Methoden der Unternehmensbewertung

Adjusted Present Value-Ansatz


Hausarbeit, 2009

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

I Einleitung

Bei der Unternehmensbewertung handelt es sich um ein sehr breit gefächertes und komplexes Themengebiet. So ist die Bewertung von Unternehmen in vielen Teildisziplinen der Betriebswirtschaftslehre, insbesondere der Wirtschaftsprüfung, dem Finanzcontrolling oder dem Investmentbanking, wieder zu finden. Die Vielfältigkeit und Komplexität einer Unternehmens-bewertung wird durch die Einbindung investitions-, entscheidungs- und kapitalmarkttheoretischer Aspekte in die Wertermittlung begründet. Weiterhin setzt eine fundierte Bewertung eine ausführliche Analyse und Auswertung unternehmensspezifischer Informationen voraus. Diese funktionsübergreifende Eigenschaft führt dazu, dass die Ergebnisse letztendlich zu einem einzigen monäteren Wert verdichtet werden, der repräsentativ für den Unternehmens-wert steht.

In der nun vorliegenden Arbeit werden die Grundzüge der gängigen Unternehmensbewertungsmethoden vorgestellt. Der Schwerpunkt dieser Ausarbeitung liegt dabei in der näheren Betrachtung des APV-Ansatzes1 im Rahmen des DCF-Kalküls.

Der zweite Teil der Analyse beschäftigt sich mit den Grundlagen der Unternehmensbewertung. Innerhalb dieses Kapitels wird auf die möglichen Bewertungsanlässe und Bewertungszwecke eingegangen. Des Weiteren wird ein Überblick über die klassischen und neueren Bewertungsansätze verschafft. Der im dritten Teil gebildete Schwerpunkt befasst sich mit der Unternehmens-bewertung mit DCF-Modellen. Unter anderem werden hier bewertungs-relevante Komponente, wie beispielsweise der Diskontierungfaktor oder die jeweiligen Cashflow-Typen, hergeleitet und näher betrachtet. Der Fokus dieses Kapitels liegt jedoch in der intensiven Analyse des APV-Ansatzes. Hier werden der Grundgedanke und die technische Ausführung dieser Bewertungs-methode eingehend dargestellt. Im Anschluss daran wird diese Methode einer kritischen Betrachtung unterzogen.

Im letzten Teil wird diese Arbeit durch eine Zusammenfassung abgerundet und um einen Ausblick ergänzt. Hier sollen die Ergebnisse der Analyse noch ein-mal zusammenfließen und darauf aufbauend ein Ausblick zur Unternehmens-bewertung vorgenommen werden.

Das Ziel dieser Analyse besteht in der Herausarbeitung der Unterschiede und Parallelen des APV-Ansatzes gegenüber anderen Bewertungsmethoden. Gleichzeitig werden die Vor- und Nachteile dieser Bewertungskonzeption gegenübergestellt.

II Grundlagen der Unternehmensbewertung

Im folgenden Kapitel werden grundlegende Sachverhalte zur Unternehmens-bewertung vorgestellt. Es werden mögliche Gründe, die zu einer Bewertung führen können, dargestellt und auf die Problematik eingegangen, dass die Wertermittlung nicht immer eindeutig ausfallen kann, sondern vom Zweck der Unternehmensbewertung abhängig ist. Im Anschluss daran werden die unterschiedlichen Bewertungskonzeptionen behandelt.

II.1 Bewertungsanlässe und zweckabhängige Unternehmensbewertung

Die Durchführung einer Unternehmensbewertung kann verschiedene Gründe haben. So ergeben sich u.a. Bewertungsvorgänge aufgrund unternehmerischer Tätigkeit, vertraglicher oder gesetzlicher Regelungen. Die folgende Übersicht soll einige Bewertungsanlässe im Einzelnen aufzeigen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Anlässe einer Unternehmensbewertung (Quelle: Ernst/Schneider/Thielen (2006), S. 1)

Die in Abbildung 1 durchgeführte Kategorisierung der Bewertungsanlässe ist nicht endgültig, sondern zählt nur einige wichtige Bewertungsanlässe auf.

