Die vorliegende Arbeit charakterisiert zunächst das Anforderungsprofil der Sportart Schwimmen und im Anschluss werden alle sportmotorischen Tests einer KLD (komplexe oder Kader-Leistungsdiagnostik) im Schwimmen vorgestellt, erklärt sowie trainingsmethodische Maßnahmen abgeleitet. Zum Ende werde ich beispielhaft Ergebnisse interpretieren und diese trainingsmethodisch einordnen. Zuletzt werden wir über die Transferfähigkeit, der in der KLD erhobenen Daten, in die Praxis diskutieren.
Das Thema meiner Studienarbeit „Durchführung und Auswertung einer komplexen Leistungsdiagnostik in der Sportart Schwimmen“ habe ich aus persönlichen Gründen gewählt. Ich selbst war zehn Jahre lang Leistungsschwimmer in Dresden und habe daher schon einige Erfahrungen mit sportmotorischen Tests als auch mit einer KLD machen dürfen. Doch nicht nur mein persönlicher sportlicher Hintergrund führte mich zu diesem Thema, sondern auch mein Interesse an sportmotorischen Messgeräten und -verfahren, die ich zu meiner KLD im IAT Leipzig sehen und benutzen durfte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Anforderungsprofil der Sportart Schwimmen
3 Die komplexe Leistungsdiagnostik (KLD)
3.1 Biologische Messwerte einer KLD
4 Sportmotorische Tests der komplexen Leistungsdiagnostik
4.1 Diagnostik der Ausdauer – der Laktat Stufentest nach Pansold
4.2 Diagnostik der Kraft
4.2.1 Messung der Armzugkraft
4.2.2 Sprint am Schwimmwiderstandsgerät (SWG)
4.2.3 Messung der Sprungkraft und Treibhöhe (TH)
4.3 Diagnostik der Schnelligkeit
4.4 Diagnostik der Beweglichkeit
4.5 Diagnostik der Schwimmtechnik, Start und Wende
5 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse einer KLD
6 Diskussion über die Transferfähigkeit der erhobenen Daten in die Praxis
Zielsetzung & Themen
Die Studienarbeit untersucht die Durchführung und Auswertung einer komplexen Leistungsdiagnostik (KLD) im Schwimmsport, um individuelle Trainingsgrundlagen zu schaffen und die Leistungsfähigkeit der Athleten zielgerichtet zu steuern.
- Charakterisierung des sportartspezifischen Anforderungsprofils
- Darstellung sportmotorischer Testverfahren für Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit
- Analyse biologischer Messwerte wie Herzfrequenz und Laktatkonzentration
- Methoden der praxisnahen Datenauswertung und Wettkampfprognose
- Diskussion über die Übertragbarkeit der diagnostischen Daten in den Trainingsalltag
Auszug aus dem Buch
Diagnostik der Ausdauer – der Laktat Stufentest nach Pansold
Der Stufentest im DSV findet aufgrund der erhöhten Aussagekraft im Wasser, das „Feld des Schwimmers“, statt. Anwendung findet hier der Stufentest nach Pansold & Zinner (1990). Der Feldtest nach Pansold beschreibt eine alineare Relation zwischen der Schwimmgeschwindigkeit und dessen Laktatkonzentration mit Hilfe der Ausgleichfunktion y = a x ebx. Dabei ist y der Wert des Laktats in mmol/L und x die Intensität in m/sec. Aus der Kurvenfunktion des Pansoldtests können drei relevante Parameter ausgelesen werden, nämlich die Leistungsfähigkeit bei einem Laktatwert von 4 mmol/L (P4), welcher hierbei allerdings nicht als Schwelle zu interpretieren ist. Des Weiteren ist das Anstiegsverhalten der Kurve (b) und die maximale Laktatkonzentration (Mobilisation) nach der letzten Stufe (Lamax) abzulesen.
Der Pansoldtest ist aus fünf Stufen aufgebaut und kann je nach Streckenlänge, üblicherweise 100m oder 200m, und Schwimmart angewendet werden. Der Test bietet die Möglichkeit „den inneren Aufbau von Leistungen, ihrer Variabilität, den Einfluss der Schwimmart, Streckenlänge, Geschlecht und Alter auf der Grundlage des Modells der Laktatleistungskurve (LLK) zu untersuchen“ (Pansold & Zinner, 1990).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einstieg in die Thematik der Leistungsdiagnostik mit Fokus auf den sportlichen Hintergrund des Autors und die Zielsetzung der Arbeit.
2 Anforderungsprofil der Sportart Schwimmen: Definition der nötigen Leistungsvoraussetzungen und deren Bedeutung für verschiedene Streckenlängen sowie Zielgruppen.
3 Die komplexe Leistungsdiagnostik (KLD): Erläuterung der Relevanz und der notwendigen Voraussetzungen für die Durchführung einer KLD im Hochleistungssport.
