International tätige Unternehmen sind zahlreichen finanziellen Risiken ausgesetzt. Diese Risikofaktoren können für Unternehmen teilweise enorme Beeinträchtigungen in der Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit zur Folge haben. Um diesen Problemen zu begegnen, gibt es für Unternehmen die Möglichkeit sich gegen diverse Finanzrisiken auf den Kapitalmärkten abzusichern. Die größten Marktpreisrisiken, die wichtigsten Risikokennzahlen sowie die gängigsten Hedging-Instrumente werden nun näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 AUSGANGSPROBLEMATIK
2 ARTEN VON RISIKEN
2.1 Währungsrisiken
2.2 Marktpreisrisiken bei Commodities
2.3 Zinsänderungsrisiken
2.4 Kursänderungsrisiken bei Aktien
3 BERECHNUNG DES ABSICHERUNGSBEDARFS
3.1 Value at Risk
3.2 Cash Flow at Risk
4 ABSICHERUNG MIT DERIVATEN
4.1 Futures
4.2 Optionen
4.3 Swapgeschäfte
5 HEDGE ACCOUNTING
6 LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Identifikation und Quantifizierung finanzieller Risiken für international tätige Unternehmen sowie den Möglichkeiten zu deren Absicherung mittels derivativer Finanzinstrumente unter Berücksichtigung bilanztechnischer Rahmenbedingungen.
- Analyse verschiedener finanzieller Risikoarten wie Währungs- und Marktpreisrisiken.
- Methodische Ansätze zur Ermittlung des Absicherungsbedarfs durch Value at Risk und Cash Flow at Risk.
- Einsatz und Funktionsweise derivativer Instrumente wie Futures, Optionen und Swaps.
- Bilanzielle Behandlung von Sicherungsgeschäften nach HGB, US-GAAP und IAS.
Auszug aus dem Buch
3.1 Value at Risk
Eine wichtige Risikokennzahl, welche vor allem von Banken für die Ermittlung des Verlustpotentials von Portfolios verwendet wird, ist der Value at Risk.11
Definition: Der Value at Risk gibt den geschätzten maximalen Barwertverlust eines Portfolios an, welcher innerhalb eines definierten Zeitraumes mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit bei üblichen Marktbedingungen nicht überschritten wird.12 13
Bei der Berechnung des Value at Risk ist wie folgt vorzugehen: im ersten Schritt ist der Wert des Portfolios festzulegen. Im zweiten Schritt folgt dann die Ermittlung der Volatilität für die zugrunde liegenden Finanzpositionen. Nachfolgend ist die geplante Haltezeit der einzelnen Finanzwerte und der gewünschte Konfidenzintervall festzulegen. Auf Basis dieser Informationen kann nun der Value at Risk ermittelt werden.14
Für die Bestimmung des Value at Risk bzw. der Verteilung der Barwertveränderungen existieren drei Ansätze:
Historische Simulation: Die Wertveränderungen der Risikofaktoren aus einer bestimmten Datenhistorie werden für die Schätzung der zukünftigen Wertveränderungen übernommen.15
Zusammenfassung der Kapitel
1 AUSGANGSPROBLEMATIK: Einführung in die finanzielle Risikosituation international tätiger Unternehmen und die Notwendigkeit von Absicherungsstrategien am Kapitalmarkt.
2 ARTEN VON RISIKEN: Detaillierte Darstellung spezifischer Finanzrisiken, darunter Währungsrisiken, Marktpreisrisiken bei Rohstoffen sowie Zins- und Aktienkursrisiken.
3 BERECHNUNG DES ABSICHERUNGSBEDARFS: Erläuterung quantitativer Methoden zur Bestimmung des Risikopotenzials mittels Value at Risk und Cash Flow at Risk inklusive deren mathematischer Herleitung.
4 ABSICHERUNG MIT DERIVATEN: Analyse der Funktionsweise und Anwendung von Futures, Optionen und Zinsswaps als Instrumente zur Absicherung gegenüber finanziellen Risiken.
5 HEDGE ACCOUNTING: Überblick über die bilanzielle Behandlung von Sicherungsgeschäften unter Beachtung der Regelungen von HGB, US-GAAP und IAS.
6 LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS: Aufstellung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Kapitalmarkt, Finanzrisiken, Value at Risk, Cash Flow at Risk, Hedging, Futures, Optionen, Zinsswaps, Hedge Accounting, HGB, US-GAAP, IAS, Währungsrisiko, Rohstoffpreise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Risikomanagement an Kapitalmärkten aus der Sicht von Unternehmen und analysiert, wie finanzielle Risiken identifiziert, berechnet und abgesichert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Analyse von Risikotypen (z. B. Währungs- und Zinsrisiken), die mathematische Risikoberechnung sowie der Einsatz von Derivaten und die bilanziellen Auswirkungen von Sicherungsgeschäften.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über geeignete Methoden zur Risikoerfassung und über die praktischen Möglichkeiten zur Absicherung von Finanzrisiken im betrieblichen Kontext zu geben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden mathematisch-statistische Ansätze zur Risikoberechnung (wie Value at Risk) vorgestellt und diese mittels ökonomischer Theorie sowie der Analyse von Regelwerken (HGB, IAS) erläutert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Risikokategorien, die quantitative Ermittlung des Absicherungsbedarfs, die Instrumentenkunde zu Derivaten und die bilanzielle Einordnung der Absicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Risikomanagement, Hedging, Derivate, Value at Risk, Cash Flow at Risk und Hedge Accounting gekennzeichnet.
Wie unterscheidet sich der Value at Risk vom Cash Flow at Risk?
Während der Value at Risk primär das Verlustpotenzial eines Portfolios mit Bestandswerten misst, zielt der Cash Flow at Risk auf die Schwankungsbreite der operativen Zahlungsströme eines Unternehmens ab.
Warum spielt die Bilanzierung bei Absicherungsgeschäften eine Rolle?
Für Unternehmen ist es entscheidend zu verstehen, wie Sicherungsgeschäfte in der Bilanz abzubilden sind, da sich je nach Rechnungslegungsstandard (HGB, US-GAAP, IAS) unterschiedliche Auswirkungen auf das Ergebnis (GuV) ergeben.
Welche Rolle spielt die Börse bei Futures?
Bei Futures fungiert die Börse als Clearingstelle, die standardisierte Bedingungen für die Kontrakte festlegt und als Vermittler zwischen den Vertragsparteien agiert.
Was ist das Besondere an einem Zinsswap?
Ein Zinsswap ermöglicht es Unternehmen, Zinszahlungsströme zu tauschen, um beispielsweise von variablen auf fixe Zinssätze zu wechseln und sich so gegen unerwartete Zinsänderungen abzusichern.
- Arbeit zitieren
- Matthias Brosche (Autor:in), 2009, Risikomanagement an Kapitalmärkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135246