Eine verbreitete und etwas detailliertere Betrachtung von Bewertungsanlässen unterscheidet zunächst zwischen Anlässen, bei denen es zu einer Neu-zuordnung von Eigentumsverhältnissen kommt, und sonstigen Anlässen. Eine Neuzuordnung der Eigentumsrechte an einem Unternehmen kann dem übereinstimmenden Willen aller Beteiligten entsprechen (beispielsweise bei einem Börsengang oder Kauf/Verkauf eines Unternehmens). Man spricht hier von nicht-dominierten Anlässen. Bei denjenigen Neuzuordnungen, die gegen den Willen einiger Beteiligter durchgesetzt werden bzw. durchgesetzt werden könnten (beispielsweise Enteignung oder Abfindungen in bar bzw. Aktien), spricht man dann folglich von dominierten Anlässen.2

Aber nicht jede Unternehmensbewertung ist durch eine Umschichtung der Eigentumsrechte am Unternehmen veranlasst. So kann z.B. bei einer Kredit-würdigkeitsprüfung eine Unternehmenswertermittlung Gegenstand der Prüfung sein, ohne dass es zu einer Neuzuordnung der Eigentumsrechte kommt. Im Rahmen des immer stärker in den Vordergrund tretenden Shareholder Value-Ansatzes, nimmt die Unternehmensbewertung in der wertorientierten Unternehmenssteuerung eine bedeutende Stellung ein.3 Es kann festgehalten werden, dass die Anlässe einer Unternehmensbewertung vielfältig sein können. Systematisch unterscheiden sie sich im Grad ihrer gesetzlichen Normierung und darin, welche Interessen der Beteiligten durch die Bewertung geschützt werden sollen. Dies hat zur Folge, dass Unternehmensbewertungen, abhängig davon welche beteiligte Partei sie durchführt, einen subjektiven Charakter aufweisen können. Folglich hat das Unternehmen nicht einen einzigen Wert, sondern für jeden Bewertungsinteressenten einen spezifischen und grund-sätzlich anderen Wert. Man spricht in diesem Fall von einer funktionalen Unternehmensbewertung. Maßgeblich ist hier der Bewertungszweck bzw. die Funktion des Bewertenden. Ein Grund für diese uneinheitliche Wertermittlung liegt in der Auffassung des Unternehmenswerts als Gebrauchswert. Der Unternehmenswert entspricht somit dem Grad der Befriedigung der in-dividuellen Bedürfnisse des Bewertungsinteressenten. So wird aufgrund Zweckabhängigkeit, der Unternehmensbewertung eine Haupt- und Nebenfunktion zugeordnet. Zu den Hauptfunktionen zählen die Entscheidungs- bzw. Beratungsfunktion, die Vermittlungsfunktion und die Argumentationsfunktion. Als Nebenfunktion einer Unternehmensbewertung ist die Informationsvermittlung, die Steuerbemessungsgrundlage und Vertragsgestaltungsfunktion anzusehen. Auch die relevanten Verlautbarungen des IDW gehen von einer funktionalen Bewertungstheorie aus. Der IDW unterscheidet folgende Funktionen des Wirtschaftsprüfers bei der Unternehmensbewertung4:

[...]


1 steuerliche Aspekte werden nicht berücksichtigt, da sie den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden.

2 Vgl. Kuhner,C./Maltry,H. (2006), S. 7.

3 Vgl. Kuhner,C./Maltry,H. (2006), S. 8 ff.

4 Nach IDW S 1 (2005).

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Methoden der Unternehmensbewertung
Untertitel
Adjusted Present Value-Ansatz
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Strategisches Controlling; Wirtschaftsprüfung
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V135238
ISBN (eBook)
9783640429981
ISBN (Buch)
9783640430161
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Breiter Korrekturrand.
Schlagworte
Unternehmensbewertung, APV, Adjusted Present Value, DCF-Verfahren
Arbeit zitieren
Rachid Boubou (Autor:in), 2009, Methoden der Unternehmensbewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135238

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