Inwiefern wäre es möglich mit Hilfe der Biographiearbeit den eigenen Lernhabitus zu reflektieren, sodass seine bewusste zukünftige Gestaltung als Grundlage für lebenslanges Lernen ermöglicht wäre?
Aktuell ist Digitalisierung der menschlichen Lebenswelt und die damit verbundene wachsende Bedeutung vom lebenslangen Lernen allgegenwärtig. Bereits bei Kindern sollen Maßnahmen, wie das Erlernen digitaler Kompetenzen, für ein gesichertes Arbeitsleben sorgen. Allerdings werden Erwachsene ebenfalls zur Weiterbildung, zum Erlernen von Skills, angehalten. Diese Maßnahmen, ob im Kindesalter oder in der Erwachsenenbildung, haben einen politischen und wirtschaftlichen Hintergrund inne. Um den Staat Österreich wettbewerbsfähig zu machen, werden Arbeitskräfte mit digitalen Kompetenzen benötigt. Ebenso sollen unternehmerische Fähigkeiten von der Grundschule weg gelehrt werden, wie das Workingpaper der Julius Raab Stiftung publiziert. Umso wichtiger scheint die Reflexion der eigenen Vergangenheit zu sein. Will der Mensch sich weiterbilden, weil es die Gesellschaft von ihm verlangt oder weil es sein inneres Bestreben ist aufzusteigen und sich im Zuge dessen aus unbewusst befolgten Mustern zu lösen? Könnte das Bewusstsein über biographische oder gesellschaftliche Einflüsse auf eigene Lebenswege die Entscheidungen, welche zukünftig getroffen werden, verändern?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Biographietheoretische Perspektive und ihre Ansätze
- Bezüge zu den in der Studie verwendeten biographischen Ansätzen
- Lebenslanges Lernen nach Pongratz (2008)
- Biographiearbeit nach Miethe (2011) und Gudjons et.al (2008)
- Biographizität nach Peter Alheit (2010)
- Die Darstellung der Studie von Heidrun Herzberg (2004) "Biographie und Lernhabitus. Eine Studie im Rostocker Werftarbeitermilieu."
- Der Aufbau der Studie
- Der theoretische Hintergrund
- Die Methodologie und die Methode
- Die Fallkonfigurationen
- Schlussfolgerungen
- Die Diskussion der Studie im Zusammenhang mit der Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit
- Die Implikationen für die Praxis
- Die Möglichkeiten und Grenzen in der praktischen Umsetzung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Biographiearbeit, um den eigenen Lernhabitus zu reflektieren und so die bewusste Gestaltung des zukünftigen Lernhabitus als Grundlage für lebenslanges Lernen zu ermöglichen. Sie setzt sich mit der Frage auseinander, ob die Analyse der eigenen Biographie mithilfe der Biographiearbeit dazu beitragen kann, ungelebte Potenziale und negative Einflüsse aufzudecken, die die persönliche Weiterentwicklung behindern.
- Reflexion des eigenen Lernhabitus durch Biographiearbeit
- Bedeutung des lebenslangen Lernens im Kontext der Digitalisierung
- Analyse von biographischen und gesellschaftlichen Einflüssen auf Lebenswege
- Möglichkeiten und Grenzen der Biographiearbeit in der Praxis
- Verknüpfung von Theorie und Praxis anhand der Studie von Heidrun Herzberg
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung, die den aktuellen Kontext des lebenslangen Lernens und die Notwendigkeit der Reflexion der eigenen Vergangenheit beleuchtet. Anschließend wird ein Überblick über die biographietheoretische Perspektive und ihre Ansätze gegeben, wobei insbesondere auf die Studie von Heidrun Herzberg (2004) "Biographie und Lernhabitus. Eine Studie im Rostocker Werftarbeitermilieu" eingegangen wird. Die Studie wird in Bezug auf ihren Aufbau, den theoretischen Hintergrund, die Methodologie, die Fallkonfigurationen und die Schlussfolgerungen dargestellt. Abschließend erfolgt eine Diskussion der Studie im Zusammenhang mit der Forschungsfrage der Arbeit, wobei die Implikationen für die Praxis und die Möglichkeiten und Grenzen der Biographiearbeit in der praktischen Umsetzung betrachtet werden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Biographiearbeit, Lernhabitus, lebenslanges Lernen, Digitalisierung, Erwachsenenbildung, biographische Studie, empirische Forschung, Rostocker Werftarbeitermilieu, soziale Wirklichkeit, Identität, Bildungsbegriff, Praxisimplikationen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Biographiearbeit?
Biographiearbeit ist die strukturierte Reflexion der eigenen Lebensgeschichte, um unbewusste Muster zu erkennen und die eigene Zukunft bewusster zu gestalten.
Was versteht man unter dem „Lernhabitus“?
Der Lernhabitus beschreibt die tief verwurzelten Einstellungen und Verhaltensweisen einer Person gegenüber Bildung und Lernen, die oft durch das soziale Milieu und die eigene Biographie geprägt sind.
Warum ist lebenslanges Lernen heute so wichtig?
Durch die Digitalisierung verändern sich Arbeitswelt und Gesellschaft rasant. Lebenslanges Lernen ist notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben und sich an neue technologische Standards anzupassen.
Welche Erkenntnisse liefert die Studie von Heidrun Herzberg?
Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Biographie und Lernhabitus im Milieu von Rostocker Werftarbeitern und zeigt auf, wie soziale Herkunft das Bildungsverhalten beeinflusst.
Kann Biographiearbeit die Bildungsentscheidungen verändern?
Ja, das Bewusstsein über biographische oder gesellschaftliche Einflüsse kann Menschen helfen, sich aus unbewussten Mustern zu lösen und Entscheidungen zu treffen, die eher ihrem inneren Bestreben entsprechen.
- Citation du texte
- MA Agnieszka Luka (Auteur), 2018, Lernhabitus und Biographiearbeit. Möglichkeiten und Grenzen der Lebensgestaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1353459