3.1 Biologische Messwerte einer KLD: Analyse physiologischer Parameter wie Herzfrequenz, Laktatwert und Sauerstoffaufnahme als Basis für objektive Messungen.
4 Sportmotorische Tests der komplexen Leistungsdiagnostik: Vorstellung der standardisierten Testverfahren des DSV zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit.
4.1 Diagnostik der Ausdauer – der Laktat Stufentest nach Pansold: Erläuterung des Testaufbaus und der Interpretation der daraus abgeleiteten Laktatleistungskurve.
4.2 Diagnostik der Kraft: Beschreibung der Messung von Kraftfähigkeiten an Land und im Wasser mittels verschiedener Testgeräte.
4.2.1 Messung der Armzugkraft: Vorstellung der isokinetischen Schwimmbank zur Ermittlung der Armzugkraftwerte.
4.2.2 Sprint am Schwimmwiderstandsgerät (SWG): Erläuterung der Testung unter Zusatzlast zur Simulation wettkampfspezifischer Kraftanforderungen.
4.2.3 Messung der Sprungkraft und Treibhöhe (TH): Beschreibung der Ermittlung von Sprungergebnissen zur Einschätzung der Beinmuskulatur.
4.3 Diagnostik der Schnelligkeit: Darstellung der Methoden zur Erfassung der zyklischen Schnelligkeit und deren Zusammenhang mit der Schwimmleistung.
4.4 Diagnostik der Beweglichkeit: Untersuchung der Gelenkbeweglichkeit als zentraler Bestandteil zur Optimierung der Schwimmtechnik.
4.5 Diagnostik der Schwimmtechnik, Start und Wende: Einsatz von Videoanalysen im Strömungskanal zur technischen Optimierung der Bewegungsabläufe.
5 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse einer KLD: Praxisbeispiel einer Datenauswertung inklusive der Erstellung von Trainingsbereichen.
6 Diskussion über die Transferfähigkeit der erhobenen Daten in die Praxis: Reflexion über die Übertragbarkeit der diagnostischen Erkenntnisse auf den täglichen Trainingsbetrieb.
Schlüsselwörter
Leistungsdiagnostik, Schwimmen, Laktatstufentest, Pansold-Test, Trainingssteuerung, Kraftmessung, Beweglichkeit, Schwimmtechnik, Videoanalyse, Wettkampfprognose, Sportwissenschaft, Athletik, Herzfrequenz, VO2max, Leistungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Anwendung, Auswertung und Bedeutung der komplexen Leistungsdiagnostik (KLD) speziell für den Schwimmsport, um Athleten bei der Leistungsoptimierung zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die physiologischen Grundlagen der Leistungsdiagnostik, spezifische Testverfahren für Kraft und Ausdauer sowie die technische Videoanalyse unter wettkampfnahen Bedingungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine fundierte KLD individuelle Daten erhoben werden können, um das Training zielgerichteter an den IST-Zustand des Sportlers anzupassen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Der Autor nutzt die Literaturanalyse, die Vorstellung standardisierter Feldtests (wie den Pansold-Test) sowie die Auswertung realer Datenbeispiele aus einem Olympiastützpunkt.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil behandelt die sportmotorischen Tests für Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit sowie deren korrekte Durchführung und Interpretation im Schwimm-Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Leistungsdiagnostik, Schwimmen, Laktat, Kraftmessung, Beweglichkeitsprofil, Wettkampfprognose und Trainingssteuerung.
Wie unterscheidet sich der Pansold-Test von anderen Diagnostikformen?
Der Pansold-Test zeichnet sich durch die spezifische Anwendung im Wasser ("Feld des Schwimmers") aus, was die Kraft- und Widerstandsverhältnisse des Wettkampfes deutlich besser widerspiegelt als allgemeine Labortests.
Warum ist die Beweglichkeitsdiagnostik bei erfahrenen Schwimmern weniger wichtig?
Da sich bei erwachsenen Schwimmern die Gelenkmobilität nur noch minimal verändert, liegt der Fokus hier stärker auf der Identifikation muskulärer Dysbalancen als auf der reinen Verbesserung der Gelenkausschläge.
Welche Rolle spielt die Videoanalyse für die KLD?
Sie liefert die notwendigen Daten für die technische Optimierung von Start, Wende und Schwimmstil, die durch rein quantitative physiologische Daten allein nicht erfasst werden können.
Was bedeutet die "Transferfähigkeit" der Daten in die Praxis?
Damit ist gemeint, dass erhobene Labor- oder Feldtestergebnisse für Trainer und Athleten in verständliche, handlungsorientierte Trainingsanweisungen umgewandelt werden müssen, um einen direkten Nutzen für den Wettkampf zu erzielen.
- Arbeit zitieren
- Amadeus Bräuning (Autor:in), 2022, Komplexe Leistungsdiagnostik in der Sportart Schwimmen. Durchführung und Auswertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1351708