unter der Voraussetzung regelmäßigen (Ausdauer-) Trainings und entsprechender gesundheitsfördernder Lebensweise[2].

2. Durch Verfestigung der Gewebestrukturen der Lunge, Verringerung des Atem Minuten-Volumens, der Vitalkapazität etc. erfolgt insgesamt eine verringerte Atemleistung und es besteht die Gefahr der Verknöcherung des Brustkorbes, die die Atmung zusätzlich erschwert.

3. Die Abnahme der Muskelmasse, die Versteifung der Gelenke, das Nachlassen der Elastizität von Sehnen und Bändern durch Verringerung des Wassergehaltes, Ablagerungen etc. bewirken insgesamt eine Einschränkung der gesamten Bewegungsfähigkeit, die Zunahme einer relativen Schwäche und Langsamkeit, Steifheit und Ungelenkigkeit und eine Verkrümmung der Wirbelsäule.

[...]


[1] Das Prinzip der Adaptation mit Assimilation und Akkomodation kann hier aufgrund der Ausführlichkeit dieser Thematik nicht ausführlich behandelt werden.

[2] Die Auswirkungen von Ausdauertraining auf die cardio-pulmonale Leistungsfähigkeit sind eindeutig und vielfach belegt; vgl. z.B. zusammenfassend: HOLLMANN/HECK (1981); ROST (1981) (zit. In Philippi-Eisenburger 1990, 43)

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Bewegungsverhalten und motorische Entwicklung im Lebensabschnitt Alter
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Sportwissenschaft und Motologie)
Veranstaltung
Konzepte im Arbeitsfeld Senioren und Seniorinnen
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V134952
ISBN (eBook)
9783668018853
ISBN (Buch)
9783668018860
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bewegungsverhalten, entwicklung, lebensabschnitt, alter
Arbeit zitieren
Master Melanie Könnecke (Autor), 2006, Bewegungsverhalten und motorische Entwicklung im Lebensabschnitt Alter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134952

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