Interessierte Lehrkräfte müssen aus-/weiter- und fortgebildet werden. Dieser Thematik widmet sich die vorliegende Ausarbeitung. Dabei soll es zunächst um die aktuelle Ausbildungssituation gehen, sprich, um die Situation an den norddeutschen Hochschulen. Darauf aufbauend wird sich diese Ausarbeitung dann mit den entsprechenden Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für fest im Beruf stehende Lehrkräfte in Niedersachsen befassen, bevor abschließend ein Fazit gezogen werden kann.
Bereits im Jahr 2011 wurde mit dem Erlass "Die Region und ihre Sprachen im Unterricht" eine recht konkrete schulrechtliche Grundlage für den Erwerb von Niederdeutsch und Saterfriesisch im (niedersächsischen) Pflicht- und Wahlpflichtunterricht geschaffen. In den letzten Jahren wurden in der Praxis viele Angebote etabliert, unterstützt durch entsprechende Maßnahmen wie zum Beispiel das Beratungsangebot der niedersächsischen Landesschulbehörde oder auch durch Auszeichnungen wie den vom Kultusministerium verliehenen Titel "Plattdeutsche Schule". Im Jahr 2019 wurde der eingangs bereits erwähnte Erlass mit dem Ziel erneuert, bei dessen beiden thematischen Hauptaspekten, dem Thema Region und dem Thema "kleine Sprachen" (konkret also Niederdeutsch und Saterfriesisch), eine noch aktivere Implementierung im schulischen Alltag anzubahnen. Es steht insgesamt also grundsätzlich außer Frage, dass sich in Sachen "Niederdeutsch und Saterfriesisch in der
Schule" in den letzten Jahren einiges getan hat- sowohl was rechtliche Rahmenbedingungen anbelangt als auch was erste Schritte in der Schulpraxis betrifft. Dabei darf jedoch eines nicht aus dem Blick verloren werden: Um letztlich eine gute schulische Sprachförderung gewährleisten zu können, braucht es mehr als rechtliche Bestimmungen und Anreize für die Schulen im Sinne von offiziellen Auszeichnungen. Denn am Ende zeichnen vor allem die einzelnen Lehrkräfte dafür verantwortlich, dass der Plan die beiden kleinen Sprachen Niedersachsens durch schulische Sprachförderung zu erhalten auch gelingt. Das bedeutet aber eben auch, dass die Lehrkräfte, die diese entscheidende Rolle spielen, auf ihre Aufgabe entsprechend vorbereitet werden müssen. Die Lehrkräfte müssen mit dem entsprechenden "Handwerkzeug" ausgestattet werden, um einen qualitativ hochwertigen Niederdeutsch- bzw. Saterfriesischunterricht gewährleisten zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Zwischen Theorie und Praxis
2. Die Situation an den Hochschulen: Niederdeutsch als Studienfach
3. Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Niedersächsische Lehrkräfte
4. Fazit und Ausblick: Ein wenig Schatten und viel Licht
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Ausarbeitung untersucht die aktuelle Situation der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften im Bereich Niederdeutsch und Saterfriesisch in Niedersachsen, um aufzuzeigen, wie diese Sprachen durch qualifizierte Sprachförderung im schulischen Alltag nachhaltig erhalten werden können.
- Aktuelle Ausbildungssituation an norddeutschen Hochschulen
- Herausforderungen bei der Etablierung einer spezifischen Niederdeutschdidaktik
- Strukturen und Angebote der Lehrkräfte-Weiterbildung in Niedersachsen
- Bedeutung von Professionalisierung für den qualifizierten Sprachunterricht
- Dynamik der Implementierungsprozesse in der Schulpraxis
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung: Zwischen Theorie und Praxis
Bereits im Jahr 2011 wurde mit dem Erlass „Die Region und ihre Sprachen im Unterricht“ eine recht konkrete schulrechtliche Grundlage für den Erwerb von Niederdeutsch und Saterfriesisch im (niedersächsischen) Pflicht- und Wahlpflichtunterricht geschaffen. In den letzten Jahren wurden in der Praxis viele Angebote etabliert, unterstützt durch entsprechende Maßnahmen wie zum Beispiel das Beratungsangebot der niedersächsischen Landesschulbehörde oder auch durch Auszeichnungen wie den vom Kultusministerium verliehenen Titel „Plattdeutsche Schule“ (vgl. Homepage des Niedersächsischen Kultusministeriums1). Im Jahr 2019 wurde der eingangs bereits erwähnte Erlass mit dem Ziel erneuert, bei dessen beiden thematischen Hauptaspekten, dem Thema Region und dem Thema ‚kleine Sprachen‘ (konkret also Niederdeutsch und Saterfriesisch), eine noch aktivere Implementierung im schulischen Alltag anzubahnen (vgl. ebd.). Es steht insgesamt also grundsätzlich außer Frage, dass sich in Sachen „Niederdeutsch und Saterfriesisch in der Schule“ in den letzten Jahren einiges getan hat- sowohl was rechtliche Rahmenbedingungen anbelangt als auch was erste Schritte in der Schulpraxis betrifft. Dabei darf jedoch eines nicht aus dem Blick verloren werden: Um letztlich eine gute schulische Sprachförderung gewährleisten zu können, braucht es mehr als rechtliche Bestimmungen und Anreize für die Schulen im Sinne von offiziellen Auszeichnungen. Denn am Ende zeichnen vor allem die einzelnen Lehrkräfte dafür verantwortlich, dass der Plan die beiden kleinen Sprachen Niedersachsens durch schulische Sprachförderung zu erhalten auch gelingt. Das bedeutet aber eben auch, dass die Lehrkräfte, die diese entscheidende Rolle spielen, auf ihre Aufgabe entsprechend vorbereitet werden müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Zwischen Theorie und Praxis: Das Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen für den Unterricht in Niederdeutsch und Saterfriesisch und betont die zentrale Rolle der Lehrkraftqualifizierung für eine erfolgreiche schulpraktische Umsetzung.
2. Die Situation an den Hochschulen: Niederdeutsch als Studienfach: Dieses Kapitel analysiert die universitäre Ausbildungssituation, weist auf die Heterogenität der Angebote hin und thematisiert das Fehlen einer eigenständigen Niederdeutschdidaktik.
3. Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Niedersächsische Lehrkräfte: Hier werden die verschiedenen Programme und Akteure, wie die Landesschulbehörde und das NLQ, vorgestellt, die berufsbegleitende Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte bereitstellen.
4. Fazit und Ausblick: Ein wenig Schatten und viel Licht: Das Kapitel resümiert den Stand der Implementierung als dynamischen Prozess und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen in der Ausbildung, um eine nachhaltige Sprachförderung zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
Niederdeutsch, Saterfriesisch, Lehrkräfteausbildung, Weiterbildung, Niedersachsen, Schulpraxis, Sprachförderung, Niederdeutschdidaktik, Universität, Beraternetzwerk, Landesschulbehörde, Regionalsprachen, Implementierung, Sprachkompetenz, Qualifizierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, um Niederdeutsch und Saterfriesisch als Sprachen in niedersächsischen Schulen nachhaltig zu etablieren.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Felder sind die universitäre Ausbildung neuer Lehrkräfte sowie berufsbegleitende Weiterbildungsangebote für bereits im Dienst stehende Lehrpersonen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Vorbereitung der Lehrkräfte die qualitative Sprachförderung dieser Regionalsprachen im schulischen Alltag sichergestellt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Ausarbeitung, die den aktuellen Stand der Ausbildungssituation, rechtliche Rahmenbedingungen und existierende Weiterbildungskonzepte analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des universitären Studienangebots, der fachdidaktischen Herausforderungen sowie der staatlichen Weiterbildungsprogramme in Niedersachsen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Niederdeutsch, Saterfriesisch, Fachdidaktik, Sprachförderung und Professionalisierung im Lehrberuf.
Welche Rolle spielt das Saterfriesische im Vergleich zum Niederdeutschen?
Das Saterfriesische ist aufgrund seines sehr begrenzten Sprachgebiets und der lokalen Relevanz im Saterland schwieriger in großflächige universitäre Lehrangebote zu integrieren als das Niederdeutsche.
Wie bewertet der Autor das 2018 geänderte Fortbildungskonzept des NLQ?
Der Autor stellt dies als ambivalente Entwicklung dar: Einerseits könnten die inhaltlichen Abstriche problematisch sein, andererseits könnte die verkürzte Dauer die Hemmschwelle für Teilnehmende senken.
Warum wird die Einrichtung einer Juniorprofessur in Oldenburg hervorgehoben?
Sie gilt als bedeutender, optimistischer Schritt, da diese Professur explizit auch den Aufbau einer Niederdeutschdidaktik verantworten soll, was bisher ein Defizit darstellte.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Niederdeutsch und Saterfriesisch in der Schule. Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1354032